Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Momente der Einsamkeit
Archimedes
23.09.2003, 04:37
Hallo Ihr alle,
ihr kennt sie doch auch, diese Momente der Einsamkeit, nicht wahr?
Diese Momente, die eigentlich immer dann kommen, wenn es ruhig ist, vielleicht immer dann, wenn das Land sich schlafen legt, die Ablenkung fort ist, und wir unseren Gedanken nicht mehr entfliehen können. In diesen Momenten, indenen ein Freund so wichtig wäre, man aber keinen erreicht, diesen Momenten in denen man ans weggehen denkt, an die alten "guten" Zeiten, an all die Fehler die man gemacht hat, indenen es so unfair erscheint, dass wir die Zeit nicht zurückdrehen können. Diese Momente, die einen manchmal in die Nähe des Aufgebens bringen, indenen man sich seinem Selbstmitleid ergibt, und keiner neben einem steht um Dir zu sagen: "Hör auf!"
Ich weiß nicht wie es kommt, und ich weiß auch nicht, warum in diesen Momenten oft altes Leid, von dem man glaubte es verarbeitet zu haben wieder herausbricht, und dadurch die ganze Situation nur noch schmerzlicher macht hervor kommt, ich weiß nur, dass ich diese Momente in letzter Zeit immer öfter erlebe. Und zu diesen seltsamen, unangenehmen Momenten kommt dann auch noch, dass man sich eigentlich nach Ablenkung sehnt, mit seinen Freunden sprechen möchte, aber man mit diesen genau über dieses Thema nicht sprechen möchte/kann. Vielleicht ist dies ein für mich spezifisches Problem, dass weiß ich nicht, aber die Situation als solche ist bestimmt dem ein oder anderen von euch bekannt. Ich würde gerne Fragen, wenn ihr dies Erlaubt, und auch bereit seit darüber zu reden, fragen was bei euch diese Momente auslößt. Liebeskummer ist bestimmt ein sehr häufiger Grundstein, aber bei mir gibt es auch noch andere Dinge, wie Fernweh, Unzufriedenheit oder auch das Gefühl der Einsamkeit die diese Momente hervorbringen.
Und noch viel wichtiger, als das was dieses Gefühl auslößt: Wie geht ihr damit um? Was macht Ihr? Was ist euer Rezept damit umzugehen, vielleicht habt ihr ja den ein oder anderen Tipp, ich würde mich freuen wenn ich das ein oder andere von euch hören würde.
euer Archi
Möget ihr auf euren Wegen Freunde finden, die Führung der Engel und das Geleit der Heiligen
Ich möchte einmal mehr Melotron zitieren. Aus ihrer aktuellen CD "Kein Problem"
"Jeder weiss dass die Zeit nur die Wunde heilt, die keinen Dreck enthält"
Das heftige finde ich das Aufschaukeln von Einsamkeitgefühlen. Eben noch in der Disko gelacht, nun allein im Bett, keiner der in der Nähe ist, um zu tröstem oder um Trost zu spenden. Mir hilft dann sehr oft rauszugehen, in der Natur verlierrt sich dann das Gefühl.
JoE
Hi Archimedes,
oh ja, daß ist bei mir nicht anders. Das geht vielen so.
Und es gibt Zeiten, da ist es schlimmer als sonst. Oft glauben wir, es geht aufwärts. Dann, in einem ruhigen Moment, kommt ein Gedanke und die Stimmung schlägt um.
Was haben diese dunklen Zeiten gemein? Nun, wir sind da, aber doch nicht hier. Wir quälen uns mit den sehnsuchtsvollen Gedanken an längst Vergangenes, wünschen uns, zurück zu gehen, das was schief ging ändern zu können. Das was wir von der Gegenwart wahrnehmen erscheint uns düster und grau.
Was können wir für uns dann tun? Können wir etwas tun, obwohl sich im Grunde nichts ändert? Die Welt ist die Gleiche, die Probleme auch. Trotzdem gibt es etwas; auch wenn es oft nicht einfach ist. Mir hilft es in solchen Phasen, wenn ich es schaffe, mich von meinen Gedanken (die Gedanken sind es die weh tun) zu lösen, nicht mehr zurück oder nach vorn zu denken, sondern HIER und JETZT zu sein. Das ist nicht einfach. Aber es geht.
Jeder hat seinen eigenen Weg, um wieder in die Gegenwart zurück zu finden. Sich ablenken, aktiv zu sein ist ein Weg. Bei mir funktioniert es aber nachhaltiger, wenn ich aus der Ruhe und Entspannung heraus, mich von meinen mir Schmerz bereitenden Gedanken lösen kann. Ich lasse sie sozusagen "fliegen" und nehme mich und meine Umgebung so intensiv wie möglich wahr.
Mittlerweile habe ich das so gut im Griff, daß ich z.B. abends vorm zu Bett gehen, nach ein paar Minuten der bewußten Entspannung völlig gelöst und zufrieden ins Nest gehen und schnell einschlafen kann. Und mit der Zeit klappt es immer besser.
Das Ziel und die Hilfe ist, HIER und JETZT zu sein. In Momenten der Zufriedenheit, des Glücks bist Du immer HIER und JETZT. In Zeiten der Sehnsucht, Trauer, Depression bist Du es nicht. Zu begreifen, was das bedeutet und welche Möglichkeiten sich für Dich daraus ergeben, ist so wichtig. Das kann jeder nur für sich entdecken.
Liebe Grüße
Sweet_Girl
26.09.2003, 22:50
Oh man, mir sind schon beim lesen wieder Tränen gekommen,...
Ich kenne das!
Mir geht es total gut, ich lache, bin fröhlich, kann super feiern und Spaß haben... und dann? :mh) Auf einmal ist alles weg, man ist alleine denkt nach und schon kommen wieder diese Dinge an die man gar nicht mehr denken musste....denken wollte! Und immer dann wenn man wieder dieses Gefühl hat ist keiner da, die Freunde sind nicht erreichbar und alles ist scheiße. Dann denke ich an Sachen die erst kurz her sind aber vielleicht auch schon länger zurück liegen und alles macht mich traurig, ich muss weinen und fühle mich wieder so als wenn es gestern gewesen wäre.
Ich glaube das man mehr Zeit braucht, um, z.B. eine Trennung, ganz zu vergessen ,als man denkt. Man glaubt über alles hinweg zu sein, aber nur dann wenn man abgelenkt ist, wenn Freunde da sind, wenn man feiert. Kommen dann die einsamen Stunden im Bett,...fängt alles wieder an....so ist es bei mir! :-(
Hallo Archimedes,
jeder Mensch, der seine Gefühle nicht künstlich betäubt, kennt die Momente, in denen man sich einsamer als der letzte Mensch auf Erden fühlt.
Ich erlebe diese Momente gerade sehr häufig, denn mein Liebeskummer macht mich dünnhäutig und unsicher.
Es tut weh, sich all seinen Ängsten, enttäuschten Hoffnungen und Wünschen stellen zu müssen....sehr weh sogar.
Aber gerade in diesen Momenten bin ich völlig im hier und jetzt, völlig authentisch und klar.
Dann bin ich wirklich bei mir, dann gibt es keine Zwischenstation mehr, die beurteilt und zensiert. Und ich denke, dass mir jeder einzelne dieser einsamen Momente hilft, der Mensch zu werden, der ich gerne sein möchte.
Er hilft mir zu wachsen, mich zu entwickeln....meine Schwächen zu sehen und an ihnen zu arbeiten.
Ich glaube, nur durch Einsamkeit kann man wirklich stark werden.
Deshalb versuche ich nicht zu fliehen, wenn solch eine Welle über mir zusammenschlägt...im Gegenteil, ich versuche, ihre Tiefe auszuloten und die Lektion zu lernen.
Ich bin auch gerne glücklich, verstehe mich nicht falsch ;-)) Aber Glück muss wohldosiert werden...es ist vielleicht gefährlicher als die Einsamkeit, denn es verführt zum Ausruhen, zum Festhalten. Aber nichts auf dieser Welt kann man festhalten.
Maya
ich denke jeder mensch kennt diese momente... einsamkeit braucht der mensch wohl irgendwie...wie es Maya schon schreibt, man setzt sich mit sich selbst auseinander und lernt seine Schwächen und auch Stärken besser kennen und man lernt für die nächsten schweren, schmerzhaften Zeiten/Ereignisse, wie man mit ihnen umgehen kann...dadurch wachsen wir an uns selbst...wir werden stärker...aber ich denke auch, dass man wirklich nur einsam fühlt, wenn man selbst in irgend einer Art und Weise mit sich selbst im Unreinen ist, eben unzufrieden...Liebeskummer ist noch die schlimmste aller Einsamkeiten, denn ohne Liebe ist man leer...wenn man verletzt worden ist oder eben aus anderen Gründen sich von seinem Partner getrennt hat...muss man sich noch oft selbst damit auseinandersetzten um sich selbst zu verstehen oder alles zu analysieren, es sich selbst irgendwie zu erklären, um damit abschließen zu können u erst richtig kann man das, bin ich der meinung, wenn man sich wieder so richtig neu verliebt hat...erst dann kann man sich von dem alten lösen...ja unzufriedenheit kann auch ein grund sein...eigentlich alles was auf einen negativ einwirkt kann diese einsamkeit auslösen...ich kann das so schlecht in worte fassen...
ja wann fühle ich mich einsam???eben wenn man unzufrieden mit sich selbst ist, eben irgendwas schief läuft, was die eigenen Erwartungen nicht erfüllt, es um den kummer der liebe geht...man sollte jedoch das vergangene als lehre sehen u daraus lernen und nicht denken, ich war so blöd usw, d.h. sich selbst keine vorwürfe zu machen... man darf sich ruhig mal dem selbstmitleid hingeben...braucht man irgendwie man muss sich selbst so richtig bemitleiden um dann aber sich aufzurappeln u es zu ändern, zu sich sagen, stopp ich lebe nur einmal...ich habe einen fehler gemacht, aber nochmal passiert das nicht, oder beim nächsten mal mache ich es anders...man muss das leben genießen...die eigenen fehler als ansporn sehen und sich nicht fertig damit machen...es geht schließlich immer wieder die sonne auf und nach einem tief kommt auch wieder ein hoch...jeder mensch wird verletzt...u man sollte in solchen momenten denken, jedem erging es schon einmal so...man ist nicht allein...wenn freunde gerade nicht da sind, sollte man sich seine problem oder was einen eben beschäftigt aufs papier bringen, das befreit auch u sich neue ziele setzen oder sport machen am besten in der natur...das setzt glückshormone frei u man fühlt sich gleich viel besser...man sollte jedoch niemals aufgeben...wenn man nur will kann man alles erreichen u die liebe ist dawohl eine sache für sich...reden hilft u wenn man zurück denkt, nich weinen dass es vorbei ist, sondern lächeln wie schön doch die zeit war u nicht nur an den negativen ereignissen festhalten...durch selbstmitleid findet man viel über sich selbst heraus u kann das nächste mal anders reagieren
Endara82
27.09.2003, 22:47
Hi Archi,
bei mir ist das heute grade wieder so... Am liebsten würde ich mir selbst eine runterhauen... Ich sitze hier vor´m Pc und sollte eigentlich mit meinen 21 Jahren eher auf ´ner Party sein... könnte ich auch, wenn ich wollte... Manchmal glaube ich, dass ich masochistisch veranlagt bin, mich gern ab und an in meinem Selbstmitleid suhle... Aus Erfahrung weiss ich, dass ich es wieder raus schaffe, aber das dauert seine Zeit und es sind verschiedene Faktoren, die es auslösen. Ich fühle mich einsam, wenn ich mich ungeliebt fühle... Und da hat mir bisher nur die Liebe richtig wieder rausgeholfen...
Das Schlimme ist, dass ich mich zwar an meiner Einsamkeit labe, sie aber zu verstecken versuche... Das heisst, Auto um die Ecke parken, Leute die anrufen anschwindeln ich hätte schon was vor, die Lichter in der Wohnung löschen... All sowas, ich weiss nicht, warum ich das mache, vielleicht will ich nicht gestört werden will in meiner Passion mir selbst die Hand zu halten oder will ich nicht, dass jemand denkt, ich hätte keine Freunde weil ich so grässlich bin...? Keine Ahnung, ich weiss nur, dass es bald wieder bergauf geht, weiter runter geht´s kaum noch...
Jungs und Mädels, was soll ich sagen.... :(
Seit 4 Monaten stehe ich 5 Zentimeter vor dem Abgrund und jedesmal bewege ich mich weg, um irgendwann wieder zurückzukommen.
Aber das Wissen, daß ich so stark wie nie zuvork aus den Situation herauskommen werde, läßt mich die letzten 5 Zentimeter niemals selbständig zurücklegen.
Ich freu mich auf die Berge, die ich versetzen werde, wenn ich "wieder im Ballbesitz" bin!
Kämpft weiter!
Ihr werdet als Sieger hervorgehen!!!!!!!!!!!!!!!!
Hallo!!!
Liebeskummer löst sehr häufig schlimme Gefühle aus, unter anderem auch Einsamkeit.
Ich laufe sehr oft wie ein Hamster im Rad, renne und renne, bin im Stress und bin irgendwann nur noch müde, weil ich nicht realisiert habe, dass ich davongelaufen bin. Ich laufe vor negativen Gefühlen weg, die ich nicht spüren möchte, vor Erlebnissen aus meiner Vergangenheit, die ich aufarbeiten möchte, die aber zu schmerzvoll sind, um sie hochzuholen und weil ich das Gefühl haben möchte, ein ausgefülltes Leben zu führen.
Dabei ist es das Beste, jedes Gefühl intensiv zu erleben, zu durchleben, damit man es verarbeiten kann, so schmerzvoll dies auch sein kann, sonst wird man diesen Teufelskreis nicht durchbrechen.
Ich finde das sehr schwierig im Alltag, der mich manchmal zu sehr anstrengt, um auf diese Dinge zu achten.
Deswegen achte ich immer wieder darauf, mich hinzusetzen und zu lesen, Bücher, die mich zum Nachdenken über mich und mein Leben anregen.
Im Moment bin ich trotzdem in einem unglaublichen Tief und versuche einfach, jeden Tag zu überstehen. Ich muss einiges aufarbeiten und habe große Angst davor, doch es muss sein, sonst werden diese Phasen niemals besser werden.
Ich wünsche allen ganz viel Kraft und Sonne :sonne)
Liebe Grüße
Hallo Archimedes,
wir hatten vor längerer Zeit mal Email-Kontakt über das Thema Ex und damit umgehen, falls Du Dich erinnerst.
Mir geht's oft genauso wie Dir, in den jetzt anderthalb Jahren in denen ich allein bin. Ich tröste mich damit, dass es irgendwann immer wieder bergauf geht. Vielleicht muss man einfach mal richtig tief in der Sch*** stecken, damit man die einfachen, schönen Seiten des Lebens zu schätzen weiß, obwohl das mir mittlerweile auch etwas zu lange dauert. Wie heißts so schön: "Es gibt keine Nacht ohne Morgen", und ein andauernd anhaltendes Phänomen ist es ja auch nicht. Man sollte sich einfach viel öfter vor Augen halten, wie viel schlimmer es einem gehen könnte ohne die Freunde, die man hat, ohne Perspektiven im Leben etc., ist zwar nur ein kleiner Trost, aber meiner Meinung nach immerhin etwas.
Hi, Sun!
Mit negativen Gefühlen ist das so wie mit Raubtieren. Wenn man vor ihnen davon läuft, verfolgen sie einen. So lange, bis man zu erschöpft ist, um weiter zu laufen und sie einen auffressen.
Wenn du aber deinen ganzen Mut zusammen nimmst, dich umdrehst und ihnen entgegen trittst, kann dreierlei passieren:
1. Sie merken nicht, dass du dich umgedreht hast, rennen weiter und du bist sie los.
2. Sie sind so perplex über deine Reaktion, dass sie sich verziehen.
3. Sie fressen dich auf, aber das passiert auch, wenn du davon rennst und müde wirst. Versteck gibts nämlich keines.
Das ist natürlich ein sehr bildhafter Vergleich, er hat aber einen Kern Wahrheit.
Auch wenn die Angst noch so gross ist, du solltest dich deinen Ängsten trotzdem stellen. Du hast eine 2 : 1 - Chance. Nütze sie!
Ich glaube, du schaffst das. Wir helfen dir.
Liebe Grüße
plofre
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