Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie kann ich ihr Vertrauen zurückgewinnen? (langer Text)
Ich entschuldige mich jetzt schon für den langen Text. Vielen Dank für eure Kommentare.
Nach fünf Jahren Ehe hat mich meine Frau vor vier Wochen verlassen. Als ich nach Hause kam, war die halbe Wohnung leer. Sie ist dann auch gleich am nächsten Tag zum Anwalt gelaufen, der mir dann das für die Scheidung vorgeschriebene Trennungsjahr angekündigt hat.
Ich muß gestehen, daß wir von Anfang an immer wieder Streit wegen Kleinigkeiten hatten. Ich neige oft dazu, zu nörgeln und einzuschnappen, bereue meine Dummheit aber relativ schnell. Manchmal hatte ich aber allen Grund mich zu beschweren. Sie wiederum reagiert zu heftig darauf. Ich bin dann auch immer derjenige der den Streit schlichtet auch wenn ich der Meinung bin sie sei Schuld. Die Streiterein wurden in letzter Zeit häufiger da sie selbständig ist und zu Hause arbeitet. Ich wurde vor einem Jahr arbeitslos. Haben uns somit ständig auf der Pelle gehockt. Habe aufgrund der Streiterein nur halbherzig Arbeit gesucht. Die wirtschafliche Lage hat mir dann den Rest gegeben und bin in einer tiefen Depression gefallen. Sie hat das wiederum als Faulheit ausgelegt, was auf beiden Seiten die Sache schlimmer machte. Vor ca. drei Monaten, in einem heftigen Streit kündigte sie mir an, daß sie die Scheidung haben wolle. In meiner Verzweiflung und Ohnmacht sagte ich dann, daß ich sie dann umbringen würde. Das war sehr dumm von mir, denn erstens liebe ich sie zu sehr um ihr etwas anzutun und zweitens wäre es nur eine erzwungene Ehe. Ich kann daher verstehen, daß sie heimlich weg ist.
Nicht daß ihr denkt ich wäre der totale Kotzbrocken. Ich habe auch meine lieben Seiten. Und wir hatten auch schöne Momente. Sie ist an meiner Nörgelei oft nicht ganz unschuldig. Sie hat mich in manchen Sachen sehr verletzt, mußte ihren Dickkopf durchsetzen. Manchmal mußte ich ihr gewisse Sachen drei vier mal sagen. Irgendwann war bei mir auch die Geduld am Ende und bin ausgerastet. Letztendlich ich war ich dann mal wieder der "böse Bub" und der Problemverursacher.
Am Tag der Trennung gab es keinen Streit. Sie hat es wohl schon länger geplant. Seitdem haben wir nur telefonischen Kontakt. Es gibt drei Sachen, die in der ersten Trennungswoche liegen, wo ich denke ich bedeute ihr noch was. Erstens: am Tag als sie mich verlies (bevor sie abgehauen ist) wollte ich zu einem Freund und als Abschied hat sie mich umarmt und geküßt. Das hatte sie schon seit zwei Monaten nicht gemacht. Erst am Tag davor hatte ich mich über die mangelnde Zärtlichkeit beklagt. Ich dachte mein Gespräch hatte gefruchtet, aber es sollte nur DER Abschied sein, wie ich jetzt weiß. Zweitens: seit der Trennung suche ich Arbeit wie ein Verrückter, denn sie hatte mir in Aussicht gestellt, daß ich mit Arbeit und einer Wesensänderung evtl. Chancen hätte wieder zusammenzu kommen. (Ne Woche später meinte sie, sie hätte nichts versprochen). Drittens: ich klagte einmal über meine finanzielle Situation, sie fing an zu weinen (sie weint äußerst selten) und sagte sie verstehe sich selbst nicht, sie wäre jetzt weg und wäre trotztdem unglücklich. Sie mache sich immer noch Sorgen um mich. Manchmal würde sie mich lieben, manchmal hassen.
Mittlerweile in der vierten Trennungswoche sagt sie, daß sie sich nur Sorgen um mich macht und manchmal Mitleid mit mir hat. Ansonsten geniese sie die "Freiheit".
Vielleicht habe ich diesen Tritt in den Hintern gebraucht. Es kann aber gut möglich sein, daß ich zu spät aufgewacht bin. Ich möchte eine freundschaftliche Basis aufbauen. Sie stimmt mir im Prinzip zu. Wir telefonieren ca. ein zwei mal die Woche. Sie will mich aber nicht sehen, weil sie mir nicht traut, sagt sie. Ein guter Freund meinte ich soll mich nicht zum Bittsteller machen, daher rufe ich sie nur an wenn es absolut nicht mehr auszuhalten ist, ich möchte sie nicht nerven. Ansonsten ruft sie an. Allerding weiß ich nicht, ob sie anruft weil sie fürsorglichen freundschaftlichen Kontakt haben möchte oder ob sie nur wissen möchte ob ich Arbeit gefunden habe damit ich ihr die Hälfte vom gemeisamen Wagen zahlen kann oder damit sie mir (und vielleicht sich selbst) die Trennung angenehmer machen kann.
Ich hatte in der Vergangenheit oft versprochen mich zu ändern. Das ging vielleicht zwei Wochen gut, hatte aber dann wieder einen "Rückfall". Deshalb habe ich mittlerweile eine Psychotherapie angefangen um meine notorische Nörgelei zu verbannen. Das wird natürlich dauern, bis ich "geheilt" bin. Meinen Versprechungen mich zu ändern wird sie nicht glauben, wie soll ich ihr aber beweisen, daß ich mich vom ganzen Herzen ändern möchte, wenn sie mich nicht sehen möchte? Am Telefon sind wir freundlich miteinander, reden aber nur mehr oder weniger belangloses Zeug.
Ich weiß, je mehr ich dränge umso mehr wird sie sich von mir entfernen. Ich bin bereit ihr Zeit zu geben, habe aber Schwierigkeiten mit der Angst umzugehen, da sie gerade jetzt in ihrer finanziellen Situation (neue Wohnung kostet viel Geld) daß sie einen anderen Mann findet der ihr Geborgenheit und Fürsorge anbietet und das wenige, was noch an Zuneigung zu mir übriggeblieben ist, ganz verschwindet. Ich weiß ich stelle mich selbst stark unter Erfolgsdruck. Aber schon zu Ehezeiten waren viele Männer an sie interessiert obwohl sie wußten, daß sie verheiratet ist. Ich habe es gesehen und sie hat es mir auch ehrlich erzählt. Ich denke sie war mir immer treu. Daher war ich auch nie richtig eifersüchtig, da ich ihr getraut habe. Außedem hat sie auf Sex nie großen Wert gelegt. Aber jetzt ist sie ungebunden und hat mir gegenüber keine Verpflichtung mehr. Die Männer werden sich jetzt auf sie stürzen. Was soll ich machen? Ich liebe sie über alles. Übrigens ich bin ein Kämpfer und gebe so schnell nicht auf.
zwerglein
18.10.2003, 11:56
Hallo Joe,
sehr ähnlich ist meine Ehe verlaufen. Ich dachte auch, daß ich nur ihn wollte, aber das war wohl nur die Einsamkeit und Gewohnheit. Jetzt, nach knapp vier Monaten der Trennung, weiß ich es besser: Ich lieb ihn auf eine ganz besondere Art! Leben möchte ich nicht mehr mit ihm, es würde sowieso keinen Sinn machen.
Wir sind zu verschieden und so wie du schreibst, ist es bei euch wohl auch so gewesen.
Ich sagte mir Anfangs auch, "hätte ich doch, wenn das und das so gelaufen wäre"...du kannst es nicht ändern und sie auch nicht.
Und bevor ich es vergesse, laß dir nichts von Bekannten und Freunden einreden, du mußt entscheiden, was du tust, niemand sonst.
Es ist bitter, aber in solch schwerden Zeiten lernst du deine wahren Freunde kennen, das sind die, die diur zuhören und für dich da sind!!
Blöde Bemerkungen helfen dir jetzt nicht weiter.
Laß dir und auch ihr Zeit, ihr braucht beide Abstand, um über alles was passiert ist nach zudenken. Einen "Neuen"? Denkst du, dass sie daran jetzt Interesse hat? Sicher nicht!
Mir geht es jedenfalls so, neue Freunde und Bekannte ja, mehr aber auch nicht. Man kann erst eine neue Partnerschaft eingehen, wenn man die alte verarbeitet hat.
Sicher gibt es Ausnahmen, aber deine Frau muß ja nicht zu dieser Gruppe gehören. Ich kenne sie nicht und kann deshalb auch nur schwer beurteilen, ob und was sie tun wird.
Sie durchlebt übrigens genau die gleichen Ängste und Gefühle wie du! Es ist nicht einfach mit einer Trennung fertig zu werden, aber wir werden dich hier alle gerne unterstützen und dasein, wenn du jemanden brauchst.
Versuche erst einmal mit dir selbst ins Reine zu kommen, du wirst manche Dinge plötzlich ganz anders betrachten.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft :daumen)
Und wie gesagt, wann imer du Kummer hast, schreibe uns - wir sind da :]
Ganz liebe Grüße
Zwerglein
Hallo Zwerglein,
danke für deinen Beitrag. Es tut gut zu wissen, wildfremde Personen interessieren sich für dich. Es tröstet mich etwas, daß es im Forum vielen eigentlich schlimmer ergeht. Ich würde verrückt werden wenn meine Frau ohne einen offensichtlichen Grund Schluß gemacht hätte.
Ich bin ein sehr ehrlicher und sensibler Mensch, kann aber mit Kritik umgehen. Ich bin für jede positive oder negative Rückmeldung dankbar. Es gibt noch viele weitere Faktoren in meiner Leidensgeschichte, wollte den ohnehin langen Text nicht zur unendlichen Geschichte machen. Nach und nach möchte ich euch mit weiteren Details versorgen. Meine Probleme niederzuschreiben befreit mich und führt zu manch einer Selbsterkenntnis.
Du hast da etwas angesprochen, daß bei mir sehr gut zutreffen kann. Ich bin 35 und meine Frau war die erste Beziehung die ich hatte. Ich bin ein sehr zurückhaltender Mensch und wähle meine Freunde sehr sorgfältig aus. Ebenso meinen Ehepartner. Hat natürlich den Nachteil, daß ich nicht viele Freunde habe. Natürlich liebe ich sie, aber es ist die Angst vor Einsamkeit die mich ihre Wutausbrüche und manchmal ihre egoistischen Züge erdulden lies. Sie in meiner Nähe haben zu wollen ist natürlich auch egoistisch, aber ich habe aber auch meine Liebe zu vergeben. Viele sagen mir:" mach Schluß mit ihr, such dir eine andere Frau". Selbst wenn ich nur an mich denke, es wird lange, sehr lange brauchen bis ich eine Frau finde. Der ein oder andere wird vielleicht sagen, daß ich lieber eine kaputte Beziehung als gar keine Beziehung bevorzuge, weil ich zumindest momentan keine andere Möglichkeit (Frau) sehe. Das mag vielleicht sein. Aber ich bin jemand der zuerst versucht etwas zu reparieren, obwohl ich mir im Laden ruckzuck was neues kaufen könnte. Wenn ich aber nicht in der Lage bin es zu reparieren oder wenn es sich nicht mehr reparieren läßt, ja dann kann ich mich nach was Neuem umschauen.
Daß sie geradewegs in die Arme eines Anderen läuft, glaube ich auch nicht. Abgesehen davon sagte sie mir nach der Trennung, momentan könne sie keine Männer mehr sehen. Meine Sorge ist, daß sie momentan in einer emotional und finanziellen befürtigen Situation ist. Ein interessierter Mann (wie gesagt davon gibt definitiv genug) könnte dies geschickt ausnutzen. Ich weiß, ich nichts dagegen machen, außer mich langsam um eine neutrale Position zu bemühen.
Liebe Grüße
Joe
zwerglein
19.10.2003, 12:49
Hi Joe,
ich dachte mir schon, dass das nicht alles gewesen sein konnte. Bei mir waren es 13 Jahre und die kann man auch nicht in 10 Minuten niederscheiben.
Die Aussage mit der "lieber eine kaputte Beziehung....", ja es ist ein Funken Wahrheit daran, mir ging es genauso. Zu spät habe ich eingesehen, wie sehr mich diese Ehe kaputt gemacht hat. Ich wollte es einfach nicht wahrhaben, obwohl ich es eigentlich genau wusste.
Versuche die Entscheidung deiner Frau zu akzeptieren. Ihr habt beide Fehler gemacht und jeder muss sich erst einmal klar darüber werden, was er von einer Beziehung erwartet.
Mir geht es finanziell eigentlich besch..., aber deswegen würde ich mir sicher keinen Mann suchen. Ich suche Freunde und habe hier im Forum schon sehr viele gefunden. Jeder neue Tag bringt mich ein Stück weiter und zeigt mir wie schön das Leben sein kann.
Du kannst an den Beiträgen der meisten erkennen, wie sehr sie in den ersten Wochen und Monaten leiden und doch geht es ihnen irgendwann besser.
Es ist eine Frage der Zeit!!!
Anfangs dachte ich genau wie du, 35 Jahre alt, 2 Kinder, kein Geld, ausgerechnet jetzt wo ich mitten in der Umschulung bin....ich habe alles ganz gut geschafft bisher und mit ein bisschen Glück und Zuversicht, kommt der Rest auch noch.
Mittlerweile habe ich ein sehr gutes Verhältnis zu meinem Mann, wie verstehen uns besser denn je. Wann immer ich Hilfe oder einen Rat brauche, ist er für mich und die Kinder da.
Es gibt auch Leute, die mich in dieser Beziehung ganz und gar nicht verstehen können. "Nachdem was er dir angetan hat, wie kannst du da so nett zu ihm sei,? Den würde ich dafür bezahlen lassen!n" - ein Schwachsinn sondersgleichen! Keine Ahnung was in den Leuten vorgeht, es war die beste Lösung für uns alle vier - meinen Mann, die Kinder und mich!
Die Zukunft kennt keiner und man weiss nie, was sie noch für Überraschungen bereithält. Ich sehe alledem gelassen entgegen.
Natürlich war das nicht immer so, es gab Tage, da habe ich das gesamte Forum auf Trab gehalten, weil es mir so schlecht ging. Gott sei Dank habe ich hier vollstes Verständnis erhalten :daumen)
Erzähle doch noch ein wenig mehr von euch beiden, das wird dir helfen. Lass alles raus, was dich bedrückt.
Ganz liebe Grüße
Zwerglein
Hallo Joe,
bei mir war es ähnlich, auch mein Mann und ich waren die ersten füreinander.
Nach so vielen gemeinsamen Jahren in denen man zusammengewachsen ist und sich fast nur noch in der Beziehung definierte, ist es schwer, wenn man auf einmal alleine dasteht.
Ich glaub, wir müssen alle lernen, dass wir auch alleine zurechtkommen.
Mein Kompliment dafür, dass Du ne Therapie machst, in erster Linie tust Du das für Dich, aber ich denke, Du zeigst Deiner Frau damit, dass es Dir ernst ist und Du nicht nur redest, sondern auch etwas tust.
Übrigens, selbst wenn sie sich auf einen anderen einlassen würde, ich glaube nicht, dass das jetzt schon etwas sein könnte, das Bestand hat, wie Zwerglein schon geschrieben hat, Deine Frau macht dasselbe durch, wie Du, auch derjenige, der geht, hat Zweifel, Ängste, hat vielleicht auch dann und wann die Hoffnung, es könnte wieder werden, es war ja nicht immer schlecht.
Mir haben einige Bücher über Trennungen geholfen, viel reden mit Leuten, die sowas auch erleben oder hinter sich haben.
Ich kann nur sagen, versuch nach vorne zu blicken und denk an Dich, Dir muss es gutgehen, Du musst eine gewisse Zufriedenheit für Dich aufbauen.
Ich wünsch Dir ganz viel Kraft für die nächste Zeit, schreib uns, wenn es Dir gutgeht und ganz besonders, wenn es Dir nicht so gut geht.
lg
Vega
Ok, ich habe all meinen Mut genommen um dies zu schreiben. Ich möchte etwas von meiner Frau erzählen. Ich versuche damit zu erklären warum sie zum Teil aufgrund ihrer Erfahrung vor mir Angst hat. Bevor ich sie kannte war sie sieben Jahre mit einem Polizisten verheiratet. Das erste Jahr war gut, danach fingen die Probleme an weil er sexsüchtig war. Da sie nicht mehr geben konnte, hat sie ihm gesagt er solle zur Prostituierten. Durch ihn hat sie sich zwei mal eine Geschlechtskranheit eingehandelt und dadurch einmal, ein im Mutterleib heranwachsendes Baby verloren. Nach sechs (!) Jahren Hölle hat sie sich scheiden lassen. Noch im Trennungsjahr hat er aufgesucht und sie verprügelt. Sie mußte ihren gutbezahlten Job aufgeben und untertauchen. Durch seinen Job hätte er sie überall finden können.
Was mich an der Geschichte stört ist, daß sie es (abgesehen vom ersten Jahr) sechs lange Jahre mit so einem Schwein ausgehalten hat. War es vielleicht doch nicht so schlimm wie sie es darstellt? Oder gab es da auch andere Probleme, das Sexproblem nur ein weiterer Punkt war? Weiter stört mich, daß sie nicht verhütet hat. (Ob sie es getan hat oder nicht weiß ich nicht. Daß sie ein Baby verloren hat, habe ich erst nach zwei Jahren erfahren, als wir mal zusammen beim Frauenarzt waren). Und drittens, der Mann ist heute mehrere Jahre verheiratet und hat Kinder.
So jetzt komme ich zu uns. Ich bin darüber sehr traurig und hätte nie gedacht, daß mir das passieren könnte. Das klingt jetzt etwas heftig aber es ist die reine Wahrheit. Sie hat nämlich manchmal ihre Wut nicht unter Kontrolle. Als wir wegen einer Kleinigkeit wiederholt Streit hatten, hat sie versucht, mir mit der Faust ins Gesicht zu schlagen. Erst mit der einen Hand, die ich aufhalten konnte, dann mit der anderen Hand die ich auch aufhalten konnte. Da ich nun beide Arme festhielt, hat sie versucht mich zu treten, was ihr aber nicht gelang. Bei einer anderen Gelegenheit hat sich das gleiche wiederholt, konnte mich aber nicht treffen. Ich habe sie darum gebeten das nie wieder zu tun. Das wäre das letzte. Trotzdem kam es noch zu zwei weiteren Vorfällen. Diesmal hat sie mich geohrfeigt und auch getroffen. Prompt folgte aus Reflex eine Ohrfeige von mir. Bei der zweiten Gelegenheit konnte ich ihr auch nicht ausweichen. Ich habe ihr dann drei Ohrfeigen gegeben. Somit war ICH wieder der "Böse". Später hat sie gesagt, wenn überhaupt hätte ich ihr nur eine Ohrfeige geben dürfen. Hätte ich mich nicht gewehrt, wer weiß was sie beim nächsten Mal gemacht hätte! Ich bin doch nicht irgend so ein Hampelmann, den man treten kann wenn man will. Ich glaube, das habe ich ihr nie verziehen. Ich habe das nicht für möglich gehalten. Wenn sie mich geschlagen hätte, weil sie allen Grund dazu gehabt hätte, hätte ich es weggesteckt. Aber wegen Lapalien? Trotz allem haben wir uns später wieder vertragen und zeitweise eine harmomische Zeit .Ich habe das Gefühl sie wollte eigentlich nur austesten wie weit sie mich beherschen kann.
Nun, was ich bisher nicht gesagt habe: sie ist momentan im Frauenhaus. Aus den voher genannten Gründen (obwohl sie damit anfing) und aufgrund meiner unüberlegten Drohung sie bei Trennung umzubringen. Wer weiß was sie denen vom Frauenhaus noch alles erzählt hat. Sie wird jetzt richtig geschützt kann man sagen. Wir haben uns jetzt vier Wochen lang nicht gesehen. Unsere Telefonate sind freundschaftlich. Mich treffen will sie aber nicht. Auch wenn wir uns an einem öffentlichen Platz treffen und sie ihre "Bodyguards" mitbringen darf. Ihr Berater, wer auch immer das ist, hat ihr dies verboten. Allerdings möchten wir uns diese Woche treffen um ein paar finanzielle Formalitäten zu erledigen. Dafür scheine ich dann doch nicht gefährlich zu sein. Warum sagt sie nich einfach, daß sie mich nicht sehen möchte? Und wenn es wirklich wegen dem Berater ist, warum darf ich mich nicht mit ihr treffen? Eigentlich sollte sie mich kennen. Ich war nie gewaltätig und wenn ja dann nur aus Notwehr. Vielleicht spielt ihre schlechte Erfahrung mit ihrem Ex eine Rolle.
Irgendwie habe ich Lust ihr zu sagen, daß wir uns erst treffen sollten wenn sie es "darf" oder wenn sie mir traut. Die Formalitäten sind jetzt auch nicht so wichtig. Allerdings könnte dies wieder als mangelnde Kooperation ausgelegt werden und ich wäre wieder der "Böse"der sie nur ärgern will. Was meint ihr dazu? Oh, jetzt ist der Text wieder so lang geworden. Tut mir leid.
Liebe Grüße
Joe
Hallo Joe,
es tut mir leid für Dich, dass Du in so einer Situation steckst. Nett gemeinte Ratschläge von dritten sind schnell gegeben, nur leider treffen die oft nicht zu, deshalb kann auch ich Dir keine Universallösung bieten.
Ein positives Zeichen ist meiner Meinung nach, dass ihr zumindest am Telefon einen freundschaftlichen Kontakt aufrechterhaltet. Rede doch einfach mal mit ihr drüber, wie Du in Deinem Post angemerkt hast, gib ihr die Zeit, mit der Sache ins Reine zu kommen und drüber nachzudenken und gib Dir die Zeit, mit Deinem Problem abzuschließen. Das ist glaube ich der einzige Weg, der euch beide mit etwas Glück weiterbringt.
Kurzschlusshandlungen oder zu schnell gewollte Entscheidungen bringen hier nichts, früher oder später wirst Du eh sehen wie es sich mit euch weiterentwickelt, aber ich denke die einzige Chance, es zum Guten zu wenden besteht darin, abzuwarten und erstmal nichts zu unternehmen.
Hallo Joe,
die Geschichte die Du erzählt hast ist sehr heftig und erinnert mich an meine Ehe, die allerdings nur 9 Monate dauerte. Gesamtbeziehungszeit waren 5 Jahre und ein bisschen.
Das Verhalten Deiner Frau erinnert mich in diesem Fall erschreckend an meine mittlerweile Ex-Frau.
Unsere Trennung war die reinste Schlammschlacht. Sie wollte nur Geld und das alleinige Sorgerecht für die Kinder. Ich habe alles verloren und doch habe ich nie aufgehört dieser Frau hinterherzurennen, Ihr zu beweisen das ich mich ändere - für SIE - nur damit Sie mir noch eine Chance gibt.
Jetzt weiß ich es auch besser nach über zwei Jahren. Ich habe damals den Fehler gemacht und habe mich zu spät aus diesem wie Erja es sagt "Kreis" der ganz schnell ein Teufelskreis werden kann zurückgezogen. Und das solltest Du in erster Linie. Nach den ganzen Jahren kennt Sie Dich auch sehr gut, wie Du denkst und wie Du fühlst. Gehe Deinen eigenen Weg weiter, denn losgelaufen bist Du schon. Wenn Sie Dich noch will wird sich das in dieser Zeit von ganz alleine zeigen. Du solltest in ertser Linie an Dich denken und an Deine Zukunft und so schwer es auch fällt mit dem Gedanken OHNE Deine Frau.
Ich hab den Schritt gewagt und habe einen Ortswechsel vollzogen um ganz neu anzufangen, hatte ein 3/4 Jahr nur mäßigen Kontakt. Aber es hat mir geholfen in dieser schweren Zeit. Jetzt sehe ich meine Kinder alle 3 Wochen und mit meiner Ex Frau verstehe ich mich auch wieder super.
Sicher werden diese Worte keine großer Trostspender sein. Ich wollte damit auch nur meinen Erfahrungswert einbringen auf das er vieleicht ein bisschen hilft.
In diesem Sinne Joe, kämpfe weiter! Doch in erster Linie für Deine Zukunft! Gehe Du auch zum Anwalt, denn um so weniger Angriffsfläche bietest Du damit und somit kann man auch sehr vielen Mißverständnissen aus dem Weg gehen oder gar nicht erst aufkommen lassen.
Ich drücke Dir ganz fest die Daumen das Du alles hinbekommst was Du Dir Wünscht und erhoffst. Und behalte immer den Kopf oben, so schwer es auch fallen mag.
Gadus
Hallo,
habe lange hier nicht nachgeschaut, weil sich hier nicht viel tat. Ich bräuchte eigentlich fast täglich Unterstützung. Es ist momentan verdammt hart für mich. Manchmal will ich einfach drauf los heulen, kann mich aber noch halten, schließlich habe ich mir versprochen mich zu ändern. Ändern möchte ich mich vor allem für mich. Weil ich selbst darunter zu leiden habe. Ich möchte sie aber nicht verlieren. Die Therapie mache ich wirklich nur für mich. Beim Anwalt habe ich mich beraten lassen, ich will es aber nicht zur Schlammschlacht kommen lassen. Trotzdem gibt es kleinere finanzielle Differenzen, so wie (von beiden) persönliche Sachen die sie mitgenommen hat.
Gerne würde ich ihr Zeit geben so viel sie will.
1. Wäre da nicht das finanzielle Tauziehen, was immer wieder alte Machtkämpfe hervorruft und somit keine neutrale Basis schafft. Außer ich verzichte auf das "bißchen" Geld. (Wenn man das summiert ist es auch nicht wenig.)
2. Wenn da nicht schon während der Ehe degenerierte Männer wären, die meiner Frau wie eine läufige Hündin hinterherlaufen. Meine Frau hat ihre Fehler aber ich denke sie war mir immer treu (obwohl ich auch hier hammerharte Geschichte erzählen könnte, jeder Andere hätte da Schluß gemacht, aber trotzdem es ist nicht ihre Art untreu zu sein).
Jetzt ist sie frei. Die Degenerierten werden sich auf sie stürzen. Nicht das sie sich den nächst Besten schnappt aber in vier fünf Monaten hat sie einen Neuen. Schon allein die Vorstellung macht mich rasend. Ich war nie übermäßig eifersüchtig, aber jetzt.......
Es ist auch so, daß die Männer ihre Situation ausnutzen können, da sie momentan doch viel Unterstützung braucht. Ob es jetzt um Ratschläge geht, da sie sich jetzt was Neues aufbauen muß, oder um Gesetze, Behördengänge oder der dergleichen und nicht zuletzt hat sie effektiv nicht viel Geld und muß ihre Wohnung komplett einrichten. Der fürsorgliche Mann, der sie auch finanziell unterstützt, würde irgendwann ihre Dankbarkeit in Form von Liebe oder Sex bekommen. Davor habe ich Angst.
Vielleicht ist das bei Frauen sowieso etwas anders weil Freudinnen sich auch mal drücken können, aber vielleicht vermißt sie auch Geborgenheit und das Gefühl von einem Mann in den Arm genommen zu haben. Dieses Gefühl habe ich übrigens auch. Wie liebend gerne würde ich von einer Frau in dern Arm genommen werden, ohne sexuelle Hintergedanken, den ich will nur Trost. Der Mann der sich an sie herangemacht, mag vielleicht Zuneigung für sie empfinden, aber letztendlich hat er nur Eins im Sinn (und erzählt mir nicht, daß er Trost geben möchte). Ich kann nur hoffen, daß ich mir zu viele Gedanken mache und sie momentan (und für unbestimmte Zeit) die Schnautze voll hat von Männern und sich wegen den Finanzen usw. halt ohne Mann durchbeißt.
Ich liebe sie wirklich, sei war meine erste ernsthafte Liebe. Vielleicht kann man es auch Abhängigkeit nennen. Denn ich war und bin total auf sie fixiert.
Viele Probleme sind auch entstanden weil ich in einer Traumwelt gelebt habe. Ich dachte ein Paar währe wie eine Einheit. Müssen alles zusammen machen usw. Deshalb auch meine Fixierung. Eigentlich zu spät habe ich begriffen, daß wir zwei Individuen mit verschiedenen Denkweisen sind, wie alle Mitmenschen auch die uns umgeben. Nur daß sich das Paar zueinander hingezogen fühl und das heißt nicht daß man sich aufgeben muß um dem anderen zu geben was er möchte.
Die Tatsache daß ich mich wirklich ändern möchte interessiert sie anscheinend nicht. Denn sie hat mir wahrscheinlich schon X Chancen gegeben und ich habe sie nicht genutzt. Es ist zu spät wie sie so schön sagt. Die Trennung hat mich aber aufwachen lassen und ich fände es sehr Schade wenn ich mich zu einer netten und angenehmen Person entwickle und sie mir keine wirklich allerletzte Chance geben möchte.
Was muß ich dafür anstellen? Ich weiß, daß eine Trennung von ihr gut überlegt worden ist und es nicht einfach ist, den Entschluß zu wiederrufen, aber mir ist es mit meiner Änderung meiner Fehler auch ernst. Warum sieht sie das nicht?
Wie soll ich nur am Telefon beweißen, daß ich mich langsam ändere. Sie will mich nicht treffen, sie will sich auch nicht von mir helfen lassen (z.B. für den Umzug, Renovierung). Ich habe es aufgeben und möchte auch nicht mehr drängen, sonst entfernt sie sich nochmehr.
Ich möchte meine Fehler wieder gut machen. Sie läßt mich aber nicht. Was soll ich machen? Ich bin so verzweifelt. Ihr meint ich soll meine Probleme bewältigen, mich auf mich konzentrieren. Da habt ihr recht wenn nicht Punkt 1. und 2. wären.
Ich habe große Angst vor mir selbst. Angst verbittert zu werden. Angst Rachegefühle aufkommen zu lassen. Angst vor Haß. Angst mißtrauisch gegenüber meiner nächsten Partnerin zu sein, die es vielleicht überhaupt nicht verdient hat.
Liebe Grüße
joe
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