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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : meister oder dienstleistung



pitti84
08.06.2006, 18:17
hallo
wir hatten heute in der berufsschule eine kleine diskussion..hätte dazu gern mal meinungen:

es geht darum ob man um dächer zu decken ein dachdecker meisterbetrieb sein muss bzw meister ODER ob es auch geht wenn man gelernter Dachdecker ist, also Geselle...eine Dienstleistung Firma gründet und dann Dächer decken darf?

hoffe hier kann mir jemand helfen oder hat infosbzw ne internetseite dazu

danke im vorraus

pitti

Lorch
08.06.2006, 19:34
Ich glaube eher,das du mit deinem Kumpel die vorstellung hast,dich nach deiner Lehre Selbstständig zu machen,ach,wer hatte das nicht :D Kurz gesagt,brauchst keinen Meister um Dächer zu decken,darfst dich aber auch nicht Dachdeckermeisterbetrieb nennen,sondern eher sowas wie Bautenschutz,oder dergleichen. Aber welcher Kunde ruft schon einen Bautenschutzbetrieb an,wenn er vor hat sein Dach neu zu decken ;-)
Gruß

pitti84
08.06.2006, 21:02
hallo

also übrigens lerne ich kaufmann im groß- und außenhandel und es ging einfach um firmengründung usw..also es war diskussion mit unserem lehrer.

habt ihr dazu auch links und gesetze oder so?

bnHiob
12.06.2006, 20:35
Hallo zusammen,
um einen Handwerksbetrieb führen zu können bedarf es einer Eintragung in der Handwerksrolle. Dort wird klar und eindeutig erklärt, was der Betrieb machen darf und was nicht. Im Fall Dachdecker ist nicht möglich, ohne einen Meistertitel, oder angestellten Dachdeckermeister einen Dachdeckerbetrieb zu eröffnen. Ich hatte mal dass selbe Problem. Die einzige vernünftige Lösung für mich war, Schulbank drücken und Meister machen;)
Man sollte dabei auch nicht vergessen, das die Aufgabe eines Dachdeckermeisters nicht nur darin besteht Dächer zu decken. Die Themen Bauphysik usw. stellen schließlich fundiertes Grundwissen dar, dass einem Gesellen wohl fehlen dürfte.
In diesem Sinne
Viele Grüsse
Jürgen Lipowski

Der Abdichter
07.07.2006, 19:58
Hallo erstmal bin neu hier und habe mir das grade mal durchgelesen, ist ja alles gut und schön mit Meister machen aber ich bin der meinung warum darf ein Dachdecker keine firma aufmachen und Dächer decken wir sind doch eh die jenigen die die Arbeit ausführen in der zeit wo ich jetzt als Dachdecker beschäftigt war hab ich noch nie ein Meister auf der Baustelle Arbeiten gesehen Geschweige den in Arbeitssachen. Ich möchte jetzt aber nicht alle Meister über einen Kamm scheren es gibt auf jeden Fall auch ausnahmen. Ist meine meinung dazu!!!

Enzidex
08.07.2006, 12:57
Hallo,

ich habe einen Handwerksbetrieb und bin nicht in der Handwerksrolle eingetragen, sondern Mitglied der IHK (gezwungenermaßen).

Welche Tätigkeiten einen Meister erfordern erfährt man bei der Handwerkskammer. Ebenso bekommt man dort für jedes Gewerk eine Tätigkeitsbeschreibung, also was derjenige tun darf und was nicht.

Ein Bautenschutzbetrieb darf z.B. alle Abdichtungen mit nahezu allen Abdichtungsstoffen unterhalb der Erdlinie ausführen. Und da sind wir auch schon beim Thema: Wo ist der Unterschied zwischen einer Schweißbahnabdichtung eines unterirdischen Verbindungsganges (einschl. Dämmung, Eindichten Rohre, Wandanschlüsse, z.T. drückendes Grundwasser usw.) und einer Flachdachabdichtung? Der Unterschied ist nur theoretisch ---->Handwerksrecht! Die handwerkliche Leistung als solche ist vergleichbar.

Frage: Warum Meisterzwang ?(
Antwort: Marktabschottung und Kartellbildung X(

Jeder Betrieb sollte selber entscheiden, welche Leistungen er anbietet. Den Rest reguliert der Markt. Freier Wettbewerb in freier Marktwirtschaft :daumen)

Und den theroretischen Kram wie Bauphysik, Buchhaltung usw...dafür gibts Ingenieure, Kaufleute oder ein gutes Fachbuch.

Also, wozu Meisterzwang??

Dr.Dach
28.07.2006, 15:06
Liebe Kollegen,

Folgende Gründe sprechen für den Meisterzwang im Dachdeckerhandwerk:

1) Der Kunde soll wissen, daß die Beratung, eine gute Lösung und auch die Arbeit von einer Person ausgeführt/überwacht wird, welche in der Entwicklungskette -dachtechnisch- ganz oben steht.
An die Ausbuher: sicherlich gibt es eine Menge gute Gesellen und Vorarbeiter, aber den Überblick über alle Fakten (Betrieb,Kosten,techn.Details,langfr. Planung, Management) hat nunmal meistens der Meister !

2) Die Verantwortung des Meisters in der Firma ist enorm groß, nicht nur wg. der UVV. Er ist ebenso ein Vorbild für Mitarbeiter (im speziellen auch für Azubis) wie auch Repräsentant nach außen (Kunden/Subunternehmer usw.)

3) Was spricht also dagegen im schönsten Beruf der Welt alles mögliche zu erlernen und zu erreichen. Ich meine es hört mit dem Meister doch nicht auf, es gibt immernoch Fortbildungen+Seminare....

Bleiben Sie gesund, Dr.Dach