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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vater



Wolfslady
20.11.2003, 14:29
Ich habe im März meinen Vater verloren & komme über den Verlust einfach nicht hinweg :cry) !!! Meine sogenannten " Freunde" liessen mich in der schweren Zeit einfach im Stich ! Ich weiss nicht mehr weiter,denn er fehlt mir unendlich!! Wer hat sowas trauriges auch hinter sich & kann mir Rat geben,wie ich endlich aus diesem Loch hinaus komme ?? Jetzt im Herbst & Winter wird es sehr schlimm für mich werden :( Am liebsten würde ich Weihnachten total ausfallen lassen,mach es aber wegen meinem Kind nicht.

zwerglein
20.11.2003, 15:00
Ach "Wölfchen",

ich musste das bereits zweimal durchstehen. Menie Eltern sind beide schon mit 55 Jahren gestorben, einfach aus dem Leben gerissen.

Verurteile deine Freunde nicht, sie wissen nicht wie sie mit der Situation umgehen sollen und ziehen sich zurück.
Einen Rat kann ich dir leider auch nicht geben, aber Trost spenden.
Wir sind drei Schwestern und haben in der schweren Zeit zusammen gehalten.
Ich kann sehr gut nachvollziehen wie es dir geht, Weihnachen war auch für mich immer das schlimmste, da meine Mutter am 11. Dezember 93 gestorben ist.

Inzwischen ist es etwas besser, aber es gibt immer wieder Momente, in denen ich mir meine Mutter und auch meinen Vater zurück wünsche....ich weine dann still und leise vor mich hin und spreche mit den beiden als wären sie noch da.
Lass dir Zeit mit deiner Trauer, sie gehört dir ganz allein.
Trauerarbeit ist Schwerstarbeit!!!
Wann immer uns ein geliebter Mensch verläßt, hinterläßt er einen leeren Platz.....du hast aber noch schöne Erinnerungen an ihn, bewahre sie dir!

Ich wünsche dir ganz viel Kraft

Liebe Grüße
Zwerglein

Tränenengelchen
20.11.2003, 15:46
Hallo Wolfslady,

ich kenn das leider nur zu gut. 7 Tage vor meinem 14. Geburtstag (1996) starb mein Vater an einem Herzinfarkt.
Ich bin damals auch in ein ziemlich tiefes Loch gefallen, weil mein Daddy der absolut wichtigste Mensch in meinem Leben war (und noch immer ist).
Anfangs habe ich den Fehler gemacht und hab irgendwie nichts und niemanden an mich rangelassen. Hab gedacht, ich würde alleine damit fertig werden. Ich hab aber dann ziemlich schnell gemerkt, dass ich da leider falsch gedacht habe.
Mit der Zeit habe ich aber gelernt, mit Anderen (Mama, Verwandte, Freunde, Bekannte ausm Chat usw.) über meinen Vater zu reden. Hab mir auch viel von der Seele geschrieben - oft zurück gedacht, wie es war, als er noch da war. War auch desöfteren an seinem Grab, damit er weiss, dass ich an ihn denke. Und ich hab auch sehr oft mit seinem Bild geredet, wenn ich ihm einfach was erzählen wollte oder ihn gebraucht hab. (Das alles mach ich übrigens heute auch noch!)
Zudem - wenn ich abends rausgehe - such ich immer den Stern, der am intensivsten leuchtet, und weiss, dass das mein Daddy ist, der für mich so strahlt.
Das alles hat mir geholfen, aus einem tiefen Loch rauszukommen und das hilft mir auch heute noch.
Erklärt mich bitte nicht für verrückt! :P
Hab für meinen Daddy auch 'ne extra Seite auf meiner Homepage angefertigt; wenn Du möchtest, kann ich Dir ja mal den Link geben Wolfslady.
Lass den Kopf nicht so arg hängen - ich weiss, das ist leicht gesagt, aber mit der Zeit lernst Du, dass das Leben für Dich weitergehen wird und Dein Vater möchte bestimmt nicht, dass Du Dich so hängen lässt.
Und noch was - über so einen Verlust wird man nie hinwegkommen, aber man lernt damit umzugehen!

LG,
~Tränenengelchen~

Pingu
21.11.2003, 09:45
Hi du,

ich hab meinen Vater auch verloren als ich 14 war.
Nur hat er seinen Tod "selber gewählt".
Es war für mich auch eine schwere Zeit und ich hab auch die Erfahrung gemacht, dass die Freunde einfach nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Es ist auch für sie eine schwierige Situation. Oft denken sie, bevor sie was falsches machen, lassen sie dich lieber in Ruhe, damit du alleine darüber hinwegkommst. Fühl dich dadurch nicht im Stich gelassen, sie wissen es einfach nicht besser. Zeig ihnen, was du von ihnen erwartest, wenn du reden willst ruf sie an und warte nicht auf einen Anruf von ihnen.

Ich habe den Tod von meinem Vater denke ich ganz gut überwunden, aber das liegt auch daran, dass ich nie den engen Kontakt zu ihm hatte. Reden kann ich da trotzdem noch nicht wirklich drüber und ich bin deshalb froh, dass meine Freunde mich damals in Ruhe gelassen haben. Nur mein Freund und eine beste Freundin von mir kennen die ganze Geschichte. Das reicht mir aus.

Bei manchen Liedern muss ich allerdings immer wieder weinen, weil sie mich an ihn erinnern (z.B. noch ein Leben von Pur).

Aber wie sagt man so schön: Die Zeit heilt alle Wunden, Narben bleiben aber bestehen.
Aber es wird besser, du musst den Schmerz nur zulassen... .

bluegirl
21.11.2003, 16:50
hi wolfslady!

ich bin erst 14 und für mich ist mein vater auch tot meine eltern haben sich als ich 2 war getrennt bis ich 7 war habe ich ihn einmal im jahr bescuht (wohnt sehr weit weg) aber seit 7 kann ich das nicht mehr da er alkoholsüchtig ist und seine versprechen mir gegenüber immer brach!
und meinen bruder (den ich gerne mal kennenlernen würde) kenn ich auch nicht (noch nie gesehen)
ich habe auch noch einen freundin der ihr vater hat als sie 13 war selbstmord begangen (vor den zug geworfen) sie hat 1 monat lang nur geheult und kam nicht in die schule!

ich will damit sagen das sehr viele ihre eltern verlieren manchmal sogar im alter von 2,3,4,5,6 also halt schon ganz früh!!
meine freundin ist wahrscheinlich immer noch manchmal traurig aber das zeigt sie nicht mehr und man sieht es ihr auch nicht an!
sowas wie den tot einem sich nahstehenden kann man sehr schlecht verarbeiten aber irgendwann kommt man damit zurecht!
besuche oft sein grab lege blumen hin und rede mit ihm!
rede auch mit deiner mutter denn die hat es sicher auch sehr schwer!
geteiltes leid ist ja bekanntlich eh halbes leid!

Tigger
21.11.2003, 19:26
Hallo Wolfslady,

Dein Anliegen bewegt mich sehr. Ich habe zwar meine Eltern noch, doch hat meine Mutter eine schwere Krankheit. Vor etwa 5 Jahren wurde Ihr von Ärzten gesagt, sie hätte noch ein halbes Jahr zu leben. Da fiel auch ich in ein Loch aus Verzweiflung und Hilflosigkeit. Doch meine Mutter lebt heute noch und ist auf dem Weg der Besserung. Daher passt der Vergleich nicht unmittelbar auf Deine Sorgen.

Nun sehe ich aber auch eine positive Komponente in Deinem Leid. Deine Trauer und Dein tiefer Kummer zeigen mir auch, dass Du bis zuletzt ein inniges und liebevolles Verhältnis zu Deinem Vater gahabt haben musst. Dies können heute nur noch wenige von sich behaupten.
Ich glaube und hoffe, dass Ihr die Zeit die Euch gegeben war genutzt habt und darauf kannst Du stolz sein. Du kannst auch aus den Erinnerungen zehren. Dies muss Dich nicht zwingend traurig machen. Du musst begreifen dass Ihr Eure gemeinsame Zeit sinnvoll genutzt habt.

Ich möchte Dir auch noch etwas Anderes mit auf den Weg geben. Für mich ergibt sich im Zusammenhang mit dem Sterben auch ein sachlicher Aspekt. Dies soll jedoch Deine Gefühle nicht entkräften.
Ich bin im Wasserrettungsdienst tätig und habe im Rahmen meiner Tätigkeiten mit Ertrinkungsunfällen von Personen im Alter zwischen 3 Monaten und 70 Jahren zu tun gehabt. Jeder einzelne Fall ergibt eine starke psychische Belastung, selbst wenn man die Betroffenen nicht persönlich kennt.
Wenn man diese Erlebnisse verarbeiten möchte, muss man seine subjektive Wahrnehmung unter Kontrolle halten. Dazu ist wichtig, dass man begreift und akzeptiert, dass der Tod fester Bestandteil des Lebens ist.
Das Leben ist von Geburt an begrenzt und sein Wert wird durch das bestimmt, was man während des Lebens erreicht.
Was Dein Vater erreicht hat sucht seines Gleichen. Er hat eine Tochter geschaffen, die um Ihn trauert.

Nimm Dir Zeit, lebe Deine Erinnerungen, mach Dir keine Sorgen.
Dein Kummer wird vergehen und das Leben ist schön. Auch Du hast ein Kind.
Mach was draus!!!!

:daumen) :daumen) :daumen)

In Anteilnahme und Mitgefühl

Gruß

Tigger

Wolfslady
24.11.2003, 18:54
Danke erstemal an die,die mir geschrieben haben & mir so dass Gefühl geben,nicht alleine zu sein !!!

@engelchen gern kannst du mir deine HP-Addi geben

Hab euch lieb !!!

Hellen
24.11.2003, 21:14
Hallo Wolfslady,

ich habe auch meinen vater verloren, er entschied sich im sommer 1992 zu sterben, ich war damals 16.
nach dieser langen zeit empfinde ich teilweise, besonders wenn es mir nicht so gut geht und ich probleme habe, noch genauso wie damals, daß er mich verlassen hat obwohl ich ihn noch gebraucht hätte.
wenn ich allerdings glücklich bin (und das ist zum glück meistens der fall!) kann ich damit ganz vernünftig umgehen und zu diesem punkt wirst auch du irgendwann kommen, ich kann dir nur raten darüber zu reden. v.a. mit denen dir dir nahestehen.
denke nicht, daß deine freunde dich verlassen haben, sie wissen einfach nur nicht wie sie damit umgehen sollen, diese erfahrung habe ich auch gemacht.
ich wünsche dir alles gute

gruß
hellen