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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Anti-Kondensat-Beschichtungen



W.Maier
27.11.2003, 09:26
Hallo !

Weiß jemand, ob man Anti-Kondensat-Beschichtungen auch nachträglich auf Kunststoff- oder Metall-Dachprofile aufbringen kann ? Ggfs. von unten an die Unterseite der verlegten Dachflächen aufspritzen o.ä ?

Vielen Dank für Hinweise !

MfG. W.Maier

DDM A.Wegner
07.01.2004, 22:54
Ist nicht böse gemeint,aber mir ist völlig schleierhaft wofür das gut sein soll?

W.Maier
08.01.2004, 08:27
Hallo !


Ich habe als Schiedsgutachter einen Streitfall zu regeln, bei dem der Dachdecker Wellprofilbahnen als Dachdeckung auf einem Garagenhof verlegt hat.
Die fabrikmäßig vorgefertigten selbsttragenden Profilbahnen haben keine Anti-Kondensat-Beschichtung auf der Unterseite, sodaß bei entsprechender Witterung Tauwassertropfen an der Dachunterseite hängen und immer wieder Feuchtigkeit auf die darunter abgestellten PKW abtropft. Daß das Auto naß wird, obwohl es in der Garage steht, ist für einen deutschen Autobesitzer natürlich nicht hinnehmbar. So kam es zum Streit zwischen dem ausführenden Handwerker und der Eigentümergemeinschaft.

Ich möchte dem DD helfen, zu vermeiden, daß er das Dach (2 x 600 qm) abreißen und gegen Anti-Kondens-beschichtete Dachprofile austauschen muß.
Kennt jemand eine Möglichkeit, solche Anti-Kondensat-Beschichtungen nachträglich - an verlegten Dächern - aufzubringen (z.B. von unten aufspritzen o.ä.) ?

Es ist allen Beteiligten klar, daß Anti-Kondensat-Beschichtungen Grenzen in ihrer Funktionalität haben, aber es geht auch nicht darum, das Kondensatproblem perfekt aus der Welt zu schaffen - sondern nur deutlich abzumildern. Damit wäre die Eigentümergemeinschaft schon zufrieden.


Für entsprechende Hinweise wäre ich (noch mehr wahrscheinlich der Dachdecker !) sehr dankbar.

MfG.

Werner Maier

DDM A.Wegner
08.01.2004, 10:04
verstehe das problem, wobei ich davon ausgehe, daß es sich um Sandwichplatten handelt.
Weiter sehe ich die Problematik schlichtweg darin, daß einfach nicht für eine ausreichende Belüftung unter den nicht diffusionsoffenen Elementen gesorgt ist.
Eine nachträgliche Beschichtung halte ich jedoch weiterhin für einen völlig unsinnigen Lösungsvorschlag, denn wie Sie selbst bereits festgestellt haben, würde diese die Symptomatik auch nicht beseitigen (zumindest nicht völlig).
Ich würde vorschlagen entweder Trauf-und Firtseitig für einen Belüftungsbereich zu sorgen oder evtl. handwerklich gerfertigte Flächenlüfter zu integrieren, womit bei beiden Maßnahmen aus bauphysikalischer Sicht langfristig für Abhilfe gesorgt wäre.
Zumal diese beiden Vorschläge auch aus wirtschaftlichen Aspetkten für den Kollegen wohl am angebrachtesten wären.
Ansonsten kann ich nur die URl www.beschichtungen.net empfehlen.

W.Maier
08.01.2004, 19:53
Nein. Es handelt sich keineswegs um ein Belüftungsproblem. Dies wäre ein vollkommen falscher Lösungsansatz. Die Tauwasseranhaftungen an den Dachunterseiten treten auch an dreiseitig offenen Fahrzeug-Unterstellplätzen auf. Dort ist sicherlich kein Belüftungsproblem.

Es ist ein vollkommen normaler und bekannter Vorgang, daß die Dachprofile nachts Wärme durch Strahlung nach oben abgeben, sodaß sie sogar unter ihre Umgebungstemperatur abkühlen und somit Luftfeuchte kondensiert. Man kann diesen Effekt auch z.B. an jedem Fahrzeug feststellen, das im Freien geparkt ist und morgens an Scheiben und Karrosserie feucht ist, obwohl es nachts nicht geregnet hat. Auch an trapezprofilgedeckten Vordächern von z.B. Industriehallen, Ladezonenüberdachungen etc. .... treten diese Effekte unbeliebt auf. Es handelt sich dabei nicht um "interne Feuchtequellen, Nutzungsfeuchte etc.", sodaß das Problem nicht durch Lüftung beseitigt werden kann.

Der Grund für diese Erscheinungen ist schon bekannt und unbestritten. Es geht nur darum, eine Verminderung der Kondensaterscheinungen zu erreichen.

Es ist und bleibt notwendig, hier eine kurzfristige Bindung des Kondensats zu erreichen - so wie es eine Anti-Kondensat-Beschichtung bringen könnte. Dies ist ja nichts neues. Eigentlich könnte man erwarten, daß jeder erfahrende Dachhandwerker keine Profile ohne unterseitige Beschichtung in dieser Anwendungssituation verlegt. Dieser Handwerker hat es eben getan. Daher wird nun nach nachträglichen Beschichtungsmöglichkeiten gesucht.

Es handelt sich auch nicht um Sandwichprofile. Das verlegte Wellprofil ist einschalig.
Das wäre ja eben gerade die ideale Lösung gewesen !
Hätte er ein Sandwichprofil verlegt (ist natürlich für diesen Anwendungsfall sauteuer), wäre die Wärmeabstrahlung der Oberschale thermisch entkoppelt zur Unterseite und vermutlich wäre kaum oder gar kein Kondensat aufgetreten, da die Unterseite dann nicht so stark abkühlt (zumindest nicht unter die Umgebungstemperatur).

MfG.

Maier