Tiffy
11.03.2009, 14:41
Hallo Leute,
Ich bin grundsätzlich gerade verwirrt. ;nixweis()
Ich hoffe, ich bin nicht die einzige, die anscheinend mit einem "Dauerhaschmich" in der Welt unterwegs ist. Meine Grundstimmung ist verwirrt, chaos und was auch immer. Ich treffe grundsätzlich die richtigen Entscheidungen zum falschen Zeitpunkt, versuche, alles zu analysieren und verständlich zu halten und verstricke mich dabei in die wahnwitzigsten Geschichten.
Gerne mache ich Fehler und es gibt wohl kaum einen Fehler, den ich nicht mit offenen Augen begangen hätte. Wohlwissentlich, dass es schief gehen könnte, weil ja...
Ich lerne aus meinen Erfahrungen, mache mir meine Gedanken, ziehe Schlüsse und habe Bedingungen und Regeln. Die kann man dann nämlich so schön brechen.....
Ihr seht, ich bin nicht ganz frei von Selbstironie. Nie gewesen. Noch eine meiner unglaublichen und anbetungswürdigen Stärken. :allah)
Zum Punkt:
Es wurde hier im Forum sehr oft drüber gesprochen, ob man sich so gebe, wie man sei. Ich beantworte das grundsätzlich mit ja, weil ich eigentlich nichts mache, was nicht einer :frech) meiner Persönlichkeiten entspricht. Wie ich hier schreibe, das bin ich. Ich bin die verwirrte, ich bin die philosophische, poetische, direkte.. Und noch soviel mehr.
Eines kann ich verraten, ich bin noch nie jemandem langweilig geworden, weil ich immer neue Mittel und Wege finde mich selber und mein Umfeld in den Wahnsinn zu treiben....:bounce4)
Jetzt ist mir etwas passiert, was mir eigentlich nach allem, was mein Verstand mir an Hinweisen gibt, nicht passieren sollte.
Ich beginne, meinen Brieffreund zu mögen. Er beginnt, mich zu mögen. Die Geschichte:
Wir kennen uns seit etwas mehr als einem Jahr, wir haben damals über das studivz mit unseren Diskussionen angefangen. Wir haben über Beziehungen diskutiert, Standpunkte vertreten. Das war mit ihm ziemlich leicht. Er ist recht anders als ich, so haben wir Argumente hin und her geworfen. Er wurde, als meine Beziehung immer mehr zu einer Farce degenerierte, so etwas wie mein Tagebuch, er vertraute sich mir ebenso an. Es ging häufig um seine Frauen, meine Männer, wie sieht man Dinge...
Ich weiß einiges von ihm - auch Dinge, die ihn mir nicht nur sympathisch machen. Wir waren sowas von ehrlich zueinander, die Anonymität hat es uns beiden erleichtert.
Die alte Beziehung zerbrach, die neue begann. Mein Brieffreund blieb beständig da. Die neue Beziehung wurde beendet, ich hab gelitten wie ein Hund.
Da hat mein Brieffreund einen "Fehler" gemacht. Er schickte mir zu meinem Geburstag damals ein Buch, sowie ein Buch, das er selber illustriert hat udn eine Karte.
Auf einmal war mein Tagebuch ein Mensch geworden. :staun)
Im letzten Monat hat er mir viel Kraft gegeben, unser Kontakt ist intensiver geworden. Wir telefonieren manchmal. Hauptkommunikationsweg bleiben aber die seitenlangen Mails, die wir seit neuestem jeden abend verschicken.
Er sagte es so: Wir führen eine virtuelle Beziehung.
Ich sehe es auch so. Gerade habe ich auch gar kein Interesse daran, im wirklichen Leben jemanden kennenzulernen und ihm mich so zu öffnen, wie ich das seit einem Jahr bei meine Brieffreund tue. Ich merke, dass ich niemanden so tief blicken lasse und lassen möchte. Wenn er abends von den Ausgrabungen nach Hause kommt, freut er sich auf "die liebe, kleine Tiffy" in seinem Postfach. Ich habe ihm, nachdem wir das festgestellt haben, dann ein virtuelles Schnitzel dort hinterlassen. :frech) Eigentlich freut man sich auf Frau und Essen, oder so?
Das alles kommt mir gerade ziemlich idiotisch vor und ich denke, man sollte alles beenden, weil es so absurd ist. Der Gedanke daran - ich habe natürlich drüber geredet, was mich bewegt - hat ihn ziemlich fertig gemacht, mich auch. Er ist durch meinen angedachten Ausstieg aus "unserer Beziehung" noch einmal offener mir gegenüber geworden.
Kurz und gut: Wir sind an einer Schwelle, Gefühle füreinander zu entwickeln, die über Tagebuch und Freundschaft hinausgehen.
Das haben wir in den letzten drei tagen mit Erschrecken festgestellt. Zumindest ich habe mich sehr erschrocken.
Meine Bedenken:
a) 10 Jahre älter als ich und noch keine wirklich feste Beziehung gehabt - kenn ich aus der Samson Geschichte, der war allerdings 12 Jahre älter
b) Schweizer. :) Uns trennen Sprache (Schweizerdeutsch ist kein Deutsch *fg*) und einige, einige, einige Kilometer. Ich bin jemand, der Nähe mag, wobei ich mich auch mit "virtueller" Nähe begnügen kann, solange ich merke, das Interesse an mir da ist (das habe ich in der letzten Fernbeziehung gemerkt)
c) Er war nie ein Kind von Traurigkeit, hat eine Fassade, die ich nicht mag (Weiberheld, ziemlich, ziemlich körperfixiert, nach außen ein Macho)
Vieles erinnert mich an meinen Ex-Samson, wegen dem ich hier das erste Mal gepostet habe, aber er ist doch so anders. Der Ex war - wie ich - impulsiv. War leicht zu begeistern, leichtfüßig mit Worten unterwegs.
All das kenne ich von meinem Brieffreund nicht. Er provoziert, aber er ist kein überschwänglicher Typ. Und er lässt hinter der Fassade jemanden sehen, der alles, alles andere als hart ist. Übrigens wirke ich auch sehr selbstbewusst im richtigen Leben und meine Mitbewohnerin meinte, ich wäre eine ganz, ganz schlimme Poserin, wenn man mich nicht näher kennen würde.;nixweis()
Er hat sich zum Geburtstag (Juli) gewünscht, dass ich ihn besuchen möge, für ein Festival in der Schweiz.
Ich weiß nicht, was ich machen soll. Mal davon abgesehen, dass ich es gut finde, dass er mich nicht drängt, mich nicht unter Druck setzt und auch Verständnis hat, dass ich gesagt habe, dass ich in den nächsten Wochen und Monaten erstmal für mich sein will. Ich weiß einfach nicht, ob ich auf meinen Verstand und meinen Fluchtreflex hören soll, oder auf meinen Bauch, der neugierig ist auf seinen nun mittlerweile mehr als einjährigen Begleiter.
Er hat mir gestern eine ziemlich ehrliche Mail geschrieben, die mich heute sehr bewegt. Die Passage, die mich am wenigsten loslässt, sagt in etwa:
Ich weiß, dass du Angst hast, wegen der Erfahrungen, die du gemacht hast. Ich habe aber mit den Personen, die dich verletzt haben, wenig gemein. Ich habe dich langsam immer tiefer kennengelernt. Ich glaube, ich kenne mehr Seiten von dir, als viele andere. Vielleicht kennt dich noch dein bester Freund so, wie ich [...] ich habe auch Geduld mit dir, das ist es mir wert.
Damit hat er absolut Recht. Ich habe meinen Frust, Kummer, meine Zweifel bei ihm abgeladen, habe ungeschönt meine Macken zelebriert, war widersprüchlich, war rechthaberisch, habe ihm ungeschönt die Meinung gesagt. Keinerlei Rücksicht, keinerlei Image aufbauen oder erhalten, keine Peinlichkeiten ausgelassen. War ja egal, er war weit weg, wir würden nie im Leben aufeinander treffen.
Verrenne ich mich hier gerade wieder? Er war und ist mir seit einem Jahr als Gesprächpartner wichtig. Warum nehmen wir uns erst jetzt als wirkliche Menschen und nicht mehr nur als Gedankenaustausch wahr?
Ich bin, wie ich eingangs sagte, verwirrt. Aber auch glücklich. Ich finde es beruhigend, dass ich mich und mein leben jemandem seit einem Jahr mehr als ungeschönt präsentiere und dass erst nach so langer Zeit Interesse aufkommt. Wir hatten nämlich wirklich keine Hintergedanken - bis sie auf einmal ganz offensichtlich beiderseits da waren.
Danke fürs Lesen und eure Meinung.
Ich bin grundsätzlich gerade verwirrt. ;nixweis()
Ich hoffe, ich bin nicht die einzige, die anscheinend mit einem "Dauerhaschmich" in der Welt unterwegs ist. Meine Grundstimmung ist verwirrt, chaos und was auch immer. Ich treffe grundsätzlich die richtigen Entscheidungen zum falschen Zeitpunkt, versuche, alles zu analysieren und verständlich zu halten und verstricke mich dabei in die wahnwitzigsten Geschichten.
Gerne mache ich Fehler und es gibt wohl kaum einen Fehler, den ich nicht mit offenen Augen begangen hätte. Wohlwissentlich, dass es schief gehen könnte, weil ja...
Ich lerne aus meinen Erfahrungen, mache mir meine Gedanken, ziehe Schlüsse und habe Bedingungen und Regeln. Die kann man dann nämlich so schön brechen.....
Ihr seht, ich bin nicht ganz frei von Selbstironie. Nie gewesen. Noch eine meiner unglaublichen und anbetungswürdigen Stärken. :allah)
Zum Punkt:
Es wurde hier im Forum sehr oft drüber gesprochen, ob man sich so gebe, wie man sei. Ich beantworte das grundsätzlich mit ja, weil ich eigentlich nichts mache, was nicht einer :frech) meiner Persönlichkeiten entspricht. Wie ich hier schreibe, das bin ich. Ich bin die verwirrte, ich bin die philosophische, poetische, direkte.. Und noch soviel mehr.
Eines kann ich verraten, ich bin noch nie jemandem langweilig geworden, weil ich immer neue Mittel und Wege finde mich selber und mein Umfeld in den Wahnsinn zu treiben....:bounce4)
Jetzt ist mir etwas passiert, was mir eigentlich nach allem, was mein Verstand mir an Hinweisen gibt, nicht passieren sollte.
Ich beginne, meinen Brieffreund zu mögen. Er beginnt, mich zu mögen. Die Geschichte:
Wir kennen uns seit etwas mehr als einem Jahr, wir haben damals über das studivz mit unseren Diskussionen angefangen. Wir haben über Beziehungen diskutiert, Standpunkte vertreten. Das war mit ihm ziemlich leicht. Er ist recht anders als ich, so haben wir Argumente hin und her geworfen. Er wurde, als meine Beziehung immer mehr zu einer Farce degenerierte, so etwas wie mein Tagebuch, er vertraute sich mir ebenso an. Es ging häufig um seine Frauen, meine Männer, wie sieht man Dinge...
Ich weiß einiges von ihm - auch Dinge, die ihn mir nicht nur sympathisch machen. Wir waren sowas von ehrlich zueinander, die Anonymität hat es uns beiden erleichtert.
Die alte Beziehung zerbrach, die neue begann. Mein Brieffreund blieb beständig da. Die neue Beziehung wurde beendet, ich hab gelitten wie ein Hund.
Da hat mein Brieffreund einen "Fehler" gemacht. Er schickte mir zu meinem Geburstag damals ein Buch, sowie ein Buch, das er selber illustriert hat udn eine Karte.
Auf einmal war mein Tagebuch ein Mensch geworden. :staun)
Im letzten Monat hat er mir viel Kraft gegeben, unser Kontakt ist intensiver geworden. Wir telefonieren manchmal. Hauptkommunikationsweg bleiben aber die seitenlangen Mails, die wir seit neuestem jeden abend verschicken.
Er sagte es so: Wir führen eine virtuelle Beziehung.
Ich sehe es auch so. Gerade habe ich auch gar kein Interesse daran, im wirklichen Leben jemanden kennenzulernen und ihm mich so zu öffnen, wie ich das seit einem Jahr bei meine Brieffreund tue. Ich merke, dass ich niemanden so tief blicken lasse und lassen möchte. Wenn er abends von den Ausgrabungen nach Hause kommt, freut er sich auf "die liebe, kleine Tiffy" in seinem Postfach. Ich habe ihm, nachdem wir das festgestellt haben, dann ein virtuelles Schnitzel dort hinterlassen. :frech) Eigentlich freut man sich auf Frau und Essen, oder so?
Das alles kommt mir gerade ziemlich idiotisch vor und ich denke, man sollte alles beenden, weil es so absurd ist. Der Gedanke daran - ich habe natürlich drüber geredet, was mich bewegt - hat ihn ziemlich fertig gemacht, mich auch. Er ist durch meinen angedachten Ausstieg aus "unserer Beziehung" noch einmal offener mir gegenüber geworden.
Kurz und gut: Wir sind an einer Schwelle, Gefühle füreinander zu entwickeln, die über Tagebuch und Freundschaft hinausgehen.
Das haben wir in den letzten drei tagen mit Erschrecken festgestellt. Zumindest ich habe mich sehr erschrocken.
Meine Bedenken:
a) 10 Jahre älter als ich und noch keine wirklich feste Beziehung gehabt - kenn ich aus der Samson Geschichte, der war allerdings 12 Jahre älter
b) Schweizer. :) Uns trennen Sprache (Schweizerdeutsch ist kein Deutsch *fg*) und einige, einige, einige Kilometer. Ich bin jemand, der Nähe mag, wobei ich mich auch mit "virtueller" Nähe begnügen kann, solange ich merke, das Interesse an mir da ist (das habe ich in der letzten Fernbeziehung gemerkt)
c) Er war nie ein Kind von Traurigkeit, hat eine Fassade, die ich nicht mag (Weiberheld, ziemlich, ziemlich körperfixiert, nach außen ein Macho)
Vieles erinnert mich an meinen Ex-Samson, wegen dem ich hier das erste Mal gepostet habe, aber er ist doch so anders. Der Ex war - wie ich - impulsiv. War leicht zu begeistern, leichtfüßig mit Worten unterwegs.
All das kenne ich von meinem Brieffreund nicht. Er provoziert, aber er ist kein überschwänglicher Typ. Und er lässt hinter der Fassade jemanden sehen, der alles, alles andere als hart ist. Übrigens wirke ich auch sehr selbstbewusst im richtigen Leben und meine Mitbewohnerin meinte, ich wäre eine ganz, ganz schlimme Poserin, wenn man mich nicht näher kennen würde.;nixweis()
Er hat sich zum Geburtstag (Juli) gewünscht, dass ich ihn besuchen möge, für ein Festival in der Schweiz.
Ich weiß nicht, was ich machen soll. Mal davon abgesehen, dass ich es gut finde, dass er mich nicht drängt, mich nicht unter Druck setzt und auch Verständnis hat, dass ich gesagt habe, dass ich in den nächsten Wochen und Monaten erstmal für mich sein will. Ich weiß einfach nicht, ob ich auf meinen Verstand und meinen Fluchtreflex hören soll, oder auf meinen Bauch, der neugierig ist auf seinen nun mittlerweile mehr als einjährigen Begleiter.
Er hat mir gestern eine ziemlich ehrliche Mail geschrieben, die mich heute sehr bewegt. Die Passage, die mich am wenigsten loslässt, sagt in etwa:
Ich weiß, dass du Angst hast, wegen der Erfahrungen, die du gemacht hast. Ich habe aber mit den Personen, die dich verletzt haben, wenig gemein. Ich habe dich langsam immer tiefer kennengelernt. Ich glaube, ich kenne mehr Seiten von dir, als viele andere. Vielleicht kennt dich noch dein bester Freund so, wie ich [...] ich habe auch Geduld mit dir, das ist es mir wert.
Damit hat er absolut Recht. Ich habe meinen Frust, Kummer, meine Zweifel bei ihm abgeladen, habe ungeschönt meine Macken zelebriert, war widersprüchlich, war rechthaberisch, habe ihm ungeschönt die Meinung gesagt. Keinerlei Rücksicht, keinerlei Image aufbauen oder erhalten, keine Peinlichkeiten ausgelassen. War ja egal, er war weit weg, wir würden nie im Leben aufeinander treffen.
Verrenne ich mich hier gerade wieder? Er war und ist mir seit einem Jahr als Gesprächpartner wichtig. Warum nehmen wir uns erst jetzt als wirkliche Menschen und nicht mehr nur als Gedankenaustausch wahr?
Ich bin, wie ich eingangs sagte, verwirrt. Aber auch glücklich. Ich finde es beruhigend, dass ich mich und mein leben jemandem seit einem Jahr mehr als ungeschönt präsentiere und dass erst nach so langer Zeit Interesse aufkommt. Wir hatten nämlich wirklich keine Hintergedanken - bis sie auf einmal ganz offensichtlich beiderseits da waren.
Danke fürs Lesen und eure Meinung.