Nephthys
07.01.2004, 10:14
Kleinkind stirbt unter mysteriösen Umständen
06. Januar 2004 Ein etwa drei Jahre altes Mädchen ist im schwäbischen Weißenhorn einem mysteriösen Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen. Die Polizei hat eine Sonderkommission eingerichtet. Das bislang nicht identifizierte Kind war am Montag schwer verletzt auf der Damentoilette eines Krankenhauses abgelegt worden und am Abend gestorben.
Nach dem Gewaltverbrechen konzentrierten sich die Ermittler auf das Aufspüren der Eltern. Polizeidirektor Walter Böhm sagte am Dienstag, vor allem müsse die Identität des gestorbenen Mädchens geklärt werden, um Hinweise auf Tatort und mögliche Täter zu erhalten. Zugleich betonte er, das Ablegen der schwer verletzten Dreijährigen im Krankenhaus Weißenhorn lasse „einen Funken guten Willens“ erkennen.
Nur mit einem Tuch bedeckt
Gefunden wurde das Mädchen am Montagnachmittag gegen 16.00 Uhr von einer Besucherin der Klinik. Das Kind sei nur mit einem Tuch bedeckt gewesen. Obwohl das Kind umgehend ins Klinikum nach Memmingen gebracht wurde, erlag es noch am Abend den schweren Verletzungen. Unklar waren am Dienstag sowohl das genaue Alter als auch die Herkunft des Mädchens. Es gebe derzeit keine entsprechende Vermisstenmeldung. Die Obduktion des Kindes sollte am Mittwoch erfolgen.
Keine Hinweise auf eine sexuelle Mißhandlung
Der Sprecher der zuständigen Polizeidirektion Krumbach, Armin Mayer, sagte am Dienstag: „Der Körper des Mädchens wies schwere Mißhandlungsspuren wie Hautverletzungen und die Einwirkung stumpfer Gewalt auf. Der Schädel des Kindes war rasiert, die Haarfarbe war blond bis hellbraun. Es sieht ganz so aus, als ob jemand auf das Mädchen eingeschlagen hat.“ Ein sexueller Mißbrauch erscheine nach den ersten Untersuchungen unwahrscheinlich.
Befragungen des Klinikpersonals hätten bislang keine Hinweise auf die Person ergeben, die das Kind in die Klinik gebracht hat. Bei der etwa Dreijährigen handelt es sich nicht um eine Patientin des Stiftungskrankenhauses Weißenhorn.
Text: dpa, ddp, AP
Quelle: fatz.net (http://www.faz.net/s/Rub21DD40806F8345FAA42A456821D3EDFF/Doc~E51DA0A7E630F49F495BFE2C3B9A2A23D~ATpl~Ecommon ~Scontent.html)
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Misshandeltes Mädchen in Klinik-Toilette entdeckt
Schwer verletzte Dreijährige stirbt kurz nach ihrem Auffinden im Weißenhorner Stiftungskrankenhaus Von Guido Kleinhubbert
Krumbach – In Nordschwaben ist ein etwa drei Jahre altes Mädchen erschlagen worden. Das Kind wurde am Montag Nachmittag von einer Besucherin des Stiftungskrankenhauses Weißenhorn auf dem Boden einer Toilettenkabine entdeckt. Bei seinem Auffinden hatte das Kind noch gelebt. Die Ärzte konnten das Leben des Mädchens jedoch nicht mehr retten: Es verstarb wenige Stunden später im Klinikum Memmingen an seinen inneren Verletzungen.
Wer das Kind so schwer misshandelt hat, war bis zum Dienstag Abend ungeklärt. Die von der Polizeidirektion Krumbach eingerichtete Sonderkommission, der elf Ermittlungsbeamte angehören, sucht nach den Eltern des Kindes. Da das Kind auf einer Damentoilette im dritten Stock des Krankenhauses gefunden wurde, hält es die Polizei für „sehr wahrscheinlich“, dass es eine Frau war, die das schwer verletzte Kind auf den Boden gelegt hat.
Wie der Sprecher der zuständigen Polizeidirektion Krumbach, Armin Meyer, mitteilte, wies der gesamte Körper des Mädchens zahlreiche tiefe Kratzer und „Spuren stumpfer Gewalteinwirkungen“ auf. Das Kind sei wohl mit einem harten Gegenstand „über einen längeren Zeitraum“ traktiert worden. Einen sexuellen Missbrauch des Mädchens schloss die Polizei „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ aus. Es sei aber eindeutig von einem Gewaltverbrechen auszugehen.
Die Identität des Kindes war bis zum gestrigen Abend ungeklärt. Der Kopf des hellhäutigen Mädchens war kahl rasiert, seine Haarfarbe wird von der Polizei je-doch als „blond bis hellbraun“ bezeich-net. Das Kind war „von relativ kräftiger Statur“, sagte Meyer. Wie er weiter mitteilte, sei das Mädchen keine Patientin des Stiftungskrankenhauses gewesen. Es sei davon auszugehen, das es kurz vor seinem Auffinden in die Klinik getragen wurde. Der nackte Körper des Mädchens war in ein Leinentuch eingewickelt, das nicht aus dem Krankenhaus stammte. Erste Befragungen des Klinikpersonals ergaben, dass niemand eine verdächtige Person beobachtet oder Schreie eines Kindes gehört hat. Das Mädchen war vor seinem Tod nicht mehr ansprechbar. Wie Polizeisprecher Meyer sagte, wird vermutet, dass das Kind auf dem Weg durch das Krankenhaus bewusstlos war und nicht mehr schreien konnte.
Die Sonderkommission der Polizei sucht unter anderem nach Zeugen, die in und außerhalb des Krankenhauses einen Menschen gesehen haben, der eine Art Bündel bei sich trug. Wie die Beamten mitteiten, sei in der Region rund um Weißen-horn in den vergangenen Tagen kein Kind als vermisst gemeldet worden. Darin, dass das Kind in einem Krankenhaus abgelegt worden ist, sieht Krumbachs Polizeidirektor Walter Böhm „zumindest einen Funken“ guten Willens.
Der Bürgermeister der schwäbischen Kleinstadt, Heinz Berchtenbreiter, war bei einem Neujahrsempfang von der Nachricht überrascht worden. „Bei einer solchen Meldung kann man nicht mehr feiern“, meinte der Rathauschef. „So etwas ist schlimm für eine Stadt, und man kann gar nicht verstehen, wer einem Kind so etwas antut.“ Ähnlich reagieren die Menschen in Weißenhorn. Es herrschte Fassungslosigkeit und Unverständnis.
Quelle: Sueddeutsche.de (http://www.sueddeutsche.de/sz/bayern/red-artikel1038/)
06. Januar 2004 Ein etwa drei Jahre altes Mädchen ist im schwäbischen Weißenhorn einem mysteriösen Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen. Die Polizei hat eine Sonderkommission eingerichtet. Das bislang nicht identifizierte Kind war am Montag schwer verletzt auf der Damentoilette eines Krankenhauses abgelegt worden und am Abend gestorben.
Nach dem Gewaltverbrechen konzentrierten sich die Ermittler auf das Aufspüren der Eltern. Polizeidirektor Walter Böhm sagte am Dienstag, vor allem müsse die Identität des gestorbenen Mädchens geklärt werden, um Hinweise auf Tatort und mögliche Täter zu erhalten. Zugleich betonte er, das Ablegen der schwer verletzten Dreijährigen im Krankenhaus Weißenhorn lasse „einen Funken guten Willens“ erkennen.
Nur mit einem Tuch bedeckt
Gefunden wurde das Mädchen am Montagnachmittag gegen 16.00 Uhr von einer Besucherin der Klinik. Das Kind sei nur mit einem Tuch bedeckt gewesen. Obwohl das Kind umgehend ins Klinikum nach Memmingen gebracht wurde, erlag es noch am Abend den schweren Verletzungen. Unklar waren am Dienstag sowohl das genaue Alter als auch die Herkunft des Mädchens. Es gebe derzeit keine entsprechende Vermisstenmeldung. Die Obduktion des Kindes sollte am Mittwoch erfolgen.
Keine Hinweise auf eine sexuelle Mißhandlung
Der Sprecher der zuständigen Polizeidirektion Krumbach, Armin Mayer, sagte am Dienstag: „Der Körper des Mädchens wies schwere Mißhandlungsspuren wie Hautverletzungen und die Einwirkung stumpfer Gewalt auf. Der Schädel des Kindes war rasiert, die Haarfarbe war blond bis hellbraun. Es sieht ganz so aus, als ob jemand auf das Mädchen eingeschlagen hat.“ Ein sexueller Mißbrauch erscheine nach den ersten Untersuchungen unwahrscheinlich.
Befragungen des Klinikpersonals hätten bislang keine Hinweise auf die Person ergeben, die das Kind in die Klinik gebracht hat. Bei der etwa Dreijährigen handelt es sich nicht um eine Patientin des Stiftungskrankenhauses Weißenhorn.
Text: dpa, ddp, AP
Quelle: fatz.net (http://www.faz.net/s/Rub21DD40806F8345FAA42A456821D3EDFF/Doc~E51DA0A7E630F49F495BFE2C3B9A2A23D~ATpl~Ecommon ~Scontent.html)
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Misshandeltes Mädchen in Klinik-Toilette entdeckt
Schwer verletzte Dreijährige stirbt kurz nach ihrem Auffinden im Weißenhorner Stiftungskrankenhaus Von Guido Kleinhubbert
Krumbach – In Nordschwaben ist ein etwa drei Jahre altes Mädchen erschlagen worden. Das Kind wurde am Montag Nachmittag von einer Besucherin des Stiftungskrankenhauses Weißenhorn auf dem Boden einer Toilettenkabine entdeckt. Bei seinem Auffinden hatte das Kind noch gelebt. Die Ärzte konnten das Leben des Mädchens jedoch nicht mehr retten: Es verstarb wenige Stunden später im Klinikum Memmingen an seinen inneren Verletzungen.
Wer das Kind so schwer misshandelt hat, war bis zum Dienstag Abend ungeklärt. Die von der Polizeidirektion Krumbach eingerichtete Sonderkommission, der elf Ermittlungsbeamte angehören, sucht nach den Eltern des Kindes. Da das Kind auf einer Damentoilette im dritten Stock des Krankenhauses gefunden wurde, hält es die Polizei für „sehr wahrscheinlich“, dass es eine Frau war, die das schwer verletzte Kind auf den Boden gelegt hat.
Wie der Sprecher der zuständigen Polizeidirektion Krumbach, Armin Meyer, mitteilte, wies der gesamte Körper des Mädchens zahlreiche tiefe Kratzer und „Spuren stumpfer Gewalteinwirkungen“ auf. Das Kind sei wohl mit einem harten Gegenstand „über einen längeren Zeitraum“ traktiert worden. Einen sexuellen Missbrauch des Mädchens schloss die Polizei „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ aus. Es sei aber eindeutig von einem Gewaltverbrechen auszugehen.
Die Identität des Kindes war bis zum gestrigen Abend ungeklärt. Der Kopf des hellhäutigen Mädchens war kahl rasiert, seine Haarfarbe wird von der Polizei je-doch als „blond bis hellbraun“ bezeich-net. Das Kind war „von relativ kräftiger Statur“, sagte Meyer. Wie er weiter mitteilte, sei das Mädchen keine Patientin des Stiftungskrankenhauses gewesen. Es sei davon auszugehen, das es kurz vor seinem Auffinden in die Klinik getragen wurde. Der nackte Körper des Mädchens war in ein Leinentuch eingewickelt, das nicht aus dem Krankenhaus stammte. Erste Befragungen des Klinikpersonals ergaben, dass niemand eine verdächtige Person beobachtet oder Schreie eines Kindes gehört hat. Das Mädchen war vor seinem Tod nicht mehr ansprechbar. Wie Polizeisprecher Meyer sagte, wird vermutet, dass das Kind auf dem Weg durch das Krankenhaus bewusstlos war und nicht mehr schreien konnte.
Die Sonderkommission der Polizei sucht unter anderem nach Zeugen, die in und außerhalb des Krankenhauses einen Menschen gesehen haben, der eine Art Bündel bei sich trug. Wie die Beamten mitteiten, sei in der Region rund um Weißen-horn in den vergangenen Tagen kein Kind als vermisst gemeldet worden. Darin, dass das Kind in einem Krankenhaus abgelegt worden ist, sieht Krumbachs Polizeidirektor Walter Böhm „zumindest einen Funken“ guten Willens.
Der Bürgermeister der schwäbischen Kleinstadt, Heinz Berchtenbreiter, war bei einem Neujahrsempfang von der Nachricht überrascht worden. „Bei einer solchen Meldung kann man nicht mehr feiern“, meinte der Rathauschef. „So etwas ist schlimm für eine Stadt, und man kann gar nicht verstehen, wer einem Kind so etwas antut.“ Ähnlich reagieren die Menschen in Weißenhorn. Es herrschte Fassungslosigkeit und Unverständnis.
Quelle: Sueddeutsche.de (http://www.sueddeutsche.de/sz/bayern/red-artikel1038/)