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XJustinSaneX
08.01.2004, 11:39
Fleisch hunderter Rinder ohne BSE-Test verkauft

07. Jan 19:24

Den deutschen Bauern droht ein neuer Lebensmittelskandal. Zahlreiche Schlachtrinder wurden offenbar nicht auf BSE untersucht.

In Deutschland sind im vergangenen Jahr sehr viel mehr Rinder geschlachtet worden, als auf BSE getestet wurden. Dies bedeutet, dass das Fleisch von hunderten Rindern ohne die vorgeschriebenen Tests in den Handel gekommen sei, teilte das Verbraucherschutzministerium am Mittwoch in Berlin mit.

Festgestellt wurden die Verstöße bei einem bundesweiter Datenabgleich der Länder. Die Länder hätten bis zum Abend Zeit, konkrete Verstöße zu belegen, hieß es aus Berlin. Aus Mecklenburg-Vorpommern wurden erste Disziplinarmaßnahmen bekannt.

Genaue Zahlen liegen bisher nur aus dem Saarland und aus Baden-Württemberg vor. In beiden Ländern zusammen wurden 106 Rinder ohne Tests geschlachtet.

Der Test ist verpflichtend bei allen über 24 Monate alten Schlachtrindern. Im vergangen Jahr wurden in Deutschland 2,9 Millionen Rinder auf BSE untersucht. 54 von ihnen waren erkrankt. (nz)

Quelle: http://www.netzeitung.de/deutschland/267891.html


Regierung vermutet hinter
BSE-Skandal «kriminelle Energie»

08. Jan 11:30

Im vergangenen Jahr ist Fleisch hunderter Rinder ohne BSE-Test verkauft worden. Das Verbraucherministerium vermutet nicht nur Versäumnisse, sondern auch «kriminelle Energie».

Die Pannen bei den BSE-Test in mehreren Bundesländern sind nach Ansicht des Verbraucherministeriums nicht nur Pannen. Verbraucherstaatssekretär Alexander Müller sagte am Donnerstag im Bayerischen Rundfunk, es sei auf «kriminelle Energie» zurückzuführen, dass Rinder im vergangenen Jahr in Deutschland nicht ordnungsgemäß auf BSE getestet worden seien, ihr Fleisch dann aber trotzdem in den Handel gelangt wäre.

Müller sagte, man wisse zur Zeit von mindestens 510 Fällen. Da noch nicht alle Zahlen vorlägen, rechne er aber noch mit einem Anstieg, sagte er im ZDF.

Schwarzschlachtungen ohne Tests

Offenbar seien zahlreiche Schwarzschlachtungen erfolgt, bei denen es überhaupt keine Überprüfungen gegeben habe, sagte Müller. «Es gab wohl den Versuch, Geld zu sparen, indem bei Tieren über 24 Monaten kein BSE-Test durchgeführt wurde.»

Die Wahrscheinlichkeit, dass unter den ungetesteten Tieren auch erkrankte Rinder gewesen seien, nannte Müller statistisch «äußerst gering». Doch sei «jeder Fall ein Fall zu viel».

Mehr als 10.000 unklare Fälle

Aus mehreren Bundesländern war zuvor bekannt geworden, dass Fleisch ungetesteter Rinder in den Handel gelangt war. Nach Überprüfungen gibt es mehr als 10.000 unklare Fälle. Die meisten davon ließen sich aber auf Eingabefehler zurückführen, sagte Müller. Für die restlichen Fälle hat das Verbraucherministerium die Unterlagen von den Bundesländern zur Prüfung eingefordert.

Im vergangenen Jahr wurden in ganz Deutschland 2,9 Millionen Rinder auf BSE untersucht. In 54 Fällen waren die Tests positiv gewesen. Jedes Rind, das älter als 24 Monate ist, muss getestet werden.

17 Jahre nach dem Auftauchen von BSE in Europa war kurz vor Weihnachten auch der erste Fall der Rinderkrankheit in den USA aufgetaucht. Das infizierte Tier stammte aus Kanada. (nz)

Quelle: http://www.netzeitung.de/deutschland/267952.html

XJustinSaneX
09.01.2004, 18:43
BSE-TESTS

EU verlangt Pannen-Aufklärung

Mindestens 611 Rinder sind in Deutschland im vergangenen Jahr ohne den vorgeschriebenen BSE-Test geschlachtet worden. Das Landwirtschaftsministerium rechnet mit etwa 1000 fehlenden Tests nach Abschluss der Prüfung. Die EU-Kommission verlangt nun Aufklärung über die Pannen.

Berlin - Die EU-Kommission forderte die Bundesregierung auf, ihr Informationen über die Testpannen zuzuleiten. Ein Sprecher sagte am Freitag in Brüssel, die Kommission nehme die Vorgänge sehr ernst.
In EU-Kreisen hieß es, die EU-Kommission betrachte die Pannen in Deutschland bislang als "Einzelfälle". Derzeit seien keine Exportbeschränkungen oder rechtliche Schritte geplant. Falls die Zahl der durch die Kontrollen geschlüpften Schlachttiere nicht stark zunehme, sei keine Änderung dieser Haltung zu erwarten.

Die EU-Behörde forderte von der Bundesregierung indes genaue Informationen über die Testpannen. Die Kommission wolle unter anderem wissen, ob nicht getestetes Rindfleisch in andere EU-Staaten exportiert worden sei. "Wir nehmen den Fall ernst. Dies ist ein Regelverstoß", sagte der Sprecher.

Das Bundesagrarministerium rechnet wegen der Pannen bei den BSE-Tests damit, dass das Fleisch von bis zu 1000 Schlachtrindern nicht auf die Rinderseuche getestet worden ist. Der Staatssekretär im Bundesagrarministerium, Alexander Müller, sagte, bislang seien dem Ministerium bundesweit 611 Fälle bekannt, man erwarte aber noch einige hundert weitere Fälle. Zudem sei die EU-Kommission bereits über die Vorgänge informiert worden. Die deutsche Seite habe zugesagt, eine genaue Aufstellung der Pannen vorzulegen.

Die nordrhein-westfälische Verbraucherschutzminister Bärbel Höhn (Grüne) schloss nicht aus, dass es auch in anderen EU-Ländern zu Pannen gekommen sein könnte. "Ich fände es aber spannend, wenn die EU-Kommission auch mal schaut, was in den anderen EU-Ländern passiert ist", sagte Höhn in einem Reuters-Interview. "Denn auch die haben ja auch nicht 100-prozentig funktionierende Systeme", betonte die Ministerin.

Höhn fordert Konsequenzen aus den Pannen. In jedem einzelnen Fall müssten die Ursachen für die Versäumnisse herausgefunden werden. Höhn nannte es zugleich empörend, dass es eine hohe Zahl von Schwarzschlachtungen gegeben habe. Sie gehe davon aus, dass von den rund 600 bislang bekannten Fällen fünf bis zehn Prozent schwarz geschlachtet worden seien.

Seit 2003 müssen alle BSE-Tests in eine bundesweite Datenbank gemeldet werden. Beim Abgleichen der Datenbank zum Jahresende waren Unstimmigkeiten zwischen der Zahl der geschlachteten und der getesteten Rinder festgestellt worden.

Seit gut drei Jahren müssen in Deutschland alle über 24 Monate alten Rinder, die geschlachtet werden, mit BSE-Schnelltests untersucht werden. BSE-infiziertes Rindfleisch steht im Verdacht, bei Menschen die tödliche Creutzfeld-Jakob-Krankheit auszulösen.

Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,281314,00.html