Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hausmeister
Hallo, Leute!
Zum aktuellen Anlaß des reichhaltigen Schneefalls (zumindest in einem Teil des Gebietes, aus dem unsere Mitglieder kommen) bin ich wieder einmal auf einen Sachverhalt aufmerksam geworden, den ich euch hier präsentieren möchte.
Es hat sich heraus gestellt, dass nach dem üppigen Schneefall in Wien viele Gehsteige vor den Häusern nicht von Schnee geräumt waren und das über längere Zeit. Im Prinzip ist es in Österreich so (anderswo wohl auch), dass bei Unfällen von Passanten auf glatten oder verschneiten Gehsteigen und Gehwegen der jeweilige Haus- und/oder Grunstückseigentümer haftet und daher gehalten ist, für eine rechtzeitige und ausreichende Räumung und Streuung der Wege zu sorgen.
Bei Einfamilienhäusern ist das weitestgehend klar. Da räumt und streut der jeweilige Hausbewohner. Bei größeren Häusern, in denen mehrere Leute/Familien zur Miete oder im Eigentum wohnen, ist die Sache eine andere. Hier gibt es (noch) in Österreich die Institution des Hausbesorgers, auch Hausmeister genannt. Dieser wird von der Hausverwaltung angestellt, über die Betriebskosten von den Mietern bezahlt, verfügt in der Anlage über eine mietfreie Dienstwohnung und hat Anwesenheitspflicht.
Er/sie hat das Haus zu reinigen, einfache technische Instandsetzungen durchzuführen, Gemeinschaftseinrichtungen zu verwalten, den Mietern den Zugang zu ermöglichen, sollten sie den Schlüssel vergessen haben, die Grünanlagen zu pflegen sowie die Wege und Gehsteige von Staub, Schnee und Eis zu befreien.
Dieses System hat sich ausgezeichnet bewährt zur Zufriedenheit aller - mit einer Ausnahme: Den Vermietern war die mietfreie Dienstwohnung ein Dorn im Auge, die sie ansonsten teuer hätten vermieten können.
Also hat die momentane österreichische Bundesregierung (der Teufel möge sie holen und in siedendem Öl braten) das Bundesgesetz aufgehoben, das die Anstellung von Hausbesorgern regelte. :ang(
(Eines ist klar: Eine andere Regierung, die hoffentlich bald an die Macht kommt, wird dieses Gesetz umgehend wieder einführen!) :tongue:
Seither dürfen keine Hausbesorger mehr neu aufgenommen werden und infolge des natürlichen Abgangs werden sie immer weniger. Das führt - neben vielen anderen Widrigkeiten - auch dazu, dass bei Schneefall Wege nicht rechtzeitig geräumt werden.
Meine Frage an euch ist jetzt folgende:
Gibt es in D oder CH oder sonstwo, wo ihr herkommt, die Institution des Hausbesorgers? Wenn nein, wie (von wem) werden bei euch die oben erwähnten, im Gemeinschaftsinteresse der Hausbewohner gelegenen, Tätigkeiten wahrgenommen?
Gruß
plofre
hi plofre!
du hast recht. auch in deutschland müssen gehsteige geräumt werden und im schadensfall ist der hausbesitzer haftbar zu machen.
ich als häusleeigentümerin habe daher eine hausbesitzer-haftpflichtversicherung und schippe morgens um 7 uhr schnee (wenn mal welcher da ist *schnied*). nach dem gesetz muss ich nicht um 7 uhr raus, aber vor meiner haustüre ist eine bushaltestelle für schulkinder und denen soll nichts passieren.
sicherlich gibt es deutschland "hausmeister", aber meines wissens ist es keine gesetzlich pflicht einen zu haben bzw. einstellen zu müssen. es ist definitiv keine pflicht einen hausmeister ihn mietfrei wohnen zu lassen!
wenn es einen hausmeister in einem mehrfamilienhaus gibt, dann ist es meistens ein mieter der diese aufgabe freiwillig gegen eine gerine entlohnung übernimmt. anwesenheitspflicht gibt es für diesen jedoch keine. viele grundbesitzer überlassen ihre mehrfamilienhäuser "hausverwaltungsgesellschaften". diese kümmern sich um alles (mietverträge, reparaturen, nebenkostenabrechnungen etc.) und haben in der regel auch eigene hausmeister bzw. techniker die sich im bedarfsfall um reperaturen kümmern.
der "streudienst" zu regeln ist also sache des vermieters. viele lösen es so, dass es einen plan gibt (wie z.b. bei der reinigung des treppenhauses), welche mietpartei wann zu streuen hat. es gibt auch in vielen orten die möglichkeit bei der stadt einen streudienst zu bestellen und zu zahlen, d.h., dass die stadtbediensteten vor der haustüre kehren.
gruß
thekla
8)Hallo Plofre,
hier in Baden-Württemberg gibt es einen Hausbesorger nicht. Ich wohne in einem 7-Familien-Haus. Die städtische Satzung sieht vor, dass Gehsteige unter der Woche bis 7 Uhr geräumt und gestreut sein müssen, an Wochenenden bis 9 Uhr. Der Wohnungseigentümer darf dies per Mietvertrag auf den Mieter abwälzen. Auch die "Kehrwoche", die laut Satzung besagt, dass die Gehsteige samt Rinnstein gefegt werden müssen. Samit Reinigung der Biotonne.
Allerdings wohnt seit einem Jahr eine Tusse bei uns im Haus, die sich weder an den Mietvertrag noch an die Satzung hält. Ihren Sperrmüll deponierte sie in unseren eigenen!! Kellern (habe jetzt ein Schloss drangemacht), die Wäsche wird nach dem Waschen 2 Wochen in der Maschine liegenlassen, Kehrwoche nicht gemacht, nicht gestreut und nicht Schnee geschippt... sollte ich mal ausrutschen und mir was brechen, darf sie mein Gehalt zahlen. Und das ist nicht gering.
Außer 3 Parteien (ich, die Tusse und noch eine Wohnung) wohnen die Eigentümer selbst im Haus. Ich habe schon oft vorgeschlagen, einen Hausmeisterservice zu beauftragen, der die Kehrwoche macht, Schnee räumt, die Biotonne putzt usw. Die Eigentümer wollen aber alle sparen und sind deshalb dagegen. Ich arbeite 45 bis 50 Stunden im Büro, habe 1 x pro Woche einen Nebenjob und auch sonst viel um die Ohren, wäre also gerne bereit, pro Monat 20 Euro oder so zu zahlen. "Große Kehrwoche" hier in BW bedeutet: rings um den Wohnblock alles fegen, alle Keller- und Nebenräume wischen, den Eingangsbereich saubermachen... vier Stunden sind locker weg. "Kleine Kehrwoche" bedeutet hier: nur die Treppe von Stockwerk zu Stockwerk reinigen.
Mir wäre es das wert, Geld zu bezahlen, statt im Sommer die Biotonne zu reinigen, aus der oft genug die Maden krabbeln :tongue:.
Einen Hausmeister oder Hausbesorger würde ich auf den Knien begrüßen.
@Fee: Dein Beitrag geht mir runter wie Honigseim. Das ist Wasser auf meine Mühlen. Vielen Dank!
@Thekla: Danke auch für deinen Beitrag.
Was überregionale Hausbetreuungs-Firmen bringen, sieht man jetzt in Wien. Nämlich nix. Viele Hausbesitzer haben diese Aufgaben solchen Firmen übertragen. Diese halten aber ihren Personalstand niedrig, um (Krankheit der heutigen Zeit) Personalkosten zu sparen. Das mag zu "normalen Zeiten" noch so schlecht und recht funktionieren. Wenn es aber (wie kürzlich geschehen) in einer Nacht 50 cm Schnee runter haut, dann reicht das Personal hinten und vorne nicht. Effekt: der Schnee bleibt liegen.
Die Gemeinde Wien (die politisch anders gefärbt ist als der Bund und die Rechtslage überaus bedauert) bemüht sich zwar redlich, der Lage gegen zu steuern und stellt regionale Hausbesorgerdienste auf. Diese können aber auch keine Wunder wirken und können vor allem nicht überall zugleich sein.
Ein im Haus oder der Wohnhausanlage wohnender Hausbesorger mit Anwesenheitspflicht könnte aber sofort reagieren. Das ist der Hauptvorteil des alten Systems, das unsere Regierung (Pest und Cholera befalle sie) gekillt hat. :ang(
Ich blicke mit Sehnsucht den nächsten Wahlen entgegen.
plofre
Original von Fee
8)Hallo Plofre,
hier in Baden-Württemberg gibt es einen Hausbesorger nicht. Ich wohne in einem 7-Familien-Haus. Die städtische Satzung sieht vor, dass Gehsteige unter der Woche bis 7 Uhr geräumt und gestreut sein müssen, an Wochenenden bis 9 Uhr. Der Wohnungseigentümer darf dies per Mietvertrag auf den Mieter abwälzen. Auch die "Kehrwoche", die laut Satzung besagt, dass die Gehsteige samt Rinnstein gefegt werden müssen. Samit Reinigung der Biotonne.
Allerdings wohnt seit einem Jahr eine Tusse bei uns im Haus, die sich weder an den Mietvertrag noch an die Satzung hält. Ihren Sperrmüll deponierte sie in unseren eigenen!! Kellern (habe jetzt ein Schloss drangemacht), die Wäsche wird nach dem Waschen 2 Wochen in der Maschine liegenlassen, Kehrwoche nicht gemacht, nicht gestreut und nicht Schnee geschippt... sollte ich mal ausrutschen und mir was brechen, darf sie mein Gehalt zahlen. Und das ist nicht gering.
Außer 3 Parteien (ich, die Tusse und noch eine Wohnung) wohnen die Eigentümer selbst im Haus. Ich habe schon oft vorgeschlagen, einen Hausmeisterservice zu beauftragen, der die Kehrwoche macht, Schnee räumt, die Biotonne putzt usw. Die Eigentümer wollen aber alle sparen und sind deshalb dagegen. Ich arbeite 45 bis 50 Stunden im Büro, habe 1 x pro Woche einen Nebenjob und auch sonst viel um die Ohren, wäre also gerne bereit, pro Monat 20 Euro oder so zu zahlen. "Große Kehrwoche" hier in BW bedeutet: rings um den Wohnblock alles fegen, alle Keller- und Nebenräume wischen, den Eingangsbereich saubermachen... vier Stunden sind locker weg. "Kleine Kehrwoche" bedeutet hier: nur die Treppe von Stockwerk zu Stockwerk reinigen.
Mir wäre es das wert, Geld zu bezahlen, statt im Sommer die Biotonne zu reinigen, aus der oft genug die Maden krabbeln :tongue:.
Einen Hausmeister oder Hausbesorger würde ich auf den Knien begrüßen.
Hallo Fee, dann hast du die gleichen Gedanken/Probleme wie ich. Würde liebend gerne auch jemanden beauftragen und auch ohne zu zögern 20 Euro zahlen. Leider interssiert das keinen im Haus.
gell Avenzio, es ist schon zum Zähneknirschen..... kein Wunder, dass mein Zahnarzt durch mich reich wurde :elch)
Original von Fee
gell Avenzio, es ist schon zum Zähneknirschen..... kein Wunder, dass mein Zahnarzt durch mich reich wurde :elch)
Ja, so ist das. Beim Geld tragen auch die besten Argumente keine Früchte.:grum)
@plofre offtopic
Was hast du gegen eure Regierung? Ist denn die FPÖ dran?
Ich glaube ich kenne alle Möglichkeiten. Am Haus meiner Eltern musste ich ran. In einer Mietwohnung einer Genossenschaft waren die Mieter abwechselnd dran, es gab eine Schneekarte, die durchs Haus wanderte, und wenn man geräumt und gestreut hatte, wanderte sie zum nächsten, Übergabe nur persönlich, bei meiner Ex hatten die eine Firmal beauftragt, oft musste man denen hinterher telefonieren, in meiner jetzigen Wohnung haben wir den Herrn Eidermüller, der macht alles, was im und am Haus zu tun ist, selbst die Glühbrirne im Kühlschrank auszuwechseln und er wohnt im Haus gegenüber.
Aber, wie es auch sein mag. Was mich ankotzt ist das Phänomen, dass die öffentlichen Wege, wo ein Gebäude der Stadt sind, seltenst pünktlich oder gründlich geräumt werden. Nach dem Motto der kleine muss alles machen, wir als Stadt haben die längere Hand, und ne Passage im Kleingedruckten....
Anfrage an Neph oder almac:
Ich würde gern Joes off-topic-Frage beantworten, weiß aber nicht, ob das hier in aller Öffentlichkeit geht. (Nicht weil ich mich fürchten würde, meine Meinung zu sagen, aber Politik ist nun mal ein heikles Thema) Wenn ihr meint, dass das hier nicht hin gehört, dann sag ich ihm das per PN oder EMail.
plofre
Falls dir das Thema wichtig ist, starte doch einfach einen neuen Thread mit Bezug auf joes Posting. Sonst würde ich dich bitten es per mail/pn zu machen, zumal hier keine Dateibaumansicht eingeschaltet werden kann, in der man OT Beiträge ignorieren kann
Danke, SturmKrähe
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