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JoE101
10.01.2004, 15:26
Also, ich erkenne mich wieder..........
Ihr euch auch??


Quelle: STERN 1/2004

Eine GENERATRIONENGESCHICHTE

Wenn du nach 1978 geboren wurdest, hat das hier nichts mit dir zu tun...
Verschwinde! Kinder von heute werden in Watte gepackt...

Wenn du als Kind in den 50er, 60er oder 70er Jahren lebtest, ist es zurückblickend kaum zu glauben, dass wir so lange überleben konnten! Als Kinder saßen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags. Unsere Bettchen waren angemalt in strahlenden Farben voller Blei und Cadmium. Die Fläschen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen, genauso wie die Flasche mit Bleichmittel. Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für unsere Fingerchen. Auf dem Fahrrad trugen wir nie einen Helm. Wir tranken Wasser aus Wasserhähnen und nicht aus Flaschen. Wir bauten Wagen aus Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter, dass wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir nach einigen Unfällen klar. Wir verließen morgens das Haus zum Spielen. Wir blieben den ganzen Tag weg und mussten erst zu Hause sein, wenn die Straßenlaternen angingen. Niemand wusste, wo wir waren und wir hatten nicht mal ein Handy dabei! Wir haben uns geschnitten, brachen Knochen und Zähne, und niemand wurde deswegen verklagt. Es waren eben Unfälle. Niemand hatte Schuld außer wir selbst. Keiner fragte nach "Aufsichtspflicht". Kannst du dich noch an "Unfälle" erinnern? Wir kämpften und schlugen einander manchmal bunt und blau. Damit mussten wir leben, denn es interessierte den Erwachsenen nicht. Wir aßen Kekse, Brot und Butter dick, tranken sehr viel und wurden trotzdem nicht zu dick. Wir tranken mit unseren Freunden aus einer Flasche und niemand starb an den Folgen. Wir hatten nicht: Playstation, Nintendo 64, X-Box, Videospiele, 64 Fernsehkanäle, Filme auf Video, Surround-Sound, eigene Fernseher, Computer, Internet-Chat-Rooms. Wir hatten Freunde. Wir gingen einfach raus und trafen sie auf der Strasse. Oder wir marschierten einfach zu deren Heim und klingelten. Manchmal brauchte wir gar nicht klingeln und gingen einfach hinein. Ohne Termin und ohne Wissen unserer gegenseitigen Eltern. Keiner brachte uns und keiner holte uns... Wie war das nur möglich?
Wir dachten uns Spiele aus mit Holzstöcken und Tennisbällen. Außerdem aßen wir Würmer. Und die Prophezeiungen trafen nicht ein: Die Würmer lebten nicht in unseren Mägen für immer weiter, und mit den Stöcken stachen wir nicht besonders viele Augen aus. Beim Straßenfußball durfte nur mitmachen, wer gut war. Wer nicht gut war, musste lernen, mit Enttäuschungen klarzukommen. Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere. Sie rasselten durch Prüfungen und wiederholten Klassen. Das führte nicht zu emotionalen Elternabenden oder gar zur Änderung der Leistungsbewertung. Unsere Taten hatten manchmal Konsequenzen. Und keiner konnte sich verstecken. Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstossen hat, war klar, dass die Eltern ihn nicht aus dem Schlamassel heraushauen. Im Gegenteil: Sie waren der gleichen Meinung wie die Polizei! So etwas!
Unsere Generation hat eine Fülle von innovativen Problemlösern und Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht. Wir hatten Freiheit, Misserfolg, Erfolg und Verantwortung. Mit alldem wussten wir umzugehen.
Und du gehörst auch dazu.
Herzlichen Glückwunsch!

XJustinSaneX
10.01.2004, 16:36
Und die Leute, die vor den 50er, 60er oder 70er Jahren geboren wurden, hatten es noch schwerer. Und die, die wiederum davor geboren wurden hatten es noch schwerer.
usw.
usf.
In fünf Jahren wird es einen ähnlichen Artikel geben, in dem ein dann gerade 25jähriger behauptet, er hätte es ja vieeeeel schwerer gehabt als die Leute, die nach 83 geboren wurden.
Man wird das immer wieder behaupten. Es wird immer wieder "alte" Menschen geben, die sich an das schwere Leben von früher erinnern und das Leben von heute kritisieren.
Es ist einfach nur stinklangweilig, solche Vorwürfe zu hören.

Dark Harlekin
10.01.2004, 18:26
Hi

Also ich finde, dass nur die Menschen eine schwere Zeit hatten die zB. den zweiten weltkrieg miterlebt haben wie meine Grosseltern oder Menschen die in armen Länder leben oder in armen, sozial schwachen Beriechen.
Wir hier, und da rede ich von jedem jahrgang, können uns eigentlich glücklich schätzen dass wir in einer Zeit leben wo wir von "grossen" Problemen verschont geblieben sind.
Natürlich, jeder Jahrgang kann behaupten er hätte eine schwere Zeit gehabt.
Aber im verglich von den Beispielen oben, ist das nichts und wir haben eine Angewohnheit, uns probleme zu suchen oder uns selber zu machen.
Wie Justin sagte, könnte unsere Generation in 25 jahren behaupten wir hätten eine schwere Zeit gehabt( Krankheiten, Dorgen, was weiss ich noch alles,...)
aber wir sollten uns glücklich schätzen in Länder zu leben und in sozialen Strukturen die uns ein "angenehmes" Leben ermöglichen.
Das soll jetzt nicht heissen, dass jeder eine glückliche Zeit hatte aber im Normalfall sollte das jedoch der fall sein.

So denn

einsamkeit
10.01.2004, 19:23
hi,
also in einem ernsten kontext halte ich diese vergleiche durchaus für sinnfrei. natürlich kann man sich immer beschweren, die frage ist nur, ob das sinn macht, denn wenn man das mal so zurück und zurück rechnet, jede generation immer schwerer, dann dürfte spätestens vor 200 jahren das leben unmöglich gewesen sein, so schwer war das damals... wie gesagt, wenn man es ernst meint, wenn man das ganze allerdings etwas lustig getrachtet, dann finde ich derartiges sehr unterhaltsam.
in diesem zusammenhang (um ein bisschen vom thema abzuweich, passt aber in den zusammenhang): schon platon hat sich anno dazumal darüber beschwert, was für ein fürchterlicher sittenverfall unter der jugend herrsche und wie fleiß- und taltenlos diese doch sei. wenn man das nun mal durchrechnet, pro generation seitdem der verfall und die verdummung... naja, aber zurück zum thema:
ihr die ihr schon ein paar lenze mehr zählt: auch ich bin in meiner kindheit (die noch nicht wirklich lange her ist) mit freunden durch die gegend gezogen, wir sind auch einfach so weg gegangen, wir habe uns auch mal geprügelt, habe auf baustellen gespielt, haben im wald lager gebaut, sind sicherlich durchaus große risiken eingegangen und haben uns verletzt, wer ein spiel nicht wirklich konnte durfte auch nicht wirklich mitspielen... nur soviel dazu... und ich muss sagen, es war eine verdammt glückliche zeit...


lg

almac
05.12.2007, 09:51
Dadurch das ich immer noch ein bischen Fussball spiele und in den letzten 2 Jahren sehr viele 18jährige von der A-Jugend in die Senioren aufgestiegen sind,
kann man einige Sachen vergleichen.
Und ich muss dem ersten Beitrag von Joe recht geben!
Manche der jungen Leute sind extrem verweichlicht in jeder Hinsicht....

jules1
05.12.2007, 15:56
*lach*...witzig zu lesen der Text...aber das Lachen erstirbt dann auch bald, weil eine bittere Wahrheit in den Zeilen steckt...

Ich glaube...das Leben war damals einfacher..., und ich kann nicht sagen...was sich so gravierend geändert hat...dass die kids nicht mehr Stullen und Würmer, sondern Döner und Burger essen müssen, dass sie nicht mehr mit Stöcken und Bällen sondern mit dem Nintendo DS oder WII spielen MÜSSEN...

Was ist geschehen, dass die Eltern sich gegen die Lehrer stellen um ihre verzogenen Sprösslinge in ihrem frechen Handeln noch zu bestärken?

irgendwo muss doch eine einschneidende Wende geschehen sein...was war das?


jules