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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Scheidung



Arwen
12.01.2004, 15:32
Hallo!

Ich bin neu hier, verfolge aber seit geraumer Zeit die Beiträge in diesem Forum. Ich habe nun selbst eine Frage bzw. ich hoffe auf Erfahrungsaustausch mit anderen Mitgliedern dieses Forums.

Mein Mann und ich waren 3 Jahre verheiratet und haben uns Mitte letzten Jahres friedlich getrennt. In diesem Jahr steht nun die Scheidung an. Wie gesagt, es ist (bis auf den Versorgungsausgleich) alles geregelt und wir möchten die Scheidungskosten so gering wie möglich halten. Ich habe Schulden bei ihm, da wir uns kurz vor der Trennung noch eine sündhaft teure Einbauküche angeschafft haben. Über die Rückzahlungsmodalitäten sind wir uns einig. Wir würden ganz gerne den Versorgungsausgleich auf meine Schulden anrechnen lassen. Also ich verzichte auf den Ausgleich und zahle weniger zurück.

Hat jemand Erfahrungen damit? Ich meine auch allgemein mit Scheidung. Gibt es eine Möglichkeit die Kosten gering zu halten und wenn ja, wie? Ich erhoffe mir hier auch keinen juristischen Beistand, sondern lediglich einen Erfahrungsaustausch.

Liebe Grüße
Arwen

(Wir haben übrigens keine Kinder und arbeiten beide Vollzeit.)

JoE101
12.01.2004, 15:46
Also, ich glaub am einfachsten wird es sein, wenn ihr euch einen gemeinsamen Anwalt nehmen werdet, der eure Belange vor Gericht vorbringt, so dass es quasi nur ein kurzer Gang werden wird. Setzt euch zusammen, beredet alles und macht kleiner Verträge, die dann euer Anwalt auf Wirksamkeit hin prüft.

Hast du denn inzwischen jemand anderen gefunden?

Fee
12.01.2004, 18:35
Hallo Arwen,

ich bin zweimal "friedlich" geschieden. Das heißt, wir haben beide (da beide gearbeitet haben) auf den Versorgungsausgleich verzichtet, uns einen einzigen Anwalt genommen (dessen Kosten wir uns unter der Hand dann teilten) usw. Wenn man - in etwa - dasselbe verdient, ist der Richter willens.

Der Kollege vom Flur muss übrigens immer dann her, wenn man nur EINEN Anwalt hat. Ich musste pro Kollege 100 DM bezahlen - dafür, dass er mich fragte: "Sind sie mit der Scheidung einverstanden?" Laut unserem gemeinsamen Anwalt gibt es tatsächlich Anwälte, die nur auf dem Flur umherwandern und auf diese Gelegenheit warten. Ob es stimmt oder nicht - keine Ahnung. Es heißt halt: ein Anwalt darf nur EINE Partei vertreten, deshalb muss vor der Urteilsverkündung der zweite her. Pfeifendeckel. Geldmacherei, denke ich...

Man nennt das "einvernehmliche Scheidung". Gebt an, dass alles Hab und Gut bereits schon geteilt wurde (es fällt dann nicht unter den Streitwert) und dass ein Versorgungsausgleich wegen Vollzeitarbeit entfällt. Vermögen sei nicht vorhanden. So sind wir beide Male kostengünstig gefahren und gingen anschließend samt Anwalt noch essen :elch). Die jeweiligen Hochzeiten waren teurer *seufz*.

In diesem Sinne, Fee

Arwen
14.01.2004, 15:59
Vielen Dank für Eure Antworten! Das hat mir wirklich schon weiter geholfen.

Ich gehe jetzt mal etwas mehr ins Detail. Wie schon beschrieben würde ich gerne auf den Versorgungsausgleich verzichten und mir die Höhe/den Wert meines Verzichtes auf meine Schulden als eine Art Tilgung anrechnen lassen. Mein Mann ist damit einverstanden.

Über die Teilung von Hab und Gut sind wir uns einig. Ich habe fast alles behalten, er bekommt dafür Geld. Mein Ex hätte das mit den Schulden gerne vertraglich geregelt. Wird das dann mit in den Streitwert einberechnet??? Ich bin ja der Meinung dass wir diesen Vertrag auch ohne Notar bzw. Rechtsanwalt schließen könnten.

@ Fee
Darf ich mal fragen, wieviel Dich die Scheidungen gekostet haben? Ich habe echt Angst vor den Kosten!

@ Erja

Dir und deinem fast geschiedenem Mann wünsche ich, dass ihr einige liebevolle Erinnerungen an eure Ehe mit in euer neues Leben nehmt.
Vielen Dank! Ich nehme viele liebevolle Erinnerungen aus meiner Ehe mit. Ich hoffe, dass auch er das irgendwann so sehen kann. Ich hoffe, dass wir nach der Scheidung, nachdem endgültig alles geregelt ist wieder ungezwungen miteinander reden können. Ich erhoffe mir für die Zeit danach noch eine Art Schlussgespräch.

Vielen Dank!
Arwen

Fee
14.01.2004, 18:00
Hallo Arwen,

habe mal in meinem Ordner gekruschtelt, aber nicht viel gefunden. Es ist lange her... sicher kann man die Kosten heute nicht mehr vergleichen... aber aus dem Gedächtnis ungefähr:

1. Scheidung am 18. Juni 1975 ca. DM 800 für den Anwalt (was wir dann teilten), ca. DM 180 für Gerichtskosten (10 Minuten)

2. Scheidung am 19. Juni 1985 (fast auf den Tag genau...) ca. DM 1.400 für den Anwalt (ebenfalls geteilt) ca. DM 350 für Gerichtskosten (3 Minuten).

Mit Schuldenanrechnung usw. müsst ihr wirklich euren Anwalt befragen. Keine Ahnung, ob das möglich ist.

Bei der 2. Scheidung sagte "unser" Anwalt, er habe noch nie ein Paar vertreten, das so friedlich eine Scheidung durchzog. Why not? Ich bin der Meinung, wenn man sich nicht mehr liebt, soll man einen klaren Strich ziehen. Mein Mann hatte eine Freundin, was ich ihm nicht übel nehmen konnte, da ich ständig im Krankenhaus lag und keine Frau in dem Sinne für ihn sein konnte.

Übrigens: wir haben bei beiden Scheidungsessen NICHT geweint. Was vorbei ist, ist vorbei. Im Ernst: ich ging öfter mit Mann 1 und Mann 2 ein Bier trinken, in bestem Einvernehmen. Nur die Vorstellung rief öfter Verwirrung hervor.....

Ohne Notar bzw. Anwalt würde ich definitiv bei einer so heiklen Sache nichts machen (Schuldenübernahme bzw. Verzicht usw.). Ich glaube auch nicht, dass das vor Gericht anerkannt würde. Aber wie gesagt, dazu müsst ihr unbedingt euren Anwalt befragen.

Ich wünsch dir ganz viel Glück, Fee