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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Geburtstrauma beim Mann ?



almac
04.02.2010, 17:12
Hallo zusammen,

ich möchte mal auf dieses Thema eingehen da ich das gestern oder so im Fernseh gesehen habe und mir denke das es durch aus mehr Männer betreffen könnte als man glaubt!

In dem Bericht ging es darum das Männer die bei der Geburt dabei waren, nicht mehr mit ihren Frauen schlafen möchten und auch ihnen der Sex jetzt anders vorkommt.
Sie fühlten sich verpflichtet bei der Geburt dabei zu sein und haben die ganze Geburt, die Schmerzen, die Schreie, das Blut, .... Live verfolgt, obwohl es ihnen nicht unbedingt gut dabei ging.
Nun habe sie scheinbar ein Trauma und können die Geburt nicht mehr verarbeiten....Folge: kein Sex, keine weitere Familienplanung, mögliche Trennung....

Hat jemand mit diesem Phänomen Bekanntschaft gehabt oder ist vielleicht selbst davon betroffen?
Habt ihr es überwunden?
Was hat euch geholfen oder welche Hilfe habt ihr euch gesucht?

Gruss
Almac

p.s.
Natürlich gibt es auch Frauen die durch eine Geburt eine Trauma erleiden, aber dafür bitte ich einen neuen Thread zu öffnen.

Manuel
05.02.2010, 15:14
Erstmal Hallo Alex,

mir war das Thema völlig neu, sprich, ich war jetzt sogar etwas überrascht, denn ich war zwar bei noch keiner Geburt dabei, aber ich könnte mir nur schwerlich vorstellen, dass ich dabei Probleme hätte - in einer Beziehung lernt man doch oft Seiten an seinem Partner kennen, die nicht immer toll sind (ich spreche hier eher von physischen Problemen) und da fühle ich mich aber gerne verpflichtet zu helfen so gut es geht und ohne dabei etwas störendes dabei zu empfinden.

Ich werde mich bei Gelegenheit mal einlesen - klingt interessant!

Lg Manuel

->Maya<-
05.02.2010, 21:06
Also ich kann das gut nachvollziehen... Ich meine als Kind will man sich ja auch nicht vorstellen, dass man mal "DA" aus seiner Mama rausgekommen ist ;zwink)

Außerdem möchte man ja beim Anblick der Vagina z.B. beim Oralsex nicht an Kinder denken. Sex hängt zwar mit Kindern zusammen aber ich glaube kaum, dass man als Mann das Bild seines Kindes vor Augen haben will wenn man die Vagina der Frau ansieht.

Für mich selbst ist es auch befremdlich, dass Kinder dort herauskommen wo sie herauskommen und wäre ich der Mann würde ich es auch nicht unbedingt sehen wollen ;nixweis()

Ich glaube den einzigen Menschen, den ich dabei haben wollen würde wenn ich mein Kind gebäre wäre meine Mutter.
Kann sich natürlich alles noch ändern.

Manuel
05.02.2010, 21:51
Naja ich weiß nicht, aber bitte ich bin erwachsen, das soll dir gegenüber jetzt nicht abwertend klingen, aber ich hab genug im Altersheim und an anderen Orten gesehen das mich NICHT geekelt hat ... ich stehe zu meinem Körper, finde ihn toll und der Körper einer Frau ist für mich ein Wunder, etwas ganz tolles u. da kann mir der Gedanke schon kommen, dass aus der Vagina das Kind rauskommt - also ich weiß nicht, aber ich habe dazu einen völlig natürlichen Bezug - auch zu Sex und etwaigen Vorlieben!

Lg Manuel

->Maya<-
05.02.2010, 22:00
Es ging mir eher darum, dass du beim Oralverkehr mit deiner Freundin bestimmt nicht an Babies denken willst ;zwink)

Und dass ich ein ganz natürliches Verhältnis zu meiner Vagina habe heißt noch lange nicht, dass ich möchte, dass meine beste Freundin wenn sie mich und mein Baby sieht immer an meine zur Geburt 10cm offene Vagina denkt!

Liebe Grüße

Manuel
05.02.2010, 22:02
Wie kommt man überhaupt auf die Idee beim Oralverkehr mit der Freundin an ein Baby zu denken? ;nixweis() =)

BIGMON
05.02.2010, 22:57
Hm, das Thema ist nicht uninterresant für mich, aus folgendem Grund:

Bevor ich zum zweiten Male Vater geworden bin, hatte ich ein recht ausgeprägtes und tolles Sexleben.
Aaaaaber, im laufe der Zeit wurde meine damalige partnerin immer unansehnlicher, nicht wegen der schwangerschaft alleine, sondern auch durch Faulheit etc...

Zu dem zeitpunkt hatte ich schon gar keinen Bock mehr, Sex mit Schwangeren geht mal gar nicht, zumindest bei mir.
Als mein süßer kleiner Mann (Sohn) dann auf der Welt war, wurde es noch schlimmer. Ich hatte absolut keine Lust mehr auf die Frau, letztendlich zerbrach auch die Beziehung.

Bei der Geburt war ich dabei, es war zwar ein Kaiserschnitt, aber der hat mich dermaßen aus der bahn geworfen, unglaublich. Sie lag auf dem OP Tisch wie ein Stück Fleisch, alles wurde irgendwie hin und hergedreht, daß die Ärzte gut rankamen etc...Ich bin dankbar, daß alles sehr gut gelaufen ist. Nen knacks hab ich deswegen trotzdem bekommen.

Empfehlung und Fazit: Falls ich ein drittes mal Papa werden sollte, bei einer Geburt werde ich definitiv nicht dabei sein...

->Maya<-
05.02.2010, 23:47
Man darf bei einem Kaiserschnitt anwesend sein als Vater? :eek:

Ich weiß nicht, es gibt für mich einfach Dinge, die muss man nicht miteinander erleben. Ähnlich, wie die Tatsache, dass man nicht aufs Klo geht wenn der andere im Raum ist (wobei ich da wahrscheinlich durch meine Eltern geprägt bin).
Kein passender Vergleich, eine Geburt ist ja was Schönes, aber vielleicht versteht der ein oder andere damit was ich meine ;zwink)

Manuel
06.02.2010, 14:49
Auch meinem Freund, der Arzt ist, etwas unbekanntes bzw. unerklärliches - vermutlich hat der Lebensweg großen Einfluss darauf!

Wenn man erst einmal gesehen hat was es sonst alles so gibt, relativiert sich das alles, anders kann ich mir das nicht erklären.

Vergesst bitte nicht, dass ihr durch Eltern u. Verwandte über die Jahre als Kind sehr geprägt werdet - wir erleben tagtäglich tausende unterbewusste Filter, die nicht einmal auffallen!

Lg Manuel

PS: Jeder Mensch geht den selben Weg - Asche - nichts ungewöhnliches!

Lazarus
06.02.2010, 15:35
Empfehlung und Fazit: Falls ich ein drittes mal Papa werden sollte, bei einer Geburt werde ich definitiv nicht dabei sein...

Finde ich jetzt ehrlich gesagt sehr egoistisch...
eine Frau kann auch nicht sagen 'hey ich will bei der Geburt nicht dabei sein' .
Ich denke eine Frau hat in dem Moment durchaus das Recht unterstützt und nicht alleingelassen zu werden!

Als ich meinen Sohn bekommen habe, wollte ich nicht dass mein Mann die ganze Geschichte frontal sieht. - vorallem als dann alles vorbei war und genäht werden musste.
Soviel Würde sollte man einer Frau lassen....

Aber ich glaube, dass ein Mann der hinter einer Frau steht/sitzt und ihr beisteht, soviel ekliges garnicht zu sehen bekommt.

Und mal ganz ehrlich.... Hallo? Das ist auch EUER Kind meine lieben Herren !

Lazarus

sageslaut2002
06.02.2010, 22:11
Oja, almac, viele Männer, u. Manuel, dein Freund als Arzt sollte das Thema eigentlich nicht fremd sein, können die Geburt nicht verarbeiten. Nicht unbedingt, weil es sooo schlimm aussieht, dass nimmt Mann vor Aufregung gar nicht richtig wahr ( es sei denn, er konnte sowieso noch nie Blut sehen, dass sind dann die Männer die im Kreißsaal aus den Schuhen kippen :] ), sondern weil sie die grenzenlosen Schmerzen der Frauen mitbekommen u. sich so hilflos wie noch niemals zuvor ihn ihrem Leben vorkommen weil sie eben ihrer Partnerin nicht helfen können, einfach nichts machen können um ihre Schmerzen zu lindern.

Unbewusst nehmen einige Männer eben diese Eindrücke mit in ihr weiteres Leben u. haben ein unsichtbares Tilt - Schild vor Augen wenn es um Sex geht mit eben dieser Frau, der Mutter seines Kindes. Sie geben sich die Schuld mit, sagen sich unbewusst: Meinetwegen musste meine Frau diese irrsinnigen Schmerzen ertragen, denn ohne mich wäre sie nie in diese Lage gekommen....noch einmal tue ich es ihr nicht an.

Männer die freiwillig an der Geburt teilnehmen können eigentlich frei damit umgehen, Probleme bekommen oftmals die Männer, die eigentlich, von ihrem Inneren her, nicht dazu breit sind, es aber tun weil die Frau darauf besteht oder ihm anmerken läßt wie enttäuscht sie ansonsten wäre.

Ja, Maya, in vielen Kliniken sind die Väter auch beim Kaiserschnitt anwesend, sehen aber in der Regel kaum etwas davon, da die Frau ab Halshöhe mit einer Art kleinen Stoffparavent ( Raumteiler ) selber vom Geschehen abgegrenzt wird u. der werdende Vater hinter ihrem Kopf sitzt. Also nur um ihre Hände zu halten u. sein Baby in Empfang nehmen zu können, da seine Frau es ja nicht kann.

Meiner Meinung nach sollte es nicht als selbstverständlich vorausgesetzt werden das Väter bei der Geburt dabei sind. Viele Frauen wollen das auch gar nicht, sondern entscheiden sich z.B. für ihre Mütter oder beste Freundinnen als Beistand.

Damals, als meine Söhne geboren wurden ( 1979 u. 80 ) fing es gerade damit an das Väter dabei sein durften, war aber eher noch eine Seltenheit u. ich habe es auch nicht gewollt. Ich war so mit mir selber beschäftigt, ich wollte es einfach hinter mich bringen ohne das Gefühl haben zu müssen noch auf jemand anderes Rücksicht nehmen zu müssen.

Mein Jüngster z.B. hat die Geburt seiner Tochter als Wunder empfunden, hat geweint als es in Sachen ging, eben, weil er sich so hilflos vorkam, erst Recht als die Hebamme das Geburtsbesteck aus eine Schublade holte, da er bei allen Geburtsvorbereitungen mit war, wusste er: Und jetzt geht es los, gleich kommt unsere Tochter. Ab da an hat er alles nur noch unter einem Tränenschleier wahr genommen.

Aber er sagt heute noch: Es war das Größte was er in seinem Leben erlebt hat. Im positiven Sinne.

Aber ja, es gibt den Babyblues nicht nur bei Frauen, sie können ihr Kind lange nicht annehmen nach der Geburt durch eine Art Trauma, sondern auch für Männer, nur eben auf eine andere Art.

Ich sage mal...erst wer selber da durch musste kann überhaupt verstehen was an wahnsinniger Emotinalität, Schmerzen, Liebe, Freude, Nähe in einem Kreißsaal abgeht. Ich glaube nicht, dass es auch nur ein Mensch wirklich in Worte fassen kann.

Bigmon beschreibt sein Erlebtes. Er hat es so erlebt u. empfunden. Ein anderer Vater erlebt es wieder ganz anders, der Nächste wieder ganz anders...eines nur ist allgemein zu halten: Wahnsinnige Emotionen!

sages!

Manuel
11.02.2010, 14:02
Mein Jüngster z.B. hat die Geburt seiner Tochter als Wunder empfunden, hat geweint als es in Sachen ging, eben, weil er sich so hilflos vorkam, erst Recht als die Hebamme das Geburtsbesteck aus eine Schublade holte, da er bei allen Geburtsvorbereitungen mit war, wusste er: Und jetzt geht es los, gleich kommt unsere Tochter. Ab da an hat er alles nur noch unter einem Tränenschleier wahr genommen.

Aber er sagt heute noch: Es war das Größte was er in seinem Leben erlebt hat. Im positiven Sinne.


Genau so stelle ich mir das vor!

Ein Mann hat seiner Frau beizustehen und hat wohl im Leben ne Menge versäumt wenn er das Wunder "Mensch, Geburt, Kind" im Warteraum verbringen will!

Wir leben in einer Welt mehr und mehr industrialisierter Männer, deren Kinder wieder Männer als Väter brauchen u. keine Waschweiber =)

Lg Manuel

Eislicht
17.02.2010, 14:23
Ich glaube den einzigen Menschen, den ich dabei haben wollen würde wenn ich mein Kind gebäre wäre meine Mutter.
Kann sich natürlich alles noch ändern.

Ich hab mal überlegt. Das wäre mir auch so, wenn ich Kinder haben wollen würde. Auch einfach, weil sie es nachvollziehen könnte und ein Mann es nie nachvollziehen kann.
Ich muss mit meinem Partner auch nicht alles teilen, nicht jede Situation und ne Geburt naja, was da nicht alles mit dazugehören kann: Blut und Schweiß ist da ja noch das wenigste....
Ich sehe auch keine Notwendigkeit, warum der Partner dabei sein muss.

Wieso will ein Mann eigentlich dabei sein? Er kann doch eh nicht wirklich was "tun" (außer Händchen halten und den Schweiß abwischen) bzw. den Schmerz lindern. Das Ergebnis bleibt das Gleiche.

Manuel
17.02.2010, 14:33
Wieso will ein Mann eigentlich dabei sein? Er kann doch eh nicht wirklich was "tun" (außer Händchen halten und den Schweiß abwischen) bzw. den Schmerz lindern. Das Ergebnis bleibt das Gleiche.

Wieso tue ich mir die komische Sache, die man Leben nennt überhaupt an? Warum suche ich mir nicht gleich die nächste Brücke und springe runter - das Ergebnis bleibt doch das Gleiche.

Ja warum denn nun eigentlich?

Geilster Post ever =)

Der Maaaaannnnn bzw. die Määännnnner ... was wollen die denn eigentlich?

Wenn ich ne Facebook-Gruppe mit diesem Zitat gründen würde, hätte ich in nicht einmal einer Woche in der Kategorie "zitate - ja wie denn nun!?" minimum 5.000 Fans :eek: =)

belina01
17.02.2010, 15:16
Ich denke, es muss jeder für sich selber wissen.
Wenn ich wenn dabei haben möchte, wäre das mein Freund und auf gar keinen Fall und niemals meine Mutter. Mein Freund will auch freiwillig dabei sein und die Geburt mit mir, uns teilen. Ich habe auch schon gelesen, dass da sehr viele dinge die einem unter normalen Umständen sehr peinlich wären passieren können. Aber in dem moment ist einem wohl vieles oder alles egal, Hauptsache es geht alles gut vorbei :)

und ich glaub man darf das nicht so ernst nicht so "negativ angsterfüllt" ansehen, wenn das der richtige ausdruck ist...
Locker, positiv mit einer Prise Galgenhumor so werde ich hoffendlich das alles über die Bühne bringen. Irgendwie muss es ja raus, schön wenn mein Partner dabei sein will und wir zusammen das beste daraus machen!

Ps: Männer sind schon viel früher in der Schwangerschaft hilflos und können nicht wirklich helfen und leiden dennoch mit zb. Bei schwangerschaftsübelkeit!!! Und die kann echt fies bös gemein sein!!! Und keiner kann helfen!

Manuel
17.02.2010, 15:43
@ belina:

Danke für den Beitrag!

Jeder Mensch ist pausenlos hilflos ... jeden Tag in unserem Leben müssen wir zusehen, dass wir mit Dingen klarkommen, die uns unbekannt sind ... zielstrebigen Menschen sagt man sogar nach, dass sie das bewusst tun um sich zu entwickeln und ihre Erfahrungen zu erweitern ;-) ... andere laufen ständig davon und das spiegelt sich dann natürlich auch in einer Geburt wieder.

Eine Frau, die das nicht alles so locker und lebenserfüllend wie ich sieht, ist besser in den Händen eines hilflosen Mannes aufgehoben, mit dem sie über das ganz ganz ganz ganz schlimme Leben trauern kann *lol*

->Maya<-
17.02.2010, 18:42
Irgendwie widersprichst du dir Manuel, auf der einen Seite heißt es ein Mann hat seinen Mann zu stehen und gefälligst dabei zu sein und andererseits predigst du immer Individualität und dass jeder machen soll was er für richtig hält, seinen Weg gehen.

Und ich finde es genauso patriarchialisch zu sagen "der Mann muss dabei sein" wie "das ist Frauensache".

Und irgendwie ist die Diskussion sowieso sinnfrei, da jeder für sich selbst entscheiden muss, Mann und Frau und man kann und muss nicht immer jede Sichtweise verstehen, hauptsache man aktzeptiert sie.

Liebe Grüße

Sunny86
17.02.2010, 19:42
Stimme Maya da zu, es gibt in diesem Fall kein "richtig" oder "falsch".

Ich denke beide, also Mann und Frau, muessen die Meinung des anderen da akzeptieren, und wenn der Mann nicht dabei sein moechte, bzw die Frau ihn nicht dabei haben will, muss man es dann wohl akzeptieren.

Bevor das Thema hier aufgekommen ist, hatte mein Freund mir schon davon erzaehlt, dass dieses Thema bei ihnen auf der Arbeit wohl momentan akut ist. Ein Mann war bei der ersten Geburt dabei, moechte aber nun bei der zweiten nicht dabei sein, weil er sich bei der ersten einfach sehr hilflos gefuehlt hat, und auch Blut und Nabelschnur zu viel fuer ihn war. Bei ihnen auf der Arbeit gibt es darueber wohl sehr unterschiedliche Meinungen, aber ich denke, jeder sollte nach gut duenken selbst entscheiden, ob oder ob nicht.

Manuel
18.02.2010, 08:24
Irgendwie widersprichst du dir Manuel, auf der einen Seite heißt es ein Mann hat seinen Mann zu stehen und gefälligst dabei zu sein und andererseits predigst du immer Individualität und dass jeder machen soll was er für richtig hält, seinen Weg gehen.

Wo ist denn hier bitte der Widerspruch?

Das Leben ist kein Wunschkonzert und jeder Mensch hat sie an die Grundgesetze zu halten und DARF SICH TROTZDEM (man staune), frei entfalten!

->Maya<-
19.02.2010, 10:39
Der Widerspruch in meinen Augen war "jeder soll machen was er will" und "ein Mann muss seiner Frau Händchenhalten".

frankie
06.03.2010, 04:29
back to the roots oder zu frage ;)

ich persönlich habe 2 geburten hinter mir.
einmal normal mit meiner frau und einmal einen kaiserschnitt mit einer "anderen frau, aber meinem kind" (insider wissen es, ansonsten siehe meinen thread) wo ich auch voll dabei war.
beide geburten haben / hätten mich nicht daran gehindert, dass die frau anschliessend für mich noch sexuell attraktiv gewesen ist.

ich glaube aber auch, dass es davon abhängig ist, wie der mann "drauf" ist.
es gibt männer die fallen beim blutabnahmen in eine ohnmacht, andere vertragen es problemlos.
ähnlich ist es sicherlich beim sex nach einer geburt.

zusätzlich glaube ich, dass wenn ein mann seine frau wirklich liebt er voll bei ihr ist.
bei der geburt und auch danach !
sex gehört zu einer beziehung und dieses kann doch nicht durch eine geburt so extrem verändert werden.
ich vermute, dass es sich um einzelfälle handelt, die immer mal vorkommen können, aber sicher nicht die regel sind.

almac
28.03.2010, 10:37
Hallo zusammen,

habe mir nach langer Zeit mal alle Antworten durchgelesen und finde das sageslaut es am besten trifft.
Es geht um das ganze an der Geburt, Schmerzen, Schreie, Beschimpfungen, Leiden, Angst, natürlich auch Blut, Wasser, Schweiß und andere Körperstoffe,
es geht um das Kind, Zange, Saugglocke, Fehlgeburt usw...

...das einige Männer mit dem gesamten Druck (der ja plötzlich alles in kurzer Zeit auf einen zukommt) nicht klar kommen und dadurch ein Trauma erleiden kann ich mir vorstellen.
wenn man mal in solchen Geburtsstation nachfragt, dann bekommt man zu hören das sehr viele Männer den Geburtsaal verlassen müssen oder gar hinaus getragen werden müssen.

Natürlich würde, denke ich jedenfalls, jeder Mann zukünftiger Papa bei der Geburt dabei sein wollen. Nur wenn man von vorne raus bereits Bescheid weiß das man es nicht schafft und der Druck schon vor der Geburt auf jemanden lastet, warum sollte er gegen sein Bewusstsein sich zwingen dabei zu sein?!

Menschen sind alle verschieden, die einen überstehen es ohne Probleme oder sonst was, die anderen erleiden einen tief sitzenden Schock und kämpfen damit ein Leben lang. Man kann nicht pauschal etwas abtun.

Manuel deine Einstellung und deine Antworten sind genau der Grund warum Männer die etwas mehr Probleme damit haben, es trotzdem versuchen dabei zu sein und dann dieses Trauma erleiden.
Ohne diesen öffentlichen Druck ... du bist ein Mann du musst dabei sein... das ist doch das natürlichste der Welt... wäre es einfacher zu sagen: .. du mein Schatz ich schaff das nicht... und alles wäre gut!

Ich denke aber auch das wenn man es vernünftig mit seinem Partner bespricht, das es dann auch immer zu einer Lösung kommt!

Gruss
almac

Trotz allem fände ich weitere Erfahrungsberichte dazu sehr interessant.
Vielleicht kann man auch den einen oder anderen Weg aus diesem Problem finden und weitergeben!

sajo
29.03.2010, 08:28
Trotz allem fände ich weitere Erfahrungsberichte dazu sehr interessant.


Hallo,

mein Erfahrungsbericht bzw. der von meinem Mann ist leider nur sehr kurz. Wir waren uns einig, dass er dabei sein wird, war für ihn eigentlich bis kurz vor der Geburt kein Thema, über das er weiter viel nachgedacht hat.
Dann waren wir im Krankenhaus zu einer Untersuchung und es hieß sofort Kaiserschnitt. Mein Mann war dann schon beim Umziehen und wäre sofort zu mir reingekommen, sobald die PDA gewirkt hätte (zumindest hab ich es damals so verstanden in der Hektik).
Nur hat sie leider nicht gewirkt und nach einer halben Stunde versuchen (aua, die Narbe hab ich heute noch) war dann klar, dass ich eine Vollnarkose bekomme und mein Mann durfte nicht mit rein.

Mein Mann sieht das so: Er wäre mit, weil er mich nicht alleine lassen wollte, aber er hat auch kein Problem, wenn er nicht dabei ist.

Avenzio
23.08.2010, 10:03
Mittlerweile war ich bei zwei Geburten dabei und es war insgesamt kein Problem für mich. Wobei die erste Geburt nervlich wesentlich belastender war. Die zweite war eigentlich recht entspannt, da man den Ablauf nun kennt. Zumindest ging es mir so.
Was den Bericht angeht, den almac erwähnt, so kann ich mir durchaus vorstellen, daß der ein oder andere Mann damit durchaus Probleme haben könnte, die auch das Sexualleben beeinflussen kann. Es kommt halt immer darauf an wie man gestrickt ist.