Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Einpflanzen in Hydrokultur?
Firesoul
24.03.2011, 12:59
Hallo,
ich habe mir bei einer Freundin einen Setzling abgeschnitten und warte jetzt, bis dieser Wurzeln ausgebildet hat, danach wollte ich ihn einpflanzen, vorzugsweise in Hydrokulturboden.
Muss ich hierfür die Wurzeln mit Erde bedecken oder geht das Ganze ganz ohne Blumenerde?
Liebe Grüße
Firesoul
Hydrokultur kenn ich eigentlich nur ohne Erde.
Man tut die Pflanzen in einen Hydrotopf (bestehend aus Innen- und Außengefäß mit Wasserstandsanzeiger), gibt etwas Hydrodünger (Ionenaustauscher) dazu und füllt mit Wasser lt.Markierung am Anzeiger.
Mit Erde würden die Wurzeln nur faulen.
LG plofre
Eislicht
25.03.2011, 19:59
Und ich dacht bei Hydrokultur nutzt man so Granulat aus Ton?
Firesoul
25.03.2011, 22:10
Und ich dacht bei Hydrokultur nutzt man so Granulat aus Ton?
Ja genau, den hab ich hier auch schon rumliegen, jetz muss der Setzling nur noch Wurzeln kriegen!
Das heißt, sobald die da sind, setz ich den Setzling einfach in das Granulat mit dem bestimmten Topf und fertig?
Hatte mir bei nem Discounter 3 Hydros gekauft und alle 3 haben an den Wurzeln Blumenerde.. das hab ich aber erst nach bissl ausgraben entdeckt! Aber die eine von den 3 hat ja geschimmelt.. und die anderen 2 sind aber gesund, ich hoffe nicht, dass sie anfangen zu faulen!
Und ich dacht bei Hydrokultur nutzt man so Granulat aus Ton?
Hab ich vergessen zu erwähnen, sorry! Hab ich wohl für selbstverständlich gehalten.:mh)
Natürlich, Blähton wird in das Innengefäß eingefüllt und hält dann die Wurzeln.
LG plofre
Eislicht
26.03.2011, 13:17
Plofre, da du dich damit so gut auskennst, kannst du vielleicht mal das ganze Prozeder für Laien erklären?
Wo kommt das Granualt rein, wo diese Ionenaustauscher (was ist das überhaupt?), braucht man Erde oder nicht, wie viel Wasser braucht man?
Ich habe davon gar keine Ahnung, der wikipedia-Artikel ist nicht besonders und mich würde das auch interessieren, wie das funktioniert.
OK, du brauchst einmal ein Hydrogefäß. Das muss natürlich zur Größe der Pflanze und vor allem des Wurzelballens passen. Berücksichtige auch das künftige Wachstum der Pflanze.
Die Hydrogefäße bestehen aus einem Innen- und einem Außengefäß, die genau ineinander passen. Das Außengefäß kann schlicht sein oder (teurer) durchgestylt und zur Einrichtung passend. Das Außengefäß ist wasserdicht und nimmt später das Wasser auf.
Das Innengefäß verfügt meistens über einen Einsatz zum Einsetzen eines Wasserstandsanzeigers. Das sind Röhrchen, in denen ein Schwimmer mir einer nach oben ragenden Stange gemäß dem Wasserstand rauf und runter steigt. Außen an dem Röhrchen ist eine Skala, die meistens nur die Einstellungen LEER/HALB/VOLL (oder ähnlich) aufweist. Auch MIN/MAX und ein Zwischenstrich sind gebräuchlich.
In das Innengefäß setzt man den Wurzelballen der Pflanze. Die Wurzeln müssen komplett erdfrei sein, sonst faulen sie. Der restliche Raum des Innengefäßes wird mit Blähton oder Tongranulat aufgefüllt.
Dann wird das Ganze mit Wasser angefüllt, und zwar mit reinem Leitungswasser, bis der Wasserstandsanzeiger zumindest HALB zeigt. Wenn das Wasser absinkt, wird nachgegossen. Viele Leute gießen nur bis HALB nach und füllen nur VOLL, wenn sie z.B. auf Urlaub fahren und die Pflanze nicht trocken fallen lassen wollen. Ich fülle in der Regel stets voll, aber da scheiden sich die Geister.
Da die Pflanzen auch Nährstoffe brauchen, ist Hydrodünger nötig, auch Ionenaustauscher genannt. Das Zeug besteht aus winzigen Körnchen, die sich nicht auflösen, sondern Mineralien aus dem Wasser aufnehmen (daher Leitungswasser) und dafür andere Substanzen (Ionen) ins Wasser abgeben, wo sie von den Wurzeln aufgenommen werden.
Die Düngung sollte sparsam erfolgen und erst einige Tage nach dem Einsetzen erfolgen, damit sich die Wurzeln erholen können. Es braucht nur 2mal im Jahr (ich machs im Frühling und Herbst) gedüngt zu werden. Die Dosen, in denen der Dünger verkauft wird, enthalten Messbecher. Bei einer kleinen Pflanze ist bestenfalls ein halber Messbecher nötig, bei einer sehr großen können es auch 2 oder 3 (oder mehr) sein.
Ich hoffe, das hat geholfen.
LG plofre
Eislicht
27.03.2011, 20:49
Tausend Dank, plofre! Viel verständlicher als bei wiki! :daumen)
Also ist das Innengefäß auch nicht dicht, so wie bei Pflanzen mit Blumenerde, sondern das Wasser kann von innen nach außen gelangen und nach und nach aufgenommen werden?
Ist das der Sinn zweier Gefäße?
Also ist das Innengefäß auch nicht dicht, so wie bei Pflanzen mit Blumenerde, sondern das Wasser kann von innen nach außen gelangen und nach und nach aufgenommen werden?
Ist das der Sinn zweier Gefäße?
Unter anderem. Das Innengefäß ist in der Regel aus Kunststoff und mit seitlichen Schlitzen versehen. Das Wasser wird von oben auf den Blähton (oder das Granulat) gegossen, sickert hinunter und dringt dann durch die Schlitze auch in das Außengefäß vor. Der Vorteil der beiden Gefäße ist, dass sie sich leicht trennen lassen. Wenn die Wurzeln aus dem Innengefäß rauswachsen, kann man das Innengefäß rausnehmen, ohne sich um das Wasser zu kümmern, das im Außengefäß bleibt. Dann kann man die Wurzeln, wenn notwendig, etwas kürzen und vor allem den Wasserstandsanzeiger frei machen, der sich sonst leicht verlegt. Außerdem wird Hydrodünger mit der Zeit ins Außengefäß geschwemmt, vor allem, wenn er ausgelaugt ist. Dann kann man ihn aus dem Außengefäß entfernen.
LG plofre
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