XJustinSaneX
25.01.2004, 14:24
Los Angeles
Starfotograf Helmut Newton stirbt bei Autounfall
Der in Berlin geborene Starfotograf Helmut Newton ist bei einem Autounfall in ums Leben gekommen. Nach Angaben einer Polizeisprecherin verlor der 83-Jährige die Kontrolle über sein Fahrzeug, als er den Parkplatz eines Hotels am Sunset Boulevard verlassen wollte.
Freunde äußerten die Vermutung, dass Newton einen Herzinfarkt am Steuer erlitten haben könnte. "Helmut Newton war ein großartiger Fotograf, wir verlieren einen Künstler von Weltrang", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD).
"Es ehrt Deutschland sehr, dass Helmut Newton, den man einst von hier vertrieb, die Hand zur Versöhnung reichte", schrieb Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) in einem Nachruf. Der französische Kulturminister Jean-Jacques Aillagon würdigte Newton als "international anerkannten und besonders talentierten" Künstler. "Einige seiner Bilder sind zu wahren Ikonen des 20. Jahrhunderts geworden und haben Fotografen und Künstler in aller Welt beeinflusst."
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) würdigte den bei einem Verkehrsunfall in den USA ums Leben gekommenen Fotografen Helmut Newton als einen "großen Künstler und großartigen Menschen". In einem Beileidsschreiben an die Witwe nannte Schröder Newton einen weit gereisten Weltenbürger, der in vielen Ländern zuhaus "und dabei im Herzen immer ein Berliner" gewesen sei.
» Wer ihn je kennen gelernt hat, wusste, dass jede Herabsetzung menschlicher Würde ihm ein Gräuel war «
Er habe Newton in persönlichen und sehr intensiven Begegnungen kennen lernen dürfen, betonte der Kanzler nach Angaben des Bundespresseamtes. "Er hat mich mit seiner Kunst, aber vor allem auch als Mensch tief beeindruckt. Seine zugewandte, offene Art, seinen lebensklugen warmherzigen Charakter werde ich immer in Erinnerung behalten." Die einen hätten seine Fotos geliebt und ihn als großen Künstler gefeiert, "die anderen schmähten und missverstanden ihn", meinte Schröder. "Wer ihn je kennen gelernt hat, wusste, dass jede Herabsetzung menschlicher Würde ihm ein Gräuel war. So habe ich auch seine umstrittenen Fotos verstanden: als eindrucksvolle, manchmal provokante Darstellungen."
Zum Unfallhergang berichteten Augenzeugen, das Auto habe plötzlich beschleunigt, die Marmont Lane überquert und sei dann auf der gegenüberliegenden Straßenseite in eine Wand gerast. Newton, ein bekennender Liebhaber luxuriöser Wagen, wurde in das Cedars-Sinai Medical Center gebracht, wo er wenig später seinen schweren Verletzungen erlag. Weitere Personen wurden nicht verletzt. Die Unfallursache wird noch untersucht.
Der berühmte Fotograf und seine Frau June, mit der er 55 Jahre lang verheiratet war, hatten das südkalifornische Los Angeles in den letzten 25 Jahren zu ihrem "Winterquartier" gemacht. Auch in diesem Jahr hätten sie sich wieder im Hotel Hotel Chateau Marmont niedergelassen, berichtete die Los Angeles Times am Samstag.
» Er hatte ein tolles Leben «
Hauptwohnsitz des Paares war Monte Carlo. Wo sich Newtons Frau zur Zeit des Unfalls aufhielt, war zunächst nicht bekannt. Nach Angaben der Polizei kam bei dem Unfall außer dem Fotografen niemand sonst zu Schaden.
"Ich habe selten jemanden erlebt, der das Leben so geliebt und der es so genossen hat wie Helmut und June", erklärte Vogue-Chefredakteurin Phyllis Posnick der Zeitung. Newton "war offen, großzügig, warmherzig und lieb. Er hatte ein tolles Leben." Freunde der Newtons beschrieben die Ehe des kinderlosen Paares als "große Liebesaffäre".
Der 1920 in Berlin geborene Fotograf wurde vor allem mit seinen Mode-, Porträt- und Aktfotos bekannt. Seine eigenwilligen und manchmal auch schockierenden großformatigen erotischen Frauenbilder wie die "Big Nudes" werden von Museen in aller Welt gezeigt. Seine Aufnahmen erschienen in Magazinen wie Vogue, Elle und Playboy.
Er porträtierte Persönlichkeiten wie Kanzler Gerhard Schröder, Claudia Schiffer und Pierre Cardin. Im vergangenen Oktober überließ er der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin eine umfassende Fotosammlung, die in der ehemaligen Kunstbibliothek am Bahnhof Zoo untergebracht werden soll.
Feministinnen wie Alice Schwarzer warfen Newtons Bildern Frauenfeindlichkeit vor, weil sie voyeurhaft seien und die Frauen erniedrigend darstellten. Der Künstler selbst meinte, er zeige Frauen nur als starke Persönlichkeiten und nie als Opfer. Mit seiner Frau June, die er 1948 heiratete, arbeite er eng zusammen. Sie stand ihm anfangs Modell, wurde dann aber unter dem Künstlernamen Alice Springs selbst als Fotografin bekannt.
Newton, Sohn eines jüdischen Knopffabrikanten und einer Amerikanerin, war 1938 mit seiner Familie vor den Nationalsozialisten aus Deutschland zunächst nach Singapur geflohen. Später ging er nach Australien, dessen Staatsbürgerschaft er erhielt.
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/436/25411/
Helmut Newton bekommt Ehrengrab in Berlin
27. Jan 13:28
Der in Los Angeles tödlich verunglückte Star-Fotograf Helmut Newton wird in Berlin bestattet. Er soll ein Ehrengrab erhalten.
«Newton wird hier bestattet», hat der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Klaus-Dieter Lehmann, am Dienstag verkündet. Der am vergangenen Freitag tödlich verunglückte 83-jährige Fotograf soll demnach in Berlin ein Ehrenbegräbnis bekommen. Newtons Witwe habe das Angebot des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit mit großer Rührung aufgenommen, so Lehmann.
Newton wurde 1920 in Berlin geboren, musste jedoch im Alter von 18 Jahren vor den Nazis fliehen. Er lebte unter anderem in Australien und den USA. Im vergangenen Jahr schenkte er seiner Geburtsstadt 1000 seiner Werke als Dauerleihgabe. Im Juni werden zwei Ausstellungen der Helmut-Newton-Foundation eröffnet. (nz)
Quelle: http://www.netzeitung.de/entertainment/people/270642.html
Starfotograf Helmut Newton stirbt bei Autounfall
Der in Berlin geborene Starfotograf Helmut Newton ist bei einem Autounfall in ums Leben gekommen. Nach Angaben einer Polizeisprecherin verlor der 83-Jährige die Kontrolle über sein Fahrzeug, als er den Parkplatz eines Hotels am Sunset Boulevard verlassen wollte.
Freunde äußerten die Vermutung, dass Newton einen Herzinfarkt am Steuer erlitten haben könnte. "Helmut Newton war ein großartiger Fotograf, wir verlieren einen Künstler von Weltrang", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD).
"Es ehrt Deutschland sehr, dass Helmut Newton, den man einst von hier vertrieb, die Hand zur Versöhnung reichte", schrieb Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) in einem Nachruf. Der französische Kulturminister Jean-Jacques Aillagon würdigte Newton als "international anerkannten und besonders talentierten" Künstler. "Einige seiner Bilder sind zu wahren Ikonen des 20. Jahrhunderts geworden und haben Fotografen und Künstler in aller Welt beeinflusst."
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) würdigte den bei einem Verkehrsunfall in den USA ums Leben gekommenen Fotografen Helmut Newton als einen "großen Künstler und großartigen Menschen". In einem Beileidsschreiben an die Witwe nannte Schröder Newton einen weit gereisten Weltenbürger, der in vielen Ländern zuhaus "und dabei im Herzen immer ein Berliner" gewesen sei.
» Wer ihn je kennen gelernt hat, wusste, dass jede Herabsetzung menschlicher Würde ihm ein Gräuel war «
Er habe Newton in persönlichen und sehr intensiven Begegnungen kennen lernen dürfen, betonte der Kanzler nach Angaben des Bundespresseamtes. "Er hat mich mit seiner Kunst, aber vor allem auch als Mensch tief beeindruckt. Seine zugewandte, offene Art, seinen lebensklugen warmherzigen Charakter werde ich immer in Erinnerung behalten." Die einen hätten seine Fotos geliebt und ihn als großen Künstler gefeiert, "die anderen schmähten und missverstanden ihn", meinte Schröder. "Wer ihn je kennen gelernt hat, wusste, dass jede Herabsetzung menschlicher Würde ihm ein Gräuel war. So habe ich auch seine umstrittenen Fotos verstanden: als eindrucksvolle, manchmal provokante Darstellungen."
Zum Unfallhergang berichteten Augenzeugen, das Auto habe plötzlich beschleunigt, die Marmont Lane überquert und sei dann auf der gegenüberliegenden Straßenseite in eine Wand gerast. Newton, ein bekennender Liebhaber luxuriöser Wagen, wurde in das Cedars-Sinai Medical Center gebracht, wo er wenig später seinen schweren Verletzungen erlag. Weitere Personen wurden nicht verletzt. Die Unfallursache wird noch untersucht.
Der berühmte Fotograf und seine Frau June, mit der er 55 Jahre lang verheiratet war, hatten das südkalifornische Los Angeles in den letzten 25 Jahren zu ihrem "Winterquartier" gemacht. Auch in diesem Jahr hätten sie sich wieder im Hotel Hotel Chateau Marmont niedergelassen, berichtete die Los Angeles Times am Samstag.
» Er hatte ein tolles Leben «
Hauptwohnsitz des Paares war Monte Carlo. Wo sich Newtons Frau zur Zeit des Unfalls aufhielt, war zunächst nicht bekannt. Nach Angaben der Polizei kam bei dem Unfall außer dem Fotografen niemand sonst zu Schaden.
"Ich habe selten jemanden erlebt, der das Leben so geliebt und der es so genossen hat wie Helmut und June", erklärte Vogue-Chefredakteurin Phyllis Posnick der Zeitung. Newton "war offen, großzügig, warmherzig und lieb. Er hatte ein tolles Leben." Freunde der Newtons beschrieben die Ehe des kinderlosen Paares als "große Liebesaffäre".
Der 1920 in Berlin geborene Fotograf wurde vor allem mit seinen Mode-, Porträt- und Aktfotos bekannt. Seine eigenwilligen und manchmal auch schockierenden großformatigen erotischen Frauenbilder wie die "Big Nudes" werden von Museen in aller Welt gezeigt. Seine Aufnahmen erschienen in Magazinen wie Vogue, Elle und Playboy.
Er porträtierte Persönlichkeiten wie Kanzler Gerhard Schröder, Claudia Schiffer und Pierre Cardin. Im vergangenen Oktober überließ er der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin eine umfassende Fotosammlung, die in der ehemaligen Kunstbibliothek am Bahnhof Zoo untergebracht werden soll.
Feministinnen wie Alice Schwarzer warfen Newtons Bildern Frauenfeindlichkeit vor, weil sie voyeurhaft seien und die Frauen erniedrigend darstellten. Der Künstler selbst meinte, er zeige Frauen nur als starke Persönlichkeiten und nie als Opfer. Mit seiner Frau June, die er 1948 heiratete, arbeite er eng zusammen. Sie stand ihm anfangs Modell, wurde dann aber unter dem Künstlernamen Alice Springs selbst als Fotografin bekannt.
Newton, Sohn eines jüdischen Knopffabrikanten und einer Amerikanerin, war 1938 mit seiner Familie vor den Nationalsozialisten aus Deutschland zunächst nach Singapur geflohen. Später ging er nach Australien, dessen Staatsbürgerschaft er erhielt.
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/436/25411/
Helmut Newton bekommt Ehrengrab in Berlin
27. Jan 13:28
Der in Los Angeles tödlich verunglückte Star-Fotograf Helmut Newton wird in Berlin bestattet. Er soll ein Ehrengrab erhalten.
«Newton wird hier bestattet», hat der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Klaus-Dieter Lehmann, am Dienstag verkündet. Der am vergangenen Freitag tödlich verunglückte 83-jährige Fotograf soll demnach in Berlin ein Ehrenbegräbnis bekommen. Newtons Witwe habe das Angebot des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit mit großer Rührung aufgenommen, so Lehmann.
Newton wurde 1920 in Berlin geboren, musste jedoch im Alter von 18 Jahren vor den Nazis fliehen. Er lebte unter anderem in Australien und den USA. Im vergangenen Jahr schenkte er seiner Geburtsstadt 1000 seiner Werke als Dauerleihgabe. Im Juni werden zwei Ausstellungen der Helmut-Newton-Foundation eröffnet. (nz)
Quelle: http://www.netzeitung.de/entertainment/people/270642.html