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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie soll ich mich verhalten? (tierisch lang)



Tirami
13.02.2004, 21:19
Ich versuche nun hier mal alles zu schreiben, was mir gerade so durch den Kopf geht, denn ich weiss wirklich nicht mehr, wie ich mich verhalten soll:

Ich bin 28 und war 2 Jahre mit meinem Exfreund zusammen, wir haben im Januar letzten Jahres einen Sohn bekommen und im Oktober hat er mich von heute auf morgen verlassen, mit der Begründung er würde mich nicht mehr lieben und will seine Freiheit wieder. Auch mich haben ein paar Dinge an dieser Beziehung gestört, denn er hatte dank der Arbeit nur sehr wenig Zeit für uns und der komplette Haushalt blieb an mir hängen.
Im Nachhinein habe ich erfahren, dass er sich bei seiner familie erkundigt hat, ob er sich von mir trennen soll oder nicht. Obwohl er schon 40 Jahre alt ist. Mit seiner Familie dachte mich bis zu diesem zeitpunkt gut verstanden zu haben.
Wir haben noch bis Dezember zusammengelebt, weil ich danach erst eine neue Wohnung bekommen habe. In dieser Zeit lief alles 100%ig, er half, wo er konnte, verbrachte Zeit mit mir und unserem Sohn und und und....man könnte sagen, es war so, wie ich es mir immer gewünscht hätte.
Ich liebe ihn immernoch und wollte diese beziehung auf jeden fall retten.
Nachdem ich ausgezogen war, gab es nur noch Stress, da ich "es gewagt habe" Unterhalt von ihm zu fordern.
In der zeit hat er sich auch leider mehrere feste Bettgeschichten zugelegt.
Dieser Stress hielt fast 8 Wochen an, wir fauchten uns nur noch an und er wollte sogar seinen Sohn nicht mehr sehen, er blieb sogar an seinem ersten Geburtstag fern, obwohl er sein Kommen versprochen hatte. Selbst seine familie wünschte mir und unserem Sohn nur noch das Schlechteste, in E-mails wurde ich sogar nur noch als "gewisse Dame" bezeichnet.
Dann stand unsere Wohnungsauflösung ins haus, denn wir waren gemeinsame Mieter und ich hatte unheimliche Angst vor diesem Termin, aber 2 Tage vorher hat er mich angerufen, sich für einige Dinge entschuldigt und mich gebeten, ihm noch etwas bei der Wohnungsreinigung für die Übergabe zu helfen. Ich fuhr ohne unseren Sohn mit einem komischen Gefühl im Bauch hin und das erste, was passierte war, dass er mich in den Arm nahm, kaum noch losliess und anfing zu weinen und da ich auch sehr nah am Wasser gebaut habe, konnte ich auch nicht anders.
Nach 2 Tagen war die Wohnung endlich renoviert und übergabebereit. Er bat mich einfach noch bis morgen zur Übergabe zu bleiben, damit wir dieses zusammen tun können und wir abends vielleicht noch etwas reden könnten. Es kam, wozu es kommen musste, wir schliefen wieder miteinander, nach seinem Satz, wenn er mich sieht, dann kann er einfach nicht die Finger von mir lassen. Ich habe seine Berührungen und seine Zärtlichkeit genossen, da ich ihn immernoch liebe und ihn zurückgewinnen möchte. Der Abschied von ihm war antürlich wieder schmerzlich, aber ich hatte ja seine Zusage im Hinterkopf, dass er uns in 3 Wochen besuchen kommen möchte, um unseren Sohn zu sehen.
Wir haben die Woche über oft telefoniert und am Freitag rief er an und kam ganz spontan über das Wochenende vorbei. es war ein wunderschönes Wochenende, wir haben gekuschelt, geküsst und ..naja....auch wieder miteinander geschlafen. Aber er betont immer wieder, dass er sich momentan keine Beziehung wieder mit mir vorstellen kann, aber er reagiert auf Erzählungen von mir, selbst wenn es nur mal ein Kaffee mit einem für ihn fremden Mann ist, eifersüchtig.
Am Sonntag versprach er, in 2 Wochen wiederzukommen.
Er rief nochmal schnell E-mails ab und eine E-mail von seinen Eltern war dabei, die um einen Besuch an dem entsprechenden Wochenende bat, er schreib nicht, dass er uns besuchen möchte, sondern schreib, dass er das Wochenende arbeiten muss.
Ich habe ihn darauf angesprochen, warum er seinen Eltern nicht erzählt, dass er seinen Sohn besucht, daraufhin kam nur, dass diese Besuche sofort aufhören, wenn seine Eltern momentan davon erfahren.
Am 20. steht nun sein nächster besuch an, ich freue mich auf ihn, nur tut es mir jedesmal sehr weh, wenn ich daran denke, was er macht, wenn er nicht bei uns ist.....
Ich kann es einfach nicht mehr deuten, empfindet er nun noch etwas für mich/uns oder......es geht jedenfalls unheimlich an die Nieren......ich geniesse seine Anwesenheit und seine Berührungen, aber andererseits denke ich, es kann nicht ewig so weitergehen, aber er wird immer ein teil meines Lebens bleiben, wenn er wirklich weiterhin regelmässig unseren Sohn besucht und ich weiss genaus, dass ich jedesmal wieder schwachwerde, weil ich ihn eben noch liebe und ihn zurückgewinnen will

ICH WEISS NICHT MEHR WEITER !!!!

Priamos
13.02.2004, 21:52
Hallo Tirami,
zu aller Erst möchte ich Dich herzlich willkommen hier in unserem Kreise heissen. Es hat ein paar Minuten gedauert, aber ich habe Deinen Text, Deine Erlebnisse gelesen.
Weisst Du, konkret antworten um auf den Punkt zu kommen kann ich noch nicht, dazu würde ich gerne noch ein wenig mehr erfahren..

So, was mich stutzig macht ist das er trotz seiner 40 Jahre noch so Eltern-bezogen agiert und diese wohl einen hohen Einfluss auf ihn/Dich haben. Warum ist das so? Wohnt er noch bei ihnen? Warum macht er seine Handlungen von deren Meinung abhängig?

Weisst Du, manchmal liegt die Lösung eines Problems in diesem selbst. Vielleicht erkennen wir es, ich würde mich freuen.

Ich wünsche Dir einen angenehmen Abend und einen klaren Kopf.

ciao
yellow-moon

Tirami
13.02.2004, 22:06
Hi yellow-moon,

zu deiner Frage, er ist mit 18 von seinen Eltern weggezogen und hat seitdem noch nichtmal mehr in der direkten nachbarschaft gewohnt. Ich frage mich nun schon seit Wochen, wie und womit seine Eltern einen so großen Druck auf ihn ausüben können.
Obwohl es da damals auch schon eine eigenartige Begebenheit gab, er hatte sich, bevor wir uns kennenlernten ein Motorrad gekauft und es fast ein jahr vor seinen Eltern verheimlicht, es kam nur raus, weil ich mich am Telefon mal verplappert hatte, als er damit unterwegs war.
Unser "Auskommen" ist auch stark abhängig davon, wie oft er Kontakt zu seiner familie hat, denn wenn der Kontakt da war, dreht sich sein verhalten mir egenüber schlagartig um 180°, sobald wir uns dann sehen, ist alles wieder in Ordnung....also nicht wirklich nachvollziehbar, zumal ich 12 jahre jünger bin und wesentlich unabhängiger von meinen Eltern, da sie keine Eltern mehr für mich sind, sondern eher gute Freunde, sie akzeptieren mich und meine meinung, weil ich eben erwachsen bin.

Priamos
13.02.2004, 22:11
Hi Tirami,
hast Du ihn mal auf seine Wandlungen angesprochen? Was sagt er dazu? Finde es nicht normal das ein 40 Jähriger so reagiert wenn die Eltern ins Spiel kommen.
Auch finde ich es nicht normal das er nicht die Finger von Dir lassen kann, wenn er sich keine Beziehung vorstellen kann. Da sind so einige Punkte, wichtige Punkte, sehr unklar.
Wie reagiert er wenn Du dann mal nicht mit ihm ins Bett gehst? Mal ausprobiert? Denke das sollte nicht alles sein worauf Euer Bezug besteht.
Es fällt mir sehr schwer dieses Verhalten nachzuvollziehen, zumal ein Kind im Spiel ist was eigentlich doch ein Zeichen der Liebe darstellen sollte, oder?

ciao
yellow-moon

Tirami
13.02.2004, 23:04
Hi yellow-moon,

ich habe ihn schon häufig auf diese Wandlung angesprochen, aber eine wirklich für mich befriedigende Antowrt habe ich bis heute nicht bekommen.
Wie er reagiert, wenn ich nicht mit ihm ins Bett gehen würde? Ich weiss es nicht, ich weiss auch nicht, ob ich ihm lang widerstehen könnte, dass muss ich ja zugeben, in mancherlei Hinsicht ist gerade "dieses Zusammensein" wie eine Droge für mich, ich geniesse es, und dann geht es mir wieder eine zeitlang gut, aber irgendwann kommt dann der Punkt, wo ich mich selbst frage, warum das nun sein musste, aber dann denke ich wieder, warum soll ich nun noch ein teil Beisammensein "verschenken".
Zu unserem Kind: Es war nicht geplant, aber als ich schwanger war, war für mich klar, dass ich es bekomme und da unsere Beziehung noch recht frisch war, habe ich ihm die Wahl gelassen, ob er bei mir und dem Kind bleiben möchte oder ob er mir/uns für immer den Rücken zukehren will, damals hat er sich für mich/uns entschieden. Und ich hatte damals auch das Gefühl, dass er sich sehr auf das Kind freut und er war ihm auch 11 Monate lang ein guter Vater

Priamos
13.02.2004, 23:37
Hmmm..... man zehrt oft aus Momenten die schön sind, aber leider sind es nur Momente die vergehen und die Zeit zwischen diesen scheint unendlich lange zu sein. Ich kenne ihn nicht, weiss nicht wie er ist, aber ich glaube nicht das Eure Basis auf diesem Wege stabil ist. Manche Männer können ein riesiges Verständnis, eine wahnsinnige Geborgenheit ausstrahlen - wenn sie auf etwas bestimmtes hinaus wollen. Ab und zu ist es besser mal ein Verhalten zu provozieren indem man etwas erwartetes nicht tut und anders reagiert wie es vom Anderen geglaubt wird. Dies lässt oft Schlüsse über die Ernsthaftigkeit des vorher geschehenen zu. Ich weiss es ist schwer hart zu bleiben und dies mal auszuprobieren. Aber sollte er verärgert darüber sein, dass Du jetzt gerade mal nicht so willst wie er es gerne hätte, könntest Du wenigstens einen Rückschluss daraus ziehen. Denke nicht das Du es nötig hast nur dafür gebraucht zu werden.
Weisst Du diese Zeit ist eine schwierige und stellt sehr vieles auf die Probe. Das entschuldigt aber nicht das man seine "Familie" - ich sage es mal so - im Stich lässt. Auch wenn das Kind nicht unbedingt gewollt war, es ist da. Es kann nichts dafür das es kam, dafür hat es Vater und Mutter.
Vielleicht solltest Du ihn mal auf die Probe stellen und es mal ausprobieren. Vielleicht kannst Du so Deine Lage besser beurteilen und siehst ob es Wert hat daran festzuhalten.

ciao
yellow-moon