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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mazedonischer Präsident Boris Trajkovski tot



Shirley
26.02.2004, 13:11
Der mazedonische Präsident Boris Trajkovski ist bei einem Flugzeugabsturz in Bosnien ums Leben gekommen. Alle neun Insassen der Maschine sind getötet worden.

Der EU-Ratsvorsitzende und irische Premier Bertie Ahern bestätigte Trajovskis Tod in Bosnien.
Die Maschine soll den Angaben aus der mazedonischen Hauptstadt zufolge heute nahe der Ortschaft Stolac abgestürzt sein. Der Absturzort liegt in einer Gebirgsregion östlich der kroatischen Hafenstadt Dubrovnik.

Anfangs hatte es geheissen, die Präsidentenmaschine sei von den Radarschirmen verschwunden.

Der 47-jährige Trajkovski befand sich auf dem Flug ins südbosnische Mostar, wo er an einer internationalen Bosnien-Geberkonferenz teilnehmen wollte.

Ein Polizeisprecher in Mostar sagte der Nachrichtenagentur DPA, dass Suchtrupps auf dem Weg zur Absturzstelle seien. Rund um Mostar tobte ein heftiger Sturm.

Quelle: facts.ch
http://www.facts.ch/facts/factsNews?artikelid=352225

Shirley
27.02.2004, 11:13
MOSTAR - Suchtrupps haben in Bosnien Teile des abgestürzten Flugzeugs des mazedonischen Präsidenten Boris Trajkovski entdeckt. Das sagte ein Helfer gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Wrackteile seien in einem Minenfeld zwischen den Städten Mostar und Stolac gefunden worden. Das Gebiet wurde zwischen 1992 und 1995 während des Bosnien-Kriegs vermint.

Helikopter hatten zuvor Soldaten der internationalen Schutztruppe SFOR und Dutzende Polizisten in die unwegsame Bergregion südlich der Stadt Mostar gebracht. Das Flugzeug war am Donnerstag beim Anflug auf Mostar in einem schweren Unwetter abgestürzt.

Vermutlich hat keiner der neun Passagiere das Unglück überlebt. Die Bergungsmannschaften hatten am Vorabend mit Einbruch der Dunkelheit die Suche eingestellt.

Zunächst hatten die Behörden mitgeteilt, das zerschellte Flugzeug und die Leichen seien gesichtet worden. Stunden später hatten sie diese Information dann widerrufen. Präsident Dragan Covic sagte, die SFOR sei verantwortlich für die Falschmeldung.

Die Regierung in Skopje rief eine dreitägige Staatstrauer von Freitag bis Sonntag aus. Sie traf sich in der Nacht zu einer Dringlichkeitssitzung, nachdem Regierungschef Branko Crvenkovski aus Dublin zurückgekehrt war.

"Wir haben einen enormen Verlust erlitten", sagte der Regierungschef nach dem Treffen. Die Sicherheit des Landes sei aber nicht in Gefahr.

Trajkovski hatte im Dezember 1999 im Alter von nur 43 Jahren das Amt des Staatsoberhauptes angetreten. Unter seiner Führung wurde im August 2001 ein Friedensabkommen zwischen Albanern und Slawen erzielt. Politiker aus ganz Europa hoben Trajkovski Rolle bei der Entwicklung Mazedoniens hervor.

Quelle: sda
http://www.swissonline.ch/information/nachrichtendetails.htm?MessageId=135&Channel=2

Angus
27.02.2004, 14:34
Skopje/Sarajevo (dpa) - Die Leiche des mazedonischen Präsidenten Boris Trajkovski ist am Freitag in dem Wrack seines am Vortag im Süden Bosniens abgestürzten Flugzeugs gefunden worden.

Auch von den anderen acht Insassen der Maschine hat keiner das Unglück überlebt, meldeten Suchtrupps, die den schwer zugänglichen Absturzort erst am Freitagmorgen erreichen konnten. Das sagte der mazedonische Regierungssprecher Saso Colakovski in der mazedonischen Hauptstadt Skopje.

Das Wrack liegt 15 Kilometer südlich des Flughafens von Mostar. Die Maschine sei in drei Teile auseinander gebrochen und ausgebrannt. Die Überreste liegen in einem Umkreis von 150 Metern, berichteten Augenzeugen vor Ort. Zuvor hatten Minenräumungstrupps das verminte Gelände räumen müssen. Luftfahrtexperten, die die Ursache des Absturzes klären sollen, sind am Absturzort.

Quelle: http://www.lycos.de/startseite/news/show_story.html?db_id=6121

Shirley
27.02.2004, 22:52
Skopje - Der ums Leben gekommene mazedonische Staatspräsident Boris Trajkovski hinterlässt in seiner Heimat eine politische Lücke. Das westlich orientierte Staatsoberhaupt galt als Garant des Ausgleichs zwischen der mazedonischen Mehrheit im Lande und der albanischen Minderheit.

Dabei hatte sich der stets geschliffen auftretende 47-Jährige selbst innerhalb kürzester Zeit vom glühenden mazedonischen Nationalisten zum Vermittler der Friedensgespräche zwischen Mazedoniern und Albanern nach den blutigen Unruhen im Sommer 2001 gewandelt.

Er hat nicht nur das Friedensabkommen von Ohrid mit gestaltet, sondern auch die Europäische Union (EU) um militärischen Beistand gebeten.

Situation stabilisiert

Die 400 Soldaten unter EU-Führung hatten unter dem Codenamen "Concordia" (Eintracht) massgeblich zur Beruhigung des inneren Konflikts beigetragen. Die Lage hatte sich so weit stabilisiert, dass die Soldaten am 15. Dezember abziehen und den Schutz der internationalen Beobachter 200 europäischen Polizisten übertragen konnten.

Die Albaner haben inzwischen mehr politische Rechte und Anteile an der Staatsverwaltung erhalten als zuvor, als Mazedonien noch eine jugoslawische Teilrepublik war. Die Krönung dieser Entwicklung war die Gründung der albanischsprachigen Universität in der Albanerhochburg Tetovo. Trajkovski hatte den entsprechenden Erlass erst in dieser Woche unterzeichnet.

Wer den politischen Versöhnungsweg von Trajkovski fortsetzen kann, ist nicht abzusehen. Der zuletzt beruhigte Nationalitätenkonflikt im Lande birgt noch jede Menge Sprengstoff. Denn die riesigen wirtschaftlichen Probleme des Landes könnten sich schnell wieder in landesweiten Ausschreitungen entladen.

Prekäre Wirtschaftslage

Grosse Teile der Wirtschaft liegen am Boden, die Arbeitslosenquote erreicht 35 Prozent, Auslandsschulden und ein ständiges Defizit in der Leistungsbilanz sorgen für eine unsichere ökonomische Zukunft im von zwei Millionen Menschen bewohnten Balkanland.

Quelle: sda
http://www.news.ch/detail.asp?ID=169417

Shirley
29.02.2004, 13:49
MOSTAR - Ein Abschuss als Ursache des Flugzeugabsturzes, bei dem der mazedonische Präsident Boris Trajkovski mit seinen Begleitern in dieser Woche ums Leben kam, ist von den Ermittlern ausgeschlossen worden.

"Die Möglichkeit, dass das Flugzeug abgeschossen wurde, wird vollkommen ausgeschlossen", sagte die mazedonische Staatsanwältin Roksanda Krstevska vor Journalisten in der südbosnischen Stadt Mostar.

Als Unglücksursachen kämen die schlechten Wetterbedingungen, menschliches Versagen oder technische Probleme in Betracht. Die als überaltert beschriebene Maschine war bei schlechten Wetterbedingungen nahe Stolac in Südbosnien am Donnerstag abgestürzt und in unwegsamem, vermintem Gebiet zerschellt.

Der Luftraum wird vom Kontrollturm in Mostar aus von Kontrolleuren der Nato-Friedenstruppe Sfor überwacht. In Mostar wurden die Massnahmen zur Identifizierung der teils bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Leichen am Wochenende fortgesetzt. Mit Trajkovski starben bei dem Absturz sechs Mitarbeiter und die beiden Piloten.

Die Opfer des Unglücks sollen am Dienstag oder Mittwoch in einem Staatsakt beigesetzt werden. In Mazedoniens Hauptstadt legten Trauernde Blumen zum Gedenken an Trajkovski nieder, der bei seinen Landsleuten beliebt und allgemein wegen seiner Vermittlung in der Mazedonienkrise 2001 als Garant für Stabilität in der Region galt.

Quelle: SFDRS