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plofre
04.03.2004, 14:57
Der Wahlkampf zur Salzburger Landtagswahl wird turbulent. Die SP-Spitzenkandidatin bezeichnet den Gedanken einer rot/grünen Koalition als "verrückt".

Grüne über Burgstaller empört

03. März 2004


Wegen brüsker Ablehnung von Rot-Grün. Schwaighofer: Gipfel des miserablen Wahlkampf-Stils. SP-Politikerin entschuldigt sich.


SALZBURG (SN, APA). Die Salzburger Grünen sind über SP-Spitzenkandidatin Gabi Burgstaller entrüstet. Anlass ist deren Ausage gestern im ORF-"Report", wonach sie nicht "verrückt" sei, eine rot-grüne Koalition einzugehen. Für den Grünen Spitzenkandidaten Cyriak Schwaighofer hat Burgstaller damit den "Gipfel miserablen Wahlkampfstils" erreicht. In einer Pressekonferenz Mittwoch Mittag zeigte er sich überzeugt davon, dass für die SPÖ Rot-Grün damit gestorben sei. Aus der Sicht der Grünen will man diese Option aber weiter nicht ausschließen.

Schwaighofer selbst ist jedenfalls "betroffen", dass solche Aussagen fallen. Solches sei man bisher höchstens von der FPÖ gewöhnt gewesen. Hintergrund der brüsken Absage Burgstallers an Rot-Grün ist seiner Ansicht nach das Schielen Burgstallers auf Stimmen aus dem freiheitlichen Lager. Wörtlich sprach er von einer "Anbiederung ganz nach rechts und nach rechts-außen".

Trotz seiner Empörung wollte Schwaighofer auch auf mehrfache Nachfrage die rot-grüne Option nicht ad acta legen: "Wir werden die Türe nicht zumachen." Allerdings werde Burgstaller großen Erklärungsbedarf haben, sollte sie sich dann doch an die Grünen wenden. Als "These" nicht ausgeschlossen wurde vom Grün-Kandidaten auch, dass die SP-Chefin letztlich sogar eine rot-blaue Regierung anstreben könnte. SP-Chefin Gabi Burgstaller ist wieder um Stimmungsverbesserung gegenüber den Grünen bemüht. Nach ihrer Aussage, sie sei ja nicht verrückt, mit den Grünen zu koalieren, entschuldigte sich die Spitzenkandidatin nun am Donnerstag für ihre Wortwahl: "Ich bedaure diesen Ausdruck wirklich". Wenn es ginge, würde sie ihn sofort rückgängig machen. Prinzipiell bliebt Burgstaller bei ihrer Wahlkampf-Abschluss-Pressekonferenz aber dabei, dass in Sachen Koalition die ÖVP die erste Priorität habe.

Die SP-Chefin erklärte, sie habe den Grünen Landessprecher Cyriak Schwaighofer bereits angerufen und ihm das Ganze erklärt. Sie hoffe, dass die Sache damit aus der Welt sei. Die Aussage sei im Rahmen eines Wahlkampf-Auftritts "unter Druck" gefallen und "einfach dahin gesagt" gewesen. Zu einer Zusammenarbeit mit den Grünen ist Burgstaller weiter bereit, "erste Priorität" habe aber eine Koalition mit einer modernisierten ÖVP.

Quelle: www.salzburg.com