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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Meine Eltern...



innervision
23.03.2004, 08:43
Hey Leute...
Also ich glaub das kennen vielleicht ein paar hier herinnen, ich bin hier in diesem Forum zwar fast nie, vielleicht könnt ihr mir trozdem irgendwie helfen... Ich werd einfach mit den ganzen Streitigkeiten von meinen Eltern nicht fertig. Ich will heute gar nich mehr nach Hause, weils gestern Abend wieder gekracht hat und ich mir das einfach nich mehr anhören will. Meine Eltern verstehn sich eigentlich sonst sehr gut, aber manchmal krachts halt auch bei ihnen, was in letzter Zeit öfters vorkommt. Ich muss mir dass dan immer in meinem Zimmer mitanhören und joa irgendwann kracht halt dann ne Tür zu und es wird dann im ganzen Haus unheimlich still und ich kann mich dann nur immer auf den nächsten Tag freuen wenns dann wieder weiter geht. Bis jetzt haben sie sich zwar immer wieder versöhnt, aber gestern ist dann noch die ganze Familie ins Spiel gekommen und joa dann hats so richtig gekracht. Wenn ich dann mal versuch mit wem von den beiden zu reden, bringt das auch nix weil mein Dad immer nur meint er habe ja immer recht. Mit meiner Mum gehts schon besser mit dem reden (sie lässt wenigstens auch mit sich reden), dann is meine Mum wieder ganz normal zu meinem Dad aber irgendwann fällt wieder der falsche Satz und alles fangt von vorne an. Und wenn ich heute wieder nach Hause komm, wird wohl alles wieder von vorne anfangen. Irgendwie geb ich echt schon die Hoffnung auf dass ich da noch groß was ausrichten kann, deswegen werd ich schauen dass ich die nächsten Tage mal öfters bei Freunden unterkomm, ich kann und will mir das gestreite einfach nich mehr anhören...

Shirley
23.03.2004, 09:36
hallo innvervisionbabe,

wenn eltern sich streiten dann merken sie oft nicht, dass die kinder fast mehr darunter leiden. ich kenne das aus eigener erfahrung. früher (als ich noch viel viel jünger war, vor so ca. 15 - 20 jahren) haben sich meine eltern gestritten, und nicht immer nur mit worten. es war für uns kinder sehr schwer mitanzusehen, wie sie sich streiteten. als 6 jähriges kind hat man nicht oft die möglichkeit kurzspitz bei einem freund unterzukommen...

ich weiss nicht was ich dir raten soll, denn meine eltern liessen sich dann später mal scheiden, als das neue scheidungs/eherecht eingeführt wurde (war glaube ich 1988 ). ich wollte dir mit meinem beitrag nur sagen, dass du nicht die einzige bist, die sowas durchmacht. ich weiss, es ist kein trost...aber oftmals hilft es auch schon wenn ein anderer dasselbe durchmacht /durgemacht hat und verständnis für sein verhalten für seine probleme aufbringt.

ich drück dich ganz fest...

du kannst dir hier jederzeit die probleme vom leib schreiben oder mir auch eine PN oder ein mail schreiben, ich habe immer ein offenes ohr und versuche zuzuhören und wenn möglich zu helfen.

liebe grüsse, shirley

Fee
23.03.2004, 12:55
Hallo Innerversionbabe, den nachfolgenden Artikel habe ich auf www.vaeter.de gefunden. Ich kenne das "Spiel" auch zur Genüge. Jeden Abend Geschrei, Beleidigungen,Tränen, zerbrochenes Geschirr... stimmt schon was in dem Artikel steht: das Streitmuster wird mit in spätere Beziehungen übernommen. Harte Arbeit für mich, aber ich kanns inzwischen: konstruktiv streiten.

Vielleicht kannst du deinem Vater einen Brief schreiben, den du ihm ins Auto legst? Einen Brief, in dem du ihn darauf hinweist, wie sehr du unter diesen Machtkämpfen und Streitereien leidest usw. Er sollte ihn aber erst finden, wenn er zur Arbeit fährt - damit er einen ganzen Tag darüber nachdenken muss.

Lies mal den Artikel, Jugendämter agieren heutzutage immer mehr bei familiären Konflikten!

Liebe Grüße, Fee


Wenn zwei sich streiten, leiden die Kinder
Fast jede dritte Ehe wird heute geschieden. Auch Mülheim liegt im traurigen Trend. Über 450 Paare zogen 1999 einen Schlussstrich unter ihre Beziehung. Auch am sprichwörtlichen "verflixten siebten Jahr" ist hier etwas dran: Allein 41 Scheidungen gaben es just in diesem Zeitraum. Leidtragende sind vor allem die Kinder.

Streitigkeiten ums Sorge- und Umgangsrecht und Schuldzuweisungen der Eltern hinterlassen ihre Spuren. "Kinder werden zu Symptomträgern", erklärt Klaus Konietzka, Leiter des sozialen Dienstes im Jugendamt. Sie erlernen die Streitmuster ihrer Eltern und tragen sie im schlimmsten Fall später in ihre eigene Beziehung hinein.

Seit einem Jahr bietet das Jugendamt nun eine Möglichkeit der Konfliktlösung an. Mediation heißt die Beratungsform, die zwar kein Zaubermittel ist, aber einen Weg zum vernünftigen Dialog der Eltern aufzeigt. Die einstigen Partner sollen sich auf ihre Rolle als Eltern zurückbesinnen, erklärt Diplom-Sozialarbeiterin Heide Sander, die als Mediatorin zwischen den beiden Konfliktparteien zu vermitteln versucht. Wichtige Voraussetzungen: Beide Partner müssen die Trennung akzeptiert und den Wunsch haben, eine Lösung zu erarbeiten und fair miteinander umzugehen. Das Wohl der Kinder steht an oberster Stelle. "Wir wollen die Einigkeit für die Kinder wieder herstellen", bringt Heide Sander das Beratungsziel auf den Punkt.

Keine leichte Aufgabe, die neue Elternrolle ins Zentrum des Interesses zu stellen. Wut, Ohnmacht, Verletzungen sitzen tief. "Die Qualität der strittigen Auseinandersetzung hat sich verschärft. Es ist härter geworden", hat Dirk Hempel, Gruppenleiter der sozialen Dienste Linksruhr, beobachtet. "Die ersten zwei Gespräche sind meistens von einer ablehnenden Haltung geprägt", berichtet Heide Sander. Doch im Laufe der Betreuung, die sich über zehn Gespräche erstreckt, bröckelt die Mauer, die Vorwurfshaltung werde abgelegt. "Zum Ende der Beratung ist in der Regel eine größere Bereitschaft da, miteinander zu reden. Die Eltern merken, den Kindern geht es besser", resümiert die Mediatorin und fügt hinzu: "Nicht die Scheidung ist für die Kinder entscheidend, sondern der Streit. Sie wollen eine Verbindung zu beiden Elternteilen haben."

Das Signal, sich wieder konstruktiv und zum Wohle der Kinder auseinandersetzen zu wollen, kommt von Frauen und Männern gleichermaßen. Zwischen zehn Paaren hat Heide Sander im letzten Jahr vermittelt, mit ihnen Lösungen erarbeitet und über Alternativen diskutiert. Die Mediation ist keine Therapie und streng vertraulich. Nur die Aufnahme und Beendigung der Beratung werden an das Familiengericht weitergegeben. Auf Wunsch können die Eltern zum Abschluss einen Mediationsvertrag formulieren, in dem die Ergebnisse und die künftige Vorgehensweise, auch für das Familiengericht, festgelegt werden. P.K.


Die Teilnahme an einer Mediation ist noch kostenfrei. Wer sich für das Beratungsangebot interessiert, kann sich beim Jugendamt oder beim Familiengericht informieren. Beide helfen bei der Vermittlung. Auch Heide Sander gibt Informationen. Sie ist unter Tel: 455-5165 oder -5166 zu erreichen.


05.12.2000
NRZ

Manuel
23.03.2004, 14:05
Hall Innervisionbabe!

Puh es gibt vermutlich nicht viele Leute auf dieser Welt, die so etwas nicht kennen. Auch ich habe sowas ab und zu mal erleben "dürfen" und war natürlich nicht glücklich darüber, wie man sich vorstellen kann - ich habe es aber dann doch immer so weit gebracht, den beiden beizubringen, welchen "kindischen" Schwachsinn sie da aufführen.

Noch dazu kommt ja häufig, dass die Gründe des Streits wirklich so unglaublich kleinlich sind, dass man sich schon an den Haaren raufen könnten. Konstruktiv zu sein habe ich mich eigentlich immer ganz gut beteiligen können und den einen oder anderen Streit schlichten könne. Meine Eltern danken mir noch heute dafür, dass ich ihnen erst vor Augen geführt habe wie schwachsinnig sowas sein kann und damals auch war.

Eltern haben`s eben auch nicht leicht. Aber meistens sind es die Väter, die man hier schwerer unter Kontrolle hat - vermutlich weil Männer auch Gefühle etwas schwere zu Tage tragen und dadurch auch schnell abstumpfen wenn es Probleme gibt. Das kommt dann eben raus, wenn nicht alles so läuft wie es laufen sollte.

Manchmal bin ich eben dann so überlaut geworden, dass sie vergessen haben warum sie streiten und auf mich sauer waren, das war natürlich nicht die Lösung des Problems und ich möchte dir auch nicht dazu raten, aber du weißt ja wie das ist.

Du schaffst das sicher, davon bin ich überzeugt. Du kannst auch mir, wenn du Lust hast und mal Rat suchst eine PN schicken oder eine E-Mail schreiben - wir könnten auch mal miteinander reden, ich wohne ja nicht allzu weit weg von dir.

Liebe Grüße Manuel

innervision
23.03.2004, 14:42
Erstmal danke euch dreien für eine so schnelle Antwort :)
Danke Fee für diesen Bericht, hab ihn mir schon durchgelesen, werd mir dann heute Abend auch noch die I-Net Seite dazu anschaun.
Shirley und Manuel, danke, ich werd mich sicher an euch wenden per PN oder Mail sollte ich nochmal Hilfe oder euren Rat zu etwas brauchen. Und wenn ich mal ne Schulter zum ausheulen brauch, fahr ich nach Kufstein zu dir, Manuel, ja? :]
Und nochmal an Fee:
Das mit dem Brief ist sicher keine schlechte Idee, leider ist mein Vater gerade für 2 Wochen im Urlaub (fährt aber nich weg, bleibt zu Haus) und das müsste dann noch warten, aber dann hätte ich wenigstens viel Zeit für den Brief zum schreiben.

Manuel
23.03.2004, 14:55
Hallo Innervisionbabe!

Kannst mich immer besuchen kommen :D

Liebe Grüße Manuel

Fee
23.03.2004, 19:06
Genau Innervisionbabe, du kannst also an dem Brief so lange feilen, bis dein Herz und deine Seele wirklich drin sind.

Manchmal wird es auch "Eltern" einfach nicht bewusst, was sie ihren Kindern (nun ja, auch mit 20 oder 40 ist man noch "das Kind) antun. Ich fragte mich schon mit 12, ob sie mich eigentlich für blind und taub halten. Heute weiß ich: auch Eltern vergessen manchmal, dass sie "Eltern" sind, und streiten nur als Mann und Frau.

Viel Glück! Feechen

PS.: Entschuldige, ich dumme Tante schreibe ständig deinen Namen falsch. Zu blöd aber auch! Verzeih bitte!!!

innervision
24.03.2004, 15:09
Hey Fee, das mitn Namen macht doch gar nix :D

Mir kommts eben auch so vor, dass sie oft vergessen dass da noch wer is, wenn sie streiten, aber sind ja auch "nur" Menschen. Hoffe jedenfalls dass das mit dem Brief klappen wird.

sweetheart
03.04.2004, 23:18
Hallo innervisionbabe!

Das Problem, dass du da beschreibst, kenn ich zur Genüge! Nur das wir Kinder immer mithineingezogen wurden! Und zum Schluß waren sie eigentlich immer einer Mienung und haben uns zur Schnecke gemacht.
Wann haben deine Eltern ihren Hochzeitstag? Du könntest ihnen doch einen Gutschein für ein romantisches Essen schenken!? (geht ja auch zum Muttertag oder Vatertag)
Da können sie sich zumindest nicht streiten und in ruhe reden. Vielleicht werden ja wieder alte Gefühle wach?
Schließlich müssen sie sich ja mal inständig geliebt haben, sonst wären sie ja net verheiratet und du wärst ja dann au net da, oder?

Leibe Grüßle sweetheart

innervision
04.04.2004, 15:14
Hey sweetheart!

Erstmal danke, für deine Antwort
Hochzeitstag haben sie im September, ihren 20 soviel ich weiss hm... so ein Gutschein ist sicher keine schlechte Idee joa, aber wenn sie sich dann bei so nem Essen wieder wegen irgdnwas in die Haare kriegen, mach ich mir nur die ganze Zeit Vorwürfe. Wenn so n essen aber reibungslos abläuft, isses sicher nicht schlecht für ihre Beziehung joa...

LG innervision