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XJustinSaneX
30.03.2004, 19:42
Oversexed: Janet Jacksons «Damita Jo»

30. Mär 09:24

Trotz straffer R'n'B-Tracks hätten Janet Jacksons neuem Album «Damita Jo» weniger Pop-Zoten und weniger Sex gut getan.

Von Sascha Woltersdorf

Unmöglich, Janet Jacksons neues Album zu rezensieren, ohne einen Blick (einen kurzen!) auf das so genannte «Nipplegate» und dessen Folgen zu werfen.

Erstens: Ein paar Sekunden blanker Busen in der Halbzeitpause des Football-Finales erschüttern die USA und lösen in Internet und Medien ein Echo aus wie vorher nur die brennenden WTC-Türme. Zweitens: Die Oscar-Verleihung und andere Shows werden zeitverzögert gesendet, damit beim nächsten Mal die Zensur eingreifen kann. Drittens: Jacksons Single «Just A Little While» – veröffentlicht einen Tag danach – wird im US-Radio rauf und runter gespielt.

Wer knapp zwei Monate später Jacksons neues Album «Damita Jo» hört, dem bietet sich ein merkwürdiges Doppelbild. Ist das die Janet Jackson, die sich zerknirscht entschuldigt für das bisschen blanken Busen und alles auf eine «Kostüm-Fehlfunktion» schiebt? Die selbe Janet, die sich jetzt als superscharfe Braut durchs Album wälzt? Durch Tracks wie «Sexhibition» zum Beispiel, ein englisches Wortspiel aus Sex und Zurschaustellung. Hallo Nipplegate. Überhaupt ist alles in «Sexhibition» eine «Sexsation» und am Schluss, na klar, will sie die «Sexplosion» spüren. Das hätten «Bild» und «Super-Illu» auch nicht schlechter hingekriegt.

Straffe R'n'B Tracks

Schade eigentlich, denn abgesehen von den viel zu zahlreichen Streicher-und-Glöckchen-Balladen sind unter den zweiundzwanzig Stücken ein paar unverschämt straffe R'n'B-Tracks, gegen die selbst so manche Timbaland-Produktion schlapp macht. Und mit «R&B Junkie» geht Janets Produktionsteam sogar retro in eine Zeit, in der Rap und Disco noch funky Brüder waren. Nur die übersexten «Penthouse»-Lyrics wirken irgendwie nicht mehr glaubwürdig.

Janet Jackson: «Damita Jo» (Virgin)

Quelle: http://www.netzeitung.de/entertainment/music/cdderwoche/279795.html