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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Falko Götz neuer Hertha-Trainer



Avenzio
06.05.2004, 06:53
Hertha BSC wird mit einem "alten Bekannten" in die neue Saison gehen.

Ex-"Löwen"-Trainer Falko Götz löst den jetzigen Coach Hans Meyer am Saisonende auf dem Trainerstuhl der Berliner ab.

"Ich bin Berliner und hoffe, dass wir sehr erfolgreich arbeiten können", sagte Götz, der schon von Februar bis Mai 2002 Hertha-Trainer war, im DSF.

"Wollten einen Trainer mit Perspektive"

Die Entscheidung gab der Tabellen-15. am Mittwochnachmittag überraschend bekannt. "Wir haben ein bisschen auf die Tube gedrückt, um die Spekulationen zu beenden. Wir haben die Entscheidung für Götz gestern getroffen. Wir hatten mit verschiedenen Kandidaten gesprochen", erklärte Manager Dieter Hoeneß, der über die übrigen Kandidaten keine Auskunft geben wollte.

"Wir wollten einen Trainer mit Perspektive, der auf die Jugend setzt und Offensiv-Fußball spielt. Falko hat aufgrund seiner Vergangenheit als Spieler und Trainer ein sehr großes Ansehen im Verein", sagte Hoeneß. "Wir wollten die Spekulationen der letzten Tage abschließen, deswegen haben wir die Entscheidung forciert. Wir sind sehr glücklich damit", betonte der Manager.

Noch keine konkreten Planungen

Götz selber "hätte nicht gedacht, dass ich so schnell wieder ein neues Engagement finde, umso mehr freut es mich." (Dieter Hoeneß und Falko Götz im Interview: Jetzt das Sport1-Video anschauen!)

Zu seinen Zielen und Plänen mit Hertha wollte sich der neue Chefcoach nicht äußern. Allerdings dürfte klar sein, dass er den Klub nach der aktuellen "Seuchensaison" zunächst wieder in ein ruhiges Fahrwasser und anschließend auch in den internationalen Fußball führen muss.

Vertrag gilt auch für die Zweite Liga

"Es gibt noch keine Planung für die kommende Saison, sondern absolute Konzentration auf die Spiele, die jetzt auf Hertha zukommen", erklärte Götz. "Wie kann man eine Zielsetzung ausgeben, wenn man nicht weiß, in welcher Liga man spielt?" Der 42-Jährige erhält einen Zweijahresvertrag, der auch für die Zweite Liga gilt. Co-Trainer bleibt Ex-Profi Andreas Thom.

"Wir hoffen, dass wir in dieser Saison mit einem blauen Auge davonkommen und in der Liga bleiben", meinte Hoeneß, der betonte, dass es "nie zur Diskussion stand, Falko Götz schon vorher zu holen." Hertha sei mit Hans Meyer, der seine Arbeit hervorragend mache, "bestens bedient".

Bis zur neuen Saison Urlaub

Bis zur neuen Spielzeit will Götz Urlaub machen und würde so auch das direkte Duell zwischen Hertha und seinem Ex-Klub 1860 München am 33. Spieltag verpassen (15. Mai).

Der 42-Jährige hatte die Hertha bereits nach der Winterpause 2001/2002 von Jürgen Röber übernommen und mit einer Serie von neun Siegen in 13 Spielen noch in den Uefa-Pokal geführt.

Bei den Fans populär

Danach musste er dennoch gehen, weil Huub Stevens bereits als neuer Chefcoach verpflichtet war. Bei den Hertha-Fans ist Götz bis heute sehr populär.

Als Profi bestritt der Berliner 242 Bundesligaspiele (46 Tore) für Bayer Leverkusen und den 1. FC Köln absolvierte und spielte danach für Fenerbahce Istanbul und den damaligen Zweitligisten Hertha BSC. Dort begann er auch 1997 seine Trainerkarriere als Amateurcoach.

Erst am 17. April bei 1860 gefeuert

Zuletzt war Götz beim TSV 1860 München tätig, wo er jedoch nach der 1:2-Niederlage gegen den HSV am 17. April gefeuert wurde.

"Die Zeit mit 60 ist vorbei", meinte Götz und betonte, dass "wir zu meiner Zeit nie auf einem Abstiegsplatz gestanden haben". Ansonsten sei für ihn "das Kapitel beendet".

Meyer will nicht mehr


Nach Bekanntgabe des Rücktritts von Hans Meyer am 19. April hatte Dieter Hoeneß bereits Spekulationen geschürt, wonach Götz nach Berlin zurückkehren würde: "Es ist durchaus möglich, einen Ex-Trainer wiederzuholen."

Als weitere Kandidaten auf dem Hertha-Trainerstuhl waren Ralf Rangnick und Roy Hodgson im Gespräch. Die Berliner sind als 15. mit 31 Punkten nur einen Platz und einem Punkt vor einem Abstiegsrang entfernt.

Johannes Fischer

Quelle: www.sport1.de