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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Trauer



Firunwulf
17.01.2003, 02:19
Hallo an alle,

es fällt mir nicht leicht darüber zu schreiben aber ich versuche es mal.
Hat jemand von euch schon erfahrungen mit einem Verlust (TOT) eines Menschen gemacht den man über alles geliebt hat? Meine Mama ist jetzt 3 Jahre 2 Monate und 19 Tage tot. Eigentlich geht es mir ganz gut, ich habe einen Job, eine Freundin die ich über alles liebe, gute Familien verhältnisse usw. Aber trotzdem habe ich das Gefühl das mich der Verlust des wichtigsten Menschen meines lebens von innen auffrißt. Ich glaube das der schmerz von Tag zu Tag schlimmer statt besser wird. Wird das jemals besser???

Firunwulf

Cat
17.01.2003, 07:56
Hallo, Firunwulf!

Auch ich habe schon die Erfahrung gemacht, wie es ist, einen nahestehenden Menschen zu verlieren.... meine Oma; meine Schwester; meinen Vater. Vor allem letzteres war hart, da ich zu dem Zeitpunkt auch noch selber krank war. Nach dem Schock kam erstmal eine Zeit der Trauer, in der ich viel geweint habe, und auch im Alltagsleben ziemlich durcheinander gewesen bin. Diese Phase dauerte so etwa 2-3 Monate. Danach habe ich noch laengere Zeit "gekraenkelt", u.a. einen Unfall gehabt, der mich fuer einige Wochen "aus dem Verkehr" gezogen hat. Ich empfand das damals so als ob mein Unterbewusstsein diese Situation herbeiruft, damit ich noch etwas Zeit und Ruhe hatte, mich mit der Situation auseinanderzusetzen. Alles in allem ging es mir ca 8 Monate so lala, bis ich auf einmal das Gefuehl hatte, darueber "hinweg" zu sein. Ab dem Zeitpunkt konnte ich an ihn denken, ohne Traurigkeit.

Ich weiss nicht, wie du nach dem Tod deiner Mutter damit umgegangen bist.... Koennte es sein, dass der Schmerz so gross war, dass du ihn erstmal ein wenig "verdraengt" hast, um ueberhaupt "bestehen" zu koennen? Und er sich jetzt, nach all der Zeit, seinen Weg bahnen will? - Auf jeden Fall solltest du zulassen, was da in dir ist, und dich damit auseinandersetzen. Die Gefuehle wahrnehmen,sie ausdruecken,vielleicht darueber reden, oder schreiben, vielleicht auch Tagebuch fuehren. Nur was man zulaesst (nicht im Sinne von "festhalten" gemeint!), wird sich irgendwann aufloesen.

Ich wuensche dir alles Gute.

Liebe Gruesse
Cat

Shirley
27.01.2003, 15:03
lieber Firunwulf,
einen geliebten menschen zu verlieren, ist nie einfach... ich habe vor fast 3 jahren meine grossmutter verloren, das einzige grosselternteil, das ich wirklich gekannt habe, alle anderen sind viel früher gestorben. für mich war es nicht leicht, auch wenn ihre zeit gekommen war. ich wurde mit meiner trauer damit fertig, dass ich mein leid, meine trauer, in gedichte verfasste. habe speziell für sie ein gedicht geschriebe. klar, wenn ich es durchlese, fange ich an zu weinen, weil sie nicht mehr da ist. aber dann erinnere ich mich an die schönen augenblicke, die ich mit ihr verbracht habe.

ich wünsche auch dir, dass du dich zukünftig nicht mehr daran erinnerst, dass sie nicht mehr da ist, sondern vermehrt daran, was sie dich gelehrt hat, wie schön ihr es hattet...

lieber gruss und viel glück, shirley

Pingu
17.03.2003, 09:03
Mein Vater ist gestorben, als ich 14 Jahre alt war.
Er war Alkoholiker und als meine Mutter sich scheiden lassen wollte, da sie einen anderen hatte, hat er sich bei uns in der Scheune erhängt. Das ist jetzt schon sieben Jahre her und trotzdem fällt es mir schwer darüber zu sprechen.
Wenn ich jemanden davon erzähle hab ich das Gefühl, das sie denken ich wolle nur Mitleid. Und wenn ich ehrlich bin, ist es manchmal schon so.
Nur mein Freund weiß alles davon.
Es ist gut, wenn man mit jemanden reden kann...

Ich wünsch dir alles gute dafür...

Baby
18.03.2003, 20:18
Mein Opi ist vor ca. 2 Jahren gestorben. Wenn ich heute an sein Grab gehe muss ich immer noch weinen und auch wenn ich hier schreibe erinner ich mich wieder an die ganze zeit mit ihm und es tut furchtbar weh.
Ich kann euch alle verstehen und wenn ich mir eure posts durchlese dann habt ihr alle viel mehr kummer durchgemacht als ich.

Nach meinen erfahrungen lässt die trauer irgendwann etwas nach. Aufhören wird der Schmerz nie!! Aber das ist doch auch in einem klienen maß gut so, oderß denn wenn der schmerz aufhört dann sind wohl auch die Gefühle für den Menschen den man vermisst gestorben!!

...Baby

raven
26.03.2003, 23:01
Hallo Firunwulf,

meine Mama ist jetzt fast 9 Jahre nicht mehr bei mir und ich vermisse sie wie am ersten Tag. Aber ich weiß, dass sie bei mir ist..., in meinen Träumen und meinen Gedanken und ich weiß, dass sie mir - dort, wo sie jetzt ist - schon oft geholfen hat.

Deine Mama ist nicht ganz von Dir gegangen, dass weiß ich... und wenn du ganz innen drin in dir reinschaust, weißt du das auch....

Ich hab Deine Mama gekannt und hab sie sehr bewundert, aber du weißt, die Guten müssen zuerst gehen. Zuerst hab ich einen furchtbaren Hass gehabt, dass man mir das Liebste genommen haben, was ich hab: Aber wer weiß.... vielleicht geht es unseren Lieben jetzt etwas besser!?

Viele liebe Grüße
Crow