PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Das Buch



jeanny
21.06.2003, 01:31
Wie gebannt lese ich Seite für Seite meines neuen Buches. Es handelt von einem Mädchen, dass ihr Leben lang noch nie wirklich glücklich war, ein Mädchen, das allmählich den Kampf gegen das Leben und die Zeit verliert. Ich fühle richtig mit ihr, ich verstehe was sie denkt. Liegt es daran, dass ich so ähnlich denke? Ich lese weiter. Ich würde zu gerne den Namen dieses Mädchens wissen, vielleicht gibt es sie wirklich? Die Geschichte ist für mich so lebensnah, wahrscheinlich, weil sie meiner eigenen so ähnlich ist?
Ich muss weinen, als ich bei der letzten Seite angelangt bin… Sie hat den Kampf verloren und hat sich vor den Zug geworfen… Unter Tränen klappe ich das Buch zu. Auf dem Einband erkenne ich eine Widmung. Mir stockt der Atem als ich meinen Namen lese...und direkt darunter, mein Geburtsdatum und mein Sterbedatum. Ich kann meinen Augen nicht trauen. Entsetzt schlage ich den Kalender auf. Ich soll schon morgen sterben? Die Nacht ist sehr lange, ich weine ununterbrochen, versuche alles zu vergessen. Als ich endlich einschlafe sehe ich mein ganzes Leben an mir vorbeiziehen. Ich wache auf, schweißgebadet. War das alles nur ein Traum? Das Telefon klingelt. Es ist die Polizei, die meinen Eltern berichtet, dass ich mich heute Nacht vor einen Zug geworfen habe. Ich sehe alle weinen und Tage später bei meiner Beerdigung lege ich eine das Buch und eine weiße Rose auf mein Grab.

Nymi
21.06.2003, 07:32
#------------------#

Hi jeanny,

genau die Art von Text wo man ersteinmal immer Atemlos liest, innehält, und anfängt sich Sorgen zu machen. :aeh(

Ich werde jetzt davon ausgehen, das bei Dir auch das Schreiben Teil der Verarbeitung ist, und somit der Text eigentlich positive zu verstehen. "fragendkuck"

Solange es keine "Ankündigung" ist, find ich's super!
:D

Melancholisch, erfrischend "schlechtausgehend" in einer Zeit wo normalerweise alles auf "Friede Freude Happyend" getrimmt ist.

Wir können ja mal zusammen ein Buch schreiben "zwinker". (oder hast du alleine schon? :-) )

....ich mag's jedenfalls!

Meine Stimme hast Du!

Achso, mal noch ein paar Gedanken zum Text...:

"..." Hm, naja, eigentlich kann und möchte ich meine Gedanken dazu nicht in Worte fassen... ich lasse mir das ganze Heute auf der Arbeit mal nochmal durch den Kopf gehen...

(Weisst du, wenn ich das lese, habe ich wirklich Lust da ein Buch drüber zu schreiben. Das wäre für einen Anfang genial.. dann könnte man so nach und nach ihr Leben zurückverfolgen bis zu dem Tag als alles anfing schief zu laufen.. und evtl. auch die Story noch ein Stück fortlaufen lassen, also über ihre Beerdigung hinaus...
Aber die Idee gehört Dir "aufmunternd lächel")

Hab dich gern

Nymisies

jeanny
22.06.2003, 10:42
hi Nymisies!

ja, du hast mit deiner Vermutung nicht ganz Unrecht. Ein Kumpel hat zu mir gesagt, wenn es mir schlecht geht, soll ich einfach einen Stift in die Hand nehmen und meine Gedanken aufschreiben.

Das 'schlecht-ausgehen'ist bei mir normal. Ich denke, in der Welt gibt es auch nicht immer ein Happy End, warum sollte ich dann in meinen Geschichten/Gedichten von einer heilen Welt reden wenn die Realität doch so anders ist?

Ein Buch habe ich selbstverständlich noch nicht geschrieben...vielleicht kommt das ja auch noch, wer weiß ;)

Hab dich auch gern, jeanny

JoE101
18.02.2005, 16:36
Das musste echt nach oben!

JoE

jules1
18.02.2005, 17:19
Das ist traurig...
aber ich kann das nachempfinden. manchmal schaue ich auch auf mein Leben wie auf einen Film, es läuft vor mir ab. ich kann nicht vorspulen - und schon gar nicht zurück. Das Band läuft.
Irgendwann ist es zuende.
Das ist ähnlich wie mit dem Buch...

:( jules