plofre
17.05.2004, 10:10
Ersatzmann gab im Prater Fersengeld
Kenianer Kandie unterbot in 2:08:35 die bisherige Bestzeit um elf Sekunden - Buchleitner Fünfter - Console schnellste Frau
http://images.derstandard.at/20040516/xx.jpg
Sieger Samson Kandie
http://images.derstandard.at/20040516/mar1.jpg
Siegerin Rosaria Console
Vor einer Woche hat Samson Kandie ein Anruf ereilt, gestern eilte er selbst - zum Sieg im 21. Vienna City Marathon, zum Rekord, zum Siegerscheck, zur Rekordprämie. Sein kenianischer Landsmann Willy Cheruiyot war vor vier Jahren nach 2:08:48 Stunden angekommen, gestern war Kan- die um dreizehn Sekunden schneller - damit erhöhte er seine Prämie um fünfzig Prozent auf 15.000 Euro.
Ersatz für Vorjahressieger
Kandie (33) war quasi erst im letzten Moment und nach der Absage des Vorjahrssiegers Joseph Chebet verpflichtet worden, dann hatte er noch ein Flugzeug verpasst. So traf er mit Verspätung in Wien ein, dafür war keiner schneller auf dem Heldenplatz und im Ziel. "Ich bin glücklich", sprach er, "ich habe einfach so lange aufs Tempo gedrückt, bis keiner mehr mitkonnte."
Auch die beste Dame lief ein einsames Rennen - zur allgemeinen Überraschung kam sie weder aus Rumänien noch trug sie den Namen Lidia Simon; die Topfavoritin war verkühlt angetreten und musste sich mit Rang zwei begnügen. Und also kam die Siegerin aus Italien, sie trug den nicht minder klingenden Namen Rosaria Console (2:29:29) und freute sich: "Tolles Rennen, tolle Fans, tolles Ergebnis." Michael Buchleitner kam als bester Österreicher auf Rang fünf - das tangierte ihn weniger als seine Zeit (2:12:58), mit der er das Olympialimit um zwei Sekunden unterbot. Die beste Österreicherin, Eva Maria Gradwohl, landete in persönlicher Bestzeit (2:38:04) auf Rang vier.
Knapp 20.000 Aktive
Insgesamt 19.785 Aktive nahmen in den verschiedenen Bewerben die Füße in die Hände, 7154 davon die klassischen 42,195 Kilometer in Angriff. Das bedeutete einen deutlichen Rückgang gegenüber 2003 (24.393). Als einen der Gründe nannte Veranstalter Wolfgang Konrad "den harten Winter. Außerdem ist der Markt etwas gesättigt, und andere Marathons nehmen uns Teilnehmer weg." Nebenbei hat der Vienna City Marathon auch schon mehr Publikum gesehen; diese Tatsache dürfte mit der Teilnehmerzahl in einem direkten Zusammenhang stehen. Die äußeren Bedingungen kamen den Läufern entgegen - Windböen und einen kurzen Regenschauer konnte vor allem verschmerzen, wer an die Hitzeschlacht im Vorjahr dachte.
Kandie startete noch vor der 30-km-Marke im Prater die entscheidende Attacke. Ihr hatten der Kenianer Raymond Kipkoech und der Portugiese Luis Jesus nichts entgegenzusetzen - sie landeten mit knapp respektive etwas mehr als zwei Minuten Rückstand auf den Plätzen. Moses Tanui (38), Wien-Sieger 2002 und sentimentaler Favorit, hatte mit der Entscheidung nichts zu tun und wurde Elfter.
Buchleitner (34) vergab im Prater die Chance auf Gerhard Hartmanns Rekord, der seit 1986 bei 2:12:22 liegt. Im Kampf ums Olympialimit machte es der Niederösterreicher bis ins Ziel spannend. "Ich habe", sagte er, "alles gegeben." Lohn ist die dritte Olympia-Teilnahme - mit ihr wird Buchleitner seine Karriere beenden. (DER STANDARD Printausgabe 17.05.2004)
Quelle: derStandard.at
Kenianer Kandie unterbot in 2:08:35 die bisherige Bestzeit um elf Sekunden - Buchleitner Fünfter - Console schnellste Frau
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Sieger Samson Kandie
http://images.derstandard.at/20040516/mar1.jpg
Siegerin Rosaria Console
Vor einer Woche hat Samson Kandie ein Anruf ereilt, gestern eilte er selbst - zum Sieg im 21. Vienna City Marathon, zum Rekord, zum Siegerscheck, zur Rekordprämie. Sein kenianischer Landsmann Willy Cheruiyot war vor vier Jahren nach 2:08:48 Stunden angekommen, gestern war Kan- die um dreizehn Sekunden schneller - damit erhöhte er seine Prämie um fünfzig Prozent auf 15.000 Euro.
Ersatz für Vorjahressieger
Kandie (33) war quasi erst im letzten Moment und nach der Absage des Vorjahrssiegers Joseph Chebet verpflichtet worden, dann hatte er noch ein Flugzeug verpasst. So traf er mit Verspätung in Wien ein, dafür war keiner schneller auf dem Heldenplatz und im Ziel. "Ich bin glücklich", sprach er, "ich habe einfach so lange aufs Tempo gedrückt, bis keiner mehr mitkonnte."
Auch die beste Dame lief ein einsames Rennen - zur allgemeinen Überraschung kam sie weder aus Rumänien noch trug sie den Namen Lidia Simon; die Topfavoritin war verkühlt angetreten und musste sich mit Rang zwei begnügen. Und also kam die Siegerin aus Italien, sie trug den nicht minder klingenden Namen Rosaria Console (2:29:29) und freute sich: "Tolles Rennen, tolle Fans, tolles Ergebnis." Michael Buchleitner kam als bester Österreicher auf Rang fünf - das tangierte ihn weniger als seine Zeit (2:12:58), mit der er das Olympialimit um zwei Sekunden unterbot. Die beste Österreicherin, Eva Maria Gradwohl, landete in persönlicher Bestzeit (2:38:04) auf Rang vier.
Knapp 20.000 Aktive
Insgesamt 19.785 Aktive nahmen in den verschiedenen Bewerben die Füße in die Hände, 7154 davon die klassischen 42,195 Kilometer in Angriff. Das bedeutete einen deutlichen Rückgang gegenüber 2003 (24.393). Als einen der Gründe nannte Veranstalter Wolfgang Konrad "den harten Winter. Außerdem ist der Markt etwas gesättigt, und andere Marathons nehmen uns Teilnehmer weg." Nebenbei hat der Vienna City Marathon auch schon mehr Publikum gesehen; diese Tatsache dürfte mit der Teilnehmerzahl in einem direkten Zusammenhang stehen. Die äußeren Bedingungen kamen den Läufern entgegen - Windböen und einen kurzen Regenschauer konnte vor allem verschmerzen, wer an die Hitzeschlacht im Vorjahr dachte.
Kandie startete noch vor der 30-km-Marke im Prater die entscheidende Attacke. Ihr hatten der Kenianer Raymond Kipkoech und der Portugiese Luis Jesus nichts entgegenzusetzen - sie landeten mit knapp respektive etwas mehr als zwei Minuten Rückstand auf den Plätzen. Moses Tanui (38), Wien-Sieger 2002 und sentimentaler Favorit, hatte mit der Entscheidung nichts zu tun und wurde Elfter.
Buchleitner (34) vergab im Prater die Chance auf Gerhard Hartmanns Rekord, der seit 1986 bei 2:12:22 liegt. Im Kampf ums Olympialimit machte es der Niederösterreicher bis ins Ziel spannend. "Ich habe", sagte er, "alles gegeben." Lohn ist die dritte Olympia-Teilnahme - mit ihr wird Buchleitner seine Karriere beenden. (DER STANDARD Printausgabe 17.05.2004)
Quelle: derStandard.at