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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bin ich mit einem Nörgler zusammen?



since
17.07.2003, 14:25
Hallo liebe Forumsmitglieder,

ich schreibe hier zum ersten Mal, allerdings "kenne" ich schon viele hier mit Namen, da ich mich oft hier herumtummle. Verzeiht meine lange Geschichte, aber ich kann bald nicht mehr zwischen unterscheiden, was wichtig oder nicht wichtig ist.

Ich bin 29, und bin mit meinem Freund seit etwas mehr als einem Jahr zusammen. Wir wohnen nicht zusammen, ca. ein- bis zweimal in der Woche fahre ich zu ihm, weil er eine Wohnung hat und übernachte dort. Einige wenige Male ist er auch bei mir (ich wohne noch bei meinen Eltern).

Bereits vor einem Jahr, als wir gerade mal ca. zwei Monate zusammen waren und das zweite Mal bei ihm übernachtete, kochten wir zusammen und wir wuschen danach das Geschirr. Wochen später warf er mir vor, er würde an mir zweifeln, da ich seinen Herd nicht sauber geputzt hätte, so etwas könne er nicht verstehen, dass ich "als Frau" dies nicht sauber putzen könnte. Er würde großen Wert auf Sauberkeit legen, und deshalb wären ihm Zweifel gekommen, ob wir zusammen passen würden, da ich anscheinend keinen so großen Wert darauf legen würde.
Ich fiel aus allen Wolken, ich erinnerte mich an den Herd, aber mein Gott, hätte er doch gleich sagen sollen, dass ich vergessen hatte den Herd zu putzen. Außerdem war ich erst das 2. Mal bei ihm und wusste nicht, wo Putzmittel, Lappen usw. hernehmen. Er sagte, er hätte es nicht gleich gesagt, da ich "als Frau" das doch von selbst verstehen müsste, er möchte das einer Frau gar nicht erst sagen müssen.

Ich überlegte daraufhin, ob ich bei ihm bleiben sollte oder nicht. Ich hatte Jahre zuvor für einige Monate einen Freund, der bald anfang, mich zu kritisieren, meine Aufmachung, die hausfraulichen Qualitäten meiner Mutter, über eine mal nicht sehr gut gebügelte Jeanshose usw. Ich wollte und will nicht mehr so etwas erleben, und ich hatte so etwas mit anderen Männern auch nicht mehr erlebt.

Aber vor einem Jahr empfand ich bereits zuviel für meinen Freund, und er sagte auch, dass er kein Nörgler sei, er wolle es nur ganz normal sauber bei sich haben.
Inzwischen verging ein Jahr, wenn ich bei ihm war, habe ich gebettet, abgespült, gekocht auch, sogar angeboten, vor Weihnachten mit ihm seine Wohnung zu putzen, was wir auch – immer gemeinsam - gemacht haben.

Und nun gestern der Faustschlag: Seit ca. zwei Wochen streiten wir häufig, sind auch schon Worte vom Beenden der Beziehung gefallen. Nun brachte ich ihm gestern eine neue Computermaus, wollte sie anschließen und mit ihm einen kleinen "Computerkurs" beginnen, da er mit Computern noch nicht umgehen kann, es aber lernen möchte. Zuerst gingen wir noch in seine Küche um etwas zu trinken, dort lag im Becken noch das Frühstücksgeschirr von vor zwei Tagen (wir hatten vor zwei Tagen gemeinsam gefrühstückt). Ich dachte flüchtig daran, dass er ja soooooooooooo großen Wert auf Sauberkeit legen würde, komisch, dass er das dann nicht abspült, er hatte beide Tage frei, wo er allerdings schwarz nebenbei arbeitet.

Na gut, ich fragte dann, ob wir zum Computer gehen würden. Und da fing es an: Er hätte bei uns zwei die "Weibchen"-Rolle eingenommen, warum ich "als Frau" nicht sofort gefragt hätte, ob wir das Frühstücksgeschirr abspülen würden und erst danach zum Computer gehen würden, warum er "als Mann" mich erst darauf aufmerksam machen müsste, das verstehe er einfach nicht, und warum ich am vergangenen Sonntag, als er bei mir war und ich ihm Frühstück machte, nicht sofort das Geschirr abgespült hätte (es war bereits 15 Uhr, er hatte Nachtdienst gehabt, kam um 6.30 Uhr zu mir, wir schliefen noch bis Mittag und wir wollten noch schwimmen gehen und endlich hatte er mal einen Sonntagnachmittag frei)? Dass ich am Montagabend noch abgespült hatte, wollte er mir so gut wie nicht glauben. Und vor einigen Monaten, als ich ihn zu uns zum Abendessen einlud, meine Mutter hatte gekocht, warum ich damals nicht unsere Teller und Gläser in die Küche getragen hätte, sondern am Tisch gelassen hätte (meine Eltern und mein Bruder sind erst nach uns essen gegangen, die Teller blieben also nicht allein auf dem Tisch stehen). Und meine Mutter macht sich daraus überhaupt kein Problem, ich erledige dafür immer andere Sachen für sie. Warum also er?

Ich hatte ihn zu mir eingeladen – und erhalte nun die Vorwürfe welche Handgriffe ich nicht richtig gemacht habe. Ich fasste es gestern nicht, ich weinte gestern. Er sagte, seit Jahrtausenden würden die Frauen den Haushalt machen, und er würde das auch richtig finden, die Männer würden sich dafür mal ums Auto kümmern, wenn dort etwas nicht stimmen würde. Auf einmal redet er so, wo er doch immer von "gemeinsamer Arbeit", "gemeinsamer Hausarbeit" usw. geredet hat.

Er hätte Angst, dass wenn wir mal zusammen wohnen würden, dass dann alles an ihm hängen bleiben würden, ich sagte ihm, ich hätte genau die gleiche Angst aufgrund seiner Aussagen.
Denn ich würde und könnte seine Ansichten akzeptieren, wenn er ein "traditioneller" Mann wäre, aber dann muss er konsequent traditionell bleiben. Denn wenn es ums Bezahlen von Restaurantessen oder im Cafè geht, dann ist er plötzlich voll "emanzipiert" und besteht strikt darauf, dass ich jedes zweite Mal bezahle, "Warum soll der Mann immer zahlen, wie kommt er dazu?" Und "Ihr Frauen wolltet ja die Emanzipation, deshalb sollt ihr auch gleichberechtigt bezahlen!"
Also dort Emanzipation wo es für ihn günstig ist (beim Bezahlen, um nicht sein Geld auszugeben), und dort keine Emanzipation mehr, wo es für ihn ärgerlich und lästig ist (Hausarbeit). Kein Kommentar ...

Mein Freund ist ansonsten wirklich lieb und nett und zärtlich und ich habe ihn sehr lieb, aber ich flippe bei solchen Bemerkungen einfach aus. Ich fasse es nicht.
Geizkragen und penible Nörgler empfinde ich als Qual und Geisel der Menschheit.
Noch dazu, er will mich fast für die Sauberkeit in seiner Wohnung verantwortlich machen, und dabei komme ich gerade mal ein- bis zweimal in der Woche um halb neun Uhr Abends zu ihm und verlasse seine Wohnung wieder um halb acht Uhr morgen um zur Arbeit zu gehen (Ausnahme an manchen Sonntagen, wo wir später frühstücken).
Wir wohnen nicht zusammen, also was soll das!!!? Würde ich dort wohnen, dann wäre es sicher anders, dann wäre das mein Zu Hause, aber so? Ich helfe ihm gerne, mal die Wohnung zu putzen oder die Fenster zu putzen, biete es ihm von mir aus an, finde ich auch richtig, da ich ja Bett und Esstisch mitbenutzen kann, aber dass ich falls ich mal seine Küche betrete und schmutziges Geschirr im Becken sehe sofort auf den Gedanken komme, hey lass uns das jetzt abspülen ... Oder sollte ich auf diesen Gedanken sofort kommen und nichts anderes mehr im Sinn haben?

Ich bin ganz sicher nicht penibel und kann auch manchmal großzügig darüber hinwegsehen (Urlaub in Ägypten war mit ihm schlimm, er nörgelte nur herum, dass überall nicht sauber geputzt sei usw.), meine Eltern sind auch keine Sauberkeitsfanatiker, ich nehme mal an, einfach Durchschnitt. Falls mal etwas nicht ganz sauber ist, regt sich auch niemand in meiner Familie besonders auf.

Mein Freund hat Angst, falls wir mal zusammen wohnen, dass ich nichts tun würde, weder Hausarbeit noch kochen (woher er das bloß nimmt? Wir wohnen nicht zusammen, und ich schlage oft vor etwas zu kochen, aber er geht lieber ins Restaurant) und es wundert ihn, dass ich "als Frau" nicht verbissen jedem Staubkorn hinterherjage ...

Was soll ich mit so einem Mann? Ich habe Angst, dass mein Leben mit ihm zur Qual wird ... wer will schon einen Nörgler ... ist er ein Nörgler oder ist das alles noch normal? Hat jemand ähnliches erlebt?

since
17.07.2003, 14:28
Bin übrigens weiblich, ich weiß bloß nicht, wie ich das im Profil ändern kann.

Liebe Grüße

Nymi
17.07.2003, 16:24
Hi Since..

Weia, an wen bist Du denn da geraten.
Also Normal ist das nicht mehr, tut mir leid.
Du schreibst das er sonst ganz lieb, in Ordnung und normal ist.
Was diesen Punkt betrifft ist "Normal" mit Sicherheit nicht der Fall. (Anders ausgedrückt, er lebt ein paar Jarhunderte zu spät)

Wenn/da Du ihn liebst und mit ihm zusammenbleiben möchtest, würe mein Vorschlag, ihn mal in eine Therapie zu schicken.
Dieser Spleen muss ja irgendwoher kommen, vermutlich SEIN Elternhaus?
Weisst Du wie es da so zugeht?
Klar klingt Therapie jetzt heftig, aber in unserer Zeit, möchtest Du wirklich so als "Weibchen" abgestellt zum Spülen und Saubermachen werden.
Leider klingt raus das Du mit ihm da nicht wirklich vernünftig drüber reden kannst.

Glaubst Du das man Menschen mit der Zeit umerziehen kann?
Gott oh Gott, da stellen sich einem ja die Nackenhaare auf wenn man das hört.

Würdet ihr jetzt zusammenziehen, würdest Du vermutlich nach relativ kurzer Zeit explodieren,
Mann, wir leben mitlerweile im 21 Jahrhundert.
Keine Frau muss sich mehr gefallen lassen als kostenlose Haushaltshilfe gesehen zu werden.

Ganz ehrlich, ich würde mal mit jemandem der Ahnung von sowas hat (Psychater?) reden, ob und wie man das evtl aus ihm herausbekommt.
Wenn Du wirklich in betracht ziehst dein Leben mit deinem Freund verbringen zu wollen. (ohne dabei die ganze Zeit SEINEN Dreck und SEINEN Mist wegräumen zu müssen)
Wie Du schon schreibst, wenn er ja dafür die "Rolle des Mannes" voll ausfüllen würde, Dich auf Händen tragen, alles für Dich tun, Die Geldangelegenheiten übernehmen....
Aber so...?

Da es bei ihm wirklich fester zu sitzen scheint, als das man das mit einem einfachen klärenden Gespräch beheben könnte..
hol dir Tips vom Profi.
Gutgehen wird es sonst nicht mehr lange wie ihr ja schon festgestellt habt.

Nymisies (ich wünsch mir eine Frau die Geld verdient und mich versorgt, ich mach den Haushalt und kümmer mich um die Kinder :-) )

BastiAllein
17.07.2003, 21:08
ich muss ja fast anfangen zu lachen!
dieser typ muss echt eine therapie machen und zwar nicht nur einen monat lang!

mein rat: mit ihm kannst du nicht wirklich werden! so hart es klingt! so einen mann hat die welt wohl noch nicht gesehen! für beide wär eine schnelle trennung wohl das beste. aber das ist die meinung eines liebeskranekn, der ebenfalls in eine therapie müsste. die entscheidung trägst du alleine!

shania
18.07.2003, 07:43
Hallo Since!

Na so was.. sag mal Du bist doch auch wer! Eine Frau die mit beiden Beinen im Leben steht und nicht seine Angestellte. Sauberkeitsfimmel hin oder her aber er ist für seinen Dreck ja wohl selber verantwortlich. Er wohnt allein und dann muß er da auch durch mal sein Geschirr abzuwaschen. Klar könnt ihr das mal gemeinsam machen aber die Erwartungen die er an Dich stellt sind in meinen Augen schon leicht unverschämt.

Mach ihm klar daß Du nicht seine Putzfrau sondern seine Partnerin bist. Vielleicht könt ihr ja einen Weg finden die anfallenden Arbeiten gemeinsam zu erledigen - wenn Du das magst. Aber ohne ein Wort zu sagen kann er wohl kaum erwarten daß Du zu ihm kommt und dich sofort ins Putzen stürzt. Ne ne Du, klär das sonst bleibst Du irgendwann auf der Strecke!

Viel Glück!

Shirley
18.07.2003, 08:07
hallo since,

nun gut, ein typische beispiel eines macho-*********es :D du hast einige möglichkeiten, wie du damit zurecht kommst. therapie finde ich jetzt gerade etwas übertrieben, vielleicht in ein paar monaten, wenn alles andere nichts mehr bringt.... wenn du wirklich so grosse mühe mit seiner einstellung hast (was ich sehr gut nachvollziehen kann) dann solltest du dir überlegen ob es für dich nicht besser wäre, dich zu trennen. du machst dich sonst kaputt, machst dir immer vorwürfe etc. wenn du mal nicht dazu kamst, bei ihm zu hause sauber zu machen. oder ein anderer vorschlag, der noch niemand gebracht hat aber, aus meiner sicht, ein guter wäre: zieh mit ihm zusammen und warte mal ab, was dann passiert! dann siehst du nämlich, ob er dann schlussendlich den ganzen dreck dir überlässt oder ob ihr es weiterhin gemeinsam macht. und dann kannst du ihm auch zeigen, dass er sich in gewissen punkten irrt, was das zusammenleben angeht.

erst wenn man mit einem menschen wirklich zusammenlebt, lernt man ihn auch kennen. wäre es nicht ein versuch wert? ich meine, du lebst nun schon seit einem jahr mit diesem typen, mit seinen ansichten... wenn du es nun versuchen würdest und siehst, dass er sich einfach nicht ändert, dass alels an dir hängen bleibt, dann trenn dich. denn gewisse einstellungen kann man nicht ändern. die sind so fest verhakt, dass du dir dabei die zähne ausbeissen würdest...

liebe grüsse, shirley

since
18.07.2003, 13:53
Hallo, liebe Forummitglieder,

vielen Dank mal für Eure Meinungen und Ratschläge. Wenn ich allerdings von Therapie höre und mir vorstelle, wie es wäre, ihm zu sagen, dass er eine Therapie nötig hätte ... dann weiß ich bereits jetzt seine Antwort, nämlich dass ICH eine Therapie nötig hätte, damit ich wie alle anderen Frauen werden würde ...

Das Elternhaus ist natürlich ein Thema. Wir wohnen bereits in einer traditionellen Umgebung (Alpenraum, nicht Deutschland), dazu wohnt er in einem sehr hochgelegenen Bergdorf. In seinem Elternhaus (er hat seine eigene dort Wohnung im obersten Stock) ist es nun nicht gerade blitzblank, dass man vom Boden essen könnte, eher ganz normal. Allerdings konnte ich bei einem Familientreffen beobachten, dass vor allem von den Frauen erwartet wird, dass sie kochen, abspülen, aufräumen usw. während die Männer am Tisch sitzen bleiben. Nun gut, das ist häufig bei uns zu Hause auch der Fall bei Festen, habe auch nichts dagegen, mich ärgert nur ungemein diese Selbstverständlichkeit, wie die Frauen sich selbst gleich nach dem Essen darum drängeln (!! wirklich!), den Abwasch usw. zu erledigen. Darauf angesprochen, war er sogar noch so frech, mich zu fragen, ja warum ich selbst denn nicht mitgeholfen hätte, die anderen Frauen hätten alle etwas getan (bei meiner ersten Feier mit seiner großen Familie! ich wäre sowieso nur hilflos herumgestanden, und so etwas kenne ich von zu Hause gar nicht, dass da Gäste, die zum ersten Mal kommen, mitwerkeln müssen. Würde ich öfter dort sein, ja klar, aber bei der ersten Feier!)

Das sind alles so typische Beispiele, wo er mir deutlich macht, dass mit mir als "Frau" sozusagen etwas nicht in Ordnung ist. Ihm missfiel sogar, dass mein Vater bei uns zu Hause sozusagen früher, bevor meine Mutter in Rente ging, die Hausarbeit erledigte (als Lehrer hatte er jeden Nachmittag frei, während meine Mutter ganztags arbeitete und dazu jeden Abend auch noch Kurse gab). Er sagte, das hätte meinem Vater sicher nicht gefallen, die Hausarbeit zu machen. Das glaube ich auch – es hätte meiner Mutter wohl auch nicht gefallen – aber dass sich meine Eltern das sehr gut geteilt hatten und sich mein Vater nicht ein einziges Mal beklagt hatte, da hörte er mir gar nicht zu.

Seine Ex-Freundinnen waren dazu alles einfache Mädchen mit niedriger Schulbildung, wahrscheinlich haben sie seine Ansichten einfacher übernommen, ohne jemals irgendetwas zu hinterfragen. Denn er sagte mir oft genug, dass er so ein "Verhalten" wie meines überhaupt nicht kenne, noch nie erlebt habe, dass ich da "als Frau" doch ganz anders denken müsste bla bla bla ...

Zum Vorschlag "Zusammenziehen": Vor einigen Monaten hätte mich dieser Gedanke noch begeistert, aber seit einiger Zeit schrillen mir bei diesem Wort die Alarmglocken. Alles in mir sagt nein.
Ich möchte es auch nicht, weil meine Eltern eine Wohnung – die zurzeit noch vermietet ist – besitzen, in der ich nach Auszug der Mieterin wohnen dürfte. Er weiß das und hat gewiss schon x-Mal gesagt: "Ich würde dich mal sehr gerne in deiner Wohnung sehen, um zu schauen, wie sauber du es dort haben wirst. Bin mal schon ganz gespannt."
In meinen ganzen 29 Jahren habe ich mich niemals als Dreckfink empfunden, vielleicht könnte ich manchmal ordentlicher sein, aber gewiss nicht schmutzig.

Ich weiß einfach nicht. Mich von ihm trennen, da erscheint mir der Gedanke, jeden Tag einen Riesengeschirrberg abzuwaschen, noch erträglicher. Würde ich meine eigene Geschichte als neutraler Beobachter lesen, würde ich sicher auch ohne zu Zögern zur Trennung raten. Aber für mich ist es zurzeit unvorstellbar. Es würde ja sonst fast alles passen, wir sind ansonsten auf der "gleichen Wellenlänge", gerade deshalb erschrecken mich seine Aussagen in dieser einen Hinsicht so sehr, da ich solche Ansichten niemals von ihm erwartet hätte. Von meinen Ex-Freunden (außer einem) kenne ich so etwas gar nicht, er sagt oft, dass ich von meinen Ex-Freunden viel zu sehr verwöhnt worden sei.

Gestern war ich so verzweifelt, heute versuche ich nicht mehr daran zu denken ... und was wird morgen sein? Er redet ja immer von "alles gemeinsam tun", allerdings müsste ich "als Frau" immer den Schmutz als erstes sehen, als erstes auf die Hausarbeit hinweisen, als erste den Putzlappen in die Hand nehmen"... erwarten sich Männer wirklich so etwas? Er sagt oft, er habe mich sehr lieb, ihm gefalle meine Art, wie ich bin, ich sei sehr lieb und süß – aber in diesem Punkt verstehe er mich einfach nicht ... und ich verstehe ihn auch nicht ...

Pingu
19.07.2003, 03:01
Liebe Since,

erstmal: Ich würde auf keinen Fall jetzt mit ihm zusammenziehen, denn ich habe das Gefühl, dass dann die ganze Hausarbeit an dir hängen bleibt.
Sag ihm einfach mal klipp und klar, dass er wohl noch im Mittelalter lebt und du dich nicht als seine billige Putze mißbrauchen lässt. Ich finde es eine Frechheit, wie er dich behandelt.
Ich bin auch immer am Wochenende bei meinem Freund in der Wohnung und ich helfe auch im Haushalt (laut ihm auch zu wenig, aber na ja). Aber ich würde nie mehr machen. Wir teilen uns das eigentlich ziemlich gut. Auch wenn er meint, ich würde zu wenig machen, mache ich nicht viel mehr, sondern soviel wie es mit angemessen erscheint. Mal gar nichts, mal viel, ein Ausgleich muss da sein!
Rede einfach nochmal mit ihm! Er scheint mir ein richtiger Pascha zu sein...

Nephthys
23.07.2003, 09:32
@since

Also erstmal muß ich sagen das mich das fast schon "schockiert" hat. In der heutigen Zeit eine solche Meinung zu vertreten ist wirklich übel aber es ist ja oft relativ normal das Männer Frauen als Putze sehen (Also einige zum Glück tun das viele Nicht!)

Hab da nur ein Beispiel: War auch schon mal mit so einem zusammen der meinte ich könnte ja wenn ich hier schon schlafe (1x in der Woche), kochen, putzen, bettenmachen, waschen und ob ich nur zu faul bin. Hab ihm dann gesagt das ich nicht seine freiwillige, persönliche Putzfrau bin. Darauf hat er sich sehr aufregen müssen der arme :tongue: und das war ständig ein Thema. Später hat er mich dann total niveaulos betrogen und mit gedroht unseren gemeinsamen Hamster( armer Scheidungshamster) auf die Straße zu setzen. Darauf hin habe ich seine ganzen Sachen die er im laufe unserer Beziehung bei mir liegen gelassen hatte auf einen haufen in die Garagen-Einfahrt gekippt. Hätt so gern sein Gesicht gesehen kann mir das aber vorstellen :D :D :D

Menschen wie er werden sich nicht ändern nicht so grundlegend und das wird nur schlimmer wenn er nich akzeptiert das Du eine eigenständige Person bist die wie schon gesagt selber im Leben steht. Vieleicht macht Ihm das auch Angst weil er merkt das Du dich von Ihm nicht so beinflussen läßt wie er es gerne hätte.

Und glaub mir das wird schlimmer und belastet einem dann noch mehr gibt doch dieses blöde Sprichwort "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende" Überleg Dir gut ob Du das evtl. Dein ganzes Leben aushälst und ob wirklich eine Chance besteht das er sich in diesem Verhalten Dir gegenüber ändert.

lg Nephthys

Lordilein
23.07.2003, 10:53
sorry da fällt mir nur ein zu ein, "BIST DU SEINE PUTZE?"

Thekla
23.07.2003, 11:35
liebe since!

als ich deinen beitrag zum ersten mal gelesen habe ist mir richtig schlecht geworden. man könnte echt meinen wir wären wieder in der steinzeit...

von der generation unserer eltern und großeltern, in der das klassische "frau mit kindern am herd, mann schafft kohle ran" gelebt wurde, braucht man nicht viel verständnis zu erwarten, aber das ein kerl in unserem alter noch so denkt... grauenvoll!

ich wohne auch nicht mit meinem freund zusammen - wenn er bei mir ist, hilft er mir (spülmaschine ausräumen, kochen) und genauso halte ich es in seiner wohnung. ein gegenseitiges geben und nehmen - und so sollte es sein. wir arbeiten beide und haben beide unseren haushalt - da nimmt man doch rücksicht aufeinander.

ich würde an deiner stelle wirklich auf getrennten wohnungen bestehen!!!

liebe grüße
thekla

since
23.07.2003, 13:54
Hallo liebe Forumsmitglieder,

dank wieder an eure Beiträge. Eine von euch hier hat mir geraten, mit ihm zu reden – und davor fürchte ich mich. Ich verschiebe es, will möglichst nicht daran denken. Ich bat ihn letzte Woche nach unserem Streit, niemals wieder dieses "was ich als Frau tun müsste"-Thema zu bringen. Er versprach es, fragte aber im gleichen Atemzug "Ich wundere mich, warum du so ausflippst, wenn das zur Sprache kommt". Dieses Frage höre ich nun jedes Mal, wenn dieses Putzthema nur von weitem gestreift wird. "Warum regst du dich so darüber auf? Das wundert mich wirklich." Ich kann es bald nicht mehr hören.

Was vielleicht nicht ganz aus meinem Beitrag oben herauskommt, ist, dass es sich bei diesem nicht abgewaschenen Frühstücksgeschirr um unser gemeinsames Frühstück zwei Tage zuvor gehandelt hat. Er hat auf alle Fälle recht mit der Ansicht, dass wir das gemeinsam abspülen könnten/sollten. Das ist auch nicht mein Problem. Mein Problem ist, dass ich in SEINER Wohnung den Dreck sehen sollte, als erste darauf hinweisen sollte, als erste den Lappen in die Hand nehmen sollte. Ich habe keine Angst, dass er mir nicht selbst mitanpacken würde, das ist es nicht, aber verdammt, es ist SEINE Wohnung, da sollte doch ich ihm helfen und nicht er mir, es ist SEINE Wohung, da soll ER mich darauf hinweisen, wo ich anpacken soll und nicht dass mich der Putzfimmel überfällt, sobald ich ein- bis zweimal die Woche seine Wohnung betrete. Ich hoffe bloß, ihr versteht mich. Würde ich auch in seiner Wohnung wohnen, klar, dann würde ich mich dafür verantwortlich fühlen, aber zurzeit fühle ich mich nicht für seine Wohnung verantwortlich, und warum und wieso kann ich ihm das nicht klarmachen !!!?

Er sagte sogar einmal, dass es ihn wundere, warum ich ihn nicht kritisiere, dass seine Wohnung nicht immer ganz sauber sei. Warum ich den (wirklich kaum vorhandenen) Schmutz nicht sehe, warum ich mich nicht darüber aufrege, ob ich denn keinen Wert auf Sauberkeit legte ... Wieso kann ich ihm nicht klar machen, dass ich mich sicher nicht über irgendwelche Staubkörner oder sonstiges aufrege, solange ich maximal zweimal einen Abend und eine Nacht bei ihm verbringe und dann einen netten Abend mit ihm im Kopf habe und die Zeit nicht damit verbringen möchte, fanatisch imaginären Schmutz aufzuspüren!

Da nur er eine eigene Wohnung hat (wo ich noch bei den Eltern wohne), bleiben natürlich bei ihm die meisten Pflichten hängen. Normalerweise erledigen wir dann auch die anfallenden Hausarbeiten in der Zeit, wo ich bei ihm bin, gemeinsam. Aber warum sollte ich mich darüber hinaus für die Sauberkeit seiner Wohnung verantwortlich fühlen?! Bereits seit längerem habe ich – sobald ich etwas putze, koche, wasche – immer wieder Angst, dass ich etwas übersehen könnte, dass etwas nicht seinem "Sauberkeits"-Standard entsprechen könnte, ich habe bald Angst vor jedem Handgriff, sowohl bei ihm als auch bei mir zu Hause, wenn er dort ist, dass er mir dann sofort vorwirft, warum ich das nicht gesehen habe und dann daraus folgert, dass ich auf Sauberkeit keinen Wert lege ...

Er ist im Allgemeinen ein genauer Mensch, auch bei seiner Arbeit, bei seinem Auto usw. Ich will und kann ihn ja nicht ändern, bloß dass er einsieht, dass ich auch "als Frau" nicht für seine Wohnung verantwortlich bin, wenn ich dort maximal zwei Abende/Nächte in der Woche verbringe ...

Thekla
23.07.2003, 15:08
hallo since!

wir haben dich schon richtig verstanden.

also - es ist ganz normal, dass jeder für seine eigene wohnung verantwortlich ist! wenn du ab und an da bist, ist es sehr nett von dir, wenn du das von dir mitbenutzte geschirr spülst. aber dass du SEINE wohnung putzen sollst, obwohl du nur mal am wochenende da bist - ES IST UNGEHEUERLICH!!!!!

ich käme NIE auf die idee bei meinem freund zu putzen und noch weniger käme ich auf die idee von IHM zu verlangen, dass er MEINE WOHNUNG putzt, obwohl wir öfter bei mir sind.

ich drücke es jetzt mal etwas überspitzt aus und bitte nimm es mir nicht übel - aber dein freund spinnt! since - du verhälst dich absolut normal! lass dir ja nichts anderes einreden! für meinen geschmack machst du sogar zuviel in seiner wohnung!!!

ich weiß leider keinen rat, wie du deinen freund zur vernunft bringen kannst - ich befürchte nur, dass er seine einstellung (die ja so einfach für ihn ist) nicht ändern wird. ein bekannter von mir hat sogar mal den spruch gebracht, dass frauen GENETISCH BEDINGT besser für hausarbeit gemacht sind! meine freunde mussten mich festhalten damit ich ihm für diesen (absolut ernst gemeinten) spruch nicht an die gurgel springe! ich bin auch weiblich, kein dreckspatz, aber ich hasse hausarbeit und mache nur das nötigste!

since - du bist absolut normal!!!!!!!

ginge es eigentlich, dass du nicht bei ihm isst, übernachtest und frühstückst - sondern für diese sachen nach hause fährst? dann hat er keinen grund mehr das von dir zu verlangen...