Avenzio
25.05.2004, 06:46
Die verkorkste Saison des BVB ist kaum beendet, da bricht die Kritik an Matthias Sammer los. Denn das von dem 37-Jährigen trainierte Starensemble wirkte über die gesamte Spielzeit lust- und leblos und vergab in Kaiserslautern erneut leichtfertig einen Bigpoint.
Ebenso bitter wie das 1:1 in 1. FC Kaiserslautern und der Sturz von einem Uefa- auf eine UI-Cup-Platz war die schlampige Art und Weise, wie der einstige Weltpokalsieger Platz fünf an den Revierrivalen VfL Bochum verlor.
Bonus aufgebraucht
Sammer hat seinen Bonus bei den Fans und offenbar auch bei den Verantwortlichen weitgehend verspielt. "So geht es nicht weiter, dafür habe ich kein Verständnis. In einer solchen Situation muss die Mannschaft explodieren", wetterte Präsident Gerd Niebaum nach der ärmlichen Vorstellung.
Inzwischen wird in der BVB-Führung die Trainerfrage diskutiert. Im Vorjahr verspielte das Sammer-Team mit dem 1:1 im Westfalenstadion gegen den Absteiger Energie Cottbus den direkten Einzug in die Champions League.
In der gerade zu Ende gegangenen Saison war es Sammer anscheinend erneut nicht gelungen, die hochbezahlten Stars vor dem "Endspiel" auf Betriebstemperatur zu bringen. (Wer ist Schuld an der BVB-Krise? Diskutieren Sie im Forum mit!)
Unansehnlicher Fußball
Der Auftritt auf dem "Betze" passte in das Bild einer Saison, in der zu oft die Verletzungsmisere als Erklärung herhalten musste. Die zahlreichen Fans sahen meist unansehnlichen Fußball ohne Struktur, Spielwitz und jegliche erkennbare Fortschritte.
Sammer, der in Dortmund noch einen Vertrag bis 2006 besitzt, versuchte es in der Vergangenheit mit Streichelheiten, öfter jedoch mit heftiger öffentlicher Kritik an seinen Schützlingen - allerdings vergebens.
"Wir haben gegenüber dem VfL Bochum die besseren Voraussetzungen und unsere Spieler die praller gefüllten Geldbeutel. Aber wir lassen uns von den Bochumern vormachen, wie man sich mit Spaß an der Sache präsentieren kann", sagte BVB-Boss Niebaum angesprochen auf die Trainerfrage.
Unflexibler Umgang mit der Multi-Kulti-Truppe
Die direkte Qualifikation für den Uefa-Cup "wäre ein sportlicher Befreiungsschlag und unglaublich wichtig für die allgemeine Stimmung gewesen", meinte Niebaum noch.
Der BVB-Chef fordert nicht nur wegen der angespannten wirtschaftlichen Lage eine Aufbruchstimmung. Ob sie sportlich mit einem Coach Sammer zu schaffen ist, ist fraglich.
Der Ex-Nationalspieler, dem wegen seiner verbissenen Art das Etikett "Spaßbremse" anhaftet, zeigte sich in der Vergangenheit auch im Umgang mit den diversen Mentalitäten seiner Multi-Kulti-Truppe äußerst unflexibel.
Aussagen, die wie Hohn klingen
Unverständnis erntete Sammer zum Beispiel, als er den Tschechen Tomas Rosicky in den beiden letzten wichtigen Saisonspielen zu Beginn auf der Bank schmoren ließ.
Den Fans muss es nach dem enttäuschenden Saisonfinale wie Hohn in den Ohren geklungen haben, als Sammer äußerte: "Werder Bremen ist im letzten Jahr auch Sechster geworden und ist jetzt Meister."
Allerdings ging es beim BVB bereits in den beiden vergangenen Spielzeiten nach dem Titelgewinn 2002 stetig abwärts. Die BVB-Profis sollen - mit oder ohne Sammer - nach einem verkürzten Urlaub im UI-Cup jene Suppe auslöffeln, die sie sich eingebrockt haben.
Zukunft einiger Spieler ungewiss
Am 17. oder 18. Juli werden sie in die dritte Runde einsteigen. Den Westfalen droht auf dem Umweg in den Uefa-Cup ein Duell mit einem Klub aus Bulgarien, Georgien oder Belgien.
Bisher konnten sich die "Schwarz-Gelben" im Europacup noch nie gegen einen belgischen Klub durchsetzen. Mit dem Scheitern in der Qualifikation zur "Königsklasse" gegen den FC Brügge begann im vergangenen Jahr das finanzielle Dilemma.
In den nächsten Wochen werden wichtige personelle Entscheidungen fallen. Neben Rosicky, der mit dem FC Liverpool in Verbindung gebracht wird, ist die Zukunft von Jan Koller, Ewerthon und auch Dede und Torsten Frings weiterhin ungewiss.
Quelle: www.sport1.de
Ebenso bitter wie das 1:1 in 1. FC Kaiserslautern und der Sturz von einem Uefa- auf eine UI-Cup-Platz war die schlampige Art und Weise, wie der einstige Weltpokalsieger Platz fünf an den Revierrivalen VfL Bochum verlor.
Bonus aufgebraucht
Sammer hat seinen Bonus bei den Fans und offenbar auch bei den Verantwortlichen weitgehend verspielt. "So geht es nicht weiter, dafür habe ich kein Verständnis. In einer solchen Situation muss die Mannschaft explodieren", wetterte Präsident Gerd Niebaum nach der ärmlichen Vorstellung.
Inzwischen wird in der BVB-Führung die Trainerfrage diskutiert. Im Vorjahr verspielte das Sammer-Team mit dem 1:1 im Westfalenstadion gegen den Absteiger Energie Cottbus den direkten Einzug in die Champions League.
In der gerade zu Ende gegangenen Saison war es Sammer anscheinend erneut nicht gelungen, die hochbezahlten Stars vor dem "Endspiel" auf Betriebstemperatur zu bringen. (Wer ist Schuld an der BVB-Krise? Diskutieren Sie im Forum mit!)
Unansehnlicher Fußball
Der Auftritt auf dem "Betze" passte in das Bild einer Saison, in der zu oft die Verletzungsmisere als Erklärung herhalten musste. Die zahlreichen Fans sahen meist unansehnlichen Fußball ohne Struktur, Spielwitz und jegliche erkennbare Fortschritte.
Sammer, der in Dortmund noch einen Vertrag bis 2006 besitzt, versuchte es in der Vergangenheit mit Streichelheiten, öfter jedoch mit heftiger öffentlicher Kritik an seinen Schützlingen - allerdings vergebens.
"Wir haben gegenüber dem VfL Bochum die besseren Voraussetzungen und unsere Spieler die praller gefüllten Geldbeutel. Aber wir lassen uns von den Bochumern vormachen, wie man sich mit Spaß an der Sache präsentieren kann", sagte BVB-Boss Niebaum angesprochen auf die Trainerfrage.
Unflexibler Umgang mit der Multi-Kulti-Truppe
Die direkte Qualifikation für den Uefa-Cup "wäre ein sportlicher Befreiungsschlag und unglaublich wichtig für die allgemeine Stimmung gewesen", meinte Niebaum noch.
Der BVB-Chef fordert nicht nur wegen der angespannten wirtschaftlichen Lage eine Aufbruchstimmung. Ob sie sportlich mit einem Coach Sammer zu schaffen ist, ist fraglich.
Der Ex-Nationalspieler, dem wegen seiner verbissenen Art das Etikett "Spaßbremse" anhaftet, zeigte sich in der Vergangenheit auch im Umgang mit den diversen Mentalitäten seiner Multi-Kulti-Truppe äußerst unflexibel.
Aussagen, die wie Hohn klingen
Unverständnis erntete Sammer zum Beispiel, als er den Tschechen Tomas Rosicky in den beiden letzten wichtigen Saisonspielen zu Beginn auf der Bank schmoren ließ.
Den Fans muss es nach dem enttäuschenden Saisonfinale wie Hohn in den Ohren geklungen haben, als Sammer äußerte: "Werder Bremen ist im letzten Jahr auch Sechster geworden und ist jetzt Meister."
Allerdings ging es beim BVB bereits in den beiden vergangenen Spielzeiten nach dem Titelgewinn 2002 stetig abwärts. Die BVB-Profis sollen - mit oder ohne Sammer - nach einem verkürzten Urlaub im UI-Cup jene Suppe auslöffeln, die sie sich eingebrockt haben.
Zukunft einiger Spieler ungewiss
Am 17. oder 18. Juli werden sie in die dritte Runde einsteigen. Den Westfalen droht auf dem Umweg in den Uefa-Cup ein Duell mit einem Klub aus Bulgarien, Georgien oder Belgien.
Bisher konnten sich die "Schwarz-Gelben" im Europacup noch nie gegen einen belgischen Klub durchsetzen. Mit dem Scheitern in der Qualifikation zur "Königsklasse" gegen den FC Brügge begann im vergangenen Jahr das finanzielle Dilemma.
In den nächsten Wochen werden wichtige personelle Entscheidungen fallen. Neben Rosicky, der mit dem FC Liverpool in Verbindung gebracht wird, ist die Zukunft von Jan Koller, Ewerthon und auch Dede und Torsten Frings weiterhin ungewiss.
Quelle: www.sport1.de