Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was ist los mit uns/der Welt?
Nephthys
21.07.2003, 09:49
Hallo...
findet Ihr es auch so beklemment Nachrichten oder Reportagen zu sehen. Ist Euch auch aufgefallen das wir langsam immer mehr den Berg runtergehen?
Was ist nur los mit uns?
Kümmert es uns nicht das Menschen gequält, gefoltert werden, verhungern, mißbraucht, wegen 5 Euro umgebracht werden?
Das Politik einen irrwitzigen Weg eingeschlagen hat! Konflikte unterstüzt werden! Viele nicht mehr Fragen sondern einfach annehmen Glauben was man Ihnen Erzählt!
Sicher denkt man das man als einzelner nicht viel ändern kann wenn aber wenn jeder so denkt?
Machen es nicht schon kleinigkeiten aus das sich etwas ändert?
Und um so etwas zu sehen muß man nicht in unbedingt in arme Länder gehen nein das passiert auch hier tagtäglich. BEI UNS!
gruß Neph
XJustinSaneX
21.07.2003, 10:06
Original von Nephthys
Hallo...
findet Ihr es auch so beklemment Nachrichten oder Reportagen zu sehen. Ist Euch auch aufgefallen das wir langsam immer mehr den Berg runtergehen?
Was ist nur los mit uns?
Kümmert es uns nicht das Menschen gequält, gefoltert werden, verhungern, mißbraucht, wegen 5 Euro umgebracht werden?
Das Politik einen irrwitzigen Weg eingeschlagen hat! Konflikte unterstüzt werden! Viele nicht mehr Fragen sondern einfach annehmen Glauben was man Ihnen Erzählt!
Sicher denkt man das man als einzelner nicht viel ändern kann wenn aber wenn jeder so denkt?
Machen es nicht schon kleinigkeiten aus das sich etwas ändert?
Und um so etwas zu sehen muß man nicht in unbedingt in arme Länder gehen nein das passiert auch hier tagtäglich. BEI UNS!
gruß Neph
Dazu gibt es einen netten Song namens "Wer wann wo" von der deutschen Punkband ZSK:
Ich esse keine Tiere kleine Kinder Frauen und Männer
Weil ich gemerkt habe
Dass ich kein Mörder bin und sein will
Jeden Tag macht ihr euch schuldig
Am Tode von Millionen
Und verschwendet nicht den kleinsten Gedanken daran
Und diese Verbrechen passieren millionenfach
Legal und staatlich subventioniert
Verklärt durch Schönrednerei, das ist die Ideologie
Von Geld, Handel und Transfer die über Leichen geht
Wann wenn nicht jetzt?
Wo wenn nicht hier?
Wer, wer zum Teufel, wenn nicht wir?
Kann etwas ändern?
Um's kurz zu sagen: wenn man etwas ändern will soll man seinen Arsch erheben und sich selbst engagieren anstatt auf der Couch zu sitzen und anderen dabei zuzusehen.
Leute, die immer den status quo beklagen und nichts unternehmen sind genau diejenigen, die ihn hinnehmen.
ähm ja :elch)
frank marvin
21.07.2003, 11:18
hallo ihr beiden,
ich gebe euch beiden recht. rezeptive hinnahme genügt nicht, die sache geht sonst den bach runter, und jeden tag eine stromschnelle schneller. augen zu und durch .. da ist nichts mehr wenn wir sie eines tages wieder öffnen.
demos, songtexte, vegetarians - alles richtig, alles wichtig, alles gut. jeder beitrag! Was ich beklage und worüber ich immer nachdenke, quälend, ist die ohnmacht, in der ich mich befinde. hab viele freunde, die sich hier und da engagieren, in einer grossstadt ist das leichter als aufm dorf, aber .. das bringt zu wenig. die down-the-drain spirale dreht sich immer schneller, ab in den gully.
>>Um's kurz zu sagen: wenn man etwas ändern will soll man seinen Arsch erheben und sich selbst engagieren anstatt auf der Couch zu sitzen und anderen dabei zuzusehen.
Leute, die immer den status quo beklagen und nichts unternehmen sind genau diejenigen, die ihn hinnehmen.<<
Gut gebrüllt, Löwe. Und was machen wir drei jetzt? XJustinSaneX?
ich mache mit, morgen, hier - aber was?
nur nebenbei: war vor 3 mon auf einem selbsthilfe-basar oder so. dort suchten 300 organisationen 3.000 ehrenamtliche helfer (die nullen stimmen!). sie haben sie innerhalb von 7 stunden gefunden. also: an der mangelnden bereitschaft liegt das oft nicht, aber - nachfrage und angebot (bereitschaft müssen zusammen-geführt werden, sich finden.
Und nun? Mal wieder zu uns, zu unserer couch, wie XJustinSaneX sagt. N´Idee? Brainstorming vielleicht? ein breiter thread durch alle themenbereiche? Kann das forum etwas leisten .. als mittler, katalysator?
ich weiss das nicht, bin nicht so lange hier. Aber fragen, bohren, hartnäckig sein, das kann ich. ich nenne das einfach konsequent. ok, mal sehen, was kommt.
wenn nur 20 % von den migtliedern (haben wir 500 oder 600?) eine (neue) "ehrenamtliche Aufgabe" übernähmen, könnten wir (in unserem "Kummer") schon 100 menschen min "lieben!, also ihnen helfen. sind wir nicht u.a. ein weniger-kummer und mehr-liebe forum?
Wir sollten mehr lieben! (der Kummer wird meist kleiner)
lg, gruss - ich werde wohl zerrissen..spinner..wichtigtuer - es war aber nicht mein thema*FMV
XJustinSaneX
21.07.2003, 13:02
ich gebe euch beiden recht. rezeptive hinnahme genügt nicht, die sache geht sonst den bach runter, und jeden tag eine stromschnelle schneller. augen zu und durch .. da ist nichts mehr wenn wir sie eines tages wieder öffnen.
demos, songtexte, vegetarians - alles richtig, alles wichtig, alles gut. jeder beitrag! Was ich beklage und worüber ich immer nachdenke, quälend, ist die ohnmacht, in der ich mich befinde. hab viele freunde, die sich hier und da engagieren, in einer grossstadt ist das leichter als aufm dorf, aber .. das bringt zu wenig. die down-the-drain spirale dreht sich immer schneller, ab in den gully.
>>Um's kurz zu sagen: wenn man etwas ändern will soll man seinen Arsch erheben und sich selbst engagieren anstatt auf der Couch zu sitzen und anderen dabei zuzusehen.
Leute, die immer den status quo beklagen und nichts unternehmen sind genau diejenigen, die ihn hinnehmen.<<
Gut gebrüllt, Löwe. Und was machen wir drei jetzt? XJustinSaneX?
ich mache mit, morgen, hier - aber was?
Es geht doch darum, dass man sich gegen das stellt, das man als Teil dieser Entwicklung ansieht. Ich werde hier bestimmt niemandem sagen was er zu tun hat und was als richtiger Maßstab anzusehen ist (deswegen hab ich auch meinen "Beitrag zu einer besseren Welt" mit den Demos, Vegetarier etc. gelöscht...) sondern es geht darum, dass man nicht alles blind hinnimmt was einem vorgesetzt wird. Sich einfach mal Gedanken zu machen, was man während dem Mittagessen gerade zu sich nimmt, welche Kleidung man sich kauft, welche Industrien man unterstützt etc. Ich werde hier niemandem raten Vegetarier oder Veganer zu werden. Darum geht es auch gar nicht. Es geht darum, dass man die Welt, in der man sich befindet auch mal hinterfragt und kritisiert. Wenn man es selbst als unverschämt ansieht, dass Tierversuche unternommen werden: sich informieren, welche Firmen diese durchführen. Wenn man es nicht verstehen kann, dass Nike in China seinen Arbeitern 5 Cent die Stunde gibt und Kinderarbeit ganz groß geschrieben wird bei größeren Konzernen: Produkte dieser Konzerne boykottieren. Wenn man den großen Teil der Medien teilweise für den "Verfall der Moral" verurteilt: einfach diese Medien nicht "konsumieren".
und so weiter, und so weiter, und so weiter...
Man fängt im kleinen an, informiert sich darüber was passiert in der Welt und warum es passiert. Man bildet ein gewisses Bewusstsein und entscheidet selber, wie bzw. ob überhaupt der status quo bekämpft wird (natürlich ohne Gewalt...). Und dann ist es noch wichtig, dass man sich organisiert. Es ist besser, wenn tausende Menschen demonstrieren als wenn dort nur einer mit einer teilnimmt.
nebenbei: war vor 3 mon auf einem selbsthilfe-basar oder so. dort suchten 300 organisationen 3.000 ehrenamtliche helfer (die nullen stimmen!). sie haben sie innerhalb von 7 stunden gefunden. also: an der mangelnden bereitschaft liegt das oft nicht, aber - nachfrage und angebot (bereitschaft müssen zusammen-geführt werden, sich finden.
Und nun? Mal wieder zu uns, zu unserer couch, wie XJustinSaneX sagt. N´Idee? Brainstorming vielleicht? ein breiter thread durch alle themenbereiche? Kann das forum etwas leisten .. als mittler, katalysator?
ich weiss das nicht, bin nicht so lange hier. Aber fragen, bohren, hartnäckig sein, das kann ich. ich nenne das einfach konsequent. ok, mal sehen, was kommt.
wenn nur 20 % von den migtliedern (haben wir 500 oder 600?) eine (neue) "ehrenamtliche Aufgabe" übernähmen, könnten wir (in unserem "Kummer") schon 100 menschen min "lieben!, also ihnen helfen. sind wir nicht u.a. ein weniger-kummer und mehr-liebe forum?
Wir sollten mehr lieben! (der Kummer wird meist kleiner)
lg, gruss - ich werde wohl zerrissen..spinner..wichtigtuer - es war aber nicht mein thema*FMV
Du wirst nicht als "Spinner" oder "Wichtigtuer" zerrissen. Ich bewundere deine Teilnahme an ehrenamtlichen Projekten. Auch wenn ich es schade finde, dass solche Tätigkeit überhaupt gelobt werden muss. Sie sollte selbstverständlich sein.
Was man in diesem Forum tun kann ist es Menschen bei ihren Problemen zu helfen, die nicht immer auf Liebeskummer zurückzuführen sein müssen. Man kann ihnen das Gefühl geben, dass sie nicht alleine sind, dass man sie versteht (oder auch nicht; auch das kann mal wichtig sein) usw.
Und das ist doch schon mal was :daumen)
frank marvin
21.07.2003, 17:42
Schön, dass wir resonanz finden. du hast recht, wir alle haben täglich grund am ball zu bleiben, wie du sagst.
Schön, dein klettergerüstbild. In der grosstadt mit ihrer anonymen bedürfnisstruktur, ist das schwerer, wer kennt denn seine nachbarn noch bei 12 oder 48 Mietparteien?
Ein zentrales problem ist dabei das zusammenführen von bedürftigkeit einerseits und hilfsbereitschaft andererseits. Hier können nur organisationen, man mag sie mögen oder nicht, helfen.
Ja, weniger Egoismus, Ichbezogen- oder -zentriertheit ist ein ´eyeopener´ für not, elend, fehlentwicklung ringsherum.
ich wünsche mir, wenn wir nur das im forum erreichen, dass jeder, der das liest, mal darüber nachdenkt, wem/wie/wo er der gemeinschaft helfen kann.
gruss FMV.
Hihi Frank, Erja ist nicht Fee *lach*, ich denke du hast da was verwechselt... auch wenn sie in gewissem Sinn vielleicht mein Astralzwilling ist...
Um zum Kern der Frage zu kommen: es passiert viel im Untergrund. Ohne es an die große Glocke zu hängen. Ich z.B. habe 3,5 Jahre völlig umsonst in Dreck, Schlamm und Kälte auf dem Flohmarkt gestanden und gespendete oder weggeworfene Dinge verkauft. Bilanz: 20.000 DM für den Tierschutz. NIEMAND weiß davon, außer der Freundin die dabei war und natürlich den Empfängern.
Michael und ich unterstützen REGELMÄSSIG einen Ex-Fremdenlegionär und einen armen Nachbarn (selbstverständlich anonym, so dass er nicht weiß, woher es kommt...). Sollten die Beiden es je erfahren, würde ich leugnen. Damit sie ihr Gesicht wahren können.
Ich habe meinen drogensüchtigen Mann entzogen, seine Schulden bezahlt, meinen 2. alkoholkranken Mann entzogen, seine Schulden bezahlt.. ohne davon je zu erzählen. Und ich weiß von anderen Leuten, die ähnliches taten, ohne darüber zu reden. Ich würde also sagen, wir haben unseren "Arsch genug erhoben".
Ich weiß auch, dass eine gewisse Frau in diesem Forum sehr viel von sich selbst gegeben hat und gibt, um anderen Menschen zu helfen. Deshalb glaube ich nicht, dass Deutschland "den Bach runtergeht". Die Regierung und Politik stecken in einer Krise, aber nicht die Menschen.
Als meine Mutter schwerstkrank/pflegebedürftig wurde und ich alles allein regeln musste, habe ich unglaubliche Hilfe von Menschen erfahren. Noch heute treibt es mir die Tränen in die Augen. 40 % Rabatt auf einen Neuwagen, in den ein Rollstuhl passt... Verzeihung von dem jungen Menschen, den ich in meiner Angst anfuhr... Finanzielle Unterstützung von Freunden, bis der Käufer des alten Hauses zahlte....und und und... nein, Deutschland geht nicht den Bach runter. Die Menschen sind dieselben, nur die Politiker, die ihre Frauen wie die Hemden wechseln nicht.
Frank, ich muss immer noch lächeln, nicht bös sein. Erja ist eine sehr liebe, gute Freundin von mir, deshalb muss ich über die Verwechslung so schmunzeln.
Liebe Grüße von Fee
Ysabella
21.07.2003, 19:46
Das mit dem Boykottieren ist so eine Geschichte für sich. Es kommt mir so vor, wie einer der seine Kalorien zählen muss und zwar täglich, oder es zumindest versucht.
So da wollen wir doch anfangen wenn wir da Boyotte machen wollen.
USA, weil sie den Irak - Krieg angefangen haben, Shell, weil sie die Nordsee verschmutzen, Frankreich, weil sie Atombomben getestet haben und und und...
Mal ehrlich, die meisten, benutzen täglich Sachen, eher unbewusst, die aus den zwei genannten Ländern stammen, oder von einer Firma stammen, die zumindest ihren Ursprung in einem der beiden Länder hat.
Also mir ist das zu mühselig, da drauf zu achten.
Dennoch, bin auch ich dafür das es nicht so weitergehen kann, die Mächtigen der Erde werden noch recht unter Druck sein in der nächsen Zeit (siehe Bush, dort fängt es nun an, seine Gunst ist von 63% auf 55% gesunken und sie wird noch weiter sinken).
Jeder erhält irgendwann die Quittung für sein Handeln. Bush's Quittung wird sein, das er keine Zweite Amtszeit machen wird (So denke ich und hoffe ich).
Persönlich angagiere ich mich in einem Verein, doch das Problem in unserer Zeit, liegt doch darin, das unsere Umwelt, sprich Arbeit, Freunde, Familie, uns so in Beschlag nehmen, das man auch einmal nur Ruhe und ein paar Momente für sich selber möchte. Das ist vielleicht auch der grund warum sich eigentlich wenige für solche Sachen interessieren. Ich habe es selber Erlebt, ich war Präsident in einem Verein, doch inrgendwann wird es zur Qual, wenn die Mitglieder einfach nur da sind und einfach nur nehmen und selber nichts machen. Am Ende wird noch gemosert drüber und das nervt. Da denkt sich mancher lasst mich in Ruhe mit dem Gedönse.
Sowas kann einem dann auch die Lust nehmen, etwas ehrenamtlich zu übernehmen.
Was das mit der Demo angeht: Grundsätzlich habe ich nichts gegen Demos, nur ist es meine Meinung, erwirken sie in der Regel nichts, oder nicht viel. (Ausgenommen Arbeitsdemos, dort kann man Erfolge raussuchen). Aber schauen wir Die Demos an, die gegen Krieg, Hass, Umwelt und so weiter passieren, die erreichen in der Regel nichts. Es wird zwar drüber geredet, aber bringen tun sie nichts.
Millionen sind auf die Strasse gegangen, damit Der Irak - Krieg nicht stattfindet. Bewirkt hat es nichs, obwohl vielen klar war, die da mitmachten, das Sadamm Hussein wegmusste. Den Fehler, den die USA eben machte, war, das men den Tyrannen, nicht schon beim ersten Golfkrieg aus dem Weg geschafft hat.
Nun Saddam ist weg und die USA in einer Krise, die noch schlimmer werden wird, weil niemand erhanen konnte, das es das Kostenbugget um ein weites nochmals sprengen wird.
Ach ja und was das mit dem Demos angeht:
http://www.sopos.org/aufsaetze/3b655948121e3/TN_038autobrennend.JPG
http://www.kriminalnyt.dk/foto/20-2.jpg
http://online.wdr.de/online/news2/rechtsradikal_web/img/springerstiefel.jpg
http://www.goest.de/graff_keine_macht.JPG
Solange solche Sachen an irgendwelchen Demonstrationen passieren, auch wenn der Auslöser für das nur ein paar wenige sind, wird die Gruppe als Ganzes, wohl nie ernst genommen werden...
In diesem Sinne...
frank marvin
21.07.2003, 23:39
.. so lange du über mich, mit mir lachst, darf ich dir begegnen., dir schreiben, mit dir klönen. Ja, tut mir leid. und was nun? solle ich feeErja oder erjaFee besser sagen? es stimmt aber, ihr seid mir ähnlich vorgekommen, wobei du die (noch) süssere bist. richtig?:ar))
Zum thema noch: natürlich nehmen wir nicht wahr, wieviel millionen von hilfsleistungen erbracht werden, die meisten geschehen im verborgenen, wie du so einprägsam an dir selbst hast deutlich machen können. du kannst und must darauf stolz sein. und trotzdem steigt der bedraf unaufhörlich. wir alle hören jeden tag, wie der staat sich mehr und mehr aus leistungsbereichen zurückzieht, die seine aufgabe bisher waren. hier bei uns wird gerdae wieder ein drogenstützpunkt geschlossen, der wohl an die 150 betroffene hat. niemand fängt sie auf.
die einzige hoffnung bleibt, dass die kraft derer, die zu geben und leisten gewohnt sind, erhalten bleibt und sie als nachahmenswert erkannt werden.
ich grüsse vorsorglich euch beide lbgr frank marvin
XJustinSaneX
08.08.2003, 14:54
Zu diesem Thema hab ich einen interessanten Beitrag von Noam Chomsky [Professor am Department für Linguistik und Philosophie des MIT (Massachusetts Institute of Technology) und Herausgeber einiger Bücher wie beispielsweise "Power and Terror and Middle East Illusions" ( "Offene Wunde Nahost") oder "9-11" ("‘The Attack - Hintergründe und Folgen")] in einem Interview mit David Barsamian (Gründer und Direktor von "Alternative Radio") für das Z Magazine gefunden:
Nur mal ein Ausschnitt:
Barsamian:
Wenn Sie sich öffentlich zu Wort melden, kommt stets die Frage: “Aber was kann ich tun?” Ist das typisch für das amerikanische Publikum?
Chomsky:
Sie haben Recht. Sowas hört man nur vom amerikanischen Publikum - nie von Leuten aus der ‘Dritten Welt’.
Barsamian:
Weshalb?
Chomsky:
Gehen Sie in die Türkei oder nach Kolumbien oder Brasilien oder in andere Länder, die Leute werden Sie nie fragen: “Was soll ich tun?” Stattdessen werden sie Ihnen erzählen, was sie selbst machen. Nur in extrem privilegierten Kulturen fragen die Leute: “Was soll ich tun?” Uns stehen doch alle Möglichkeiten offen. Wir haben nicht mit Problemen zu kämpfen wie ein türkischer Intellektueller oder ein Campesino in Brasilien, usw.. Uns steht alles offen. Aber was man den Leuten bei uns beibringt, ist zu glauben, was man anpackt, müsse leichtfallen und zum schnellen Erfolg führen. Und dann fahren wir fort mit unserem ganz normalen Leben. Aber so geht das nicht. Wenn wir etwas tun wollen, müssen wir uns dahinterklemmen, uns Tag für Tag engagieren. Wir wissen doch ganz genau, um was es geht: Organisierung, Aktivismus, Aufklärungs-Programme. So verändert man die Dinge. Sie suchen eine Art Zauberstab, damit Sie sich morgen schon wieder bequem vor den Fernseher hocken können? Tut mir leid, den gibt es nicht.
Quelle: www.zmag.de
Öhm ja........ich will jetzt auch gar keine weitere Diskussion auslösen. Ich empfand diesen Artikel nur recht interessant und zu diesem Thread passend.
frank marvin
09.08.2003, 13:45
ach du liebe Neph, wie recht du ja hast! aber wo sind die kleinigkeiten. die etwas ändern? was tun wir, wenn wir den golfkrieg, mord an zahllosen kindern und müttern nicht verhindern konnen? es ist ein genozid, ein völkermord also. die amerikaner nennen es demokratisierung der islamischen welt. es wird noch viele jahre so weitergehen!
>> nein das passiert auch hier tagtäglich. BEI UNS!<<
auch hier meine zustimmung. doch was tun wir? die alte dame aus der nachbarschft, die sich ihr schweres wasser aus dem supermarkt nicht mehr holen kann. war gestern in einer apo, da lagen medis zuhauf, die alten leute holten sie nicht ab. warum gibt es keinen schüler-erszatz-bringdienst? ich habe es schonmal erzählt, in meiner stadt wurden an einem tag 3.000 ehrenamtliche helfer (10 bis 80 jahre) von 300 organisationen beworben und - gefunden! ein wunder? nein, so also verallgemeinern darf man nicht, es gibt hilfsbereitschaft, aber sie muss organisiert sein, muss angestossen sein. natürlich hab ich auch drei, vier jobs. >>wer fährt von uns den mitternachtsbus?<<
Chomsky hat recht, natürlich gilt das gesagte für uns in gleicher weise. wir sind ja längst amerikanisiert, im kopf (MANNO: wie malt der justin immer seine schönen zitatkästen. könnte das mal ein objekt der nächstenliebe ein?) hehe
Ihr wisst: "es gibt nichts gutes, ausser man tut es",
lbgruss frank marvin
frank marvin
09.08.2003, 22:07
hi XJustinSaneX,
wenn ich es einem zutrau, dann dir. ehrlich!
was machst du denn? oder planst du was?
lbgruss frank marvin
XJustinSaneX
15.08.2003, 18:33
Original von frank marvin
hi XJustinSaneX,
wenn ich es einem zutrau, dann dir. ehrlich!
was machst du denn? oder planst du was?
lbgruss frank marvin
Was soll ich denn planen? Eine Revolution? :D
Was ich mache? Zahlreiche Boykottaktionen, Teilnahme an Demonstrationen, Informationen sammeln und bewerten, nicht alles glauben was mir vorgesetzt wird usw.
Aber all das ist normal und ich empfinde es schon fast als peinlich so etwas überhaupt zu erwähnen. Ich will damit auch gar nicht rumprahlen.
Und deswegen verziehe ich mich auch gleich wieder :D
*nachobenzerr*
Vielleicht kann man diese Diskussion ja nochmal aufgreifen?!
Zoroaster
25.09.2005, 23:06
Ihr könnt´ mich jetzt wieder für einen Egoisten halten, aber ich meine, dass es Probleme schon immer gegeben hat und dazu auch immer irgendwelche Leute, die gerne die Welt verbessern mochten. Ich war noch nie idealistisch eingestellt, ich hatte noch nie den Willen, die Welt zu verbessern. Ich sehe mein Heute, ich sehe mein Morgen, aber das Übermorgen interessiert mich nicht. Das Gestern interessiert mich nur insofern, wie ich es für heute nutzen kann. Der Mensch fragt nach Sinn, nach höheren Idealen und definiert sich gemäß Kant seine kathegorischen Imperative und vergisst ganz, sein Leben nach freien Instinkten in Freude zu leben. Ich lebe gemäß Nietzsches Übermenschen, der sich die Wahrheit, die Moral und wenn gewünscht, sich seinen Gott unter ihm schafft, der sich nichts und niemanden unterordnet, keinem höheren Willen, keiner sog. unumstößlichen Wahrheit, keinen allgemeinen Idealen. Ihr könnt dies nun auf euer spezielles Problem anwenden und es interpretieren.
Ich denke, daß viele Dinge vor einigen Jahren genauso waren wie heute auch. Es war früher nicht besser, auch wenn das rückblickend so scheinen mag. Man darf auch nicht vergessen, daß die ganze Medienwelt bei weitem noch nicht so präsent, umfassend und vielfältig war wie heute, d.h. wir erfahren heute viel mehr Dinge, als vor einigen Jahren. Von daher sehe ich das alles nicht ganz so pessimistisch. Man muß sich beispielsweise nur mal "ältere" Serien aus den 70ern ansehen. Die Probleme sind genau die gleichen wie heute auch (Benzinpreise, Arbeitslosigkeit...).
Zoroaster
26.09.2005, 13:50
@ Ysabella
Gegen den Irak-Krieg war eine amerikanische Minderheit. Wo kämen die Amis denn da hin, wenn sie die entscheiden lassen würden. Ich persönlich - gehöre dabei zur deutschen Minderheit - habe den Angriff auf den Irak und die Ausschaltung des Despoten Hussein vollkommen als richtig empfunden und die schiitische Mehrheit der Iraker auch, die jetzt nicht mehr von der sunnitischen Minderheit regiert (unterdrückt) werden und neue Freiheiten (Kino, Demokratie,...) genießen können. Auch wenn die Medien nicht den Eindruck vermitteln. Vieles ist im Irak besser geworden, nur übersieht man das vollkommen, da die Medien ausschließlich von Anschläge und Anschlagsserien berichten. Dass die Amis Saddam nicht schon im 1. Golfkrieg eliminerten ist unschön, man kann aber die Geschichte nicht mehr ändern. Dieser einseitige Angriff auf unsere damaligen Retter sollte durchaus mal kritisch überdacht werden.
Außerdem: Bush ist schon in seiner zweiten Amtszeit. Laut amerikanischer Verfassung kann er nicht mehr für eine dritte kandidieren.
Mit unserer Welt geht es nicht wirklich bergab. Aber es lohnt sich für die Medien, wenn wir das denken. So möchte man immer auf dem neuesten Stand sein, was schon wieder alles schlimmes passiert ist und kann sich darüber wundern oder jemandem die Schuld geben. Haupstache, die Tv-Sender haben Einschaltquoten und die Zeitungen hohe Absätze. Und die generelle Unsicherheit hilft vielen Unternehmen, ihre Produkte an den Mann zu bringen.
Der Handel mit Katastrophen und schlimmen Tragödien ist nun mal ein wichtiger Faktor in unserer Mediengesellschaft geworden. Vor ein paar Jahren interessierte es niemanden, dass in China ein Sack Reis umfällt. Heute ist das aber der Sack Reis von Li-Tai-Li, dessen letzter Sack Reis das war und der nun kriminell werden muss, damit sein Sohn eine Beruflehre anfangen kann. Und jetzt interessiert es die Leute.
Passend zu dem Boom der Katastrophen verändert sich das Klima dieser Erde auch langsam, wodurch es in regenarmen Gebieten mehr regnet, in anderen wiederum weniger. Die Einen haben Überschwemmungen, weil der Boden den Regen nicht aufnehmen kann, bei den anderen brennen Wälder ab. Und tausende von Einzelschicksalen lassen sich dadurch vermarkten. Eigentlich müsste es uns ja nicht kümmern, wenn irgendwo am anderen Ende der Welt ein Flugzeug abstürzt, in dem lauter Leute waren, die man nicht kennt. Aber dadurch dass die Nachrichten Einzelschicksale vermarkten, glauben wir, diese Leute zu kennen und es interessiert uns plötzlich. Wir wollen die Reportage über dieses Unglück sehen und darüber rätseln ob nun der Pilot eingschlafen ist, oder ob die profitgierige Fluggesellschaft einen Fehler absichtlich übersehen hat. Dabei müsste es uns eigentlich noch immer nicht interessieren. Denn wir haben keinen realen Bezug dazu.
Es ist nicht verwunderlich, dass immer mehr Tragödien in den Nachrichten zu sehen sind. Denn mittlerweile haben die Sender den Bogen raus, wie man aus dem kleinsten Dreck eine Staatsaffäre machen kann. Und wenn dann ab und zu noch eine richtige Katastrophe passiert, dann sind die Medien wochenlang damit voll.
Irgendwann werden Bettgeschichten von Prominenten wieder besser ziehen als tote Menschen auf der Strasse und dann geht es der Welt schlagartig wieder besser, nur die Prominenten treiben es bunter denn je.
Jeder, bei dem die Quoten gemessen werden, kann dabei aktiv bestimmen, ob es mehr oder weniger Katastrophen geben soll. Einfach dadurch, dass man den Sender wechselt, wenn wieder mal blutende Opfer über den Bildschrim flimmern. So lange der Fernseher bei solchen Bildern eingeschaltet bleibt, so lange werden sie auch gesendet. Denn im Endeffekt senden die Medien auch nur das, was die Leute sehen wollen.
Zoroaster
26.09.2005, 17:57
@ Tarlanc
Ich stimme dir vollkommen zu!
Wenn ich es mal generell betrachte, finde ich, dass die Welt seit den letzten 100 Jahren summa summarum sogar besser geworden ist.
Hm, habe nur kurz überflogen, aber wenn man es so sieht: Es war schon immer hart. Und wenn wir es anders betrachten, gibt es mittlerweile relativ wenige Kriege, Umweltschutz ist recht "normal" geworden bis zu selbstverständlich (z.b. Mülltrennung usw), die Position der FRau war vor 100 Jahren auch noch anders.
Und wenn man will, findet man immer was zu meckern, fragt sich nur, was man als schlimmer betrachtet. So "böse" kann der Mensch auch nicht sein, wenn sich wer weiss wieviele für den Tierschutz einsetzen, regelmässig gespendet wird für dritte Welt und Kinder in Not und sonst noch was (heisst nicht, der Mensch sei gut, bin immer noch Misanthrop...).
Sicherlich ist die Welt bzw sind die Menschen immer noch balla-balla in der Birne, aber das waren sie schon immer, und in gewissen bereichen hat er sich gebessert.
Und was die Medien angeht: Die geniesse ich generell mit Vorsicht, ich finde es schockierend, dass man nach der Flut letztes Jahr "spenden muss" bzw soll, da man sowas ja tut, aber in den Ländern, wo permanent Chaos regiert, das keinen interessiert. Zuviel Hetze, wie ich finde. Ich habe auch nicth gespendet für die Opfer der Flut, weil die Medien das einen eintrichtern, die sollten mal auf Probleme woanders in der welt aufmerksam machen, wo man eben wedniger Sextourismus besucht als in Thailand.
Zoroaster
27.09.2005, 00:04
@ Kirri
ich sehe schon, manchmal denken wir ähnlich. Ich habe für die Flut auch nicht gespendet, zumal die meisten Spenden ausgerechnet Richtung Thailand geflossen sind, also das Land, welches verhältnismäßig wenig betroffen war und gleichzeitig verhältnismäßig am reichsten ist, nur, weil es ein Eldorado für Deutsche ist. Nur eines noch: Thailand hat ein wenig mehr zu bieten als Sextourismus, allerdings bin ich auch lieber im Nachbarland Malayisa, wo relativ wenig Touristen und vordefinierte Trampelpfade sind.
Sri Lanka hat mich zwar ein wenig getroffen, da ich dort einige Leute kenne (oder kannte) und der Ort, wo ich mal war, ziemlich niedergeflutet wurde, dennoch sah ich es nicht ein, mein Geld irgendwelchen dubiosen Organisationen zu geben.
Ysabella
27.09.2005, 09:36
Original von Zoroaster
@ Ysabella
Gegen den Irak-Krieg war eine amerikanische Minderheit. Wo kämen die Amis denn da hin, wenn sie die entscheiden lassen würden. Ich persönlich - gehöre dabei zur deutschen Minderheit - habe den Angriff auf den Irak und die Ausschaltung des Despoten Hussein vollkommen als richtig empfunden und die schiitische Mehrheit der Iraker auch, die jetzt nicht mehr von der sunnitischen Minderheit regiert (unterdrückt) werden und neue Freiheiten (Kino, Demokratie,...) genießen können. Auch wenn die Medien nicht den Eindruck vermitteln. Vieles ist im Irak besser geworden, nur übersieht man das vollkommen, da die Medien ausschließlich von Anschläge und Anschlagsserien berichten. Dass die Amis Saddam nicht schon im 1. Golfkrieg eliminerten ist unschön, man kann aber die Geschichte nicht mehr ändern. Dieser einseitige Angriff auf unsere damaligen Retter sollte durchaus mal kritisch überdacht werden.
Außerdem: Bush ist schon in seiner zweiten Amtszeit. Laut amerikanischer Verfassung kann er nicht mehr für eine dritte kandidieren.
Jo lieber Zoroaster, kucke doch mal wie alt mein Posting ist, das war noch vor der Wahl zur 2. Amtszeit.
Was den Irak selbst angeht, da geb ich dir natürlich recht, inzwischen ist es besser geworden dort.
Zoroaster
27.09.2005, 12:39
ups, ok, sorry :D
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