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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schlaganfall & Krebs



Moorteufel
16.06.2004, 19:22
Hallo Leute,

ich bin vor kurzer Zeit auf Euer Forum aufmerksam geworden und habe auch schon viel gelesen und möchte nun auch den ein oder anderen Kommentar schreiben.

Aber was mich irgendwie bedrückt liegt jetzt 2 Jahre zurück.

Es war Ostern 2002 als meine Mutter mich abends anrief, daß mein Vater zusammengebrochen ist, Notarzt und KTW waren verständigt.

Meine Eltern leben 50 km von mir entfernt, also rein ins Auto und direkt ins KH zur Notaufnahme. Die Diagnose war ein Apoplex (Schlaganfall) linksseitig.

Nach 14 Tagen wurde mein Vater vom KH in die REHA verlegt, allerdings linksseitig teilweise gelähmt, aber alle anderen Werte stimmten bei ihm, erstmal keine Gefahr.

Zwei Wochen später war ich mit meiner Mutter zusammen in der REHA, sie hat in deiser Zeit sehr abgebaut...das sollte das letzte treffen meiner Eltern nach fast 40 Jahren Ehe sein, Mitte Mai starb dann meine Mutter an Krebs.

Mein Vater kam Anfang Juni 2002 aus der REHA wieder nach Hause, seitdem versuche ich bei uns in der Nähe eine Wohnung für ihn zu finden.

Er ist auf den Rollstuhl angewiesen und wohnt immer noch 50 km von mir entfernt, ich bin 3-4 mal die Woche bei ihm um die alltäglichen Sachen zu regeln.

Aber nach über 2 Jahren ist auch mein Akku total leer....

Sorry, aber das musste ich mir mal von der Seele schreiben.

Gruß

Moorteufel

Moorteufel
16.06.2004, 21:16
Hallo Erja,

danke für Deine Antwort.

Eine Pause ist z. Zt. nicht möglich, weil ich ja meinen Vater versorge, d.h. nur in den hauswirtschaftlichen Dingen, sprich einkaufen, reinigen, Wäsche waschen usw.

Dieses mache ich auch gerne, weil ich ihm und meiner Mutter viel zu verdanken habe, ist also für eine Selbstverständlichkeit.

Beruflich und finanziell kann ich es momentan nicht, da ich unseren Familienbetrieb, den beide bis 04/2002 geführt haben, natürlich weiterführe.

Da es hier nicht so einfach ist, versuche ich auch diesen langsam auslaufen zu lassen und mich wieder in das Angestelltenverhältnis zu bringen.

Es ist halt nicht so einfach, das Alltagsleben ist nun mal nicht so wie bei jemanden, der morgens zur Arbeit geht und abends wiederkommt.

Ich will mich aber nicht beklagen, es gibt genug Leute denen es wirklich schlechter geht....aber nach über 24 Monaten Dauerstress geht einem schon mal so ein kleines "Alarmlicht" für sich selbst an...oder sehe ich das verkehrt ?

Lieben Gruß
Moorteufel

Moorteufel
16.06.2004, 21:31
Hallo Erja,

erstmal danke für Dein "offenes Ohr" !

Tatkräftige Unterstützung habe ich seitens des Pflegesdienstes, die 2 x am Tag kommen und seitens der Nachabrn meines Vaters, die sich ebenfalls um ihn kümmern, was in der heutigen Zeit absolut lobenswert ist und ohne dieses Ehepaar ich teilweise nicht wüsste wie ich es schaffen soll.

Auf der emoziellen Seite habe ich eine überaus tolle Frau, aber mein Vater ist so ein typischer Hanseat, ich weiss nicht ob Dir das wae sagt, aber die beiden wurden sich nicht so sehr "grün". Es waren zwei verschiedene Welten, während ich mit meinem Schwiegervater Pferde stehlen kann.....

Sie versucht mich natürlich zu unterstützen, aber ich sag mal so, die meiste Arbeit habe ich...hier spielen aber noch andere Faktoren, wie z.B. die Arbeitszeit mit usw.

Es fehlt mir am "Akku-aufladen"...

Gruß
Moorteufel..achja richtig heisse ich Andreas

Sternschnuppe
16.06.2004, 22:56
Hallo Andreas!

Daß Du burned out bist, ist ja kein Wunder nach 2 Jahren totalen Einsatzes für Deinen pflegebedürftigen Vater.
Du mußt unbedingt etwas für Dich tun und zusätzliche Unterstützung anfordern, sonst gehst Du kaputt daran, und Deine Ehe wahrscheinlich auch!!
Überleg mal wer Dich entlasten könnte und die Tätigkeiten, die Du dzt.allein machst, zeitweise übernehmen könnte!
Bei uns in Österreich gibt es in den Pflegeheimen sog. Urlauberbetten, wo pflegebedürftige Menschen für einige Wochen aufgenommen werden, damit die sie betreuuenden Angehörigen auch einmal auf Urlaub fahren können.
Weiters gibt es ja Pflegegeld, wodurch auch ein Reinigungsdienst und Essensversorgung finanziert werden können.
Bei uns dzt. auch sehr beliebt sind ausländische, dzt. vorwiegend tschechische Krankenschwestern - und pfleger, die im Haus wohnen, und gegen rel. geringes Entgelt die tägl. Betreuung übernehmen......

Hoffe, ich konnte ein bißchen dazu beitragen dir Ideen zu liefern, wie Du Deinen Akku wieder aufladen kannst- Dein Vater wird das sicher verstehen!!

Aufmunternde Grüße von Silvia, die am Anfang einer ähnlich schwierigen Situation steht :)