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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kann mir jemand helfen??



Maus
26.06.2004, 13:35
So, jetzt hab ich meinen letzten Mut zusammen genommen und versuche hier jemand zu finden, der mich versteht und vielleicht helfen oder raten kann.

Das Problem an meinem Problem ist, daß ich nich sagen will, um was es sich handelt, weil ich finde es ist zu harter Tobak und weiß nich, ob es hier hergehört.
Aber ich will es nun endlich lösen, trage es seit 20 Jahren mit mir rum.
Habe versucht, im net Hilfe zu finden, aber entweder muß ich telefonieren oder ´ne Beratungsstelle aufsuchen. Für beides fehlt mir der Mut. Hab ´ne e-mail geschrieben, aber keine Antwort bekommen..
Dabei möcht ich nur wissen, ob icg mich schlecht fühlen darf für das, was damals geschehen ist, oder ob es nicht das war, was ich denke.
Ziemlich schwierig alles. Was soll cih jetzt nur tun? Ich weiß nur, das ich mit jemandem, der sich da auskennt reden muß, um meine Fragen zu klären.
Weiß hier jemand Rat??
ängstliche maus

Fee
26.06.2004, 16:07
Hallo du ängstliche Maus,

leider sind wir alle keine Hellseher oder Wahrsager. Und: hier bei uns gibt es keine Tabus. Ob es Vergewaltigung, Missbrauch, Drogensucht oder Alkohol ist - niemand von uns wirft einen Stein auf dich Maus.

Also oute dich, wir hören dir zu. Ohne zu wissen, was überhaupt passiert ist, können wir aber auch keine Stellung beziehen.

Was vor 20 Jahren passiert ist, egal was, bedarf einer Bewältigung, wenn du nicht allein damit klar kommst.

Erzählst du uns, was geschehen ist?

Aufmunternde Grüße von Fee

pfalzi
27.06.2004, 09:17
Ja, Maus,

das ist ja das schöne, man kan anonym bleiben, so lang man das möchte. Und: wie ich schon mal geschrieben hab, hier urteilt, bzw. VERurteilt niemand, egal, um was es geht. Denn: es soll ja keine Meinung über jemand gebildet werden, sondern Hilfe angeboten.Also, liebes Mäuslein, trau dich, du wirst sehen, es tut dir gut

Fühl dich mal geknuddelt

Pfalzi

louise
27.06.2004, 18:20
Hallo Maus,

schreib, schreib was das Zeug hält.... schon alleine das hilft... und hier bist du an wirklich die richtigen geraten.
Absolute Anonymität...

Mir ist vor jetzt fast 40 Jahren auch was schreckliches passiert... wenn ich nicht jemanden zum reden gehabt hätte...und bloss um es rauszulassen... wäre ich heute nicht die die ich bin.

...und hätte das auch nicht so aufarbeiten können.

Also, Maus , leg los... dir stehen viele viele liebe Leute zur Seite!!

Liebe Grüße
louise

Aladin
27.06.2004, 19:28
Hallo Maus;

ich kann mich ur der Meinung aller anderen anschließen:
Du kannst völlig anonym sein- hab keine Angst!
Und schon drüberschreiben kann Dir helfen, aber sie Dir sicher das Du Antwort bekommst!!!

Jeder hat "eine Leiche im keller liegen".

Also nur Mut, und schreib.....!!!

Aladin

Maus
28.06.2004, 08:06
Hallo ihr Lieben.
Ich möchte mich zu erst für eure Antworten bedanken, hat mir Mut gemacht.
Ja, ich möchte reden, wußte nur nicht, ob es hier rein paßt.
Hier besonderen Dank an Fee..

Ich versuch´s mal so zu sagen:
Stellt euch vor, ihr seid 12 Jahre alt, der Körper beginnt sich zur Frau zu entwickeln und ihr seid zum ersten Mal verliebt, glücklich.
Und dann beginnt es, der Vater kommt nachts in euer Zimmer, streichelt euch und redet wirres Zeug. Ihr zieht die Bettdecke bis ans Kinn, damit er euch nicht da berühren kann, wo ihr es nicht wollt, hofft, daß er wieder geht.
Und eines Tages sagt er zu euch, bevor ein unerfahrener Mann euch beim Sex weh tut, macht er es das erste Mal mit euch. Auf euren Einspruch sagt er, es sei normal, viele Väter täten das so. Und die Angst kriecht in euch hoch, weil ihr keine Ahnung habt, wie ihr der Situation entflüchten könnt.Dennoch habt ihr ihn irgendwie gern..
Und eines nachts im Wohnzimmer seid ihr mit ihm allein, habt schon aufgeatmet, weil wochenlang nix mehr in der Richtung kam. Aber dann fängt er wieder an. Und plötzlich ist da ein Zungenkuß, damit ihr wisst, wie das geht. Und ihr sollt ihn anfassen, damit ihr wißt, was ein Mann da unten hat.
Irgenwie hört es plötzlich auf, ich weiß nicht mehr warum. Hab einige Erinnerungslücken an damals.
Und die Panik kommt, was geschieht das nächste mal.
Nun, ich hatte Glück, ich konnte "fliehen". Meine Eltern sind nämlich geschieden, seit ich denken kann und meine Mutter hat mich zu sich geholt. Nein sie weiß nix davon.
Dann seid ihr einfach nur froh, dort raus zu sein, verdrängt und versucht zu vergessen. Irgendwann hört ihr natürlich von Mädchen, denen ähnliches passiert ist, sogar schlimmer. Und ihr sagt euch, siehste, bei dir war es nicht soo schlimm, du mußt dankbar sein, stell dich nicht so an, andere haben mehr mitgemacht.
Ihr denkt, ihr seid stark und habt das verarbeitet, weil es nicht zum äußertsten kam.Aber wenn die Erinnerung kommt, kratzt ihr euch die Arme auf.
Ich möchte wissen, bin ich nun eine "betroffene". Darf ich mich schlecht fühlen?
Das ist die Frage, die mich irre macht..
Liebe Grüße
Maus

louise
28.06.2004, 09:40
Hallo Maus,

... dacht ich mir dass es da drum geht...
Wie du schon sagst... passiert es LEIDER viel zu oft!
Vorweg, das ist auch mein Erlebnis gewesen... sehr viel intensiver und länger, früher und habe es erst sehr viel später erfahren.
Aber das tut nichts zur Sache... nur damit du weißt von was ich schreibe und dass es einen Weg daraus gibt!!!
Als allererstes mußte ich akzeptieren, dass es MIR passiert ist, dass das mein Leben ist.
Also, nimm es als deines an und sprich in der ICH-Form darüber.
Das ist ein kleiner Schritt vorwärts.
Und du mußt nicht versuchen es abzuschwächen, da nicht MEHR passiert ist... es war so schon schlimm genug für dich!
Trotzdem sei froh, dass ES nicht geschehen ist.

Also, erstmal als deins annehmen und lerne es so zu sehen, dass es ein Stück deines Lebens ist und du das aus irgendeinem Grund als Aufgabe oder auch Wegweiser, woran du wenn du dich damit offen (hier z.B.) auseinandersetzt wachsen und reifen kannst.

Ich bin durch die Geschichte unheimlich gereift, krieg zwar immer mal wieder was präsentiert, hab aber heute die Augen dafür offen und kann damit umgehen.
Früher konnte ich mir nie erklären, warum mir was widerfährt.
Heute lebe ich dadurch bewußter, intensiver und sehr viel offener im Bezug auch auf sexuelles.

Konnte lange nicht darüber sprechen, hab es gelernt, dass es was ganz "normales" ist, etwas das mich weitergebracht hat.
Warum es gerade uns passiert... das ist eine Frage die ich im Raum stehen lassen möchte.
Ich habe sehr viel gelesen, gesprochen... und wäre damals mehr als glücklich gewesen so ein Forum wie dieses hier gehabt zu haben.

Und... sicher darfst du dich schlecht fühlen. Wie schon gesagt, mußt du nicht denken dass es bei dir nicht viel war... es langt!

Du solltest nur versuchen, dich da nicht reinfallen zu lassen... damit nach außen zu gehen... dazu zu stehen. Sicher nicht um Mitleid zu bekommen, das würde dir nichts helfen.
Nein, deshalb um dir selber bewußt zu werden, was da geschehen ist... aber nun vorbei ist und dein neues Leben vor dir liegt.

Meine Schwester wurde auch mißbraucht und hat 9 Jahre gelitten... ich hab das wohl im Unterbewußtsein geahnt dass ES mir auch passiert sein könnte, wollte aber nie was davon wissen, weil ich nicht leiden wollte.
Erst als ich es erfahren habe, war ich auch dazu bereit... nicht zu leiden... aber es zu wissen und es annehmen zu können... heute ohne jeglichen Hass.

Durch diese intensive Arbeit, das Befassen damit hab ich kein bisschen leiden und mich auch nicht schmutzig oder schlecht fühlen müssen.

Ich möchte dir gerne weiterhelfen, gib uns ein Zeichen...

Eine ganz liebe Umarmung für dich!

louise

isabell10
28.06.2004, 16:00
hallo Maus,

ich weiß Mitleid bringt nichts, aber es ist eine Hilfe zu wissen, dass man nicht ganz alleine mit so einem Problem ist!

Ich kann über meine Erfahrungen kaum Reden.
Ich beschreibe dir dennoch kurz meine Geschichte (vielleicht hilft es dir): Ich war ca 6 Jahre alt und wurde von einem Nachbarn sexuell missbraucht. Ich wollte draußen mit freunden spielen, als ich keinen meiner Freunde fand, ging ich Richting Haus. Auf dem Weg fing er mich ab. Erst 10 Jahre später war ich in der Lage die Erinnerungen wieder zu finden und mit einer Freundin darüber zu reden (was sie leider nicht für sich behalten konnte).
Mein Tagebuch wurde mein bester Freund. Heute empfinde ich nur noch Hass gegen diesen Menschen und gegen jeden der das gleiche tut.
Verarbeitet habe ich das noch lange nicht aber ich kann (meistens) damit umgehen. Und genau dahin will ich dass du wenigstens auch kommst!

Louise hat völlig recht, du mußt akzeptieren, dass es DIR passiert ist.
Es trifft dich aber keine Schuld!!!!
Ich finde es mutig, dass du den Schritt gegangen bist und dir hier Hilfe suchst! Das ist vielleicht der erste Schritt um aus deinen Erinnerungen herauszukommen. Es ist wichtig, dass du den Mut zum Leben nicht verlierst. Hast du ein Tagebuch? Es hat mir immer mehr geholfe dort hinein zu schreiben als mit anderen darüber zu reden. Schreibe deine Gefühle auf und deine Gedanken oder schreibe Gedichte. Es ist wichtig ,dass du das geschehene klar und deutlich aussprichst. Sag laut : "Mein Vater wollte mich sexuell missbrauchen"! Du solltest die Worte beim Namen nennen. (Auch bei mir hat es lange gebraucht, bis ich das Wort Vergewaltigung mit mir in Verbuindung bringen konnte).

Aber bei allem was du tust, denke immer daran, dass du Lebst und weiter leben sollst! Dein Leben geht weiter! Versinke nicht in deinen Gedanken und Erinnerungen! Du hast doch noch so vieles vor und das sollst du auch erreichen. Es war eine Erfahrung und so schlimm sie auch war, sie wird dein Leben prägen und du solltest das beste daraus machen! Meine Erfahrungen haben meine Lebenseinstellungen sehr geprägt.

Auch ich bin, wie Louise, gerne bereit dir zu helfen.

viele liebe grüße
Isabell

Fee
29.06.2004, 04:56
Guten Morgen du ängstliche Maus,

alles, was einem Kind passiert, ist NICHT von dem Kind zu verantworten. Ein Kind ist ein Kind ist ein Kind. Es hat gelernt, seinen Vater als Autorität zu respektieren, es hat gelernt, dass das, was Väter tun, richtig sein muss. Woher soll es wissen, was Väter tun dürfen oder nicht? Kind ist 12, und Kind hat keine Ahnung.

Wenn Väter Dinge tun, die nicht richtig sind, leidet Kind. Es fühlt sich schmutzig, nicht mehr liebenswert und ekelhaft. Weil es FÜHLT, dass es nicht richtig ist, was Vater tut. Weil es FÜHLT, dass Väter so was nicht tun dürfen. Kind ist sich aber nicht sicher. Wer sagt ihm, was gut und falsch ist?

Die Probleme beginnen richtig erst sehr viel später. Nämlich dann, wenn Kind - inzwischen Frau - mit einem Mann schlafen will. Weil VATER dann wieder auftaucht. Im Kopf. Immer und immer und immer. Es kann VATER sein oder NACHBAR oder FELDHÜTER. Kind wurde ja eingetrichtert, dass Erwachsene wissen, was sie tun. Sie wissen es aber oftmals nicht. Und Kind gibt sich die Schuld. Mein Rock war zu kurz, mein Haar war zu lang, ich habe zu aufmunternd gelächelt, ICH BIN SCHULD. Mea Culpa.

Nein Maus, es ist nicht deine Schuld. Ohne fundierte Therapie wirst du dieses Problem allerdings kaum lösen können.

Maus - ich schicke dir eine PN, hoffe du hast deine PN aktiviert.

Du bist nicht allein Maus, wir sind da.

'Feechen

Maus
29.06.2004, 08:14
Hallo ihr Lieben.
Es tut so gut, zu wissen, daß da Menschen sind, die mich verstehen, mir helfen wollen.Ich habe diesen thread eröffnet und es in der nächsten Sekunde bereut. Aber jetzt bin ich froh, daß ich es getan habe.
Ich zähle mich eher zu den starken Menschen, meine Schmerzgrenze ist ziemlich hoch, kann viel ertragen. Deshalb zwang ich mich die ganzen Jahre stark zu sein, mir zu sagen, das erträgst du schon, war nicht so schlimm. Aber mit zunehmendem Alter und Reife sieht man die Dinge plötzlich anders.
Ja, damals dachte ich, es sei meine Schuld. Schließlich bin ich intelligent und stark.
Konnte doch ganz bestimmend "NEIN" sagen.
Ich habe durchs Schreiben hier ein Stück Erinnerung zurückgewonnen. Ich habe nein gesagt, wollte das nicht, hab geredet und argumentiert, er hat dagegen gehalten. Irgendwann sind mir die Argumente ausgegangen, konnte nicht verstehen, warum er sie nicht akzeptieren wollte.Dann fehlt wieder ein Stück. Ich glaube aber dunkel mich zu erinnern, daß er meine Hand nahm und sie führte. EKEL!
Habe damals Tagebuch geschrieben, mein Vater hat es entdeckt, gelesen und weggeschmissen. Da brach eine Welt für mich zusammen.
Wißt ihr, ich wußte bis heute nicht, wie ich das nennen soll, was passiert ist. Danke isabell10, jetzt weiß ich es und es hilft.
Ja Fee, ich möchte den Schritt in eine Therapie machen. Ich weiß nur nicht, wie? Ich meine das praktisch. Was muß ich dafür tun?
Eine dankbare Maus

Fee
29.06.2004, 10:26
Liebe Maus,

zuerst sollest du zu einem guten Arzt gehen - am Besten zu deinem Hausarzt, ich hoffe, du hast einen. Leg ihm bitte dar, dass du als Kind missbraucht wurdest und dass dein Leben dadurch nicht gut läuft. Sag ihm, dass du SOOO nicht weiterleben willst und Hilfe brauchst. Er wird dich zu einem Psychologen überweisen, der ein Gespräch mit dir führt und dann wird bei der Kasse ein Antrag gestellt auf Kostenübernahme.

Falls du keinen Hausarzt hast, geh direkt zu einem Psychologen und mach ihm klar, dass du DRINGEND Hilfe brauchst (habe ich auch gemacht, damals...). Dieser Psychologe wird dann entscheiden, ob du eine "kleine" oder eine "große" Thera brauchst und ebenfalls den Antrag auf Kostenübernahme bei der Kasse stellen.Sag ihm bitte auch das, was in der PN steht, du weißt schon. Er wird es dringend machen.

Am Besten geh noch heute zu deinem Arzt, zögere nicht länger. Natürlich ist eine Thera schwierig, verdrängte Erinnerungen kehren zurück, es kann sein, dass es dir VORÜBERGEHEND schlechter geht. Aber ohne diese Erlebnisse aufzuarbeiten, geht es nicht.

Rest heute abend per PN.

Mit lieben Grüßen, Fee

->Maya<-
29.06.2004, 18:06
hi maus...
bei mir war es mein bruder (5 1/2 jahre älter als ich)... ich war 7 glaube ich... es hat angefangen als wir an silvester bei meiner oma in einem ehebett in einem eigenem zimmer geschlafen haben... er hat angefangen mich zu streicheln und wollte dass ich ihn streichele... ich hab gesagt dass ich dass nicht will... und hab ihm gesagt dass ich denke dass das nicht gut ist... und er meinte dass das nichts schlechtes ist... ich habe ihn so geliebt... und ich habe ihn so gehasst... es war ekelig... das erste mal habe ich mich nicht gewehrt... garnicht... er war mein vorbild... ich habe ihn vergöttert... er hat immer alles richtig gemacht... ich immer alles falsch... und dann habe ich eingesehn dass er doch nicht so perfekt ist, und habe mich gegen ihn gewehrt wenn er wieder ankam... aber ich war ein kleines mädchen und er war so um die 12-13 jahre... meine eltern wissen nichts davon und irgendwann hat er aufgehört... er war ab der zeit total lieb zu mir... ich glaube er hatte ein sehr schlechtes gewissen als ihm klarwurde was er mir angetan hat... und als er mit 16 seine erste freudin hatte habe ich ihm so langsam verziehen... er war damals meiner meinung auch nur ein kind... und ich werfe ihm nichts vor... er ist jetzt ein anderer mensch... aber ich habe mir immer vorwürfe gemacht dass ich mich nicht mehr gewehrt habe... dass ich ihm nicht das gesicht zerkratzt habe um ihn dazu zu bringen aufzuhören... und dann habe ich mich verliebt... und ich konnte nicht mit meinem freund schlafen... irgendwann habe ich es ihm erzählt und er ging mit mir zusammen zur therapie... manchmal ging ich auch alleine und meinen eltern wurde immer gesagt dass ich bei meinem freund bin... jetzt habe ich es abgehakt... das war einmal... VORBEI
also meiner meinung ist eine therapie genau das richtige... mir hat sie auch geholfen... :daumen)

Maus
29.06.2004, 22:36
Hallo ihr Lieben!
Es geht mir schon besser allein durch die Tatsache zu wissen, daß es da Menschen gibt, die mich verstehen, dasselbe oder ähnliches durchgemacht haben, die mir helfen wollen. Ein großes Dankeschön an euch!!
Liebe Fee,
ja ich habe einen guten Hausarzt. Hab nächste Woche auch einen Termin bei ihm. Heute hab ich mich nicht getraut..
Danke für den praktischen Rat, wußte wirklich nicht, wie ich zu ´ner Therapie komme. Aber ich will diesen Schritt gehen, will raus aus meinem altem Leben und Denkmuster.Möchte dich ganz lieb drücken. *liebdrück*

Liebe Erja,
danke für deine Worte. Sie geben mir sehr viel Mut.

Liebe Maya,
danke, daß du mir von dir erzählt hast. Fühl mich jetzt verstanden und hab wieder Hoffnung, daß auch ich wirklich glücklich sein kann.

Eine dankbare, positiv in die Zukunft blickende Maus

seye
30.06.2004, 09:48
Hallo zusammen!

Ich verfolge dieses Forum nun längere Zeit und bin Maus irgendwie dankbar, dass sie diesen Thread eröffnet hat.
Mir ist das gleiche wie Maya passiert.....mein Bruder ist 4 1/2 Jahre älter.....dazu kam noch mein Cousin, der 5 Jahre älter ist.
Ich hab das erfolgreich verdrängt, aber seit einiger Zeit kommen immmer wieder Erinnerungen hoch. Meine Eltern wissen nichts davon und ich rede auch mit niemandem darüber. Hier hab ich den Schritt gewagt.....allerdings zum zweiten Mal, da ich bereits in einem anderen Forum den Versuch gestartet habe und es dann gelöscht hab.
Eure Ratschläge bezüglich Therapie mögen gut sein, aber dazu kann ich mich ganz und gar nicht überwinden. Allerdings weiß ich, dass es so auch nicht weitergehen kann. Weiter kommt eben immer wieder die Frage nach einem Partner an meiner Seite auf.....wäre ja schließlich langsam angebracht ( ich bin 27).

Schön, dass es dieses Forum und die Menschen gibt, die dieses Forum zu dem machen, was es ist.

Grüsse
seye

Maus
30.06.2004, 10:34
Hallo seye.
Freut mich, daß du den Weg hierher gefunden hast und mein Thread anscheinend auch noch gutes für andere bewirken kann. wow!!
Liebe seye, ich dachte jahrelang, ich käme allein klar, an eine Therapie habe ich nie gedacht. Verdrängung funktioniert eine zeitlang, aber das Unterbewusstsein ist komplexer als wir ahnen und die Erinnerungen und der Schmerz wollen irgendwann Beachtung, drängen nach außen und die Kraft läßt nach.
Darf ich fragen, was gegen eine Therapie spricht?
Alleine wist du es nicht verarbeiten können. Der erste Schritt ist schon mal getan. Und wenn es dir hilft, dann rede hier (bzw. schreiben).

An louise, maya, isabell10:
Ich erkannte mich in euren Geschichten teilweise wieder. Ich danke euch, denn jetzt weiß ich, daß ich nicht verrückt bin, daß das was ich fühle, mache, wenn die Erinnerung leise kommt, daß das auch anderen so geht. Ich dachte manchmal schon, ich gehöre weggesperrt.Aber jetzt weiß ich, daß es nicht so ist, daß das von dem kommt,was damals passiert ist. Und ich weiß jetzt, da gibt´s einen Weg raus.

Lg Maus

louise
30.06.2004, 14:51
Schön wie doch der "Zufall" immer wieder seine Finger im Spiel hat.
Dass Menschen zusammentreffen, die voneinander und miteinander "lernen" können/ dürfen!

Maus, kurz auf diesem Wege ganz lieben Gruß an dich!

Seye, Maus hat Recht, du darfst nicht verdrängen... es kommt immer wieder hoch... solange bis du die Augen endlich aufmachst und bereit dazu bist daran zu arbeiten... es aufzuarbeiten.

Wir alle sind ganz sicher auch für dich da... den ersten Schritt vorwärts hast du schon getan.

Maus.... vielleicht heut spät Abend nochmal...

Ganz liebe Grüße
louise

isabell10
30.06.2004, 15:48
hallo,
ich finde es immer wieder schlimm zu hören, wie vielen Menschen so etwas bereits passiert ist. Manchmal sitze ich nur da, schaue mir die Leute an und frage mich, wem wohl so was wiederfahren ist.

Maus: ich finde es gut, dass du zu einer Therapie gehen möchtest. Es wird dir sicherlich sehr viel helfen.

Seye: Verdrängen bringt gar nichts! Das habe ich auch getan und plötzlich war es in einer Nacht wieder da. Erst war es wie ein Traum und dann schon fast wieder wie die Realität. Ich verstehe deine Angst davor sehr gut. Ich war auch nie bei einer Therapie. Ich habe aber gelernt damit umzugehen. Vielleicht schaffst du es ja und dann wird es dir sicherlich viel besser gehen.

Viele liebe Grüße
isabell

pfalzi
30.06.2004, 21:44
Hi maus,

ich freu mich auch, dass du den Mut gefunden hast, dich hier zu öffnen. Auch mir hilfst du damit ein Stückchen, auch wenn mein Problem ein anderes ist, ist es im Vergleich zu deinem doch "nur" Liebeskummer. Aber wenn ich es recht bedenke, bin auch ich als Kind missbraucht worden, war mir nur lange nicht klar, dass es so war. Ich war 13, meine Eltern hatten eine Kneipe und ich war zum ersten mal verliebt..in eine 27-jährigen, verheirateten Mann, ehemals guter Freund meines grossen Bruders. Der hat meine kindliche Verliebtheit voll ausgenutzt und mich in einem "Maisfeld" entjungfert. Es war mir lange nicht bewusst, dass das im Prinzip eine Vergewaltigung war, bis ich mich mit meinem( Ex?)freund unterhalten hab, der selber als Kind missbraucht wurde. Ich hab auch gerade ne Therapie angefangen, ist anstrengend, aber sehr hilfreich. Also nur Mut!

Ganz lieben Gruss und dicke Umarmung

Pfalzi

seye
30.06.2004, 23:33
Hallo Maus!
Was gegen eine Therapie spricht? Zunächst kenne ich den Ablauf einer solchen Therapie nicht. Außerdem vermeide ich darüber zu reden und nachzudenken, da ich das Gefühl habe, dass es vielleicht Einbildung ist......und dann doch wieder nicht.....vielleicht spielt auch Angst eine große Rolle.
Jedenfalls bewundere ich Deinen Mut :-)

Hallo louise!
Danke für die ermutigenden Worte :-)

Hallo isabell10!
Anscheinend verstehst Du mich sehr gut. Mich würde interessieren, wie Du es geschafft hast.

Danke nochmals an alle für die Reaktionen.

Grüsse
seye

Maus
01.07.2004, 09:11
Guten Morgen ihr Lieben!
@seye
Ich dachte lange, daß ich nicht das Recht hätte, mich schlecht zu fühlen, weil es bei mir nicht soo schlimm war wie bei anderen, die vergewaltigt wurden. Dennoch leidet die Seele und versucht das immer wieder mitzuteilen. Ich hatte auch Angst, darüber zu reden, dachte da kommt sowas wie "war doch nicht so schlimm, anderen ergeht es schlimmer, stell dich nicht so an, sagat du auch die wahrheit? bist du sicher, daß es so passiert ist, wolltest du das imgrund nicht doch"
seye, wenn du leidest und dich erinnerst, dann ist es keine Einbildung! Ich glaube nicht, daß man sich sowas überhaupt einbilden kann. Ich hab das Gefühl, daß bei mir noch mehr passiert ist, kann aber beim besten Willen keine erinnerung finden. Aber ich will es jetzt wissen, und sei es nur, damit ich mich besser verstehe.
Ich hab gemerkt, daß durchs Reden einige verdrängte Erinnerungen zurückkamen. Es ist nicht leicht, tut weh, is unangenehm und manchmal möcht ich davonlaufen. Aber ich weiß, das bringt nix. Ich habe entschieden und werd´s durchziehen.
Rede (und wenn´s hier ist), seye, verdräng nicht mehr, hilf deiner Seele. Möcht dich nicht überreden oder gar zwingen, aber ich sprech aus eigener erfahrung.
Viel Kraft und Mut für dich
@pfalzi
Ich danke dir und umarme dich.
Auch ich weiß, wie sehr Liebeskummer schmerzen kann. Jeder Schmerz verdient unsere Aufmerksamkeit und ist für sich genommen schlimm, besonders wenn die Seele so sehr leidet, wie es ja auch bei dir der Fall ist. Danke dir für deine ermutigende worte
Ich danke euch allen, wenn ihr wüßtet, wie sehr ihr mir helft.Wir schaffen es, alle, was es auch sein mag :daumen)
Maus

->Maya<-
01.07.2004, 16:17
@seye
bei mir war es auch so dass ich es erfolgreich verdrängt habe und auch verziehe habe... ich habe kaum noch daran gedacht und es manchmal schon fast vergessen, aber wenn man dann einen nackten mann sieht dann musste ich immer dran denken und ich konnte einfach nicht mit meinem freund schlafen... ich hatte einfach hemmungen und die erinnerung kam in mir hoch und es hat sich angefühlt als ob es erst gestern gewesen wär... daran habe ich bemerkt dass es so nicht geht, und dass man es nicht verdrängen darf, weil es immer wieder hoch kommt... bei der therapie die ich gemacht hatte, habe ich intensive gespräche mit der therapeutin geführt und sowas... das war sehr schwer für mich... es ist schon schwer darüber nachzudenken oder hier zu schreiben aber darüber mit jemandem zu reden und dabei anschauen dass ist natürlich schwer, ich habe auch erst immer die augen geschlossen wenn ich erzählt habe, weil es mir so nicht wie wirklich vorkam, und ich der therapeutin nicht in die augen schauen musste, aber schon nach ein paar mal therapie ging es mir schon viel besser... ich kann jetzt auch drüber reden... es ist für mich abgehakt, dank der therapie... also würde ich dir raten wirklich eine therapie zu machen, weil es einem danach viel besser geht... auch mit meinem freund läuft es super... ich habe früher gedacht, dass ich nie mit jemandem zusammen sein kann ohne an "das" zu denken aber es geht... :daumen)
mfg tine

denke das forum hier ist sehr hilfreich für leute die probleme haben weil man hier halt anonym reden kann... *großeslob* =)

isabell10
01.07.2004, 18:25
@seye
nachdem meine Erinnerungen langsam wieder kamen, war ich ein reines Nervenbündel. Ich reagierte schreckhaft auf alles in meiner Umgebung. Ich konnte keine Beziehung zu einem Jungen aufbauen. Irgendwann platzte es aus mir heraus und ich erzählte es meiner besten Freundin. Von diesen Moment an war ich in der Lage, den Menschen in die Augen zu sehen, darüber zu sprechen und diie Dinge beim Namen zu nennen. Es hätte mich sonst kaputt gemacht!
Ich schrieb viel in mein Tagebuch hinein.Es half mir auch, darüber viel, viel, viel zu reden. Dann bekam ich meinen ersten richtigen Freund. Schnell erzählte ich ihm von der ganzen Geschichte. Er hörte mir zu und verstand mich. Er half mir viel dabei meine Erinnerungen wiederzu finden. Ich erinnere mich jetzt an jedes Wort, an jede Berührung, an jeden Gedanken und an jede Träne.

Wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht so genau wie ich es da raus geschafft habe. Ich akzeptierte meine Vergangenheit als ein Teil von mir. Mein Motto ist heute: "Alles Schlecht hat auch irgendwann etwas Gutes". Einige werden jetzt sagen, was hat das denn Gutes. Aber wenn ich auch nur einem Menschen durch meine Erfahrungen helfen kann, ist das etwas Gutes für mich! So zu denken, hat mir geholfen. Dass heißt nicht, dass es auch anderen helfen muss.
Das einzige, was mich von den Menschen unterscheidet, die eine Therapie gemacht haben ist, dass ich IHN immernoch hasse!
Ich würde mir wünschen, dass du zu einer Therapie gehst. Es hat viel zu lange gedauert, bis ich so weit war es als ein Teil von mir zu akzeptieren. Tu dir selber einen Gefallen und geb dir einen Ruck und geh dort hin!

Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft dafür.
Viele liebe Grüße Isabell

->Maya<-
01.07.2004, 19:13
@isabell
das hat sich so angehört, als ob du es als seltsam ansiehst dass wir sie noch lieben... ich kann meinen bruder nicht hassen... er war damals selbst ein kind, und er ist nicht mehr wie früher... für mich ist er jemand anderes... mein bruder von früher ist für mich gestorben... jetz habe ich nen neuen bruder, und ich liebe ihn wirklich... und ich vertraue ihm, und es ist auch nicht so, dass einem in der therapie eingeredet wird dass man ihn nicht hassen darf, oder dass er nichts dafür kann... in der therapie hatte ich noch mehr hass auf ihn weil alles wieder hochkam... aber jetzt ist wirklich garnichts mehr an ihm was mich an den 12 jährigen von früher erinnert... ich weiß auch nicht wieso ich ihn nicht hasse... er ist einfach lieb und supernett und er ist wie mein bester freund...

Maus
02.07.2004, 09:20
Hallo,
ich habe die verschiedensten Gefühle durch gegenüber meinem Vater. Hab ihn lieb gehabt, damals war er mein "Held", war verwirrt, hab gehaßt, ihn wieder gemocht, dann war er mir egal und das ist er mir im moment eigentlich immer noch.
Hatte Jahre keinen Kontakt zu ihm bis vor 2 Jahren. hab festgestellt, daß er sich in einigen Punkten geändert hat. Bin aber unfähig, ihn zu lieben oder zu respektieren. Verziehen hab ich ihm schon lange, denk ich zumindest, empfinde jedenfalls keinen Hass, weiß eigentlich nicht, was genau ich empfinde. Kein Haß, keine Liebe, kein Mitleid, aber ganz egal ist er mir auch nicht. Vielleicht klärt sich das auch in der Therapie.Jedenfalls hab ich nun seit mehreren Wochen wieder keinen Kontakt zu ihm und es ist mir egal.
Irgenwo hab ich mal gelesen, Hass und Liebe liegen nahe beieinander.Wer hasst, hat einmal sehr geliebt.
Ach Leute, heute ist wieder einer der Tage, wo ich mich hilflos und schwach fühle und so einen kleinen Anflug von Angst spüre.Versuche, mich darauf vorzubereiten, meinem Hausarzt zu sagen, was los ist. Und dann frag ich mich, ob ich meinem Partner davon erzählen soll. Eigentlich will ich es, nur hat er sich grad jetzt abstand erbeten.Und er hat auch seine sorgen, möcht ihn nicht zusätzlich belasten. Was also tun?? Naja, hab ja noch ein bischen Zeit. Dienstag ist der termin beim Arzt.
Kraft und liebe Grüße an euch
Maus

seye
02.07.2004, 09:36
Hallo Maus!

Ich dachte lange, daß ich nicht das Recht hätte, mich schlecht zu fühlen, weil es bei mir nicht soo schlimm war wie bei anderen, die vergewaltigt wurden. Dennoch leidet die Seele und versucht das immer wieder mitzuteilen. Ich hatte auch Angst, darüber zu reden, dachte da kommt sowas wie "war doch nicht so schlimm, anderen ergeht es schlimmer, stell dich nicht so an, sagat du auch die wahrheit?

Das kommt mir ziemlich bekannt vor, denn so denke ich auch. Darüber reden kann ich nicht, weil ich nicht daran denken geschweige denn darüber reden möchte. Wenn ich mich zu einer Therapie entscheiden sollte, dann nur in einer anderen Gegend. Das bedeutet einen Wohnortwechsel, was wahrscheinlich eh ansteht.
Seit ich Deinen Thread gelesen habe, kommen die Erinnerungen wieder hoch, aber.....wie gesagt.....ich bin Dir in gewisser Weise dankbar......auch für Deine ermutigenden Worte :)

Hallo Maya!

bei der therapie die ich gemacht hatte, habe ich intensive gespräche mit der therapeutin geführt und sowas... das war sehr schwer für mich... es ist schon schwer darüber nachzudenken oder hier zu schreiben aber darüber mit jemandem zu reden und dabei anschauen dass ist natürlich schwer,

Ich denke, dass es eine Menge Kraft kostet und ich bin mir nicht sicher, ob ich das durchziehen kann. Jedoch weiß ich, dass ich daran was ändern muss, denn ich kann mir auch nicht vorstellen mit jemandem zusammen zu sein. Je mehr ich darüber nachdenke (mit jemandem zusammen zu sein), desto stärker ist der Verdacht, dass die Abneigung dagegen von damals kommt.

ich kann meinen bruder nicht hassen... er war damals selbst ein kind,

Das ist wieder der Punkt, der die Zweifel aufkommen lässt. Womöglich stell ich mich wirklich nur an, bewerte es über.....aber ich kann es nicht als Entschuldigung gelten lassen, dass er selbst noch ein Kind war.

und er ist nicht mehr wie früher... für mich ist er jemand anderes... mein bruder von früher ist für mich gestorben... jetz habe ich nen neuen bruder, und ich liebe ihn wirklich... und ich vertraue ihm, und es ist auch nicht so, dass einem in der therapie eingeredet wird dass man ihn nicht hassen darf, oder dass er nichts dafür kann... in der therapie hatte ich noch mehr hass auf ihn weil alles wieder hochkam... aber jetzt ist wirklich garnichts mehr an ihm was mich an den 12 jährigen von früher erinnert... ich weiß auch nicht wieso ich ihn nicht hasse... er ist einfach lieb und supernett und er ist wie mein bester freund...

Das Verhältnis zu meinem Bruder ist nur auf das Nötigste beschränkt.....und ich kann auch nicht behaupten, dass ich ihn lieb hab.....in irgendeiner Weise bestimmt. Im Gegenteil zu Dir kann ich ihn nur als einen Bekannten bezeichnen. Woher weiß ich denn, dass er nicht mehr so ist wie früher? Er hat eine kleine Tochter und als sie auf die Welt kam, hab ich nur gedacht, „hoffentlich lässt er seine Finger von ihr“.

Hallo isabell10!

Ich freue mich, dass Du es selbst geschafft hast und wünsche mir, dass es mir auch gelingt....irgendwann. Dass Du ihn immer noch hasst, ist mehr als verständlich.....denn er hat Dir Schlimmes angetan.

Danke Euch und viele Grüsse
von
seye

seye
02.07.2004, 09:42
Original von Maus
Ach Leute, heute ist wieder einer der Tage, wo ich mich hilflos und schwach fühle und so einen kleinen Anflug von Angst spüre.Versuche, mich darauf vorzubereiten, meinem Hausarzt zu sagen, was los ist. Und dann frag ich mich, ob ich meinem Partner davon erzählen soll. Eigentlich will ich es, nur hat er sich grad jetzt abstand erbeten.Und er hat auch seine sorgen, möcht ihn nicht zusätzlich belasten. Was also tun?? Naja, hab ja noch ein bischen Zeit. Dienstag ist der termin beim Arzt.
Kraft und liebe Grüße an euch
Maus

Hallo Maus!
Da warst Du eine Sekunde schneller als ich. Ich möchte Dir nur sagen, dass Du keinen Rückzieher machen sollst. Du hast das entschieden......halte daran fest und ziehe es durch.

Viel Kraft und Mut
wünscht Dir
seye

Fee
02.07.2004, 15:11
Nun Maus,

nur du allein kannst entscheiden, was du tust. Wir können viel sagen - es liegt allein an dir.

Warum sollst du deinen Vater nicht lieben? Er ist dein Vater, er hat dich gezeugt, ernährt, war für dich da. Seine Verfehlung steht auf einem anderen Blatt. Niemand verlangt, dass du deinen Vater verabscheuen sollst, das wird auch ein guter Psychologe nicht tun.

Es wäre schade, wenn du kneifen würdest, denn du würdest die Chance vertun, ein normales Leben ohne das Gefühl von Ich-bin-befleckt zu führen.

Aber wie gesagt: du allein entscheidest. Sicher hast du im MOment das Gefühl der Erleichterung, weil du dir alles von der Seele geschrieben hast. Aber ich versichere dir: dieses Gefühl hält nicht lange an.

Es sind noch ein paar Tage und Nächte Maus, es ist wie vor einem Zahnarztbesuch: sobald man sich anmeldet, sind die Schmerzen spurlos verschwunden. Trotzdem: geht man nicht hin, kommen sie wieder, heftiger, intensiver, greller.

Denk mal drüber nach.

Fee

isabell10
02.07.2004, 16:24
hallo Maya,

ich habe nicht gemeint, dass man in einer Therapie gesagt bekommt, dass man diesen Menschen nicht hassen soll. Ich wollte nur klar stellen, dass ich es zwar gaschafft habe damit umzugehen aber Ihm niemals vergeben kann (denn dass kann ich ohne Therapie gar nicht schaffen)
.Ich wollte die Therapie nicht schlecht reden! Ganz im Gegenteil, ich finde es gut, wenn man sich dort Hilfe holt.
Versteh mich nicht falsch, aber ich persönlich kann mir wirklich nicht vorstellen ihm zu vergeben. Deshalb kommt es mir auch seltsam vor wenn ihr sagt, dass ihr kein Hass mehr empfindet. Weil ich es mir halt nicht vorstellen kann! Und jeder muß das selbst entscheiden.

liebe Grüße Isabell

->Maya<-
02.07.2004, 19:03
@isabelle10
ja klar... ich verstehe voll und ganz dass du ihm nicht vergeben kannst und ihn hasst... ich weiß ja selber nicht wieso ich das nicht tue... manchmal wünschte ich ich würde es... wahscheinlich ist es einfach dass ich ihn sozusagen neu kennengelernt habe...

@seye u. Maus
ich habe mich genauso wie ihr immer unwichtig gefühlt...ich habe gedacht es war bei vielen schlimmer, und dass ich glück gehabt habe... es war kein ekliger mann und es hat auch nicht soo weh getan (körperlich) und ich habe mich geschämt... ich habe mich dreckig gefühlt und nicht mehr liebenswert, und ich habe heute noch oft depressionen und fühle mich minderwertig... erst hatte ich auch angst, was sein würde, wenn ich es meinem freund erzähle, habe gedacht er ekelt sich und will nichts mehr mit mir zu tun haben, und letztendlich war es dann eine verzweiflungstat weil ich dachte er verlässt mich sowieso, egal ob ich es ihm erzähle oder nicht, entweder weil ich nicht mit ihm rede oder wenn ich mit ihm rede weil er mich als beschmutzt ansieht, und nichts mehr mit mir zu tun haben will... naja jedenfalls hat er zu mir gehalten, und jetzt bin ich froh, dass ich ihn habe, denn er hilft mir wirklich sehr, auch wenn es mir schlecht geht... er tröstet und beruhigt ich und hält mich einfach nur ganz lange im arm... das tut sehr gut, und nur durch ihn habe ich das alles durchgestanden... ich denke zwar, dass man so etwas auch manchmal ganz gut verdrängen kann aber es ist besser es einmal hinter sich zu bringen und dann in ruhe leben zu können (oder jedenfalls meißtens)...
@maus
du hast gesagt du hast auch einen partner... wenn es dir nicht zu privat ist, würde ich gerne wissen, wie du damit umgehen konntest... ich konnte mir vor der therapie nicht vorstellen irgendwann mit einem mann zu schlafen... das war für mich ekelig und einfach absurd...

Maus
02.07.2004, 19:51
Liebe Maya,
ich war 12 als es passierte. Dann kamen diese ganzen Gedankenwie stell dich nich so an, war net so schlimm usw. Und dann hab ich es verdrängt. Hab mich verliebt wie jeder normale teenager auch. Da war noch nix in Richtung Sex im Spiel.
Mit 17 hatte ich mein "erstes mal", war nicht so schön, hab mich schmutzig gefühlt. Dann kam die Angst vor Männern und Sex war undenkbar, konnte mich nicht mehr berühren lassen. Die Beziehung hielt dann auch nur noch ein Halbes Jahr.
Dann wieder Verdrängung, erfolgreich.Und dann kam eine Phase in meinem Leben an die ich mich nicht so genau erinnere, hab irgendwie abgeschalten, war innerkich tot, also war es mir auch egal, ob ich Sex hatte oder nicht. War keine schöne Zeit, geriet immer wieder an den selben Typ Mann und die waren nicht gerade zimperlich, Schläge, Demütigungen, wurde zu Sachen mit Messergewalt gezwungen, Stress mit Eltern, lebte bei einer Freundin, die mich auch sanft aus ihrer Wohnung schubste. Und Angst und Schuldgefühle, das Gefühl nicht normal zu sein waren ein ständiger Begleiter, wollte damals sterben. Konnte es nicht. Also hab ich geheiratet, wurde schwanger, bin kurz aufgewacht, versuchte, meinem Mann zu erklären, was mit mir los ist, weil zu der zeit wieder kein Sex möglich war. Sein Kommentar?- Du bist selber Schuld, deutsche Frauen sind so blöd, moslemischen Frauen passiert so was nicht!- Zack!! Er war Moslem, Tunesier. Also hab ich dicht gemacht, ließ "ES" einfach über mich ergehen, funktionierte nur noch. Irgendwann bemerkte ich, daß ich beim sex die Luft anhielt. Dazu kamen sonst Ohnmachtsanfälle. Nun die Ehe ist jetzt seit 3 Jahren Geschichte. Mein bester Freund stand mir damals zur seite, er wußte so einiges von mir, ging eine Beziehung mit ihm ein, war schön, aber keine echte Liebe. Und da ich von ihm Verständnis erfuhr, begann alles aufzubrechen, Bruchstücke kamen wieder ans Tageslicht, Luftanhalten beim Sex häufig, einmal so schlimm, daß er mich ohrfeigen mußte. Ich weiß noch, daß ich öfter an Einhörner dachte, wenn ich denn mal Sex hatte. Gab dann Probleme in der Beziehung, nicht deswegen, habe sie beendet. Und dann ließ ich 2 Jahre keinen Mann an mich ran. Men jetziger hatte auch nur ´ne Chance, weil ich ihn über ´ne Freundin kennengelernt habe.
Und er war anders als die, die ich bis da kennengelernt hatte. So offen, so vorsichtig, so rücksichtsvoll, verständnisvoll. Hat sich langsam mein vertrauen erarbeitet. Wir verstanden uns ohne große Worte. Irgendwie magisch. Er gab so viel und nahm so wenig von mir. Durch ihn bin ich stärker geworden, etwas selbstbewußter, er brachte mich dazu, nachzudenken, was ich will. Und ich hatte keine Probleme beim Sex. Nur, durch das alles wurden die Erinnerungen wieder stärker, brachen an die Oberfläche. 2 Jahre hatte ich keine Anfälle mehr, doch dann begann ich wieder, mir die Arme aufzukratzen. Und ich wußte plötzlich, wenn ich ein glückliches Leben führen will ( am liebsten mit ihm), dann muß ich mir jetzt Hilfe suchen.
Das ist meine Geschichte.
Oje, is das lang geworden! :O
Hoffe, ich konnte deine Frage damit einigermaßen klären. Wenn nicht, frag noch mal nach. Ich habe jetzt angefangen, darüber zu reden und gemerkt, wie gut das tut.
Liebe Grüße und Hoffnung und Kraft für euch alle
Maus

->Maya<-
02.07.2004, 21:34
deine geschichte ist wirklich schlimm... hast du es deinem freund jetz eigentlich gesagt? ich denke dass wäre nötig... und du brauchst dich auch überhaupt nicht schämen oder so... dafür kannst du nichts und es ist nichts, was man an einem verachten kann, oder was einen schmutzig macht... am besten spreche ganz offen über deine gefühle, denn so wie sich es anhört, ist er sehr rücksichtsvoll und verständnisvoll... liebst du ihn? oder ist er einfach jemand der da ist wo man nicht einordnen kann was man fühlt... ich denke wenn man vergewaltigt worden ist, braucht es zeit und gespräche usw. um wieder lieben zu können... ich habe auch versucht mich umzubringen... 2 mal... es hat nie jemand gemerkt... das eine mal bin ich vom balkon "gefallen" und habe mir was gebrochen und das andere mal wollte ich mir die pulsadern aufschneiden konnte mich dann jedoch besinnen das ich ja vielleicht doch noch was gutes vor mir habe... aber ich war erst 7...ich weiß nicht mehr viel von.... in der therapie kam zwar vieles wieder hoch aber ich fühle dass da noch so einiges war, was ich nicht mehr weiß... von daher war es vielleicht mein glück dass ich noch sehr jung war und außerdem kann man einen 12 jährigen jungen auch nicht mit einem erwachsenen mann vergleichen... er hat schon rücksicht auf mich genommen... aber zum teil war grade dass schlimm, weil ich ihm nicht sauer sein konnte... und ich hätte ihn so gerne gehasst... ihm die augen rausgekratzt... habe ein gedicht, was ich auch als eines meiner lieblingsgedichte in des forum geschrieben habe... es ist nicht von mir, aber es trifft etwas meine lage... nicht genau aber ungefähr....


Vorbild

Du warst mein Vorbild und dieses Bild ist jetzt zerrissen.
Du hast es zerrissen, mit deinen Fäusten.
Du musstest mich schlagen, mich erniedrigen.
Du musstest meine Meinung in die Tonne treten.

Seit ich denken kann, hab ich dich vergöttert,
habe das gemacht, was du machtest,
habe mich nach dir gerichtet,
habe mich bei dir ausgeheult, so wie du es bei mir getan hast.

Ich wollte so sein wie du.
Ich dachte, dass alles was du machst richtig ist.
Mit einem Schlag ist das in tausend Scherben zerfallen.
Ich dachte du wärst der Beste.

Ich habe auf deinen Rat gehört.
Unbewusst habe ich vieles so gemacht, wie du es für richtig hieltest.
Du hast es nie gewusst, du wusstest nie wie viel du mir bedeutest.
Ich wollte immer stark sein, so wie du!

Ich wollte so sein wie du, mein Bruder!!!


ps: ich habe ihn wirklich immer vergöttert... er hat immer alles richtig gemacht... ALLES bis auf das......
liebe grüße maya

Maus
03.07.2004, 10:07
Hallo Maya,
mein freund sah einmal, wie ich total abwesend wurde und begann, mir die Arme aufzukratzen. Er war total verwirrt. Also hab ich ihm erzählt, was damals passiert ist und daß ich so was tu, wenn die erinnerung versucht hochzukommen, war sehr schwer für mich. Er hat mich reden lassen bis ich fertig war, wurde wütend auf solche Männer, hab versucht ihn zu beruhigen. Danach haben wir nicht mehr darüber gesprochen. Ich dachte erst, o.k. jetzt weiß er es und fertig, der denkt nicht mehr dran. Falsch gedacht, er hat es voll registriert, hat später noch mal davon gesprochen. Ich denke, er hat gemerkt, daß ich nicht mehr davon reden will und wie schwer das für mich ist. Seidem haben wir nicht mehr davon geredet.
Nur einmal noch hab ich ihm einen Brief geschrieben, als tatsachenbericht, alles rein, was mir schlimmes passiert ist. Am Tag darauf nahm er mich in die Arme und sagte, diesen Brief werde er nie wieder lesen. Ich glaub, er gibt sich wirklich Mühe, zu verstehen, was das für mich bedeutet, aber so richtig kann er es nicht wissen, von meinen Gefühlen darauf bezogen und den Folgen für meine Seele sagte ich ihm nix.
Ja, ich liebe ihn, als Mensch und als Mann. Und ich vertraue ihm, was schon seltsam ist, weil ich da so meine Probleme habe. Das Gefühl ist langsam gewachsen, ich merkte täglich wie das Eis um mein Herz schmolz. Ich habe noch nie so empfunden, das sagt mir, daß ich noch nie "richtig" geliebt habe zuvor. Und es verwirrt mich, macht mich aber auch stärker. Ich habe keine Ahnung, wieso ich ihn lieben kann. Aber es ist schön.
Gruß Maus

Fee
03.07.2004, 10:20
Guten Morgen liebe Maus,

aus unseren PN und mails weißt du: die Therapie MUSS sein. Egal, ob du momentan einen verständnisvollen Partner hast oder nicht, egal, ob es dir im Moment besser geht oder nicht.

Ich schicke dir meine allerbesten Gedanken und meinen ganzen Mut :O (ist zwar nicht viel, aber besser als nichts :O).

Einen dicken Knuddel von Feechen

Maus
03.07.2004, 12:12
Hallo liebe Fee,
ich weiß, es muß sein und ich will es auch. Keine Angst, mach es nicht vom Partner abhängig. Is nur so, im moment ist bei mir auf allen Gebieten warten angesagt.
Dienstag is Stichtag, Termin beim doc. Noch 3mal schlafen.
Vielen Dank für deine lieben Worte, machen mir doch immer wieder Mut.
Drück dich ganz lieb

So, jetzt ist Ablenkung angesagt, auf geht´s zu" meinen" Hottis!
Danke, dank, danke an alle
Maus

Maus
05.07.2004, 13:49
Hallo.
Morgen ist der Tag. Und ich merke, wie die Panik in mir hochkriecht. Hab gottseidank jemand, der morgen mitgeht.Will keinen Rückzieher machen.
Mann, was ist nur los mit mir? Heute fühl ich mich so schwach, alles fällt mir schwer, kann mich kaum aufraffen aufzustehen, zitter am ganzen Körper und muß mich arg zusammenreissen, um nicht meine Arme zu " mißhandeln". Das kann doch nicht allein die Angst vor dem Gespräch mit meinem doc sein..
Positiv denken! Ich will ja! Ich schaff das!
Das Schreiben hat jetzt gut getan, raus mit der Angst.
danke fürs Lesen.

isabell10
05.07.2004, 14:10
liebe Maus,
du schaffst das morgen!
Ich glaube an dich und bin in Gedanken bei dir! :daumen)
Morgen um diese Zeit geht es dir schon viel besser!

DU SCHAFFST DAS!

liebe Grüße und viel Kraft und Mut
isabell

->Maya<-
05.07.2004, 17:04
wünsch dir au alles gute... du schaffst des schon... *daumendrück* :daumen)

Fee
05.07.2004, 19:22
Guten Abend du ängstliche Maus,

ganz klar, dass du zitterst. Und noch klarer, dass wir an dich denken und dir ganz fest die Daumen drücken. Vermutlich werde ich morgen vor lauter Daumen drücken nichts arbeiten können :daumen) :daumen) :daumen) :daumen).

Wenn du uns die Uhrzeit nennen willst.... tus Maus, wir sind da.

Feechen

louise
05.07.2004, 19:33
Auch von mir ganz viiiiieeelle :daumen) :daumen) :daumen) :daumen) :daumen)

Wenn wir ALLE bei dir sind in Gedanken... kann sicher nix schiefgehen und du bist gaaaaaaaaaaaaaaaaanz stark.

Ganz dicke feste Umarmung

louise

Maus
05.07.2004, 19:33
Hallo Ihr Lieben!
Oh, danke, geht mir schon vieeel besser.
Morgen, 10.15 ist der Termin.
Hab grad wieder genug Kraft, ich weiß, ich kann´s, ich will´s.
Fee: paß gut auf deine Daumen auf :D
Werde natürlich morgen berichten..

seye
06.07.2004, 09:52
Liebe Maus,

auch ich bin in Gedanken bei Dir und drücke Dir fest die :daumen)

Viel Kraft und Mut
wünscht Dir
seye

louise
06.07.2004, 10:13
Liebe Maus,

jetzt ist es 10Uhr 15... ich denke ganz stark an dich, drücke dich und hoffe dass du aus diesem Gespräch gestärkt hervorgehst und du gaaaaanz sicher weißt, dass es das Richtigste war was du tun konntest.

Ganz viele liebe Gedanken an dich

louise

Maus
06.07.2004, 14:29
Hallo ihr Lieben!
Ich hab´s geschafft! Man, ich hab gezittert wie Espenlaub, hab um den heißen Brei rumgerredet..
Hab gesagt, daß es nicht leicht ist, daß da was passiert ist in der Kindheit, was mich immer noch beschäftigt, daß ich mich immer selbst verletzen will, ich aber nicht sagen kann, was da war.
Nun, er sagte, ich sei nicht die einzige, brauch nicht zu sagen, was war, er kann es sich denken.Muß es auch nicht sagen, das geht eh nur den Therapeuten was an.
Und am besten verlange ich nach einer Frau, der Doc gesagt.Ein guter Arzt, nicht war :elch)
So, und jetzt ist es am Laufen, hab ´nen Überweisungsschein für ´nen Psychtherapeuten, ´ne Telefonnummer, wo ich zuerst anrufen muß, um ´nen Therapieplatz zu bekommen. Gibt halt Wartezeiten..
Nun, werde dann mal telefonieren und dann sehen wir weiter.

Oh, ich danke euch allen so sehr. War echt nicht leicht, aber mit eurer Unterstützung hab ich die erste Hürde genommen.
Knuffel an euch
Maus

louise
06.07.2004, 14:38
Spitze Maus!!! :daumen)

Sagt ich dir doch, dass er genau weiß was los ist und das sicher nicht zum ersten Mal hört.

Bleib am Ball... wir tun es auch!!!

*Rückenstärkend*
louise

Fee
06.07.2004, 20:44
ja suppppiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii...............

ein guter Arzt (der deiner ja wirklich zu sein scheint) liest auch zwischen den Worten.

Maus, die erste und wichtigste Hürde ist genommen.

PS.: Wer zahlt den Schadenersatz für meine blauen Daumen?? lach

Doppelt aufmunternde Grüße von Fee

Maus
06.07.2004, 21:33
@Fee
Hm, ich laß mir was einfallen, mal meinen Versicherungsfritzen fragen, vielleicht bin ich da ja versichert?? :elch)
Ansonsten könnt ich dir ´nen guten Arzt hier bei mir empfehlen *gg*

@louise
ja, danke, ohne euch hätt ich das nie geschafft
*drück*

Maus
07.07.2004, 15:20
Hallo Ihr Lieben.
Jetzt bin ich frustriert. Hab ein paar Nummern von Psychologen bekommen. Hab grad alle angerufen, keiner war grad persönlich zu sprechen. Entweder haben sie ihre Sprechstunden und die auch nur zweimal die Woche oder man muß auf dem AB sprechen. *kleinerseufzer*
Die machen einen das aber wirklich net einfach.
Ich überleg mir jetzt, was ich auf den AB reden werde und dann auf in den kampf!
Grüße euch alle lieb
Maus

Fee
07.07.2004, 18:43
Maus, das ist ganz normal. Wer will schon, dass sein Therapeut ans Telefon geht, während er grade seine Seele öffnet? Niemand. Also läuft der AB....

Du hast so lange gewartet Maus, was sind ein paar Tage mehr? Nichts, besonders, da du doch weißt, dass wir alle da sind und mit dir fiebern.

Kopf hoch Maus, hinterlass deine Spuren 8) :D und dann:

AUF IN DEN KAMPF MATADORA !!!!

isabell10
07.07.2004, 19:02
Hallo Maus,
Jetzt bist du schon zum Artzt gegangen und hast damit den Ersten Schritt gemacht. Also mach bitte auch den Zweiten schritt.
Wir sind alle hier wenn du uns brauchst und wir denken an dich und fiebern mit dir!

Ganz liebe Grüße
isabell

Maus
07.07.2004, 19:59
Hallo Ihr Lieben!
Ja, ihr habt ja recht.
Fee, das leuchtet mir ein. Is ja logisch. Hab irgendwie erwartet, das ist wie in ´ner "normalen" Arztpraxis. Is es aber ja nicht.
Erja, danke, genauso hab ich´s gemacht.Alle Telefonnummern, die ich bekommen hab der Reihe nach angerufen.
Isabell, klar doch, es gibt für mich kein zurück mehr.

Und was soll ich euch sagen? Hatte einen Rückruf und einen Termin fürs Erstgespräch übernächste Woche. Jipieh! Es läuft weiter.

Drück euch alle ganz fest
Lg
Maus

Maus
10.07.2004, 20:39
Liebe Erja!
Erstmal grooooßes Danke.
Als ich das gelesen hab, mußte ich weinen- vor Rührung und naja, ein bischen Glück. Weißt, ich heiß nicht umsonst "Maus". Bin schüchtern, zurückhaltend, mißtrauisch und ängstlich. Gehe Auseinandersetzungen, seis mit mir oder anderen aus dem Weg so gut ich kann, ausser es muß sein.
Und dann das. Auf einmal soll ich mutig und stark sein? Das tut gut. Und wenn nur eine Mut durch diesen beitrag findet, dann bin ich glücklich drüber.
Ja, ich gehe meinen weg, hab hier ein Stück meines Mutes gefunden, mich ein wenig mahr erkannt und egal wie schwer es auch manchmal sein wird, ich will es durchziehen. Ich will endlich glücklich sein dürfen, das Glück annnehmen können.

Und jeder zuspruch von euch hat mich meine Stärke ein bischen mehr erkennen lassen.

Danke.

Ich werde hier meinen Weg, denk ich weiter schreiben, damit es anderen in meiner Situation vielleicht hilft.
Dankbare Grüße an alle, die mir hier so geholfen und Mut gemacht haben
Maus

Thylia
10.07.2004, 21:35
Hi Maus,

ich habe ziemlich ähnliche Erlebnisse gehabt wie Du und viele andere. Auch ich wurde intim berührt und dazu genötigt, andere so zu berühren. Hierbei spielten mein Patenonkel, in dessen Familie ich ab meinem neunten Lebensjahr wohnte, mein Vater und mein Cousin eine Rolle.

Auch ich habe geglaubt, dass ich mich ein bisschen sehr anstelle, weil es ja nie zum äußersten gekommen ist. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass ich meiner Patenfamilie dankbar sein muss, weil sie mich aus einem Haushalt geholt haben, in dem ich beinahe täglich geprügelt und mißhandelt wurde (von meiner Stiefmutter). Ich habe jahrelang geschwiegen und mich schlecht, schmutzig und ungeliebt gefühlt.

Leider habe ich diese Sache so kompensiert, dass ich mit jedem Mann geschlafen habe, der dazu bereit war (und das waren viele!), nicht wie andere, die sich wochen-, monate- und jahrelang verweigern. So hatte ich schnell den Ruf eines "Flittchens" weg, obwohl ich genau das nicht sein wollte. Ich habe auch immer (bis heute noch) behauptet, dass ich mit so vielen Männern geschlafen habe, weil es mir Spass gemacht hat. Aber wenn ich ehrlich bin, war das der einzige Weg für mich, mich irgendwie noch wahrnehmen zu können.

Ich bin letztlich den Schritt gegangen, den wir Dir hier auch raten. Ich habe mir eine Therapeutin gesucht, mit der ich über 1 1/2 Jahre zusammen gearbeitet habe. Anfangs habe ich ihr alles mögliche erzählt, nur damit ich die Stunde herumkriegte und nicht über das sprechen musste, weshalb ich eigentlich da war. Aber sie hatte Geduld und hat es geschafft, dass ich mich ihr irgendwann öffnen konnte.

Heute kann ich viel ruhiger über alles reden und setze mich ganz intensiv mit mir und meinen Gefühlen auseinander. Ich lebe wieder und geniesse es sehr. Aber ich erlebe auch heute noch Rückschläge, manchmal passieren ganz viele schlimme Dinge gleichzeitig und dann holt mich diese vermeintliche Schwäche wieder ein. Aber ich habe dank der Therapie, die ganz sicher nicht einfach war, gelernt, mit mir und meinen Gefühlen umzugehen.

Und ich habe gelernt, dass man auch schwach sein darf. Man kann nicht immer nur stark sein, auch wenn man es gerne möchte.

Liebe süße Maus, ich freue mich, dass Du den Entschluß gefasst hast, Dir helfen zu lassen. Du bist nicht allein! Es wird sicher manchmal hart sein und Du wirst Dir die Frage stellen, warum Du Dir das freiwillig antust. Aber glaube uns: Es lohnt sich! Manchmal muss man durch die Hölle gehen, um endlich den Himmel zu erreichen.

Ich denke an Dich und bin, genau wie alle anderen hier, für Dich da.

Fühl Dich feste umarmt! Ich wünsche Dir viel Kraft.

Thylia

Maus
13.07.2004, 09:56
hallo Thylia und Erja.
Danke für eure ermunternde Worte.
Thylia, ich kann gut nachempfinden, was du da schreibst und wieso es bei dir so gelaufen ist. Hatee auch eine Zeit, wo es mir egal war, mit wievielen Männern ich was hatte. Warum das so war, weiß ich nicht, finde ich vielleicht bald heraus.

Ich glaub, ich werd noch oft hier posten, da ich mir vorstellen kann, daß es nicht leicht wird. Aber ich bin bereit.

Danke euch allen
Liebe Grüße
Maus

Maus
19.07.2004, 12:15
Hallo ihr Lieben!
Komme grad von meinem Erstgespräch. Ein wort: WOW!
Da ist noch viel mehr als ich je geahnt habe.
Also, ich bin da hin, mit Angst im Bauch, Kloß im Hals, dachte, ich bring kein Wort raus. Aber sie hatte eine so angenehme Stimme, ein freundliches Gesicht, und irgendwann fing ich an. Erst mal über den Mißbrauch und die Schuldgefühle und dieses Gefühl, mich verletzen zu müssen.
Also, geredet, geheult, wenn ich nix mehr sagen konnte, fragte sie, aber was für Fragen, Fragen, die mir durch meine Antwort etwas klar machen sollten.
Mehr zur Erklärung, den wirklich ahnend, daß es so wichtig ist, erzählte ich ihr mehr.
Meine "Störung" begann schon viel früher.
Kind von Alkoholikern, der Mißbrauch, die Ehe, die mir den Rest gab. Ja, so hat sie es wörtlich gesagt.Zwänge, neben dem Selbstverletzen und -bestrafen ein ausgeprägter Perfektionismus.
Gern hätt sie mich in eine Klinik geschickt für 6 bis 12 Wochen. Aber das kann ich nicht und will es auch nicht.
Nun, ich bin einen kleinen Schritt weiter. Sie hat so logisch erklärt, warum ich was tue. Halt in Ansätzen.
Hab einen neuen Termin für Anfang August. Es geht weiter.
Mann, ich brauch das wirklich, das alles kann ich nicht allein bewältigen. Ich bin froh, diesen Schritt getan zu haben. Ich werde viel erkennen, mich selber verstehn und am Ende mich gefunden haben.

Ich kann euch allen nicht genug danken. Drück euch, danke.
Liebe Grüße an euch
Maus

Thylia
19.07.2004, 19:15
Mensch Maus,

ich gratuliere Dir zu Deinem Mut (und bin wahnsinnig stolz auf Dich!!!).
Du merkst, dass da viel aufzuarbeiten ist und hast, so habe ich es verstanden, auf Anhieb die richtige Therapeutin gefunden. Super! :daumen)

Was den angeratenen Aufenthalt in einer Klinik angeht, solltest Du das mal als Möglichkeit im Hinterkopf behalten. Meine Mom hat vor kurzem auch so eine Klinik besucht und war dort für neun Wochen. Nach der ersten Woche ist sie am Wochenende immer nach Hause gefahren, somit war das gar nicht so schlimm für sie. Sie hat dort ausserdem viele Menschen getroffen, denen es ähnlich erging und mit denen sie jetzt freundschaftlichen Kontakt hält. Im Zweifel gibt es aber auch Selbsthilfegruppen, mit denen Du Dich regelmässig treffen kannst (als Begleitung/Ergänzung zur Therapie).

Wie auch immer Du es halten magst, Du hast Mut bewiesen und Dich getraut, einen Anfang zu machen. Weiter so, wir sind hier, wenn Du uns brauchst!

Gaaaaaaanz liebe und stolze Grüße,
Thylia

louise
19.07.2004, 19:28
Maus, ich hatte es soooooo sehr gehofft und eigentlich auch gewußt, dass du genau auf die Richtige Therapeutin triffst... zu der du Vertrauen haben kannst...der du alles erzählen kannst und willst.

Bin auch wahnsinnig stolz auf dich!!! :]

Ich kann mir vorstellen, dass viele hier deinem Beispiel folgen...

Mach weiter so...aus der kleinen schüchternen Maus, die den Anfang dieses threads gemcht hat wird eine gaaaaanz große, starke Maus!


Ganz liebe Grüße und eine feste Umarmung für dich!!!


louise

Fee
19.07.2004, 19:35
Huhu Maus,

ich werde mal versuchen, ein Mäusebild anzuhängen - technisch nicht arg begabt - vielleichts klappts ja... eine starke Maus, die trägt, bist du.

ich glaub, du verstehst das Bild.

Fee

Maus
19.07.2004, 20:18
Uiiiii!
Liebe Fee, das ist so süüüüüß!

Ja, hab wirklich auf Anhieb die Ricgtige gefunden. Ich kann es noch gar net alles fassen. Irgendwie kommt das Glück in mein Leben und ich bin bereit, es endlich anzunehmen.
Louise, danke, du hast´s gewußt!
Thylia, danke,ich hätt ja nieeee gedacht, daß man mal stolz auf mich sein könnte.
Kann ich das jetzt, stolz auf mich sein? ich denk, ja, ich heb mich einer meiner Ängste gestellt, bin nicht mehr weggelaufen.
Seltsam, Ende letzter Woche erst hat eine Freundin aus dem Stall zu mir gesagt, ich solle doch endlich mal überlegen, worauf ich stolz sein könnte und hat mir beispiele genannt.
Ich spür´s, ich bin auf dem Weg zu mir. Ich finde mich wieder, die kleine Maus, die ich vor Jahren verloren hab. Ein unbeschreibliches Gefühl. Ich fang an zu glauben, daß auch ich das Glück verdient hab.
Nix geschieht aus Zufall, ich mußte hierherfinden, ich mußte in den Stall wechseln.
Seit Dezember lerne ich Menschen kennen, die mir guttun und nicht nur suchen, wo sie mich ausnutzen können, mein Ich nur so nebenbei ertragen.
Ich bin glücklich heute.
Dankbare Grüße an euch,
eine gestärkte Maus, die ihre Ängste hinter sich läßt

Maus
19.07.2004, 20:20
Hab was vergessen:
@Thylia
Klinik is erst nächstes Jahr August möglich, wegen Kind. Aber danke für den Tipp, Selbsthilfegruppe. Das werd ich wohl in Angriff nehmen.

pfalzi
20.07.2004, 15:47
hallo Maus..

ich möchte dir auch mal sagen, wie sehr ich micht mit dir freue! Und dich bestärken, die Idee mit der Klinik nicht aus den Augen zu verlieren. Ich war Anfang des Jahres selbst 4 Wochen in psychsosomatischer Kur und bin froh darüber, dort den Grundstock für meine weitere Therapie gelegt zu haben.

Es drückt dich ganz doll

Pfalzi

Maus
23.07.2004, 12:18
Hallo.

Zuerst, danke Erja, du verstehst so gut, was ich schreibe und gibt´s mir die Bestätigung, daß ich doch nicht so ganz verkorkst denke, wie ich jahrelang angenommen hab. Ich beginne sogar, das Gefühl STOLZ AUF MICH zuzulassen.

@pfalzi
Ja, das mit der Klinik werd ich im Auge behalten, hab seit der Sitzung heftigr Gefühle durchgemacht...
*drückdich* alles wird gut..

@all
Hab die letzten 3 Tage so ziemlich alle Gefühle, die man kennt, durchgemacht.
Vor allem, nachdem ich mit meinem Vater gesprochen hab. Ja, ich habe Kontakt zu ihm, und es ist gut so. Er hat mir so einiges erzählt, was war, als ich baby war, er noch mit meiner Mutter zusammen lebte. Wie sie zu betrunken war, um sich um mich zu kümmern, das kleine Mausbaby geschriehen hat und niemand kam, um es zu trösten..
Wir sprachen auch über die Zeit, als ich bei ihm und seiner 2.Frau und meiner kleinen Schwester gelebt habe. Und er hat gesagt, er weiß, wie schwer es für mich war, daß die Stiefmutter mich nicht akzeptiert hat, er nicht viel Zeit hatte, weil er arbeiten war bis spät in die Nacht. Daß er sah, wie ich gelitten hab, daß ich einsam war, allein. Daß ich so ´ne Art Aschenputtel war.
Nur über den Mißbrauch sprachen wir nicht, und das wollte ich auch nicht.

Ich ging dann heim, ins Bett und hab nur geweint. Weil ich ein Stück mehr weiß, begriffen hab. Ich habe mich bis jetzt geweigert, mir selbst leid zu tun. Aber da tat mir die Kleine Maus von damals unendlich leid. Ich nahm sie in den Arm und sagte ihr, daß es mir leid tut, daß ich jetzt für sie da bin, daß sie nicht alleine ist. Und dann haben wir zusammen geweint...
Noch ein langer Weg liegt vor mir, aber ich beginne zu "sehen" und genau das ist es, was ich muß. Ich werde den Weg gehen, bis zum Schluß. Und es tut gut zu wissen, daß hier Menschen sind, die mich begleiten, mich stützen, wie sie es eben können. Ich fühl mich nicht mehr allein. Und jetzt wein ich vor Glück. Ich kann es noch gar nicht glauben, darf ich nach all den Jahren nun endlich glücklich sein? JA!
Danke
Maus

Maus
05.08.2004, 10:42
Hallo!

So, hab ja gesagt, daß ich meine Entwicklung hier weiter berichte, in der Hoffnung allen Betroffenen Mut zu machen.
Hatte Dienstag also mein 2. Gespräch. Mir ging´s eigentlich gut, wußte so gar nicht, was ich erzählen soll. Hab dann erstmal angefangen zu erzählen, wie sehr mich das letzte Gespräch noch beschäftigt hat, daß ich dadurch viel erkannt habe.
Sind dann auf das Thema Beziehung gekommen. Daß ich mir immer irgendwie Männer ausgesucht hab, die mich entweder mit 100%- sicherheit verletzen, keine "normale" Beziehung möglich sein würde oder die mich in irgendeiner Form brauchten.
Hab dann über meine jetzige Beziehung nachgedacht, das Muster gesucht und bis jetzt noch nicht gefunden...
Sin draufgekommen, daß ich die Verantwortung für meine alkoholkranke Mutter im Dezember ein Stückweit abgeben konnte, da sie seitdem trocken ist. Und genau im Dezember habe ich meinen jetzigen Partner kennengelernt.
Dann kamen wir noch drauf, wie bescheiden ich bin, keine großen Forderungen stelle. immer Rücksicht auf andere.
Und daß ich, wenn mich mal was stört eher schlucke, als gleich den Mund aufzumachen. Da fiel ein interessanter satz: Ich habe Angst, daß das, was ich fühle nicht der Realität entspricht. Da hat sie mich erstmal aufgeklärt, daß Gefühle immer Realität sind. Daß ich ein Recht darauf habe, diese zu fühlen, denn sie kommen ja nicht von ungefähr, daß sie niemals falsch sein können.
Leider bin ich nicht drauf gekommen, von woher ich diese Gedanken hab..
Dann noch, daß ich lange schlucke, aber irgendwann explodiere, wo mir dann alles egal is. Daß ich vorher aus Angst, die ansonsten stimmige, harmonische Beziehung zu zerstören wegen etwas, was vielleicht nicht "wahr" is. Und ob das dann wohl nicht der Fall ist, wenn ich explodiere...hm :mh)
Ob es dann nciht schlimmer is, ob ich dann schon mal wirklich alles zerstört hab, die Menschen sich darauf hin von mir abgewandt haben, nix mehr mit mir zu tun haben wollten.. nö, war nie so. Also, wie um alles in der Welt, komm ich dann drauf, daß wenn ich gleich sag, wenn mir was nicht paßt es so sein wird???
Hab dann gleich ne aktuelle Situation beschrieben. Die werd ich jetzt als Übung nehmen. Hausaufgaben, schön.
Noch was, hab von louise Bücher mitbekommen. Gestern hab ich gleich in eins reingeschaut. Mich traf fast der Schlag. Da war das Thema der Therapiestunde beschrieben und noch ganz schön erklärt, warum man gar nicht anders kann.
Titel des Buches: "Wenn Frauen zu sehr lieben. die heimliche sucht, gebraucht zu werden" von Robin Norwood

Ach, und schmunzeln mußt ich auch mal während der Sitzung. Ihr wißt vielleicht, daß ich recht rege im Thread "Eine Frage an euch Männer" schreibe. Da haben wir ja so einiges über Männer gelernt. Für mich das wichtigste, daß sie sich auf ihren Felsen zurückziehen, wenn se ein Problem haben, um es allein zu lösen. Genau das hat sie angesprochen, auch die Bücher zu dem Thema kennt sie.

:mh) Als ich rausging, war ich leicht frustriert, dachte, da hab ich heute aber keinen großen Schritt vorwärts gemacht..jetzt beim Schreiben fällt mir auf, was für ein Schritt vorwärts das war. Ich glaube nicht an Zufälle, alles geschieht zu seiner zeit.
Ups, wieder lang geworden..
Ich hoffe, daß sich noch Leute melden, die ähnliches durchmachen mußten. Ich kann jedem nur zu einer Therapie raten. Und es ist genau, wie ich´s mir vorgestellt habe, ich lerne viel über mich selbst, meine Gefühle, mein Handeln, mein "Pech" im Leben. Und es tut gut, wenn man mal gesagt bekommt, daß man nicht falsch denkt, fühlt, daß man nciht verrückt ist, daß man einfach so handeln muß aufgrund der Vergangenheit mit den erlebnissen.

Liebe Grüße an alle
Maus

isabell10
05.08.2004, 17:50
hallo maus,

ich bin froh, dass du uns über die Entwicklung der therapie berichtest.

ich bin sicher, es lesen eingie deine Berichte, die noch lange nicht so weit sind wie du. Deine Erfahrungen werden ihnen sicher helfen, den gleichen Weg zu gehen wie du.

Ich lese alles was du schreibst und bin sehr froh, dass die therapie dir jetzt schon etwas geholfen hat, Dich und deine Gefühle etwas besser zu verstehn.

ich wünsche dir viel Glück, Kraft und alles Liebe für deine weiteren Gespräche!


Liebe Grüße

isabell

Maus
05.08.2004, 19:31
Danke ihr lieben. Mehr kann ich heut nicht dazu sagen. is ein sch... Tag, alles bricht grad wieder auf, weil mein blindes Vertrauen aufs Übelste ausgenutzt wurde.

isabell10
05.08.2004, 20:05
maus,

das tut mir leid! wenn du darüber reden willst, dann kannst du das gerne machen. Wann du willst kannst du schreibnen was dich bedrücklt und wir sind da für dich!

liebe Grüße isabell

Maus
05.08.2004, 20:18
Danke.
Immer wenn ich streit habe mit meinem A., so richtig heftigen, bis jetzt zweimal, dann kommt alles hoch. Ich frag mich nur noch, warum tut er mir das an, wo er doch soo viel von mir weiß, hab ich nicht schon genug gelitten in meinem Leben??

Ich hab doch nix getan, bin immer rücksichtsvoll, höflich und versuch niemandem weh zu tun, also warum, warum verd... noch mal kann ein Mann das mir nicht auch entgegenbringen.
Mein A. Wollte vor ca. & wochen Abstand um sich aufs Geschäft zu konzentrieren. O.k., wenn er es braucht, ich akzeptiere. Heute hab ich erfahren, daß er in diesen Wochen eine andere hatte, wohl noch hat. Er sagt, er liebt sie nicht.
Wieder mal hab ich nach langem Zögern einem Mann mein ganzes Vertrauen geschenkt und wurde so bitter enttäuscht.
Und jetzt möcht ich ihm weh tun, mir weh tun, will mich wieder kratzen. Hab´s noch net. Aber all die alten Bilder des Leides kommen hoch, was mir die Männer angetan haben, äußere und innere Schmerzen. Und ich such nach der Erkärung, warum ich das verdient hab. Warum ich das immer wieder mit mir machen lasse.
Und ich sag mir, daß ich einfach dumm und naiv bin, auf der welt, um zu leiden...
Grad hab ich keine Hoffnung, daß sich das jemals ändern wird.

Ich danke dir, wenigstens kann ich jetzt weinen. dachte schon, das geht auch nimmer.

fraufrodo
06.08.2004, 08:51
Liebe Maus...
ich weiss nicht, ob Du jetzt gerade Trost von jemandem wie mir möchtest, aber fühl Dich einfach mal lieb umarmt und lass Dir ganz viele Sonnenstrahlen schicken...
Du bist so eine tolle starke Frau und hast mir und sicher auch vielen anderen hier geholfen - glaub an Dich selbst und lass Dich nicht unterkriegen.

Gruss fraufrodo

Maus
06.08.2004, 09:04
Liebe fraufrodo.
Und ob ich mich freu, dich zu lesen. Jeder is mir willkommen.
Ich danke dir sehr. Das hab ich gebraucht.

Wie meinst du das, ´so jemand wie dir`?
Maus

fraufrodo
06.08.2004, 09:19
Hm, weil ich doch auch eine Affäire hatte und ich dabei auch jemanden verletzt habe, so wie Du jetzt
verletzt wurdest, da dachte ich Du möchtest vielleicht lieber nix von mir hören...

Gruss fraufrodo

Maus
06.08.2004, 09:28
Oh, nein, nein.
Ich unterscheide. Du hast mir persönlich nix getan, im Gegenteil.
Ich schere nicht alle über einen Kamm, sehe immer das detail, du kennst ja meine meinung zu euch.
Außerdem, wenn es bei den beiden Liebe is, oder er mich nimmer mag, dann akzeptiere ich das auch, es ist, was es ist.
Ich geh auch nicht davon aus, daß jeder, der ne affaire hat, ein potenzieller schlechter mensch ist. Es gibt immer Gründe, die sind es, die für mich mehr zählen.

Ich höre sehr gern von dir..

Liebe Grüße
Maus

fraufrodo
06.08.2004, 09:31
Vielen Dank Maus, DAS wiederum tut MIR gut. Irgendwann hält man es auch einfach nicht mehr aus,wenn alles auf eine einhackt... um so schöner ist es auf jemanden wie Dich zu stossen.
Danke.
LG fraufrodo

Maus
02.09.2004, 09:00
Hallo.
Aus gegebenem Anlaß möcht ich hier heute posten.
Meine nächste Therapiestunde ist erst am 15.09.
Wie vielleicht einige wissen, ist in der Zwischenzeit so einiges passiert bei mir..
Ich muß gestehen, daß ich schon an Selbstmord gedacht hab, weil ich nicht mehr wußte, wofür ich das alles mache. Dachte ich doch, alles paßt, habe einen anderen Weg eingeschlagen, auch bei meiner Männerwahl; war ein Trugschluß.
Bin durch die emotionale und psychische Hölle gegangen. Wollte weg, die Klinik wär mir in diesen Momenten mehr als recht gewesen.
Gott sei dank habe ich hier nette, hilfsbereite Menschen kennengelernt, die mir sehr geholfen haben, Gruß;)
Auch habe ich ein Buch bekommen, von dessen Titel ausgehend ich dachte, das betrifft mich nicht wirklich, ich wurde beim Lesen eines besseren belehrt. Habe diese "O-Gott-a-ha-Erlebnisse", das bin ja ich.
Nun, ich werde wohl erst eine glückliche Partnerschaft mit dem "Richtigen" haben können, wenn ich meine Therapie bis zum Schluß durchziehe. Nein, ich gebe nicht auf! Auch wenn ich mir oft gewünscht habe, jetzt zur Therapeutin gehen zu können, sei´s nur, um irgendwelche Pillen zu bekommen. Nicht mal die brauch ich jetzt mehr.
Sich selbst erkennen ist sehr schmerzhaft, wenn die Maske fällt, aber auch ein großes Geschenk.
Durch mein aktuelles Problem hatte ich einen massiven Rückfall von wegen, ich bin nix wert, hab´s net anders verdient. Und immer die Frage nach dem Warum. Und genau das will ich herausfinden und daran arbeiten.
Ist es arrogant, wenn ich von mir sage, daß ich ein guter Mensch bin, ein wertvoller, einzigartiger, der so viel zu geben hat? Darf ich sowas sagen? Von meiner "Stiefoma" wurde ich zur Bescheidenheit erzogen, immer schön das eigene Licht unter den Scheffel stellen. Ich denk mal, deswegen hab ich kein Gefühl dafür, ob und wann man sich selber loben kann/darf. In solchen Fällen untertreibe ich dann, such eher danach, was ich alles nicht kann und weiß anstatt umgekehrt, Und dann fühl ich mich minderwertig, weil ich nicht perfekt bin. Wenn ich ehrlich bin, ich weiß nicht mal, was meine Stärken sind, kenne meine Schwächen besser.

Lg
Maus

fraufrodo
02.09.2004, 11:29
Deine Stärken sind, dass Du sehr sehr lieb bist,
dass Du Verständnis für andere Menschen und deren Probleme hast,
dass Du hilfsbereit bist,
dass Du niemanden verurteilst, sondern Dir den Menschen hinter einer Geschichte anschaust
und ganz bestimmt noch mind. 100.000 Sachen mehr. SO!
Ganz lieben Gruss
fraufrodo

louise
02.09.2004, 22:24
Hallo Maus,

*drück*
Jede Therapie beinhaltet wohl auch durch das" Durchlaufen des geschehenen" Schmerzen. Aber denk dran, wenn du diese Schmerzen hinter dir gelassen hast werden sie nicht mehr kommen. Andersrum würden sie immer wieder da sein.

DU BIST EIN WUNDERVOLLER MENSCH, ein guter, wertvoller, einzigartiger Mensch und ganz tief in dir drin weißt du das, das bist du nämlich wirklich!!!
Ich kann es jedem , aber auch jedem sagen , es ist so!!!

Vergiss diese Schwächen, es sind nicht deine, das sind die anderer menschen mit denen du zu tun hattest in deinem Leben....sie gehören nicht zu dir.

Suche deine Stärken, du hast gaaaaanz viele davon....aber eine nach der anderen, nich dass du übermütig wirst :D

louise

pfalzi
03.09.2004, 00:08
ach Maus!

du hast jedes, aber auch JEDES Recht dazu, dich für einen wertwollen Menschen zu halten!!!!!!!!!!!!!
Red dir bloss nix andres ein!

Pfalzi

Maus
03.09.2004, 18:24
Danke ihr Lieben, vielen, vielen Dank. Ich kann euch das nur zurückgeben, ihr seid wunderbar!
@louise
Was tät ich im Moment ohne dich? Wie immer hast du genau das richtige gesagt, du kennst mich zu gut.

isabell10
03.09.2004, 19:56
hallo maus,

sicherlich darfst und solltest du das sagen über dich! Ein wenig Egoismus ist nötig um mit Problemen fertig zu werden. Lass dir nie von jemanden einreden, dass du weniger wert seist als ein anderer, denn das ist Blödsinn. Du bist eine wunderbare Person und ich wünsche dir für den 15.09 viel Kraft und Erfolg!

liebe Grüße Isabell

KonsisMarie
03.09.2004, 21:23
Hallo liebe Maus!

Heute habe ich mir endlich mal die Zeit genommen mehr von dir zu lesen.
Es macht mich sehr betroffen ...
... und trotzdem findest du noch in dir selbst die Kraft anderen Mut zu machen und andere zu trösten! *dich bewundert* Du bist ein toller Mensch und hast ganz bestimmt viel mehr Stärken als Schwächen!

Ich glaube an dich und dass du es schaffst! Es wird auch wieder bessere Zeiten geben ... und wir alle hier werden dich in diese begleiten!
*dich ganz feste drückt*

Deine Marie

*dir mal FrauFrodos Stärkestrahlen weiterschickt* :sonne)

Maus
09.09.2004, 18:05
Danke, ihr Lieben.

Ich muß diesen thread mal kurz "mißbrauchen", weiß nicht, wo ich es sonst hinschreiben sollte..

Seit nunmehr 8 Wochen hatte ich kein bedürfnis mehr danach, mich selbst zu verletzen, jetzt kommt´s grad wieder. Also schreib ich, was das Zeug hält, dann sind meine Hände und Finger beschäftigt.
Ich weiß auch, woher dieses verlangen kommt, was der Auslöser dafür ist. Pure Angst vor dem, was kommt. Ich mein jetzt nicht auf Bezug Therapie.
Möcht aber hier nicht ins Detail gehen.
Nur soviel, habe mich dazu durchgerungen, mein längst fälliges gespräch einzufordern. Anstoß dazu gab mir mein Hausarzt, der eine Depression bei mir feststellte. Super! Ausgerechnet ich, und das jetzt?
Auf jeden Fall hab ich seit 2 tagen intensive Träume, die mich morgens beim Erwachen erstmal kurz aus der bahn werfen. Pure Angst. Und keinen Plan mehr, was ich tun soll. Angst, die falsche Entscheidung zu treffen, Angst, daß die Wahrheit hören mir zu weh tun wird, Angst vor der zukunft. Fragen, ob ich je fähig sein werde, eine glückliche Partnerschaft zu führen. Angst vor seelischen schmerzen. Ich will keine mehr spüren!
Was mich ein wenig aufbaut ist die tatsache, daß ich nächste Woche zur therapeutin darf. ich hoffe, sie kann mir zumindest sagen, was ich tun kann, wenn diese Ängste zu groß werden.
Ich möcht raus, weglaufen, und doch trau ich mich kaum, meine Wohnung zu verlassen, kann die Kraft nicht aufbringen. Kämpfe mit den Tränen und will aber nicht weinen, weil ich stark bin, außerdem wüßt ich den Grund für die Tränen nicht...
Ziemlich konfus. dabei war ich immer stark, nahm das Leben, wie es kam, wußte, es hat alles seinen Grund und hatte immer die Hoffnung, daß es besser wird. Nichts konnte mich so zerbrechen, daß ich keine Hoffnung mehr hatte. Und aus lauter trotz nahm ich irgendwann die Nase hoch, mein Stolz rührte sich und ich dacht bei mir, nein, ich gebe nicht auf, ihr schafft mich nicht!
Hallo, Stolz, wo bist du grad??
Oh, lang geworden, aber es hat geholfen. Puh.
dankbare Grüße
maus

louise
09.09.2004, 21:54
Hi Liebes,

ich hab dir ne mail zum Thema Angst und Louise Hay geschrieben ...hoffe sie dauert nich wieder 2 tage!

Kopf hoch, dein Stolz is nur grad verdeckt durch deine Angst. Er ist schon noch da.
Schaufel sie beiseite, damit er wieder zu dir durchdringen kann!

*ichdrückdich*
louise

Luci
09.09.2004, 23:30
Hallo... Ich habe nur den zweiten artikel von dir glesen und mir sind gleich tränen gekommen. ich brauche nicht weiter lesen ich fühle den Schmerz. Sorry für die kurze Antwort.

pfalzi
10.09.2004, 00:57
Maus!

Tränen sind immer gut! Lass sie laufen, lass sie zu! frag dich nicht, warum sie kommen! Sie befreien, auch wenn sie weh tun! Ich drück dich ganz fest! Kann dich sehr, sehr gut verstehen, glaub mir! Und: der beste Weg, eine Depression zu behandeln, beginnt damit, zu akzeptieren,d ass sie da ist!!!!!!!!!!!!!!!!!
Buchtipp: Wenn das Leben zur Last wird...von Rolf Merkle..hat mir meine Therapeutin empfohlen...und mir hats sehr geholfen!

Pfalzi, in Gedanken bei dir

sageslaut2002
10.09.2004, 13:25
So, liebe Maus,
spätestens jetzt ist Schluss, quäl dich nicht monatelang so wie ich und mach durch deine " Lähmung " noch alles schlimmer. Ich habe zum Schluss sogar damals meinen Job geschmissen, mir war alles egal, habe mich um nichts mehr gekümmert, wollte nur Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe.
Maus, langsam aber stetig kam in den letzten Monaten meine Kraft wieder, und wozu muss ich sie jetzt verschwenden? Um mich beruflich und finanziell wieder auf die Füsse zu stellen!! Maus, tu dir so etwas nicht an, bitte!
Warte nicht so lange wie ich mit dem aufräumen in deinem Leben, fang jetzt sofort damit an, mach die grosse Grundreinigung, du hast nichts zu verlieren!!!
Du bist blockiert von Hilflosigkeit, Angst vor allem möglichen worüber du normalerweise Lachen würdest, Wertlosigkeit, Fassungslosigkeit, Ohnmacht, Wut!!
Maus, aber auch bei dir wird dein Ex-Freund nur der letzte Rest gewesen sein um dich in diesen Zustand zu versetzen! Fang bei ihm an aufzuräumen und mach bei allen anderen Stück für Stück weiter, egal wie lange es her ist.
Setz dich hin und schreibe jedem dieser Menschen einen Brief in dem du all das rauslässt was du ihnen auch immer zu sagen hast, lass alle Emotionen raus, dass erleichtert unwahrscheinlich, danach schreibst du diese Briefe noch einmal, dieses Mal aber in wohlüberlegten Worten, und die letzteren Briefe schickst du ab! Du ahnst nicht wie erleichternd es wirkt.
Noch etwas, schau einmal in unsere Forums-Bibliothek nach meinen Buchtipp " Ausgebrannt " und hol dir dieses, zudem lies den heutigen Artikel von Shane über Burnout, ich gehe jede Wette mit dir ein, du findest dich genau wie ich mich damals darin wieder.
Komm, Maus, werd wach und leg los, du kannst nichts schlimmer machen als es schon ist!
Lieben, aufmunternden Gruss von sageslaut2002!

Maus
10.09.2004, 21:59
@sages
Ich danke dir. ich glaub, das ist genau der Anpfiff, den ich hören wollte...
Denn du hast recht, genauso ist es. Der Ex war der rest.
Wisst ihr, ich überleg die ganze Zeit nur, ob ich zu blöd bin, weil ja eigentlich alles gesagt ist, indem er eben nichts mehr sagt. Aber tief drinnen will ich aufräumen, wußte nur mal wieder nicht, ob ich ein recht drauf hab.

Sages, das ist eine hervoragende Idee mit den Briefen, das mach ich. Guck auch nach dem Buch, bin ja ne Leseratte *g*

Kleinen Dämpfer hab ich heut bekommen. Hab meiner "besten" Freundin gesagt, daß ich so ne klitzekleine Depression hab. Argh! Die Kommentare dazu hätt´se sich sparen können, nimmt das nicht so ernst.Dabei ist es sehr ernst.
Liebe H.,
so ne Depression is nicht so locker nur weil man keinen körperlichen Schmerz dabei fühlt! Du kennst mich schon so lange, aber ich erkenne dich grad nimmer wieder.
So ne Sprüche wie, ja wenn´s dir jetzt grad gut geht, dann wartest du doch förmlich drauf, daß es dir schlecht geht, und dann geht´s dir natürlich schlecht, sind grad a bisserl fehl am Platz. Geh doch zu unserm Doc und frag nach, wenn du das in frage stellst. Vielleicht glaubst ja ihm, wie schwer so was zu ertragen ist. Und daß man da mit so klugen Sprüchen nciht von alleine rauskommt, ich kenn sie alle, doch wo soll ich die Kraft hernehmen?

Sorry, mußte raus.

Lg
Maus

Maus
19.09.2004, 23:41
Hallo.

So, ich ahb ein paar Tage gebraucht, um zu mir zu finden, Verarbeitung pur.
Habe mich aber wieder gefunden.

Also, zurück zum eigentlichen thema:
Hatte am Mittwoch einen Termin bei meiner Therapeutin und wirklich wahnsinnige Angst, wegen meiner chaotischen beziehungskiste. Gott sei dank kann ich sagen, daß die Angst unbegründet war. Es war ein tolles Gespräch, hätt ich nicht gedacht. Bin mit dem gefühl dahin, daß ich diesmal nicht viel weiterkomme, daß ich ihr nur die Ohren voll heul wegen dem schmerz in meinem herzen. Weit gefehlt.
Erstmal sind die Worte nur so aus mir rausgesprudelt, alles, was in den letzten Wochen zwecks Ex-Freund passiert ist.Im Laufe des gesprächs hab ich neue erkenntnisse erworben. Menschen lügen, aus Angst. Hm, ich nicht. ich hatte nachgefragt, ob es an mir liegt, daß man mich anlügt, obwohl ich das absolut nicht mag, ob es dazu reizt, weil ich selber nicht lüge und dann eben zu vertrauensseelig bin. Aber gut, sie meinte, es liege nicht unbedingt an mir, Menschen sind so. Ich vergesse nur immer auf mein Frühwarnsystem zu hören, und solle in Zukunft dreimal hinschauen.
Dann half sie mir, zu erkennen, daß ich Konfrontationen auf teufel komm raus meide, daß das nicht gut sei, weil ich so meine Grenzen nicht deutlich mache. Es ist normal, daß man die Grenzen anderer berührt, oder auch mal überschreitet, und solange es nicht in böser Absicht geschehe, ist es auch nicht so schlimm, es muß sogar sein, nur so ist eine Kontaktaufnahme möglich. Und ich scheue mich davor, die Grenzen anderer zu verletzen und dränge mich damit selbst gegen die Wand, weil ich Angst habe, Angst, daß ich durch sowas Menschen verliere, die mir was bedeuten.
Über Wut haben wir gesprochen, daß ich mich immer beherrsche, aus Angst in meiner Wut etwas zu sagen, daß ich gar nicht so meine und somit die Menschen wieder verletze und von mir wegscheuche. Da widersprach sie mir. ich habe erkannt, daß in Wut viel Energie steckt...Das beschäftigt mich noch, da blick ich net so durch, was ist nun mit Wut und Zorn??? ich dachte, daß man da was macht oder sagt, was man eigentlich gar net so will??? Oder doch net??

Das Wichtigste aber war dies:
Die Liebe, die ich als Kind nicht erhalten habe, die kann ich nimmer zurückholen, das ist vorbei!! Plums!! Diese erkenntnis tut verdammt weh!!
Und wenn das Kind in mir sich meldet, dann soll ich´s bei der hand nehmen, ihm sagen, daß es schade ist und mir leid tut, daß es sich so ungeliebt gefühlt hat, aber daß ich jetzt für es da bin und alles gut ist.
Ich bin sehr traurig für dieses Kind, es tut mir sooo leid...

Oh, vielleicht noch was praktisches:
Hab ein formular für meinen hausarzt bekommen, jetzt wird offiziell bei der Krankenkasse die Kurzzeittherapie(hieß das so??) beantragt. Bis jetzt waren es ja nur diese Vogespräche.

Noch was: Ich soll mein Recht gegenüber meinem Exfreund einfordern, er muß den Schaden an meinem Auto begleichen, auch wenn ich ihm schon gesagt habe, daß ich das nicht tun werde, etwas von ihm fordern. ich wäre in einer seelischen und emotionalen verfassung gewesen, in der ich eine solche Entscheidung nicht frei treffen habe können. Außerdem hat er mich ja auch belogen! Es fällt mir sehr schwer, das durchzuziehen, weil ich zu meinem Wort stehe, und wenn´s mich umbringt. Aber ich werd´s tun, ein Schritt in ein neues Leben.

Lg
Maus

Luci
21.09.2004, 14:15
Liebe Maus, ich wünsche dir viel Glück ich mache grad das selbe durch wie du. ich war gestern beim psychologen ,ich wusste schon viel doch kam eine neue Erkenntnis die mich sehr verletzt. Nun muss ich weiter zur Verhaltenstherapie wieder alles neu erzählen,wieder irgendwo hingehen in der Hoffnung das einem geholfen wird. Der weg ist unendlich lang. Ich frage mich genauso wie du,warum das alles duchmachen muss,man hat doch nichts gemacht als Kind.Ich habe auch Beziehungsprobleme nur das ich die böse bin die andere verletzt. Auf jeden Fall wünsche ich dir Kraft um das alles duchzustehen.

Maus
21.09.2004, 21:45
@Lucy
Danke für deine Anteilnahme.
Ja, ich kenn das, man denkt, man weiß, warum man beim Psychologen sitz und hofft aus diesem Kreislauf mit seiner Hilfe rauszukommen. Doch je weiter man kommt, um so mehr neues kommt tief aus der Seele zum Vorschein und erschreckt uns, bringt den Schmerz, den wir so tief vergraben haben, wieder mit an die Oberfläche.
Jeder geht anders um mit diesen schlimmen Erfahrungen. Ich denke, da steckt auch noch viel unbewältigte Wut mit drin, deshalb fügen wir Schmerzen zu, entweder uns selber oder andere, die uns lieben und gern haben.

Ich wünsch dir auch viel Kraft, gib nicht auf. Und wenn es dir schlecht geht, ich bin da, verstehe und hör zu.

Maus
07.10.2004, 17:21
Hallo.
Mal wieder Meldung von mir. Hatte ja heute wieder termin bei der Therapeutin. Hab brav meine Anträge abgegeben, und jetzt geht´s richtig los, nächste Woche ist der nächste termin.
War eine interessante Sitzung, hab mal wieder viel gelernt, aber auch viel erkannt.
Angefangen hab ich, daß es mir eigentlich viel zu gut geht, für das, was ich alles hinter mir hab, vor allem auch wegen dem letzten Beziehungsstress.
Dann ahb ich was über Schutzmechanismen gelernt, einige sind natürlich und die braucht man auch, andere wiederum verursachen eine Störung. Und um die herauszufiltern, muß ich zurückgehen, zu den Schmerzen der Vergangenheit.
Wir haben herausgefunden, daß ich ein starker mensch bin, gebildet und intelligent, aber daß ich, wenn ich auf andere Menschen treffe, ich mich ihnen nähere von einer unterwürfigen, demütigen Haltung, ich mich kleiner mache, als ich bin. Wieso? Weil ich ersten immer auf der Suche nach einem Menschen bin, der mich beschützt, und der muß ja stärker sein wie ich, und so erschaffe ich mir eine Illusion, aber die is irgendwann dahin, denn jeder Mensch ist mal schwach, und dann bröckelt mein Bild, die Illusion bekommt Risse. das ist wohl mein hauptsächliches Problem in bezug auf Beziehungen zu Männern.
Auf der anderen seite will ich immer gut sein, ein "Engel", der andere menschen "rettet". Puh. Sie nannte das Größenwahn. Holla, da hab ich schon geschluckt. Kommt daher, daß ich sehr christlich erzogen wurde, und Jesus mir zum vorbild gemacht habe, d.h. daß ich meine, ich leide lieber für andere Menschen, weil ich dachte, ich könne Leid besser ertragen.
Das heißt, ich muß jetzt lernen, das was man als kind eigentlich lernt, zu unterscheiden, was gut für mich ist, und was nicht, lernen, grenzen zu ziehen, keine verantwortung mehr für das Wohl und Glück anderer zu übernehmen in dem übertriebenem Maß, wie ich´s bisher tat.
Und ich darf für eine Woche mein schlechtes gewissen bei ihr lassen, eingesperrt in einer schwarzen schachtel. Denn das bekomm ich sehr schnell, wenn ich eben meine, einmal nicht wie ein "Engel" zu handeln.
Und ich muß mir überlegen wenn ich auf jemandem treffe, was ich eigentlich von demjenigem will, und dann entsprechend handeln, weg mit der Demut, her mit der gesunden Portion Egoismus. Is gar net so einfach.
Es liegt viel Arbeit vor mir, wird nicht immer leicht, und es wird sicherlich Kummer auslösen. Aber ich habe beschlossen, daß ich bereit bin, schließlich will ich ja was ändern. Und bis jetzt geht´s mir gut, das Problem zu erkennen ist schon hilfreich.
Hm, es stehen noch so einige Experimente, wie das mit dem Gewissen an, und ich bin neugierig darauf!

Liebe Grüße an alle, die ähnliches durchgemacht haben, oder noch durchmachen, gebt nicht auf!
Maus