Shirley
01.10.2004, 08:22
Wenn Menschen das kleine Gesicht eines Babys sehen, geht ihnen das Herz auf. Das geht Kindern nicht anders als Erwachsenen. In den USA wurde „Babywatching“ als Präventionsprogramm gegen Aggression entwickelt. Kinder im Vorschulalter bekommen dabei Gelegenheit, regelmäßig eine Mutter mit ihrem Säugling zu beobachten. Die Kinder werden dabei aufgefordert, sich auch Gedanken über die Bedürfnisse des Säuglings und die der Mutter zu machen.
Zum ersten Mal wird Babywatching jetzt auch in Deutschland wissenschaftlich erprobt. In einem Modellversuch am Klinikum der Universität München soll überprüft werden, wie effektiv die Methode ist. Dabei arbeiten die Forscher mit einem Kindergarten in Gilching zusammen, bei dem bereits 25 Jungen und Mädchen wöchentlich eine Mutter und ihren Säugling treffen. Ein Jahr lang kommt Baby Lisa mit Mutter Katrin jeden Mittwoch in den Kreis der Drei- bis Sechsjährigen, wird dabei gestillt, gewickelt und bei Laune gehalten.
„Die Kinder erleben live und hautnah alle Fortschritte des anfangs nur wenige Wochen alten Säuglings, vom Krabbelalter bis hin zu den ersten Schritten“, erläutert Projektleiter Karl-Heinz Brisch, Chef der Abteilung für Pädiatrische Psychosomatik und Psychotherapie. „Sie nehmen auch die Sprach- und Bindungsentwicklung des Säuglings wahr. Wir gehen davon aus, dass die wöchentliche Beobachtung des immer gleichen Babys und seiner Mutter den Kindern im Kindergartenalter entscheidend dabei hilft, Einfühlungsvermögen zu entwickeln, indem sie ihre Wahrnehmung schulen und Gespür für die Motivation und Gefühle anderer entwickeln.“ Studien in den USA hätten bereits gezeigt, dass Kinder auf diesem Weg lernen können, Aggressionen und Wut in eine konstruktive Suche nach gemeinsamen Lösungen zu verwandeln.
Nach einem Jahr Babywatching ist Lisas Gastspiel beendet, danach kommt ein neues Baby, das dann von einer zweiten Kindergruppe im selben Kindergarten beim Größerwerden begleitet wird. Diese Kontrollgruppe hatte bisher keinen Babykontakt. Nach insgesamt zwei Jahren wird also feststehen, ob sich Veränderungen im Sozialverhalten der Kinder bemerkbar machen. „Ist dies der Fall, werden wir uns dafür stark machen, dass das Babywatching ins Standardprogramm deutscher Kindergärten aufgenommen wird“, sagt Brisch.
Quelle: idw / gelesen bei Psychologie Heute
Zum ersten Mal wird Babywatching jetzt auch in Deutschland wissenschaftlich erprobt. In einem Modellversuch am Klinikum der Universität München soll überprüft werden, wie effektiv die Methode ist. Dabei arbeiten die Forscher mit einem Kindergarten in Gilching zusammen, bei dem bereits 25 Jungen und Mädchen wöchentlich eine Mutter und ihren Säugling treffen. Ein Jahr lang kommt Baby Lisa mit Mutter Katrin jeden Mittwoch in den Kreis der Drei- bis Sechsjährigen, wird dabei gestillt, gewickelt und bei Laune gehalten.
„Die Kinder erleben live und hautnah alle Fortschritte des anfangs nur wenige Wochen alten Säuglings, vom Krabbelalter bis hin zu den ersten Schritten“, erläutert Projektleiter Karl-Heinz Brisch, Chef der Abteilung für Pädiatrische Psychosomatik und Psychotherapie. „Sie nehmen auch die Sprach- und Bindungsentwicklung des Säuglings wahr. Wir gehen davon aus, dass die wöchentliche Beobachtung des immer gleichen Babys und seiner Mutter den Kindern im Kindergartenalter entscheidend dabei hilft, Einfühlungsvermögen zu entwickeln, indem sie ihre Wahrnehmung schulen und Gespür für die Motivation und Gefühle anderer entwickeln.“ Studien in den USA hätten bereits gezeigt, dass Kinder auf diesem Weg lernen können, Aggressionen und Wut in eine konstruktive Suche nach gemeinsamen Lösungen zu verwandeln.
Nach einem Jahr Babywatching ist Lisas Gastspiel beendet, danach kommt ein neues Baby, das dann von einer zweiten Kindergruppe im selben Kindergarten beim Größerwerden begleitet wird. Diese Kontrollgruppe hatte bisher keinen Babykontakt. Nach insgesamt zwei Jahren wird also feststehen, ob sich Veränderungen im Sozialverhalten der Kinder bemerkbar machen. „Ist dies der Fall, werden wir uns dafür stark machen, dass das Babywatching ins Standardprogramm deutscher Kindergärten aufgenommen wird“, sagt Brisch.
Quelle: idw / gelesen bei Psychologie Heute