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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Übergewicht bei Kindern erhöht Bulimie-Risiko



Shirley
25.10.2004, 09:46
Übergewichtige Kinder, die zu viel essen und dabei wenig wählerisch sind, entwickeln als Erwachsene wahrscheinlicher eine Bulimie.

Dies konnten jetzt Nadia Micali und ihre Kollegen vom King’s College in London zeigen. Sie befragten die Mütter von 154 zweieiigen Zwillingsschwestern, von denen eine der beiden eine Essstörung entwickelte, nach den Essgewohnheiten ihrer Töchter in der Kindheit.

Die Ergebnisse wurden im September auf der Konferenz des Royal College of Psychiatrists in Edinburgh vorgestellt: Die Schwestern mit Bulimie waren als Kinder signifikant übergewichtiger, weniger pingelig bei der Auswahl der Speisen und aßen mehr, verglichen mit dem gesunden Zwilling. Die Forscher vermuten, ein derart „ungehemmter“ Essensstil könne ein individueller Risikofaktor für Bulimie sein. Wählerisches Essverhalten erwies sich hingegen als Schutzfaktor vor dieser Erkrankung.

Kennzeichen der Bulimie (Bulimia Nervosa) sind unter anderem:

- Fressattacken, bei denen große Nahrungsmengen vertilgt werden und die Betroffenen das Gefühl haben, dies nicht kontrollieren zu können, sowie

- unangemessene gewichtsregulierende Maßnahmen, etwa selbst herbeigeführtes Erbrechen, der Missbrauch von Abführmitteln oder übermäßige körperliche Betätigung.

Etwa drei Prozent der Frauen sind von einer Bulimie betroffen. Die Erkrankung beginnt häufig in der späten Adoleszenz oder im frühen Erwachsenenalter.

Deanne Jade, Direktorin des National Centre for Eating Disorders, erklärt, wie übergewichtige Kinder eine Bulimie entwickeln: „Ein übergewichtiges Kind ist häufig Hänseleien ausgesetzt und wird sehr sensibel in Bezug auf seinen Körper.“ Als Konsequenz neigten die Korpulenten viel eher dazu, eine Diät zu machen, die der größte Risikofaktor für eine Bulimie sei: „Diäten verändern die Beziehung zum Essen und erzeugen Begierden, die zu Essgelagen führen können.“
Quelle: psychologie Heute