almac
22.08.2003, 09:43
13 Stunden Verhandlungen,
Gesundheitsreform perfekt
Der Weg für die Gesundheitsreform ist frei: In der Nacht einigten sich Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) und Unions-Verhandlungsführer Horst Seehofer (CSU). Nach 13 Stunden Verhandlungsmarathon steht die Reform. Schmidt: „Ein Gesetz, mit dem wir uns sehen lassen können. “ Seehofer: „Das Werk ist vollendet.“
Zahnersatz, Krankengeld, Kassenbeitrag – alle Vorschläge sind mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und CDU-Chefin Angela Merkel abgesprochen. Damit steht dem Gesetz nun nichts mehr im Weg.
Was kommt jetzt auf die Versicherten zu? Die wichtigsten Punkte der Reform (435 Seiten stark):
• Der Zahnersatz wird ab 2005 aus den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen gestrichen. Die Kassen sollen aber eine Zusatzpolice bieten. Zu einem Festbetrag, der nicht vom Einkommen abhängt, kann dann jeder sein Gebiss versichern. Die Familie des Beitragszahlers ist gratis mitversichert. Auch die Privaten Krankenversicherungen werden eine solche Zahn-Policen anbieten. Die darf auch abschließen, wer ansonsten gesetzlich versichert ist. So soll ein fairer Wettbewerb möglich sein.
Ihr Krankengeld sollen die Versicherten bereits ab 1. Januar 2006 allein finanzieren – ein Jahr früher als bisher geplant. Ziel ist es, so schnell wie möglich die Lohnnebenkosten zu senken. Der Sonderbeitrag für das Krankengeld soll 0,6 Beitragspunkte betragen.
Der durchschnittliche Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung soll von derzeit 14,4 auf 13,6 Prozent des Brutto-Einkommens im kommenden Jahr gesenkt werden. 2006 soll der Beitrag auf 12,15 Prozent fallen. Allerdings kommen dazu die neuen Beiträge für Zahnersatz und Krankengeld. Schmidt und Seehofer meinen aber, dass die Versicherten unterm Strich trotzdem sparen.
Beim Arztbesuch sollen wir künftig eine Praxisgebühr zahlen, in der Apotheke wird die Zuzahlung für Medikamente neu geregelt. Schmidt und Seehofer sprechen in beiden Fällen von durchschnittlich zehn Euro.
Nach Ansicht von Schmidt und Seehofer stellt das geplante Gesetz sicher, dass die Krankenkassen auch die geforderten Beitragssenkungen umsetzen. 2004 könnten die Kassen bereits drei Milliarden Euro zum Schuldenabbau nutzen. Das enorme Defizit soll nach vier Jahren abgebaut sein, so hatten es Regierung und Opposition am 21. Juli beschlossen.
Wie geht es jetzt weiter?
In der kommenden Woche stimmen die Fraktionen von Rot-Grün und CDU/CSU über das Konzept ab. Sie sollen dann einen Gesetzentwurf beschließen und den Anfang September in den Bundestag zur endgültigen Abstimmung einbringen. Ende September müsste noch der Bundesrat zustimmen, damit das neue Gesundheitsgesetz ab Januar 2004 gelten kann.
Unterdessen fordern Politiker von SPD und Grünen, Rentner stärker an der Krankenversicherung zu beteiligen. Derzeit liege deren Beitragshöhe weit unter dem, was die Kassen an Leistungen zahlen müssen.
Grünen-Fraktionsvize Thea Dückert schlägt einen Solidaritätsbeitrag vor. Der Tageszeitung „Die Welt“ sagte sie: „Der Ansatz ist vernünftig. Durch den Rentner-Soli lässt sich der Beitragssatz für alle senken.“ Rainer Wend (SPD), Vorsitzender des Bundesausschusses für Wirtschaft und Arbeit: „Ein Weg, die Beiträge zu stabilisieren und die aktuell arbeitende Generation zu entlasten.“ (kn)
Quelle : www.bild.de
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Was haltet ihr von dieser Gesundheitsreform?
Also ich nicht viel, trotz senkender Krankenkassebeiträge, werden wir mehr zahlen müssen für unsere Gesundheit (meine Meinung)!
Gesundheitsreform perfekt
Der Weg für die Gesundheitsreform ist frei: In der Nacht einigten sich Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) und Unions-Verhandlungsführer Horst Seehofer (CSU). Nach 13 Stunden Verhandlungsmarathon steht die Reform. Schmidt: „Ein Gesetz, mit dem wir uns sehen lassen können. “ Seehofer: „Das Werk ist vollendet.“
Zahnersatz, Krankengeld, Kassenbeitrag – alle Vorschläge sind mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und CDU-Chefin Angela Merkel abgesprochen. Damit steht dem Gesetz nun nichts mehr im Weg.
Was kommt jetzt auf die Versicherten zu? Die wichtigsten Punkte der Reform (435 Seiten stark):
• Der Zahnersatz wird ab 2005 aus den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen gestrichen. Die Kassen sollen aber eine Zusatzpolice bieten. Zu einem Festbetrag, der nicht vom Einkommen abhängt, kann dann jeder sein Gebiss versichern. Die Familie des Beitragszahlers ist gratis mitversichert. Auch die Privaten Krankenversicherungen werden eine solche Zahn-Policen anbieten. Die darf auch abschließen, wer ansonsten gesetzlich versichert ist. So soll ein fairer Wettbewerb möglich sein.
Ihr Krankengeld sollen die Versicherten bereits ab 1. Januar 2006 allein finanzieren – ein Jahr früher als bisher geplant. Ziel ist es, so schnell wie möglich die Lohnnebenkosten zu senken. Der Sonderbeitrag für das Krankengeld soll 0,6 Beitragspunkte betragen.
Der durchschnittliche Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung soll von derzeit 14,4 auf 13,6 Prozent des Brutto-Einkommens im kommenden Jahr gesenkt werden. 2006 soll der Beitrag auf 12,15 Prozent fallen. Allerdings kommen dazu die neuen Beiträge für Zahnersatz und Krankengeld. Schmidt und Seehofer meinen aber, dass die Versicherten unterm Strich trotzdem sparen.
Beim Arztbesuch sollen wir künftig eine Praxisgebühr zahlen, in der Apotheke wird die Zuzahlung für Medikamente neu geregelt. Schmidt und Seehofer sprechen in beiden Fällen von durchschnittlich zehn Euro.
Nach Ansicht von Schmidt und Seehofer stellt das geplante Gesetz sicher, dass die Krankenkassen auch die geforderten Beitragssenkungen umsetzen. 2004 könnten die Kassen bereits drei Milliarden Euro zum Schuldenabbau nutzen. Das enorme Defizit soll nach vier Jahren abgebaut sein, so hatten es Regierung und Opposition am 21. Juli beschlossen.
Wie geht es jetzt weiter?
In der kommenden Woche stimmen die Fraktionen von Rot-Grün und CDU/CSU über das Konzept ab. Sie sollen dann einen Gesetzentwurf beschließen und den Anfang September in den Bundestag zur endgültigen Abstimmung einbringen. Ende September müsste noch der Bundesrat zustimmen, damit das neue Gesundheitsgesetz ab Januar 2004 gelten kann.
Unterdessen fordern Politiker von SPD und Grünen, Rentner stärker an der Krankenversicherung zu beteiligen. Derzeit liege deren Beitragshöhe weit unter dem, was die Kassen an Leistungen zahlen müssen.
Grünen-Fraktionsvize Thea Dückert schlägt einen Solidaritätsbeitrag vor. Der Tageszeitung „Die Welt“ sagte sie: „Der Ansatz ist vernünftig. Durch den Rentner-Soli lässt sich der Beitragssatz für alle senken.“ Rainer Wend (SPD), Vorsitzender des Bundesausschusses für Wirtschaft und Arbeit: „Ein Weg, die Beiträge zu stabilisieren und die aktuell arbeitende Generation zu entlasten.“ (kn)
Quelle : www.bild.de
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Was haltet ihr von dieser Gesundheitsreform?
Also ich nicht viel, trotz senkender Krankenkassebeiträge, werden wir mehr zahlen müssen für unsere Gesundheit (meine Meinung)!