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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kommerz, Sellout, Trend, Abgrenzung



XJustinSaneX
18.02.2005, 17:52
Dann eröffne ich mal einen Thread zum zweiten Diskurs, den es im "Nu Pagadi"-Thread gab (für was der nicht alles gut sein kann *g*).

Und zwar möchte ich diesen Thread dem Thema Kommerz, Sellout bzw. Ausverkauf, Trend und Abgrenzung widmen.

Woher kommt das Phänomen, dass man sich unbedingt von jemandem abgrenzen möchte, der sich wiederum selbst abgrenzt und man das Ganze somit ad absurdum führt, da man letzten Endes doch wieder "normal" aussieht, nachdem man sich vom Abgegrenzten abgegrenzt hat?

Wieso ist es heutzutage so populär zu sagen "ich laufe nicht jedem Trend hinterher" und sich dann von diesem Trend abzuwenden, womit man dann wiederum zu der Mehrheit der Leute gehört, die dies ebenfalls tun und man sich so selbst einem anderen Trend anschließt?

Weswegen ist es böse, wenn Musik plötzlich "Kommerz" ist? Soll man auf seine Lieblingsmusik verzichten nur weil nun mehrere Menschen diese Musik hören? Wieso muss man seine Lieblingsband immer als sein Eigentum ansehen, die ja so zu handeln haben, dass man nur selbst in den Genuß ihrer Musik kommt? Was haben Leute dagegen, wenn Bands nun endlich Geld mit ihrer Musik verdienen können, weil sie ein paar tausend Platten mehr verkaufen? Warum ist man automatisch ein "Sellout", wenn die Musik eine breitere Hörerschicht anspricht?


Diese ganzen Fragen begegnen mir Tag für Tag und mich würde interessieren, weswegen so viele Menschen genau so denken.

->Maya<-
18.02.2005, 18:35
also die abgrenzung (is jetz denke ma optisch gemeint) is für mich wichtig, weil ich nich in so ne schublade gehören möchte... hört sich jetz fies an aber sowas wie die hip hopper die dann alle mit so hip hop klamotten rumlaufen usw... ich denke mir sieht man wenig an was für musik ich höre, was nich heißt dass es schlecht ist, wenn man das tut... ich möchte einfach keine nachmacherin sein, also z.b. alle klamotten kaufen die so im stil sind wie die von jemand anders... ich geh in nem laden und kauf das, was mir gefällt...
auf meine musik würd ich nie verzichten weil viele andere sie hören... ich hör das was mir gefällt...


Was haben Leute dagegen, wenn Bands nun endlich Geld mit ihrer Musik verdienen können, weil sie ein paar tausend Platten mehr verkaufen?
meinst du das jetz auf die casting bands bezogen?
also bei solchen bands vermisse ich wie manuel auch schon gesagt hab die anstrengung... einfach dieses klein anfangen... außerdem spielen sie nur die musik die die leute hören wollen (wie schon gesagt) außerdem sind in so ner band lauter leute die sich vorher ned gekannt haben... sowas find ich blöd... die können sich unternander doch bestimmt ned so toll leiden... es ist schöner, wenn man die freundschaft in der band spürt... naja... hoff ihr versteht so n bissl was ich mein :D
lg maya

XJustinSaneX
18.02.2005, 18:51
Original von ->Maya<-
also die abgrenzung (is jetz denke ma optisch gemeint) is für mich wichtig, weil ich nich in so ne schublade gehören möchte... hört sich jetz fies an aber sowas wie die hip hopper die dann alle mit so hip hop klamotten rumlaufen usw... ich denke mir sieht man wenig an was für musik ich höre, was nich heißt dass es schlecht ist, wenn man das tut... ich möchte einfach keine nachmacherin sein, also z.b. alle klamotten kaufen die so im stil sind wie die von jemand anders... ich geh in nem laden und kauf das, was mir gefällt...
auf meine musik würd ich nie verzichten weil viele andere sie hören... ich hör das was mir gefällt...

Aber merkst du denn nicht, dass du nicht die einzige bist, die so denkt? Frage mal auf der Straße herum, ob jemand gern jedem Trend hinterher rennt, den er gerade so findet oder ob er ach so abgrenzend und individuell sein will. Wohl so gut wie alle werden dir zweiteres antworten.
Es gibt es sehr viele Menschen, die genauso wie du in keine Schublade gesteckt werden wollen und sich schon allein dadurch in die Schublade "will in keine Schublade gesteckt werden" selbst hineinmanövrieren.
Es ist schlichtweg unmöglich, seinen eigenen Stil zu haben, da es ein paar Millionen Menschen auf der Welt gibt, die genau das auch haben wollen und du dementsprechend ihren Stil annimmst (oder sie deinen, je nach Sichtweise).
Du bist nicht die Erste, die diese Idee hatte und du wirst auch bestimmt nicht die Letzte sein.
Ich hab' nichts gegen Leute, die "anders" sein wollen, aber hört doch bitte damit auf zu denken, dass ihr dadurch nicht selbst Teil des größten Trends überhaupt seid.


meinst du das jetz auf die casting bands bezogen?
also bei solchen bands vermisse ich wie manuel auch schon gesagt hab die anstrengung... einfach dieses klein anfangen... außerdem spielen sie nur die musik die die leute hören wollen (wie schon gesagt) außerdem sind in so ner band lauter leute die sich vorher ned gekannt haben... sowas find ich blöd... die können sich unternander doch bestimmt ned so toll leiden... es ist schöner, wenn man die freundschaft in der band spürt... naja... hoff ihr versteht so n bissl was ich mein :D
lg maya

Nein, darum geht es nicht (und ich will auch nicht, dass die Diskussion in diesen Bereich abdriftet). Es geht um Bands, die früher mal weniger bekannt war und dann nach und nach immer erfolgreicher wurden und die "Fans der ersten Stunde" es nicht wahrhaben können, dass "ihre" Band nun Erfolg hat und dass sie sie nicht mehr für sich allein haben.

Kirri
18.02.2005, 20:53
So, da ich ja genauso denke wie Justin, mein Statement zu dem Chucksproblem.

Ich selber laufe als Schwarze ja auch etwas anders rum, und wie wir ja alle wissen, ist es derzeit trend, unheimlich evil u8nd böse und vor allem gruftig zu wirken.
Was mache ich: Gar nichts. ich laufe weiterhin so rum, denn für mich ist das schwarzsein wichtig, hat eine Bedeutung, und die lasse ich mir von irgendwelchen Claudy666s nicht nehmen. ich mag mich dann evtl nicht ganz so extrem von der Masse abheben, wobei ich ja immer noch meinen eigenen Stil habe, im Gegensatz zuvielen verkleideten Püppchen da draussen. Im Ernst, nen Barockrock und ne Korsage machen einen nur zu Gräfin Dracula, wenn der Rest auch stimmt.
Und mit der Kaufentscheidung hat man ja auch seine eigene Persönlichkeit schon mitreinfliessen lassen.

ich meine, wenn ich echt nun aufhören würde, Oomph oder ähnliches zu hören, wo bleibt dann mein geschmack? Auf der Strecke, denn gerade dann lasse ich mich von anderen beeinflussen. Ich höre trotzdem weiterhin die alten Oomph-Sachen, die sonst keiner kennt =)

Aber mein Standpunkt ist glaube ich erstmal klargeworden. Für weitere Diskussionen bin ich offen, hatten gerade erst wieder im Gruftiforum das Problem, dass einige nun kein Nightwish mehr hören, und wegen dem Trend regen sich ja auch immer wieder alle auf. Und ich bin eh nicht individuell, solange ich mich schwarz wie alle anderen anziehe, nur mal so als Denkanstoss...

EDIT: Habe gerade in dem anderen Thread gelesen, dass sie unbequem sind. Also ich habe auch schon seit zig Jahren Chucks, sind schon schön eingerissen *fg*, und die muss man halt hinten erst etwas einlaufen, wenn die Blasen einmal weg sind, dann dürften sie eigentlich an der Ferse nicht mehr so scheuern.

Thylia
18.02.2005, 22:57
Original von XJustinSaneX
Woher kommt das Phänomen, dass man sich unbedingt von jemandem abgrenzen möchte, der sich wiederum selbst abgrenzt und man das Ganze somit ad absurdum führt, da man letzten Endes doch wieder "normal" aussieht, nachdem man sich vom Abgegrenzten abgegrenzt hat?

Großartig, Justin! :daumen)

Diese Frage stellte ich mir schon, als seinerzeit die Techno-Bewegung aus allen Löchern und Ritzen quoll. Plötzlich wollten alle total hip und bunt und aufgedreht und vor allen Dingen anders als die Spiesser sein, die soooo langweilig und farblos durchs Leben ziehen. INDIVIDUALISMUS wurde groß geschrieben, jeder einzelne zählt und so. Aber dass sie alle in ihrem Anderssein trotzdem uniformiert waren, wollte keiner sehen.
Und so wurde am Samstag abend nach 20 Uhr aus Stefanie, Zahnarzthelferin aus Wanneeickel, die total schräge und tuffige Samantha, die in Blumen-BH und Röckchen Marke breiter Gürtel die Kuh fliegen liess.

Das gleiche ist jetzt mit den Goths, Nu-Metallern und weiss der Geier, wie sie sich alle nennen. In ihrem ständigen Bestreben, anders als der Rest der Welt zu sein, sind sie doch wieder nur ein Teil einer sich selbst Subkultur nennenden Gemeinschaft, die aber mit Sub soviel zu tun hat wie ich mit Kranführen - nichts.

Im Übrigen ist das alles ja auch gar nicht neu. Die Techno-Bewegung war nichts anderes als eine Wiederholung der Hippiezeit (höre Musik, die andere schrecklich finden, finde Krieg und Gewalt ganz schlimm, nimm Drogen und f*** alles, was bei drei nicht auf dem Baum ist); sowie der jetzige "böse" Trend nichts weiter ist als eine Wiederholung der Wave-Generation aus den 80ern. Ich suche zwar noch vergebens nach Röhrenjeans, Batik-Shirts und Cowboy-Stiefeln, aber ich bin sicher, dass spätestens in zwei Jahren auch dieser Trend sich wiederholt. Und auch dann wird es wieder Leute geben, die dieser Modeerscheinung hinterherlaufen und sich hip und abgegrenzt und anders fühlen, obwohl sie Eintopf von vor 20 Jahren aufwärmen. Aber gut - einem jedem, was er will.

Letztlich aber zeugt es für mich von einem schwachen Ego, wenn man sich ausschließlich über seine Kleidung und seinen Musikgeschmack definieren lässt. Das ist einfach und oberflächlich. Schau mich an und Du weisst wer ich bin? Nicht mit mir.
Ich trage gerne schwarze Kleidung. Nicht, weil ich damit böse rüberkomme oder mich einer Gruppe zugehörig zeigen will, deren tieferer Sinn mir gar nicht bewusst ist, sondern weil schwarz eine geile Un-Farbe ist, die man zu allem und jedem Anlass tragen kann. Weil es einen schlanken Fuß macht und ich mich drin wohlfühle. Über meine Einstellung sagt das nichts aus.

Da fällt mir eine lustige kleine Begebenheit ein: In meinem ersten Jahr bei der Firma, für die ich arbeite, gab es eine Karnevalsfeier in der Kantine. Ich wollte halt mal sehen, was da so geht, hab mich in eine Mittelalter-Gewandung geworfen, weil ich die aus Band-Zeiten noch hatte und hab mich unters Volk gemischt. Es dauerte nur wenige Minuten, bis mich jemand mit schwarzem Umhang ansprach und in konspirativem Flüsterton meinte : "Ich wusste sofort, dass Du auch zur Szene gehörst, als ich Deine Klamotten gesehen hab!" HÄH??? Was für ne Szene? "Naja, so Mid-Age und Gruft und Goth und so!" Ahja...

Na gut, ich hab mal für drei Monate Mittelalter-Mucke gemacht, hab mich für die Auftritte dann auch entsprechend angezogen und bin zu den Märkten gefahren. Aber zur "Szene" gehört da schon ein bisschen mehr. Ein bisschen, das ich in mir nicht gefunden habe und deshalb das ganze lieber aus der Zuschauer-Perspektive erlebe. Ich mag die Musik und auch die Markt-Atmosphäre, ein Teil meiner Familie ist mittendrin statt nur dabei und macht sich in der Szene einen super Namen als Band. Aber trotzdem hab ich nichts damit zu tun, weil ich mich damit nicht identifieren kann.


Zur Kommerzwerdung der "Sub"-Bands:

Ich finde es traurig, wenn Leute sich FAN nennen, solange eine Band sich den Arsch wundspielt, um wenigstens 30 Leute in einen Raum zu kriegen (wovon dann noch 15 auf der Gästeliste stehen und keinen Eintritt zahlen, so dass die Band nach Kostenabzug für null Nüsse spielen muss - Manuel wird wissen, wovon ich rede), aber dann nicht mehr Fan ist, sobald der Bandname auf MTV genannt wird. Diese Musiker machen ihren Job, liebe Leute. Sie sind nicht dazu da, irgendwem das Gefühl zu geben, einer elitären Untergrundminderheit anzugehören. Sie sind dazu da, ihre Message zu transportieren. Und das funktioniert eben nur, wenn es eine breite Masse auch hört. Ich kann nicht erwarten, dass mich jemand versteht, wenn ich mich nur im Keller verstecke und keiner wissen darf, was ich denke.

Ich weiss gar nicht mehr, wieviele Leute sich im Oomph-Forum darüber aufgeregt haben, weil die Jungs plötzlich bei Top of the Pops und der Chart-Show aufgetreten sind. Herrje, das ist ihr verdammter Job. Sie sind Musiker und leben davon, das sind eben keine Freizeit-Rocker, die von Montags bis Freitags bei Aldi die Regale einräumen und nur am Wochenende und nach Feierabend die Sau rauslassen. Wenn ich ein wahrer Fan bin, dann freue ich mich für die Jungs und Mädels, die jahrelang dafür arbeiten, endlich von einem großen Publikum wahrgenommen zu werden. Gerade heute, wo Casting-Bands von heute auf morgen auf Platz 1 der Charts sind, ohne sich dafür jahrelang den A*** aufzureissen.

Ich könnte noch stunden darüber schreiben, aber letztlich wird es nichts ändern. Jeder soll leben und leben lassen, dann ist die Welt doch in Ordnung.

Thylia

->Maya<-
19.02.2005, 11:28
:D
also ich denk ja garned dass ich allein so rumlauf oder dass allein so denk :) ich sag nur dasses bei mir so is halt, und ich bin damit zufrieden... klar lauf ich auch trends hinterher nur meinte ich mit den schubladen dass ich in mehrere gehör, weil ich manchmal öko rumlauf und manchmal eher gothic und manchmal total normal und manchmal wie so ne blonde zicke *lol* :D und dass mach ich weils mir spaß macht und weil ich es für mich langweilig finde immer gleich auszusehn... ich liebe es einfach meinen kleiderschrank zu durchwühlen und mich zu "verkleiden"... aber halt schon so dass ich immer noch ich bin... also ich find 2 bands aus unsrer umgebung richtig gut, die spielen mittlerweile schon in ganz deutschland auf irgendwelchen gigs... halt immer mit andren bands zusamm und eigentlich niemand kennt ihren namen... aber sie haben langsam mehr erfolg und dass find ich irgendwie spannend wenn man das sieht wie sie sich abrackern und auch was dafür bekommen... ich spiel auch in ner band (e-gitarre)... spieln noch ned lang und hatten erst 1 auftritt aber ich find dass ganz schön hammer was das für arbeit is überhaupt ein lied selbst zu schreiben! da hab ich ech respekt vor leuten die ihre musik selber schreiben und deswegen find ich es halt ned toll wenn z.b. casting bands ihre songs ned selbst schreiben weil dass ja irgendwie das schwerste is... weil singen usw. können viele gut!
naja... lg *knuddl* maya :)

Kirri
19.02.2005, 13:39
Zu Thylias Beitrag empfehle ich Roland Barthes, denn laut ihm ist eine gewisse Uniformierung in Sub- und Gegenkulturen notwendig, da sie symbolische Zeichen verwenden.
Selbst die Hippies waren uniform, in gewisser Hinsicht. Hip Hopper und ihre Baggies haben eine soziale Bedeutung, das schwarz bei Grufties hat auch einen Sinn, das weiss dort auch (wobei hier eher von einer Gegenkultur die Rede sein kann), und es ist quasi ein Spiel mit verschiedenen Symboliken; viele Subkulturen, wie ich auch schon die Fetish/SM-Szene nannte, haben ihre Symbole.

Inwiefern man nun diese verwendet, sei jedem selbst überlassen.

Aber wie ich auch schon sagte, so macht allein die Symbolik das Herz nicht aus; ich frage michn sowieso, wieviele die Bedeutung eines Pentagrammes wissen, mal als Beispiel...

Und zur Musik kann ich nur erneut sagen: Wenn die Musik qualitativ bleibt, dann sollen die auftreten, wo die wollen (bzw die Plattenfirma will). Bei mir ist es aber so, dass ich beobachtet habe, dass die Musik oft drunter leidet, wenn eine Band nach 15 Jahren dann mal weiter oben in den Charts ist (im Falle von oomph). Mir gefallen die alten EBM-Sachen halt besser, und kann mich nicht so mit den neuen Sachen anfreunden; und es gibt haufenweise Bands, deren Musik ein wenig mehr lasch wird, wenn sie vermarktet werden soll. Sicherlich erlaube ich denen, Geld zu verdienen.

Interessant auch, wie ein oomph - Auftritt bei TOTP ausschaut und auf nem Gothic-Festival, die Unterschiede sind gewaltig. Ich habe Oomph mittlerweile 2x gesehen, und nie sahen sie sonderlich gruftig aus, aber im Fernsehen immer, hihi :D Aber sicherlich, weil man es erwartet, und wir sie für die Eigenironie so lieb haben. Nun denn....

Manuel
20.02.2005, 19:19
und sich schon allein dadurch in die Schublade "will in keine Schublade gesteckt werden" selbst hineinmanövrieren.

Oh Mann, oh mann du sprichst mir aus dem Herz. Manchmal denke ich wirklich lange darüber nach um nun wirklich verständlich auszudrücken was ich im Bezug auf Kommerz, Sellout usw. denke - du hast es einfach perfekt getroffen!

Das soll jetzt nicht gegen irgendjemand bestimmten gerichtet sein, aber wenn ich ganz ehrlich bin dann wird mir kotzübel wenn mir Jugendliche oder auch Erwachsene über "Individualität" erzählen. Wenn ich recht darüber nachdenke dann kommt das eigentlich ziemlich oft vor. Das ist genau so wie manche Menschen den ganzen lieben langen Tag "Toleranz" predigen und sich einige Minuten später über alles und jeden aufregen, aber ich weiche vom Thema ab - Sorry!


Ich finde es traurig, wenn Leute sich FAN nennen, solange eine Band sich den Arsch wundspielt, um wenigstens 30 Leute in einen Raum zu kriegen (wovon dann noch 15 auf der Gästeliste stehen und keinen Eintritt zahlen, so dass die Band nach Kostenabzug für null Nüsse spielen muss - Manuel wird wissen, wovon ich rede), aber dann nicht mehr Fan ist, sobald der Bandname auf MTV genannt wird. Diese Musiker machen ihren Job, liebe Leute. Sie sind nicht dazu da, irgendwem das Gefühl zu geben, einer elitären Untergrundminderheit anzugehören. Sie sind dazu da, ihre Message zu transportieren. Und das funktioniert eben nur, wenn es eine breite Masse auch hört. Ich kann nicht erwarten, dass mich jemand versteht, wenn ich mich nur im Keller verstecke und keiner wissen darf, was ich denke.

Hi Thylia,

du sprichst mir aus der Seele. Ich reiß mir wortwörtlich den A... auf (jetzt auch selbst als Organisator und Veranstalter) dafür, dass der "metallischen Szene" in Tirol und Umgebung mehr Rückhalt geboten wird, um in größeren Locations zu spielen und da gibt`s doch tatsächlicher immer wieder "Fans", die sich darüber aufregen. Ich bin froh, wenn auf unsere Konzerte 50 Leute kommen, reiß mir fast jeden Tag den A... mit Gitarre spielen auf, um besser zu werden und andere Bands wissen nicht mal wie man "Rock" schreibt.


und es gibt haufenweise Bands, deren Musik ein wenig mehr lasch wird, wenn sie vermarktet werden soll. Sicherlich erlaube ich denen, Geld zu verdienen.

Von Stilistik zu Stilisitik verschieden, aber in Bereichen, in denen Oomph! bereits mitmischt wird den Bands von Labels&Co. ein Konzept auferlegt, also hörst du eigentlich auch keine "selbstgeschriebene" Musik mehr - da würde sich so manch einer wundern wie´s im Musikgeschäft wirklich aussieht. Metal ist schon lange kein Metal mehr und Gothic ebenso wenig ...

Nur soviel zum Thema ...

Manuel