XJustinSaneX
11.09.2003, 10:01
Lindh stirbt an Attentatsfolgen
Operationen konnten schwedische Außenministerin nicht retten
Die schwedische Außenministerin Anna Lindh ist am Donnerstag an den Folgen des Messer-Attentats vom Vortag gestorben. Das bestätigte der schwedische Ministerpräsident Göran Persson.
"Ich habe die traurige Nachricht erhalten, dass die schwedische Außenministerin um 5.29 Uhr an diesem Morgen ihren Verletzungen erlegen ist", sagte Persson, der seine Erklärung bei einer Pressekonferenz weinend unterbrechen musste. Die Behörden würden alles tun, um das Verbrechen aufzuklären.
Lindh hatte bei der Attacke schwere innere Blutungen sowie schwere Verletzungen an Leber und Magen erlitten. Trotz stundenlanger Operationen über Nacht konnten die Ärzte ihr Leben nicht mehr retten, wie es in der Regierungserklärung hieß. Die schwedische Öffentlichkeit reagierte mit Entsetzen auf die Todesnachricht.
Die populäre 46-jährige Politikerin war am Mittwochnachmittag in einem Nobelkaufhaus in Stockholm beim Einkaufen von einem Unbekannten mit einem Messer angegriffen worden. Einem Polizeisprecher zufolge wurde Lindh mehrmals in Arme, Brust und Bauch gestochen. Der Attentäter, der eine Tarnjacke trug, entkam. Nach ihm wurde eine Großfahndung eingeleitet. Das Tatmesser wurde sichergestellt.
Die Polizei analysierte auch die Aufzeichnungen der Überwachungskameras des Kaufhauses. Nach ersten Erkenntnissen deute nichts auf eine politisch motivierte Tat hin. Lindh habe keine Leibwächter bei sich gehabt, sagte Ministerpräsident Göran Persson. Er sei bestürzt und wütend, erklärte Persson. Der Angriff auf Lindh sei ein Angriff auf die gesamte schwedische Gesellschaft. Die Sicherheitsvorkehrungen um alle Regierungsgebäude seien verstärkt worden.
Die Kampagne der Regierung für das Referendum am Sonntag zur Euro-Einführung werde bis auf weiteres ausgesetzt, kündigte der Regierungschef an. Ob die Abstimmung stattfindet, war noch nicht klar. Lindh zählte zu den beliebtesten Politikern in Schweden. Sie leitete das Außenministerium seit 1998. Zuvor war die Juristin Kulturdezernentin der Stadt Stockholm und anschließend vier Jahre lang Umweltministerin. Sie war unter anderem als Nachfolgerin von Persson für das Amt des Ministerpräsidenten im Gespräch.
Lindh hinterlässt einen Mann und zwei Söhne. Der Angriff auf die Außenministerin weckte Erinnerungen an die Ermordung des schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme, der 1986 in Stockholm nach einem Kinobesuch auf offener Straße erschossen wurde. Der Attentäter wurde bis heute nicht gefasst. Schweden gilt als eines der sichersten Länder Europas, die meisten Politiker bewegen sich ohne den Schutz von Leibwächtern in der Öffentlichkeit.
Quelle: http://www.heute.t-online.de/ZDFheute/artikel/18/0,1367,POL-0-2066066,00.html
Operationen konnten schwedische Außenministerin nicht retten
Die schwedische Außenministerin Anna Lindh ist am Donnerstag an den Folgen des Messer-Attentats vom Vortag gestorben. Das bestätigte der schwedische Ministerpräsident Göran Persson.
"Ich habe die traurige Nachricht erhalten, dass die schwedische Außenministerin um 5.29 Uhr an diesem Morgen ihren Verletzungen erlegen ist", sagte Persson, der seine Erklärung bei einer Pressekonferenz weinend unterbrechen musste. Die Behörden würden alles tun, um das Verbrechen aufzuklären.
Lindh hatte bei der Attacke schwere innere Blutungen sowie schwere Verletzungen an Leber und Magen erlitten. Trotz stundenlanger Operationen über Nacht konnten die Ärzte ihr Leben nicht mehr retten, wie es in der Regierungserklärung hieß. Die schwedische Öffentlichkeit reagierte mit Entsetzen auf die Todesnachricht.
Die populäre 46-jährige Politikerin war am Mittwochnachmittag in einem Nobelkaufhaus in Stockholm beim Einkaufen von einem Unbekannten mit einem Messer angegriffen worden. Einem Polizeisprecher zufolge wurde Lindh mehrmals in Arme, Brust und Bauch gestochen. Der Attentäter, der eine Tarnjacke trug, entkam. Nach ihm wurde eine Großfahndung eingeleitet. Das Tatmesser wurde sichergestellt.
Die Polizei analysierte auch die Aufzeichnungen der Überwachungskameras des Kaufhauses. Nach ersten Erkenntnissen deute nichts auf eine politisch motivierte Tat hin. Lindh habe keine Leibwächter bei sich gehabt, sagte Ministerpräsident Göran Persson. Er sei bestürzt und wütend, erklärte Persson. Der Angriff auf Lindh sei ein Angriff auf die gesamte schwedische Gesellschaft. Die Sicherheitsvorkehrungen um alle Regierungsgebäude seien verstärkt worden.
Die Kampagne der Regierung für das Referendum am Sonntag zur Euro-Einführung werde bis auf weiteres ausgesetzt, kündigte der Regierungschef an. Ob die Abstimmung stattfindet, war noch nicht klar. Lindh zählte zu den beliebtesten Politikern in Schweden. Sie leitete das Außenministerium seit 1998. Zuvor war die Juristin Kulturdezernentin der Stadt Stockholm und anschließend vier Jahre lang Umweltministerin. Sie war unter anderem als Nachfolgerin von Persson für das Amt des Ministerpräsidenten im Gespräch.
Lindh hinterlässt einen Mann und zwei Söhne. Der Angriff auf die Außenministerin weckte Erinnerungen an die Ermordung des schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme, der 1986 in Stockholm nach einem Kinobesuch auf offener Straße erschossen wurde. Der Attentäter wurde bis heute nicht gefasst. Schweden gilt als eines der sichersten Länder Europas, die meisten Politiker bewegen sich ohne den Schutz von Leibwächtern in der Öffentlichkeit.
Quelle: http://www.heute.t-online.de/ZDFheute/artikel/18/0,1367,POL-0-2066066,00.html