Noch immer haben Anleger bei Aktien mit tiefer Bewertung, wachsenden Geschäftszahlen und positivem Momentum, gute Chancen, kurz- bis mittelfristig ohne grosses Risiko gutes Geld zu verdienen.
In den letzten 12 Monaten war es nicht sonderlich schwierig, an der Börse mit Aktien Geld zu verdienen: Die Kurse stiegen auf breiter Front; als Anleger konnte man eigentlich fast gar nichts falsch machen. Doch diese breite Aufwärtsbewegung scheint nun definitiv vorbei. Seit ein paar Wochen präsentieren sich die Märkte im Fahrwasser der (wegen Zinserhöhungsängsten) schwankenden US-Börsen deutlich verunsichert. Das Resultat:Eine Seitwärtsbewegung mit teilweise mehr oder minder grossen Kursausschlägen nach oben und unten. Eine solch schwankende Börse erfordert von den kurz- bis mittelfristig orientierten Akteuren nicht nur starke Nerven, sondern auch ein gutes Händchen bei der Titelselektion und eine klare, fokussierte Strategie.
Gutes Momentum und tiefe Bewertung: Stocks hat den weltweiten Aktien-Dschungel durchforstet und nach Papieren gesucht, die gleichzeitig über ein gutes Momentum und über eine attraktive, sprich tiefe Bewertung verfügen. Dafür wurde das Konzept der Relativen Stärke im Sinne von «The trend is your friend» verwendet. Um günstige Aktien ins Depot zu nehmen, hat Stocks zusätzlich die beiden Kriterien tiefe Bewertung sowie solides Wachstum bei den Geschäftszahlen zu Rate gezogen. Ersteres, um einerseits nicht ungerechtfertigt teure Titel zu kaufen sowie andererseits, um nicht in die beliebte Greater-Fool-Falle zu tappen; Letzteres, um auf Titel zu setzen, die weiterhin Good News produzieren und somit ihr eigenes gutes Momentum an der Börse nicht gefährden.
Neben den sechs auf den kommenden Seiten näher vorgestellten Unternehmen gibt es natürlich weitere mögliche Kandidaten, die die von Stocks angelegten drei Kriterien ebenfalls vollumfänglich erfüllen.Es sind dies:der österreichische Maschinenhersteller VA Technologie, das deutsche Elektronikunternehmen Linos, das portugiesische Bauunternehmen Soares da Costa, der deutsche Medientitel Edel Music und der deutsche Software-Hersteller Bechtle.
Momentum-Strategie
In verschiedenen Studien in den Neunzigerjahren haben Behavioral-Finance-Spezialisten herausgefunden, dass Momentumstrategien die Aktien auf der Basis der letzten sechs Monate selektieren und anschliessend über 12 Monate halten besonders erfolgreich sind. Dabei ist der Momentum-Effekt bei den Aktien von kleineren und mittleren Unternehmen am grössten. Bei kleinen Werten funktioniert er gar nicht; bei grösseren Unternehmen liess der Effekt mit zunehmender Grösse nach. Eine mögliche Erklärung ist, dass sich die Informationen unterschiedlich schnell ausbreiten. Das heisst, dort, wo sich diese sehr schnell ausbreiten, greift der Effekt weniger, da kleinere Firmen weniger betreut werden, Nachrichten sprechen sich unter den Marktteilnehmern weniger schnell herum. Ein Momentum-Investor kauft vor allem Aktien, bei denen er kurzfristig von einem beschleunigten Kursanstieg ausgeht. Er versucht dabei, die Seitwärtsbewegungen zu vermeiden und die Phasen der Kursanstiege auszunutzen. Neben technischen Indikatoren gehört insbesondere eine Stop-Loss-Limite zu dieser Strategie. Diese Verkaufslimiten werden ausgelöst, sobald eine Aktie das entsprechende Niveau erreicht hat. Damit versucht der Momentum-Investor, seine Strategie gegen unten abzusichern.
Greater-Fool-Theorie
Nach dieser Theorie hofft jeder Anleger, einen noch grösseren Idioten zu finden, der ihm die Aktie zu einem noch höheren Preis abkauft. Die Blase platzt, wenn der «Pool der Fools» erschöpft ist. Rationale Anleger erkennen die Gefahr des Zusammenbruchs anhand der erschöpften Liquidität.
Ford: Tiefe Zinsen als Umsatztreiber
Amerikanische Autohersteller sind seit Jahren in der Krise. Auch Ford machte da bis dato keine Ausnahme. Umso mehr überraschte der drittgrösste Autobauer der Welt, als er jüngst überaus erfreuliche Zahlen für das erste Quartal 2004 (Umsatz +9,4 Prozent auf 44,7 Milliarden Dollar; Gewinn: +117,8 Prozent auf 1,95 Milliarden Dollar) bekannt gab. Dank anziehender Nachfrage und Restrukturierungseffekten fiel der Gewinn je Aktie mehr als doppelt so hoch aus wie von Branchenexperten erwartet.
PRO Ford-Erbe und -Chairman Bill Ford zeigte sich speziell über die Tatsache erfreut, dass das «normale» Autobusiness erstmals seit langem besser als das Finanzdienstleistungs- (sprich Leasing-)Geschäft abgeschnitten hatte. Positiv werten Marktbeobachter zudem, dass Ford Jim Padilla zum neuen Chief Operating Officer (COO) und damit zum Nachfolger von Nick Scheele ernannt hat. Von Padilla erwartet man eine innovativere Unternehmenspolitik. Die Kriegskasse von 21,8 Milliarden Dollar lässt ihm auf alle Fälle genug Spielraum.
CONTRA Trotz des erfreulichen Starts ins 2004 warnen etliche Marktbeobachter, dass das positive Resultat nur auf Grund einer künstlich hohen Nachfrage (aggressive Finanzierungsangebote dank rekordtiefer Zinsen) zu Stande gekommen sei. Diese könnte in der Tat dramatisch nachlassen, sobald die US-Zinsen anziehen. Gleichzeitig dürften im Bereich Leasing-Geschäfte etliche bestehende Finanzierungen (Leasing-Kredite) marode werden, da diese nicht mehr mit Tiefzins-Krediten refinanziert werden könnten.
MOMENTUMGRÜNDE Das derzeitige Momentum dürfte auf Grund der rekordtiefen Zinsen noch ein paar Monate anhalten. Angesichts der mittelfristig anziehenden Zinsen und der daraus folgenden, wahrscheinlichen Finanzierungsprobleme dürfte die Ford-Aktie längerfristiger dennoch eher stagnieren bis rückläufig tendieren.
Kühne & Nagel: Mit Vollgas auf der Überholspur
Nach der erfolgreichen Rückkehr in die Gewinnzone im 2003 hat Kühne & Nagel im laufenden Jahr nochmals einen deutlichen Zacken zugelegt.
PRO Im ersten Quartal 2004 hat das Logistikunternehmen seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 18,4 Prozent (Seefracht: +22 Prozent; Landfracht:+11) auf rund 2587 Millionen Franken gesteigert. Gleichzeitig nahm der Reingewinn um satte 38,1 Prozent (!) auf 48,0 Millionen Franken zu. Besonders erfreulich ist dabei, dass sämtliche Geschäftsbereiche zulegen und auch Marktanteile gewinnen konnten. Branchenbeobachter gehen für 2004 von einer weiteren Fortsetzung des dynamischen Wachstums aus. Gleichzeitig weist das Unternehmen aus Schindellegi (Kanton Schwyz) neben äusserst soliden Bilanzkennzahlen eine gute Marktstellung sowie ein erfahrenes Managementteam aus.
CONTRA Nach dem fulminanten Start ins 2004 könnte ein (momentan aber nicht absehbarer) Markteinbruch und somit schwächere Quartalsergebnisse die hohen Erwartungen der Anleger enttäuschen.
MOMENTUMGRÜNDE Neben dem günstigen Marktumfeld dürften insbesondere die hervorragenden Wachstumsperspektiven sowie die noch immer tiefe Bewertung für eine weitere Erholung des Aktienkurses sorgen. |
|