*Sandy*
Ich habe mich gestern von meinem Mann getrennt. Wir waren 9 Jahre zusammen, in denen eigentlich nie so richtig gestimmt hat. Einige wichtige Sachen haben mir immer gefehlt. Und wir sind auch in manchen grundegenden Dingen nicht einer Meinung. Fragt mcih bitte nicht, warum ich dann solange mit ihm zusammen war. Ich weiß es selber nciht so genau. Anfangs habe ich ihn schon geliebt, aber so nach und nach ist es immer weniger geworden. Durch seine Passivität, dadurch, dass er viele Dinge einfach so ganz anders sieht wie ich. Das wichtigste, was mir in unserer Beziehung gefehlt hat, war die Kommunikation. Wir konnten leider nie miteinander reden, nicht mal am Anfang. Und das ist für mcih das Wichtigste überhaupt. Ich bin so aufgewachsen, dass man immer über alles redet. Und das brauche ich auch. Aber er konnte das nicht. Wir haben nie ein Gespräch über unsere Beziehung geführt, wenn, dann war immer ich es, die geredet hat und er hat nur an die Wand gestarrt und geschwiegen. Vor knapp 3 Jahren, gleich nach der Geburt unseres gemeinsamen Sohnes (ich hatte schon 2 Kinder mitgebracht) hatten wir eine sehr heftige Krise, wo er mir auch gesagt hat, dass er mcih wohl nicht mehr liebt. Damals habe ich beschlossen, mir wieder ein neues Leben aufzubauen. Allerdings mussten erst noch einige wichtige Dinge geklärt werden. Ich habe vorletzte Woche einen jungen Mann im Internet kennengelernt (das war Zufall, ich habe nicht danach gesucht). Wir haben 10 Tage lang sehr intensiv miteinander gechattet und uns Mails geschrieben. Und ja, ich gebe es zu, ich habe mich verliebt. Allerdings besteht keine Hoffnung, daraus etwas reales werden zu lassen. Er ist sehr viel jünger als ich. Wir haben nun erstmal den Kontakt fast komplett abgebrochen. Er ist auch nicht der Grund, warum ich mich nun von meinem Mann getrennt habe. Er war wohl nur der Auslöser. Ich war jahrelang unglücklich und nun habe ich den Schritt gewagt, von dem ich immer dachte, dass es das einzig Wahre ist. Aber mir geht es sehr schlecht. Ich heule seit gestern nur noch und weiß nciht, wie es weitergeht. Ich habe an einem Tag meinen Mann und meinen Freund verloren. Und nun bin ich am Ende meiner Kraft.
Mein Mann wird wohl erstmal weiterhin hier wohnen, er ist arbeitslos und hat kein Geld. Ich kann ihn auch nciht einfach so auf die Strasse setzen, weil ich nicht will, dass er mcih hasst. Schon mal wegen unserem Sohn. Und das machte aber leider noch schwieriger.
QuickSilver
Hallo Sandy,
ich finde es total mutig, dass du dich getrennt hast!! Ich kenne die Situation ein bisschen: Man ist am Anfang verliebt, baut sich dann ein gemeinsames Leben auf und merkt erst einmal gar nicht, dass vielleicht nicht alles so toll ist, wie es am Anfang aussah. Es ist ein schleichender Prozess, in dem aus Liebe irgendwann "nur noch" Freundschaft (und vielleicht sogar mal Hass??) wird. Es kommt der Alltag und die Gewohnheit mit ins Spiel. Man merkt, dass man den Partner vielleicht nicht mehr so lieb hat wie früher. Aber man hat doch einige andere Dinge an ihm zu schätzen gelernt. Und der Mensch ist ja nun wirklich auch ein Gewohnheitstier: altes und bekanntes hinter sich zu lassen ist soooo schwer. Die Erkenntnis zu fassen, dass es nicht mehr geht und dass es besser ist, sich zu trennen, ist ein riesen Schritt. Vor allen Dingen, wenn man noch ein gemeinsames Kind hat. Und gerade dann sollte man solch einen Schritt nicht unüberlegt tun, denn diejenigen, die unter dieser Trennung am meisten leiden, sind doch die Kinder! Aber krampfhaft an etwas festzuhalten, was nicht da ist, ist auf Dauer auch nicht gut; weder für die Mutter, noch dann fürs Kind.
So wie du schreibst, sprichts du von deinem Mann als Freund. Wenn ihm jetzt durch die Trennung die Augen geöffnet werden, dann versuche ihm eine zweite Chance einzuräumen. Nicht nur für dich, sondern auch für euren Sohn. Vielleicht macht es jetzt Klick bei ihm und ein neues Feuer kann entfacht werden ; o )
Und wenn er sich nicht bemüht, dann weisst du, dass es ihm ähnlich geht wie dir. Dann könnt ihr vielleicht wirklich Freunde werden!
Solch eine Trennung ist sau hart, man meint, so viel verloren zu haben. Warte doch einfach mal ab und sieh nach vorn. Ich habe meine Trennung nie bereut, obwohl es auch eine harte Zeit für mich war. Unterm Strich war es die richtige Entscheidung! Und ganz gleich wie es bei dir jetzt weitergeht, sei erst einmal stolz auf dich, dass du den Mut hattest hier was anzusprechen und zu bewegen. Sich selber einen in die Tasche zu lügen, ist nie der richtige Weg!
Ich drück fest die Daumen!!
Quicky
*Sandy*
Vielen Dank für deine Antwort. Ich muss sagen, du triffst wirklich den Kern der Sache. Ausser, dass ich mit dem Freund nicht meinen Mann sondern diese Internetbekanntschaft gemeint habe. Er ist derjenige, der mir in den letzten Tagen mal wieder gezeigt hat, wie schön das Leben sein kann. Und das war dann endlich der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Er hat mir auch den Mut gegeben, diesen Schritt zu wagen (obwohl er das wohl gar nicht beabsichtigt hat). Mit ihm konnte ich reden, wie mit niemandem zuvor, er hat mcih verstanden, oder es wenigstens versucht. Und ihn habe ich ebenfalls verloren, deswegen ist alles jetzt doppelt so schwer.
Es hat gutgetan, deinen Beitrag zu lesen, weil es mir doch Hoffnung macht. Ich weiß, dass es wieder aufwärts geht, auch wenn es wohl doch noch etwas dauert.
QuickSilver
Hallo Sandy,
dass dein Mann arbeitslos ist, hatte ich noch gar nicht gelesen, als ich meinen Beitrag eingestellt habe. Das hast du nachräglich noch angehängt.
Ja, das macht die Situation natürlich nicht einfacher.
Dennoch, kann dein Mann vielleicht erst einmal woanders unterkommen, damit ihr eine räumliche Trennung habt? Vielleicht ist es für beide Seiten wichtig, zu erkennen, ob und wie es ohne den anderen geht. Vielleicht merkt ihr beide, dass euch dann was fehlt an dem festzuhalten doch lohnt.
Und wenn du (oder ihr) dann doch feststellt, dass es alleine besser ist, dann zieht die Sache durch. Man darf nicht kampflos eine so lange Beziehung mit Resultat Kind aufgeben, aber man muss sich auch nicht ein Leben lang quälen!
Alles Gute
Q
*Sandy*
Hm, ich weiß nicht, ob er länger wo unterkommen könnte. Also ein paar Tage wohl schon, aber länger? Ich glaube nicht. Und so wie es im Moment aussieht will er das auch nicht. Ich gebe zu, ich habe gesagt, ich werfe ihn nicht einfach so raus, weil ich ihm echt nicht wehtun will. Und nun macht er einfach so weiter als wäre nichts geschehen. Ich habe echt keine Ahnung, wie ich nun vorgehen soll. Aber mit ihm war es schon immer so, alles ging immer von mir aus. Er hat nie die Initiative ergriffen.
Suse
Hallo Sandy,
vor dreieinhalb Jahren habe ich genau das gleiche wie Du jetzt durchgemacht. Ob Du Deinem Mann noch eine Chance geben willst, mußt Du entscheiden. Für mich war damals klar, dass ich ihm KEINE Chance mehr gebe, ich wollte nicht mehr, es war aus, keine Liebe mehr da, nur noch Verbundenheit durch das Kind. Mein Mann hat ähnlich wie Deiner reagiert. Wir haben zwar anschließend über alles gesprochen, disskutiert, gestritten, geweint usw, aber die Trennung stand fest, aber die Aussprache tat gut. Nach der Aussprache hat mein Mann auch so getan, als ob nichts wäre. Er wollte nicht, dass ich mit unserem Sohn ausziehe, wir sollten in der gewohnten Umgebung bleiben, er hat aber auch keine Anstallten gemacht, sich was eigenes zu suchen. Irgendwann habe ich dann das Gespräch gesucht und erst dann mit sehr viel Geschimpfe hat er dann eine eigene Wohnung gesucht. Wir hatten einen Rosenkrieg, aber unser Sohn, hat nie etwas davon mitbekommen, zu keiner Zeit unserer Trennung/Scheidung. Er sieht seinen Vater oft und regelmäßlig und die beiden haben auch ein prima Verhältnis zueinander! Es geht, wenn sich beide Elternteile Mühe geben!
Trotz der Schwierigkeiten war es die wichtigste, aber auch die beste Entscheidung in meinem Leben!
Ich wünsche Dir viel, viel Kraft in nächster Zeit, wie auch immer Du Dich entscheidest!
Suse
*Sandy*
Hallo Suse,
also da ich schon seit Jahren unglücklich bin, werde ich ihm keine Chance mehr geben. Diese Phase haben wir schon lange hinter uns. Ich gebe ihm jetzt einfach mal ein paar Wochen, mal sehen, ob er in der Zeit in irgendeiner Weise was tut. Obwohl ich sicher bin, dass er es nicht tut. Wenn er dann noch keine Anstalten macht, sich was zu suchen, dann werde ich ihn wohl nochmal etwas eindringlicher ins Gewissen reden. Ich weiß nicht, ob ich jetzt zu "nett" bin, aber ich hoffe leider immer wieder nur das Beste. Und das Beste wäre einfach, wenn er sich selber um was kümmert.
Mit unserem Sohn wird es wohl kein Problem geben, denn mein Mann liebt ihn wirklich über alles und ich bin sicher, dass er sich auch später gut um ihn kümmern wird. Das wird wohl nicht so schlimm werden.
Auch für mich war das eine der schwersten Entscheidungen meines Lebens. Ich habe ja schon eine Beziehung mit dem Vater meiner beiden anderen Kinder beendet. Damals war noch immer sehr viel Liebe von meiner Seite vorhanden, aber dieser Mann hatte mich zum Schluss einfach zu schlecht behandelt. Damals hat es mich auch sehr viel Kraft gekostet, aber trotz der noch vorhanden Liebe habe ich es geschafft und das gibt mir den Mut es wieder zu schaffen.
Vielen Dank für eure netten Antworten, wenn man nicht alleine ist, geht es gleich etwas leichter.
*Sandy*
So, dann melde ich mich nach knapp 2 Jahren wieder mal.
Falls es jemanden interessiert, wie es bei uns weiterging, werde ich mal ein wenig erzählen (und hoffen, dass mir das Schreiben ein wenig weiterhilft).
Wir blieben damals ca. 6 Wochen getrennt, obwohl er immer noch bei mir wohnte. Allerdings hat er sehr stark gekämpft, dass ich mich ihm wieder zu wende. Ich habe lange widerstanden, aber nach vielem überlegen und abwägen der Vor- und Nachteile habe ich doch nachgegeben. Allerdings erst, als er mir versprochen hatte, dass er diesmal wirklich sein Bestes gibt, um für unsere Ehe zu kämpfen. Er hat eine Eheberatung vorgeschlagen (was er vorher nicht machen wollte) und das hat dann für mich den Ausschlag gegeben.
Wir haben die Eheberatung auch gemacht, zumindest waren wir einige Mal dort, dann hat mein Mann eine Arbeit gefunden und wir konnten dann leider die Termine nicht mehr wahrnehmen. Im Laufe des letzten Jahres sind meine Gefühle für ihn zurück gekommen,die ich für tot gehalten hatte. Wir hatten eine Weile eine sehr schöne Zeit, ganz wie am Anfang. Wir waren wie frisch verliebt. Die "Beziehung" zu diesem jungen Mann aus dem Internet habe ich aufgegeben, weil mein Mann nicht damit leben konnte. Was ich ja auch einsah, da ja doch Gefühle meinerseits da waren.
Was mich heute hierher getrieben hat ist, dass wir wieder in einer Krise stecken. Am Wochenende habe ich eine SMS gelesen, die mein Mann jemandem geschrieben hat. Ich habe aber nicht sein Handy durchsucht oder so, das ist nicht meine Art. Ich habe sein altes Handy bekommen, weil er eine neues hat. Und er hat seine SMS nicht gelöscht. Am Wochenende habe ich nach einer Nummer gesucht und bin dann auf diese SMS gestoßen. Ich will hier nicht schreiben, was drin stand, aber es hat sehr weh getan das zu lesen. Es hatte allerdings nichts mit Liebe oder Sex zu tun, eher mit so einer Art Verliebtheit oder Schwärmerei.
Nun, ich habe ihn deswegen angesprochen und er hat erst mal geleugnet, diese SMS geschrieben zu haben, oder gar zu kennen. Aber damit hatte ich gerechnet, so ist er immer. Er gibt nichts zu, dass man ihm nicht stichhaltig beweisen kann. Erst, wenn er nicht mehr aus kann, gibt er soviel zu, wie er muss. Als ich ihm sagte, dass es seine gesendete SMS ist, hat er es zugegeben. Er hat mal vor mehreren Jahren (in meinem ersten Posting ganz oben habe ich von unserer Krise erzählt, allerdings wusste ich da nichts von einer anderen Frau, er sagte damals, es gäbe keine) eine Frau kennen gelernt und wäre einige Mal bei ihr zuhause gewesen. Aber es wäre nichts passiert.
Tja, nun stehe ich hier und weiß nicht mehr, was ich tun soll. Einerseits mag das stimmen und es ist ja angeblich auch schon eine Weile her. Andererseits, wie soll ich ihm immer wieder neu vertrauen, wenn er immer wieder alles mögliche verheimlicht? Das hat er schon seit Anfang an gemacht und nur durch Zufall habe ich immer mal wieder verschiedene Dinge heraus gefunden (die hatten allerdings nie was mit anderen Frauen zu tun). Und gerade er war immer so auf Treue bedacht und hat mir so oft gesagt, dass er niemals eine andere Frau wollte.
Und das erfahre ich jetzt, nachdem die Beziehung schon beendet war und ich die Gefühle wieder aufleben ließ. Ich komme mir so mies vor, weil ich einfach nicht weiß, was richtig oder falsch ist. Kann ich so weiterleben? Soll ich die Ehe diesmal wirklich für immer beenden?
jules1
Hallo Sandy...
ich hoffe das Schreiben hat Dir geholfen...denn eine Antwort auf die letzte Frage Deines posts...kann und wird Dir wohl niemand hier geben können.
Ich verstehe nicht so wirklich...was Dir so wehtut.
Ihr ward getrennt... Du hast Leute kennengelernt, er hat Leute kennengelernt und er hat eine sms gespeichert oder zu löschen vergessen, wie auch immer...
Was ist so schlimm?
jules
*Sandy*
Hallo jules,
es tut mir weh, weil das mit dieser Frau während der Krise war, die wir vor mehreren Jahren hatten. Davon hatte ich auch im ersten Posting geschrieben. Es war NICHT in der Zeit, als wir getrennt waren (das war Anfang letzten Jahres), sondern vor ca. viereinhalb Jahren. Er hat mir letztes Jahr so sehr Schuldgefühle gemacht, weil ich diesen Mann im Internet kennen gelernt hatte. Von dem er wusste, weil ich ehrlich bin. Und den ich niemals getroffen habe. Er war derjenige, dem Treue immer so sehr wichtig war. Viel wichtiger als mir, obwohl ich immer treu war. Ich hatte immer die Meinung, ein Seitensprung ist zwar mies, aber das könnte wohl jedem mal passieren und wenn es nur einmalig war, dann sollte man versuchen das zu verzeihen. Allerdings gehe ich da IMMER davon aus, dass man ehrlich zueinander ist. Er hat mir immer geschworen, dass er sich nicht für andere Frauen interessiert. Unsere Probleme hatten damit auch nie was zu tun. Nur kommt das nun eben mit dazu und das war halt so der einzige Punkt in unserer Beziehung, wo ich mir einigermaßen sicher war bei ihm. Aber das ist jetzt auch vorbei und ich weiß halt nicht, ob damit einfach so weitermachen kann.
Tut mir leid, ich weiß, ich bin nicht gut im erklären. Aber ich versuche mein Bestes.
jules1
Du meinst...er hätte vor Eurem zweiten Beginn "reinen Tisch" machen und Dir von dieser Frau erzählen sollen?
Ja...das hätte er wohl...andererseits...vielleicht hat sie einen anderen Stellenwert für ihn als Du Dir denkst oder als Du nachvollziehen kannst....
Wie bezeichnet er denn sein Verhältnis zu ihr?
*Sandy*
Naja, zuerst mal waren wir während dieser ersten Krise nicht getrennt. Das heißt, er hat mich betrogen. Wenn vielleicht auch nicht sexuell, was er ja abstreitet, aber zumindest scheint er bestimmte Gefühle für sie gehabt zu haben.
Tja, was sagt er über sie? Nichts.
Er meinte, er habe nicht nachgedacht damals und sie hätte ihm nichts bedeutet. Und er sein zwar einige Male bei ihr zuhause gewesen, hätte aber die Notbremse gezogen, bevor es zu mehr kam. Aber weißt du, eigentlich ist es mir fast schon egal, ob er was mit ihr hatte oder nicht. Der SMS nach zu urteilen, war da schon was da. Das schlimmste ist dieses verheimlichen, oder sogar leugnen. Er hätte es ohne diese SMS niemals zugegeben. Deshalb frage ich mich eben nun, was er wohl noch alles verschweigt, weil ich noch nicht dahinter gekommen bin.
jules1
Hmmm...warum denkt man das immer?
Das da mehr ist...es ist schliesslich wirklich möglich, dass da nicht mehr gelaufen ist...und er es Dir schlicht nicht erzählen wollte.
Aber die Fantasie fährt hoch...
ich weiss nicht, was ich Dir raten soll, Sandy.
Was für einen Sinn hat eine Beziehung, wenn Misstrauen die Basis ist?
Gruss jules
*Sandy*
Das ist auch meine Frage. Und ich hatte mich ja letztes Jahr endlich von ihm abgenabelt. Das hat drei Jahre gedauert, bis ich endlich soweit war. Und dann hat er es doch wieder geschafft, dass meine Gefühle, die ich eigentlich schon nicht mehr hatte, wieder auflebten. Seit unserer Trennung hatten wir es relativ schön und auch, wenn langsam wieder der Alltag eingekehrt ist, war es doch schöner als die restlichen Jahre vorher.
jules1
Ach Sandy...

- liebst Du ihn?
*Sandy*
Ja, ich liebe ihn
jules1
und was fragst Du Dich dann?
Wenn Du ihn liebst...weisst Du doch, was Du tun wirst...
*Sandy*
So ist es nicht. Ich habe meinen Ex auch verlassen, obwohl ich ihn damals noch sehr geleibt habe. Bei mir gibt es eine bestimmte Schmerzgrenze, wenn die erreicht ist, dann kann ich nicht mehr weiter. Ich weiß nicht, ob es schon so weit ist.
Ich würde gerne objektive Meinungen hören. Wie hört sich das für andere an? Sehe ich das richtig, oder liege ich falsch mit meiner Meinung? Macht er sich nur ein schönes Leben bei mir und ich bin die Blöde? Oder bin ich einfach nur zu egoistisch und will alles perfekt haben?
Schattenreiter
sorry, gestrichen
*Sandy*
Hallo Schattenreiter,
danke für deine Worte.
Du hast sicher recht, wenn du fragst, was es denn gebracht hätte. Wohl nichts, das stimmt. Das einzige was gut gewesen wäre, ich hätte gemerkt, dass er auch ehrlich sein kann und nicht alles verheimlicht oder mich anlügt.
Ich war nie wirklich lange glücklich in unserer Beziehung. Eine Weile ja, bis es wieder zu irgendeinem Zwischenfall kam, oder ich einfach das Bedürfnis hatte zu reden. Auch sexuell lief es bei uns nicht so wirklich gut, obwohl wir da eigentlich keine Probleme hatten. Wir hatten immer lange Phasen ohne Sex. Es lag auch an der Kommunikation, wie so vieles andere. Das war unser größtes Problem. Dann noch das Verheimlichen bzw. Anlügen und schon ist es keine gute Beziehung mehr.
Ich muss wohl gestehen, dass ich immer weiter gehofft habe, dass es anders wird. Ich wollte es nie wahrhaben, dass es so bleiben wird, dass die nicht so guten Phasen mehr als die anderen werden würden. Einmal war ich so weit und da war ich nicht stark genug es durch zu halten.
Ich fühle mich geborgen oder zumindest bilde ich es mir ein, bis wieder ein Vertrauensbruch geschieht. Dann kämpfe ich wieder lange und fange wieder an zu vertrauen und dann...
Nein, das ist eigentlich nicht dass, was ich unter Liebe verstehe. Deshalb hatten wir die ersten Jahre viel Streit. Weil ich es ihm immer klar machen wollte, dass es so nciht gut ist. Dass das nicht die Art von Liebe ist, die ich mir immer erhofft habe. Die aus Vertrauen, Verbundenheit, viel Kommunikation und einer gut funktionierenden Sexualität besteht.
Ja, es ist ein arrangieren, weil ich Angst habe. Weil ich nicht weiß, ob es mir ohne ihn besser gehen würde. Und weil ich auch seine guten Seiten kenne, auf die ich nur sehr ungern verzichten würde.
Eigentlich wollte ich nie so einen Kompromiss eingehen. Ich wollte immer alles und das perfekt. Aber mit der Zeit frage ich mich, ob es das überhaupt gibt.
Ist es schlecht, mit so einem Arrangement zu leben? Sollte ich doch lieber wie früher nach der perfekten Liebe suchen?