Ich könnte platzen... Brauche Entscheidungshilfe!

Fussel
Hallo ihr Lieben!

Ui, ich war schon lange nicht mehr hier... und falle dann auch noch mit der Tür ins Haus! Dafür schon mal ein großes SORRY! Aber im Moment läuft bei mir so einiges daneben und ich weiss langsam gar nicht mehr, wohin mit der Wut im Bauch...

Das Hauptthema, das mich beschäftigt, ist mein Job. Nein, nicht mal wirklich der, vielmehr geht es um meinen Vorgesetzten und auch um meinen Chef.
Ich bin jetzt seit 2 Jahren in meiner Abteilung und anfangs war unser Vorgesetzter noch ziemlich gelassen, nett und hilfsbereit. Naja, hier und da gab es schon mal Momente, in denen er einen wegen irgendwas ausgeschimpft hatte, war aber recht schnell wieder vergessen. Damals war es mein Chef, der uns das Leben im wahrsten Sinne des Wortes zur Hölle gemacht hat. Wie er uns beleidigt hat und uns angegangen ist, mag ich hier gar nicht sagen, es war jedenfalls sehr unschön...
...nun gut, seit etwa einem halben Jahr zieht sich Cheffe immer mehr von unserer Abteilung zurück. Den Grund hat er mir persönlich auch genannt: Er hat einfach keine Lust mehr, sich unseren "Zirkus" an zu tun!
Sein Sprachrohr ist seitdem unser Vorgesetzter, der seit dieser Zeit nur noch schlechte Laune verbreitet. Wenn er mal nicht im Raum ist, ist die Stimmung unter den Kollegen direkt sehr schön, es wird geredet und gelacht. Sobald er aber zur Tür herein kommt, verstummen alle wieder und alles wirkt bedrückt.
Zudem schiebt er uns immer öfter die Schuld für seine Fehler in die Schuhe.

Nun die Sache, die mich wütend macht: Unser werter Herr Vorgesetzter scheint es hauptsächlich auf mich abgesehen zu haben:
- Ständig motzt und meckert er an mir herum: "Du hast hier nicht, du hast da nicht, du bist zu langsam, dies und das kannst du ja auch noch schnell machen..." Bla, bla, bla.
- Hab ich mal eine Frage an ihn, heißt es meist "Nee, jetzt nicht, ich habe keine Zeit." Kommt zwei Minütchen später ein anderer Kollege mit einer Frage, hat er auf einmal selbstverständlich alle Zeit der Welt!
- Hab ich mal eine Idee, wie man eine Arbeit übersichtlicher und/oder einfacher gestalten könnte, ist mein Vorgesetzter NIE angetan davon. Hat wenig später jemand anderes genau dieselbe Idee wie ich, ist es urplötzlich total toll!
- Erledige ich eine Aufgabe genau nach Arbeitsanweisung, kommt er kurze Zeit später zu mir und fängt wegen irgendeinem kleinen Pups an zu motzen - obwohl diese Sache KEINE Arbeitsanweisung war! Und ich stehe erstmal da und weiss gar nicht, worum es geht...!

Heute dann das: Ich habe seit längerem eine Aufgabe, die ich schon gut durchgearbeitet und vorbereitet habe. Was macht mein Vorgesetzter? Überträgt diese Aufgabe einfach an einen anderen Kollegen und drückt mir etwas neues auf's Auge, was natürlich noch komplett aufgearbeitet werden muss!

Steht mir vielleicht "Doofmann" auf der Stirn geschrieben???!

Ich bin nicht faul und mache meinen Job sehr gerne. Aber mehr, als mein Bestes zu geben, kann ich nicht! Ich fühle mich unfair behandelt, mein Vorgesetzter lässt aber nicht mit sich reden und ich kann damit nicht mal zu meinem Chef gehen...
Letztens ist sogar ein Frau aus dem Büro, wo wir unser Büromaterial abholen, auf mich zugegangen und hat mich auf das Verhalten meines Vorgesetzten mir gegenüber angesprochen - und das, obwohl sie eigentlich nicht viel aus meiner Abteilung mitbekommt!

Bin in letzter Zeit stark am Überlegen, wieder in meine alte Abteilung zurück zu gehen. Dieser Gedanke macht mich traurig, da mein jetziger Job an und für sich genau das ist, was ich immer machen wollte.

Was würdet ihr an meiner Stelle machen? Ausharren, bis es irgendwann mal besser wird? Oder doch die Abteilung wechseln?


Schon mal Danke und lieben Gruß,

Fussel
Hitman
Hallöchen Fussel,

hmm scheint so als wäre dies die klassische Vollendung des Mobbings...oder eben der Chef hat ein "Auge" auf Dich geworfen;-)..und möchte so Deine Neugierde wecken...gibt verschiedene Möglichkeiten..oder eben Du bist wirklich zu langsam (sorry) und seine Antipathie Dir gegenueber ist gerechtfertigt...Versuche es doch mal über den Betriebsrat (wenn Ihr einen habt) oder einer Vertrauensperson...gibts ja in jeder gut funktionierenden Firma mittlerweile;-)
Wenn das Nichts bringt dann wuerde ich persönlich die Abteilung wechseln..ganz easy.

LG
Rasy
Das ist aber eine schwierige Frage, aber ich denke, ob du wechseln solltest oder nicht, kannst nur du entscheiden.
Es gibt bei dir nun leider zwei Seiten der Medaille, erstens: machst du deine Arbeit im Moment gerne, aber zweitens ist nun mal dein Chef nicht gerade der Freundlichste.

Und da du auch die Möglichkeit hättest zu wechseln, musst du dich eigentlich nur selber fragen, wieviel du verträgst, oder wie lange du sowas vertragen kannst. Ich geb' dir mal ein Beispiel (dass soll jetzt aber keine Entscheidungshilfe sein):
Eine Freundin von mir war Arzthelferin, hat ihre Lehre zweieinhalb Jahre bei einem Arzt gemacht, der nur an ihr herumgenörgelt hat, dann hat sie in eine andere Praxis gewechselt, nur leider war es da genau dasselbe, jetzt nach vier Jahren hatte sie nun endlich genug, und ertrug den ganzen Druck nicht mehr. Sie hat sich fast selbst kaputt gemacht und mit der Zeit gar nicht mehr gemerkt, wie fertig sie das eigentlich alles gemacht hatte.
Jetzt hat sie einen ganz anderen Job, sie hatte einfach die Lust am Beruf verloren, auch wegen der Arbeitsumstände.

Nun ja, vielleicht kann es dir ein wenig helfen...
viele Grüße Rasy.
jeanny
Hallo Fussel,

ich glaube an deiner Stelle würde ich da auch glatt aus der Haut fahren. Nur das Problem: wie soll man sich da wehren??

Ich kann dir leider auch nicht sagen, ob du die Abteilung wieder wechseln solltest. Auf der einen Seite gefällt dir der Job dort viel besser, auf der anderen aber ist der Vorgesetzte der reinste Horror.
Ich denke allerdings, auf Dauer macht der schönere Job auch keinen Spaß mehr, wenn man ständig nur angemault wird und es nicht recht machen kann...

Hitman hat Recht, der Betriebsrat wäre eine gute Möglichkeit und falls das nichts bringt, musst du halt abwägen, wobei ich wohl dann auch eher dazu tendieren würde, die Abteilung zu wechseln, auch wenn der Job mich nicht so ganz ausfüllen würde, aber hauptsache das Drumherum stimmt und man wird nicht vom Vorgesetzten "gemobbt".

Wünsch dir alles Liebe bei deiner Entscheidung und auch weiterhin,

jeanny
Hitman
....oder eben Full Contact..frag´doch mal Deinen Chef "face to face" warum er sich Dir gegenueber so mies verhält...dann hätteste die genaue Ansage und muesstest Dich nicht quälen.
Ich wette das Dein Chef ein Weichei ist...der sich nur hinter seiner Krawatte versteckt um Eindruck zu schinden ....armes Deutschland..Leuts mit Anzug und Krawatte denken Sie wären es?..Irrtum...das sind die Jammerlappen die nur einmal im Monat Sex haben...sprech ihn doch mal an..er wird Dich schon nicht auffressen;-)

LG
JoE101
Hm, was die Qualifikation vom Vorgesetzen mit der Quantität seines Sexes und dem Anzug zu tun hat, leuchtet mir nicht ein.


Ich denke schon, dass ein klärendes Gespräch das einzige ist, was dich weiterbringen kann. Kann da nur mutmaßen, aber ich denke, es kommt eines zum anderem, dass du kleine Fehler machst, diese fallen auf, werden gerügt und man macht neue Fehler. Ich denke in deiner neuen Abteilung hast du mehr Verantwortung und nun will dein Chef dich halt auf die Probe stellen, also versuche diese Aufgabe zu meistern, und wenn es das nicht ist, dann sollte ggf. ein Abtelilungs- oder gar Arbeitgeberwechsel folgen? Schnell ist man heute dazu geneigt alles auf Mobbing, Anmachen zu deuten, so wie es hier ja auch gepostet wurde.

Rede mit dem Chef und versuche seine Sicht der Dinge zu verstehen.

Letzlich ist es am wichtigsten, dass man sich wohl fühlt, wo man die meiste Zeit des Tages verbingt.
Fussel
Hi an alle!

Danke für eure Antworten! großes Grinsen

Also, ob das wirklich Mobbing ist, was mir da entgegen gebracht wird, weiss ich ehrlich gesagt nicht, da ich sowas nur schlecht einschätzen kann. Wo fängt "Mobbing" denn genau an? Vielleicht eher Ansichtssache, oder? *kratzamKopf*

@Hitman:
Ja, manchmal arbeite ich auch langsam... aber zu Recht! Manche Aufgaben (vor allem solche, die ich zum ersten Mal mache, oder die eben schwierig zu lösen sind) möchte ich einfach gründlich erledigen. Also, besser etwas langsamer und dafür ordentlich, als schnell und qualitativ minderwertig. Habe darüber schon öfter mit meinen beiden "Obrigkeiten" gesprochen - und eigentlich hat es ihnen eingeleuchtet!
Da sieht man mal wieder, dass reden bei ihnen nicht viel bringt.

Wenn ich Fehler mache, dann stehe ich auch dazu. Ihr wisst ja: Wo gehobelt wird, da fallen auch Späne.
Aber ich sehe es einfach nicht ein, warum ich Fehler ausbaden sollte, die andere verursacht haben!

Ein Kollege von mir setzt sich fast immer zur Wehr, wenn er sich ungerecht behandelt fühlt. Er sagt dann sofort seine Meinung. Aber das bringt im Endeffekt nichts weiter, als großes Gebrüll (<- ja, mein Vorgesetzter fängt dann an, erst ihn und dann auch uns alle anzuschreien...)
Wenn ich persönlich mal meine Meinung äußern will, fällt mir unser Vorgesetzter ins Wort: "Ich dulde da keine Diskussionen!"
Würde ich dann damit zu unserem Chef gehen, würde es nicht anders ablaufen!
Wie soll man da bitte ein klärendes Gespräch führen?

Ich arbeite in einer großen Firma, also gibt es selbstverständlich einen Betriebsrat. Doch auch der Weg dort hin würde mir nichts bringen. Unser Chef hat uns da schon vor längerem deutlich in die Schranken gewiesen. Ich zitiere ihn jetzt nicht, aber er sagte etwas nach dem Motto:
"Geht doch zum Betriebsrat, wenn ihr wollt, aber wem am Ende geglaubt wird und wer dann den Kürzeren zieht, werdet ihr ja sehen."
(Erpressung???)


Heute Morgen hat uns unser Chef alle zusammengetrommelt und ein Heidentheater gemacht. Das beste daran ist, dass er mich vor versammelter Mannschaft zusammengestaucht hat, hat eine Liste mit den Dingen vorgelesen, bei denen ich angeblich schlampig gearbeitet hätte!
SCHÖN! (Vor kurzem sagte er mir noch, wie zufrieden er mit meiner Arbeit sei...)
Schade nur, dass er nicht erwähnt hat, WAS ich falsch gemacht haben soll. Nun meinte er, dass er sich morgen mit mir und meinem Vorgesetzten zusammen setzen will, um das Ganze auszudiskutieren. (Fragt sich nur, wer diskutieren darf und wer nicht!)

Wer weiss, vielleicht droht mir ja nun der Rauswurf. Jedenfalls hat unser Chef heute morgen etwas von "zukünftigen Konsequenzen" gesagt. Nun, ich werde erstmal morgen abwarten, dann wird er mir ja sagen, welche Fehler ich angeblich gemacht habe. Aber dass ich mich dann rechtfertigen DARF, glaube ich weniger.

Übrigens: Heute morgen wurden vor mir auch einem anderen Kollegen Fehler unterstellt. Später - in einem unbeobachteten Moment - hat er mir seine Arbeiten gezeigt. Und ich kann nur sagen: Die vorgeworfenen Fehler sind komplett aus der Luft gegriffen!


Nee, wohl fühle ich mich in der Abteilung nicht mehr. Da bin ich aber nicht die einzige. Auch andere Kollegen sind schwer am Überlegen, sich anders zu orientieren.
Unser Chef hat zu allererst schlechte Laune, die überträgt er an unseren Vorgesetzten (der meines Erachtens selber total überfordert ist), und schlussendlich verbreitet er diese miese Stimmung auf uns. Kann man da noch glücklich und motiviert sein?


Liebe Grüße und nochmals Danke für eure Meinungen,

Fussel
Hitman
Hallöchen Fussel,

scheint ja einiges schief zu laufen in Deiner Firma...es wäre doch einen Versuch wert,wenn Du und andere (die sich eben auch gemobbt fühlen) zusammen zum Betriebsrat zu gehn und denen Eure Sorgen zu unterbreiten.
Was Euer Chef mit Euch macht ist ja "ganz grosses Tennis"...also ich wuerde mich da nicht so leicht auf erpresserische Art und Weise die Tageslaune verderben lassen...gut leichter ge"sagt" als getan...doch das was Du hier preis gibst von Deiner momentanen beruflichen Situation ist schon derb...als Arbeitnehmer hat man auch Rechte...und diese rechte solltest Du nutzen um Dich anschliessend wieder wohler zu fuehlen;-)

LG
bummi
Hi


Ich habe auch schon einmal so eine ähnliche situation im job gehabt und ich kann nur sagen : spitz paß auf!

vielleicht ist es nur ein "test" von deinem vorgesetzten......?

halt dich weitgehenst zurück wenn du diesen job behalten willst (auch wenn es noch so schwer fällt). private "Meinungen" und "Diskussionen" sind in einer großen Firma erst recht tabu. Und derjenige der den Mund überhaupt aufmacht )auch wenn er im Recht ist) zieht in solchen fällen meistens die A-Karte......

Immer alles "verharmlosen" und auch ruhig mal blöd stellen wenn es zu einem dreier gespräch morgen kommen sollte. Vergiß nicht: die anderen sitzen wohlmöglich am "längeren Hebel" auch wenns nicht paßt....

be carefull....

Alles Gute und Kopf hoch


Lg, Bummi
bummi
P.S. betriebsrat und Chef stecken meist unter einer Decke........so ist das leider mit den Abhängigkeiten....
Fussel
Hallo ihr beiden!

Zunächst einmal zu dem angekündigten Gespräch: Es hat bisher NICHT stattgefunden!
Habe den ganzen Do. auf glühenden Kohlen gesessen und darauf gewartet, dass unser Chef mich und den Vorgesetzten zu sich ins Büro zitiert. Aber nichts!
Hatte mir nach Feierabend dann vorgenommen, am nächsten Tag von selber auf unseren Chef zu zu gehen. War auch nicht möglich, denn er war am Fr. gar nicht da!!! Mein Vorgesetzter hat davon gewusst, aber keinen Ton gesagt...
Sa. musste ich auch arbeiten kommen. Mir ging es gar nicht gut, was sich dann auch leider in meiner Arbeitsweise widergespiegelt hat. unglücklich Da sind mir jetzt wirklich Fehler unterlaufen, die ich nicht bestreiten kann.

Am Do. bekam ich einen Reparaturauftrag. Nach Sichtung des Problems schlug ich meinem Vorgesetzten eine Lösung vor, aber er sagte: Nein, mach erst dies und das! Ohne Widerworte tat ich, was er sagte, doch es brachte keinen Erfolg. Am Fr. setzte ich den Auftrag fort und mein Vorgesetzter sagte, ich solle nun das ausprobieren, was ich am vorigen Tag schon vorgeschlagen hatte. Tat ich dann. Und es brachte Erfolg.
Zum Schluss stellte es mein Vorgesetzter so hin, als ob ich diesen Lösungsvorschlag nie gemacht hätte!
Ich hätte ko**en können! böse


@Hitman:
Es traut sich keiner von uns Kollegen, zum Betriebsrat zu gehen! Wir alle sind stark eingeschüchtert, was das betrifft. Unser ältester Kollege hat es erlebt, dass sich damals einer beim Betriebsrat über div. Umstände in der Abteilung beschwert hat. Resultat war, dass dieser Mann aus der Abteilung geschmissen wurde...

...etwas ähnliches habe ich auch in meiner alten Abteilung mitbekommen - live...

Rechte für Arbeitnehmer hin oder her, es kommt mir so vor, als seien diese "Rechte" einfach nur eine hübsche Fassade.


@Bummi:
Ja, stimmt, Zurückhaltung scheint das einzig mögliche zu sein. Ist nur sehr schwer, wenn man innerlich am Brodeln ist!
Ironischerweise haben wir in unserer Firma eine Regelung, die sich auf Gleichberechtigung, Fairness und Menschlichkeit beruft. Wie man merkt, findet diese Regelung in der Praxis nahezu keine Anwendung!

Du hast Recht, Betriebsrat und Chef stecken unter Garantie unter einer Decke. Anders kann ich es mir jedenfalls nicht erklären, dass solche Situationen überhaupt zustande kommen.


In zwei Stunden muss ich los zur Arbeit, habe diese Woche Spätschicht. Ich ahne Übles.



Vielen Dank für eure Antworten, der Denkanstoß ist auf jeden Fall gegeben! Freude

lg,

Eure
Fussel
Fussel
*schieb* biggrin

In 15 Monaten kann sich einiges tun.
Nach wie vor bin ich in dieser Abteilung tätig. Aber was nach meinem letzten Beitrag so alles abgegangen ist, kann man sich wahrscheinlich denken.

Die Laune unseres Vorgesetzten ist immer mehr ins Bodenlose abgesunken. Angefangen damit, dass er uns vor der Wahl eines Vertrauensmannes in unserer Abteilung manipulieren wollte ("Also, ich fände es gar nicht gut, wenn Kollege XY Vertrauensmann werden würde, da hätte ich ein Problem mit." etc, natürlich jedem Kollegen einzeln und mit wütendem Blick eingetrichtert). Bei der Wahl haben sich dann alle enthalten - nur ICH nicht! Werde ja schließlich wenigstens noch eine eigene Meinung haben dürfen! Schlussendlich ist XY dann Vertrauensmann geworden, was mir mein Vorgesetzter immer wieder durch die Blume gesprochen vorwarf.
Bis hin zu seinen Ausrastern, wenn mal jemand eine Schranktür einen Spalt hat offen stehen lassen...!
Und weiss der Geier, was noch alles... jeder Tag brachte neuen Ärger.

Anfang des Jahres hat sich ein Kollege dann unserem Chef offenbart, dieser hatte von all den Extremen ja nichts mehr mitbekommen. Ein anderer Kollege ist wutschnaubend zum Betriebsrat gestrampft...

Daraufhin muss unser Vorgesetzter gewaltig Ärger bekommen haben, denn eines Tages war er plötzlich wie ausgewechselt! Kein Geschimpfe, kein Gebrülle, keine Drohungen mehr.
Kurz darauf fand ein "offenes Gespräch" abteilungsintern statt, bei dem auch ein Mitarbeiter des Betriebsrates zugegen war. Von uns wurde so einiges nochmal auf den Tisch gebracht, was uns die vergangenen knapp 2 Jahre Magenschmerzen bereitet hat. Unser Vorgesetzter wurde recht kleinlaut, warum wir ihn denn nicht einfach mal in einer ruhigen Minute darauf angesprochen hätten... (Dies wurde ja von mehreren Kollegen - auch von mir - versucht, aber er hatte ja ewig abgeblockt!)

Dank des Mannes vom Betriebsrat soll ich auch bald eine Lohnerhöhung bekommen. Dass ich unterbezahlt bin, wurde von einem Kollegen angesprochen und der Betriebsrat hat Cheffe wohl leicht unter Druck gesetzt ("Sowas geht doch nicht, nach so einer langen Zeit guter Arbeit...") Mal schauen, was daraus wird...
(Ja, ich hätte meinen Chef auch selber mal auf die Lohnerhöhung ansprechen können... ABER: Habe ja ständig vom Vorgesetzten eingeredet bekommen, wie schlecht ich doch alles mache...)

Trotz all dem bin ich persönlich seeeehr skeptisch. Die letzten Wochen liefen an und für sich relativ gut ab, aber man merkt schon noch deutlich, dass dicke Luft herrscht. Unser Vorgesetzter ist zwar weitgehenst freundlich, wer jedoch zwischen den Zeilen lesen kann, der weiss, dass er sich immer noch nicht wirklich geändert hat. Und bisher ist noch niemand von uns Kollegen von "Abwanderungsgedanken" kuriert. Naja, 2 Jahre voller Schrecken kann man ja auch nicht mal eben so unter den Teppich kehren.


LG,

Fussel