[wieder Single] Wenn die Trennung schließlich doch rational entschieden wird!

DuDa
Eigentlich weiss ich gar nicht so recht was ich hier soll, weil eigentlich alles glasklar ist. Da niemand wirklich gerne lange Texte ließt, versuche ich mich kurz zu halten und es trotzdem verständlich rüber zu bringen.

Nach vielem hin- und her haben wir am Dienstag (nach einem der ungezählten morgentlichen Streitigkeiten) beschlossen uns zu trennen. Wir waren 4,5 Jahre zusammen. Wir kennen uns bereits seit 10 Jahren und er war - bis wir zusammen kamen - mein bester Freund. Unsere Beziehung entstand unter den schlimmstmöglichen Bedingungen: Ich war mir seinem Freund zusammen, wir begannen eine Affaire und ich wurde von ihm schwanger.
Was ich damit sagen will, ist, dass es eigentlich keine "verliebtheitsphase" von seiner Seite gab und mich diese Tatsache immer fast zur Verzweiflung trieb.
Ich habe Kinder aus meiner Ehe, die er sehr liebt und wir haben einen gemeinsamen Sohn. Als Vater verleihe ich ihm einen Orden (er ist der beste Vater den man sich für sein Kind wünschen kann), aber als Partner ist er 'ne Zumutung.
Er erfüllt alle männlichen Klischees die man sich denken kann, aber er hat unzweifelhaft Tugenden, die mehr als liebenswert sind.
Unsere Diskussionen drehten sich in den vergangenen Jahren im Kreis. Wir warfen uns eigentlich immer die gleichen Dinge vor, änderten uns dann mal eben kurzfristig, um innerhalb kürzester Zeit wieder in alte Muster zu verfallen.
Er ist ein Mensch der viel Zeit und Raum für sich braucht und den ich ihm zugestand. Er bat um Verständnis, dass er nach der Arbeit eine Stunde zur U-Bahnstation spaziert, weil er den ganzen Tag Menschen um sich habe und einfach runter kommen muss, bevor er nachhause kommt. Mein Verständnis hielt sich in Grenzen, aber es war klug ihm diese Zeit zu geben. Es wäre nur schön gewesen, er hätte in dieser Zeit kein Bier gebaucht um sich auf den Abend zuhause vorzubereiten.
Er hat mir nie gesagt das ich er mich liebt, nur " Ich Dich auch", wenn ich es ihm sagte.
Vor 1,5 Jahren fing ich nochmal an zu studieren. Studium und Kids sind 'ne harte Nummer und es bleibt so manches unerledigt, was man auf's Wochenende verschieben muss. Alle halten mich für "Superwoman" und er glaubt das sein Arbeitstag 10x so anstrengend sei wie meiner (O-Ton).
Wir haben uns immer mal wieder für einige Tage oder Wochen räumlich getrennt und waren nach solchen Pausen nicht nur (kurzfristig) total geil aufeinander, sondern verstanden uns einfach nur super und hatten - bis zur nächsten Eskalation - eine großartige Zeit.
Ich liebe diesen Mann mehr als man mit Worten beschreiben kann und jede Minute ohne ihn kommt mir wie Lebenszeitverschwendung vor. Ich weiss, er wird mir nie das geben können was ich eigentlich verdiene, andererseits bin mir auch davon überzeugt, dass da draußen kein anderer Mann rumrennt, der soviele einmalig wundervollen Eigenschaften in sich vereint.
Würde ich heute zu ihm gehen und ein Gespräch beginnen, weiss ich, dass wir wieder zusammen kämen und nach Lösungen für unsere Probleme suchen würden. Während solchen Gesprächen hatten wir immer supergute Ideen und setzten diese dann nicht um. Natürlich dauert es nicht lange bis man merkt, dass man sich mal wieder zuviel vorgenommen hat und fällt in noch größere Depressionen.
Ich weiss, dass klingt alles total konfus, aber es entspricht auch genau dem was ich zur Zeit fühle. Ich fühle mich leer und durcheinander.
In wenigen Stunden kommt er und bringt unser Kind. Als er ihn gestern abholte, habe ich in seiner Gegenwart angefangen zu weinen. Hätte ich nicht tun müssen, ich habe in 4 Tagen 5 Kilo abgenommen und sehe aus wie ein Zombie.
Wenn ich an Weihnachten denke wird mir schlecht.

Nun ist es doch ziemlich lang geworden, aber trotzdem danke für's zuhören!

D.

Nachtrag (3 Stunden (?) Stunden) später:

Alles Lüge! Ich mache mir was vor!
Grade hat er unseren Sohn wiedergebracht. Es tat so gut ihn zu sehen. Ich hatte solche Sehnsucht nach ihm und habe...Blödsinn gemacht und ihn wohl unterschätzt.
Nein, er würde nicht (wie oben geschrieben) nochmal mit mir drüber reden wollen und es wieder probieren.
Ich war verzweifelt und versuchte ihn spontan in den Arm zu nehmen als er gehen wollte. Er hat sich gewehrt und ging.
Meine klaren Worte von Dienstag sind Schnee von gestern. Ich will diesen Mann zurück. Wo ist die Einsicht hin, dass es eh nie funktioniert hätte? Wollte ich Spielchen spielen?
Mir tut alles weh. Ich kann nichtmal weinen vor Ohnmacht.
Im Zimmer über mir spielen meine Kinder. Wären sie nicht da würde ich größeren Blödsinn machen...
Ich weiss, die Zeit heilt diesen Schmerz. Die Vorstellung, dass er mir irgendwann irgendwie fremd sein wird tut weh.Darf ich ihn wirklich nie wieder berühren?
Wenn ich ihn nur für eine Weile nicht sehen müsste.
Dieser Schmerz macht Wahnsinnig im wahrsten Sinne des Wortes.
Ich dreh' durch...
Mystik
Hallo Duda!

Im Grunde liest sich das alles hier, als wenn du dir einfach einmal "Luft" verschaffen wolltest - einfach alles mal grob von der Seele reden.

Ich schätze und denke, dass du hier innerhalb einer gewissen Anonymität Dinge bzw. Situationen ansprechen kannst, die du in der Form im Bereich deines Verwandten- oder Freundeskreises vielleicht nicht ausgesprochen bekommst - aus welchen Gründen auch immer.

Ich bin mir nicht sicher, ob du hierher gekommen bist - Hallo! an Bord übrigens erst einmal daumenhoch - um dir unter gewissen Umständen einen Rat zu holen, da du dir vielleicht uneins mit dir selber bist.

Auf den ersten Blick glaube ich, das eure gemeinsamen Problemen das kleinere Übel sind, wohingegen eure individuellen Problemen, die jeder von euch für sich selbst hat, einen derartigen Stellenwert in eurem Leben eingenommen haben, so dass diese deutlich zwischen eurer Beziehung stehen.

Ich kann deinen Mann in der Hinsicht verstehen, dass er sich nach einem harten, vielleicht auch stressigen Arbeitstag eine Art Auszeit gönnt, indem er ungezwungen und ohne jeden Zeitdruck gemütlich zur U-Bahn spaziert. Unter gewissen Aspekten kann ich weiterhin nachvollziehen, dass er sich auf dem Wege dorthin ein Bierchen auf zwei gönnt. Dennoch habe ich das Gefühl, dass er diese Gelegenheiten nutzt, um mit jenem Teil des Tages für sich selbst abzuschließen, ohne dich damit zu belasten, was zwangsläufig oftmals in Streitigkeiten ausarten kann.

Im Verlaufe eigener Beziehungen ist mir aufgefallen, dass man seinen Partner nicht wirklich "umkrempeln" kann - jedenfalls nicht dauerhaft. Innerhalb gewisser Grenzen kann man Kompromisse eingehen, welche wiederum auf Gegenseitigkeit beruhen sollten, doch wirklich "abändern" kann man kaum jemanden.

Das Männer oftmals die üblichen Klischees erfüllen und in die Sparte "Gefühlskrüppel" eingruppiert werden sollten... nun ja, nobody is perfect!

Ich glaube nicht, dass er dir sich "schönsaufen" wollte, oder um einen gewissen Mut zu erlangen, ehe er Die Haustür betritt. Ich denke vielmehr, dass er sich einen Teil seines eigenen Kummers sowie vielleicht auch vorhandene Sorgen und Ängste runterspülen wollte.

Ich gehöre auch zu jenen Männern, die massive Angst vor den besagten heiligen 3 Worten haben, welche ihr Frauen zu hören erhofft. In diesem Punkt muss man jedoch die Männerwelt verstehen können, was wiederum für euch holde Weiblichkeiten fast genauso schwer erscheint, wie wir männlichen Kandidaten euch vermutlich nie verstehen werden.

Auch wenn es sich vermutlich recht altmodisch, vergangen oder weit hergeholt anhört, ich verweise dennoch an unseren Stellenwert in jenen Zeiten, als wir noch "Jäger und Sammler" waren. Wir Männer haben mit Gefühlen so unsere Probleme, auch wenn wir oftmals der Überzeugung sind, dass jenes Pensum, welches wir euch offerieren, durchaus ausreichend sein sollte. Jenes Pensum, welches wir für uns benötigen, ist im "Normalfall" immens kleiner und entspricht vielleicht gerade einmal 10% dessen, was ihr wirklich benötigt. Wir können aber selten über unseren eigenen Schatten springen und sagen: "Ich liebe dich!"

Wir fühlen uns dumm dabei, verweichlicht, nicht als Mann. Wir sind der festen Überzeugung, dass wir das starke (männliche) Geschlecht sind, welches keine Zeit für Gefühle aufbringen kann, da es sich um die "wesentlichen" Dinge kümmern muss - Geld verdienen, Familie versorgen (etc.).

Ehrlich gesagt und man achte darauch, dass sagt nun ein Mann... "Pustekuchen!"

Klassisches Beispiel dafür... ein Mann ist erkältet - die Welt geht im Normalfall mindestens unter, niemand weiß, welche Schmerzen das sind... Wie Jürgen von der Lippe einst sagte: "Stellt euch einmal vor, Männer bekämen ihre Menstruation... die würden sich Matratzen zwischen die Beine klemmen, da sie Angst haben, sie würden verbluten."

Weißt du, es kommt in einer Beziehung doch auf so viele Faktoren an wie: Respekt, Freundschaft, Akzeptanz, Verständnis, Fürsorge, Hilfsbereitschaft (usw.). Kann man dann über gewisse Schwächen - aus seiner Sicht Stärken - nicht hinwegsehen?

Man sollte seinem Partner gegenüber Respekt zollen, wenn er Schwächen zeigt, denn im Grunde hardert er mit seinen Gefühlen stärker, als dass er sich Gedanken darüber macht, wie einfach es doch wäre "Ich liebe dich" zu sagen.

Auch wenn er sich in seiner Klischee-Welt wohlfühlt, wobei ich ziemlich sicher bin, dass dies eher Rudelzwang ist, als eigene Einstellung, denke ich, dass er dir nicht nur ein guter Freund war und ist. Vergesse nicht, dass er von dir den Ehrenorden des "Besten Vaters von Welt" erhalten hat.

Männer sind immer davon überzeugt, dass das, was sie mitmachen, 10-fach schlimmer ist, als ein "jeder" Mensch auf der Welt mitmachen muss. Lass ihn in dem Glauben, du weißt doch, wie es sich wirklich verhält, oder?

Ich denke (zum Abschluss), dass eure Beziehung eine potentielle Chance hat. Wenn ihr es dauerhaft mit Gesprächen, Versprechen und guter Zurederei nicht selber "auf die Kette" bekommt, dann nutzt die Möglichkeit einer Eheberatung. Professionelle Hilfe kann gerade in dieser Hinsicht wahre Wunder bewirken. Rauft euch zusammen, sprecht über gemeinsame und auch individuelle Probleme. Und wenn all das nicht in der Form fruchten sollte, wie ihr beide es euch erhofft, dann geht gemeinsam zu einer Beratungsstelle. Arbeitet an euch; eure Beziehung ist nicht den Bach runtergelaufen, sie verdient eine weitere Chance.

In diesem Sinne... Liebe Grüße

Apo
DuDa
Lieber Apo,

Deine Worte wären die Salbe meiner gepeinigten Seele, wenn er meinen (völlig irrsinnigen) Versuch ihn in den Arm zu nehmen (siehe Nachtrag in meinem Text oben) nicht auf diese Weise beabtwortet hätte. Er hat das noch nie getan und ich glaube das es seine Art war mir zu zeigen, dass die Trennung für ihn tatsächlich stattgefunden hat.
Ich habe seit Dienstag kaum geweint. Nun weiss ich weshalb.
Die Hoffnung, dass er zur Besinnung kommt und bei meinem ersten Versuch die "Sache zu kippen" wie immer darauf einsteigt war nämlich gar keine Hoffnung, sondern in den Prozess mit eingerechnet. Tja, dumm gelaufen...
Er hat sich von mir frei gemacht und so wie ich ihn einschätze wird er diesen Weg zuende gehn. Man kann ihm vieles vorwerfen, aber keine inkonsequenz.
Das Schlimmste ist, dass ich mich nun für den Versuch schäme....maßlos schäme. Ich merke wie mein Herz mir unentwegt zuflüstert: "Keine Sorge, er braucht nur Zeit. Er wird merken wie sehr er Dich und die Kinder braucht. Gib ihm diese Zeit und er kommt wieder!"
Blödsinn!!!
Die Art und Weise wie er sich aus meiner Umklammerung löste, sagte mehr als tausend Worte und vielleicht ist er der Vernünftigere von uns beiden.
Mystik
daumenhoch

Du zu spät, oder aber ich zu früh... Augenzwinkern

Nun gut, sicherlich wirft dieser Aspekt nun ein anderes Licht auf die derzeitige Situation, als kurz zuvor vor deinem Nachtrag.

Zeitliche Trennungen scheinen bei euch - verzeihe mir - ja nicht unbedingt selten vorzukommen, wobei nicht genau ersichtlich ist, wie oft dies nun schon der Fall war.

Weiterhin lässt sich nicht erkennen, wie groß die Zeiträume waren, in denen ihr getrennt ward (-t?) sowie man nun ebenfalls nicht weiß, ob die Zeitabstände zwischen den einzelnen Trennungen vielleicht kürzer wurden.

Undurchsichtig erscheint mir auch der Aspekt, ob ihr euch beide nun im gegenseitigen Einverständnis getrennt habt, oder aber die Trennung von einer dominierenden Person ausging, wobei ich instinktiv denke, dass die Trennung deinerseits wünschenswerter war, als vermutlich seinerseits - reine Spekulation.

Warst du in diesem Falle der Agressor für die Trennung - berücksichtigend, dass die Trennung gerade mal gut 5 Tage zurückliegt - kann ich mich in seine Lage wiederum recht gut versetzen.

Hätte mir meine Frau vor 5 Tagen gesagt, dass es besser wäre, sich zu trennen - ich hätte dem zugestimmt - und wäre sie dann auf mich zugekommen, um mich zurückzuholen (wobei eine Trennung nicht Seltenheitswert genießt), nun ja... ich hätte mit ziemlicher Sicherheit genauso reagiert - scusa, aber ich würde mir dann ein wenig verarscht vorkommen.

Wie gesagt, dies ist reine Spekulation, ich weiß schließlich nicht, wie es genau abgelaufen ist, aber wäre dies eine greifbare Situation für mich.

Von jeglichem Blödsinn rate ich dir strikt ab, da du einerseits durchaus die Verantwortung für deine Kinder zu tragen hast, andererseits ist kein Mann der Welt es wert, dass man sich für ihn etwas antut - sofern ich das nun richtig gedeutet habe.

Gut, dass es ein Fehler war, ihn in den Arm zu nehmen, weißt du ja jetzt - darüber nachzudenken bringt allerdings nichts, zumal es auch nachkarten wäre. Und ganz ehrlich, wenn es deinerseits schon fast eiskalte Berechnung war, dann musst du dieses Mal die Konsequenzen tragen.

Inkonsequenz werfe ich ihm dennoch vor, da er schließlich immer wieder zu dir zurückgekehrt ist, doch wie es dieses Mal ausgehen wird...?

Ich denke, du solltest etwas Abstand gewinnen und in diesem Punkt auf dein Herz hören, auch wenn ich weiß, dass dies leichter gesagt als getan ist. Gönne ihm eine gewisse Zeit, denn letzten Endes dazu zwingen kannst du ihn nicht.

Fakt ist, und dies erwähnt ich schon andernorts hier im Forum, dass du nur gewinnen kannst - auch wenn es nur eine zusätzliche Erfahrung ist.

Schenk dir mal ein Gläschen Wein ein, lausche der Musik im Hintergrund und lass den ganzen Kummer einmal in Strömen aus dir fließen. Dadurch wird sich zwar nichts ändern, aber vielleicht geht es dir dann für einen Moment mal etwas besser.

Ein guter Tipp noch...

Widme dich deinen Kindern, lenke dich ab, verfolge deine Ziele und denke noch nicht an Weihnachten, denn in den Tagen kann sich noch verflucht viel tun - auch seinerseits... daumenhoch
DuDa
Ach Apo, ich hoffe Du bist glücklich verheiratet/liiert, weil ich Dir sonst fast umgehend einen Heiratsantrag mache. großes Grinsen

Nee, Scherz beiseite. Das sind schon ganz schön kluge Sachen die Du da vermutest. Ich kann Dir sogar ein paar Tatsachen zu Deinen Spekulationen liefern.

Wir haben uns in den vergangenen 4,5 Jahren 3 mal "getrennt", wobei die längste Trennung 5 Wochen dauerte. Allerdings wurde sie noch nie vorher so klar und unmissverständlich artikuliert wie dieses mal. Soviel zum ernst der Angelegenheit.
Die Situation war dieses mal diese, dass wir uns - wie so oft - morgens gezofft haben und ich ihm daraufhin SMS-artig mitteilte, dass es so auf keinen Fall weitergehe. Am Abend kam er ziemlich angenascht nachhause (O-Ton: "Ich wäre heute alles nur nicht nüchtern her gekommen") und wir hatten eigentlich die gleiche Diskussion wie immer: gegenseitige Vorwürfe und die Einsicht, dass es eigentlich nur die Trennung geben kann.
Am nächsten Morgen packte er (gründlicher als die Male davor) und ging.

Wenn ich mal spekulieren dürfte, würde ich annehmen, dass er tatsächlich keinen Ausweg aus unseren Problemen mehr sieht, weil es nichts gibt, was wir uns nicht schon vorgenommen hätten um diese zu beseitigen. Fulltimejob und Großfamilie überfordern ihn bedingungslos.
Vor ca. einem Jahr sind wir tatsächlich zu einem Paartherapeuten gewandert, der allerdings nicht den gewünschten Erfolg brachte. Im Gegenteil, die Situation eskalierte und wir trennten uns für die längste Zeit unserer Beziehung (5 Wochen).
Im nach hinein sei gesagt, dass ich den Therapeuten nicht wirklich kompetent genug für unsere Problematik hielt.
Als wir uns nach 5 Wochen wieder näherten, waren wir viele Monate "Stressfrei". Er sagte seine Freizeit sei völlig überdosiert gewesen und er habe uns höllisch vermisst.

Er wird uns auch dieses mal vermissen, aber es wird ein "Abschiedsvermissen" sein. Du hast schon recht, er braucht Zeit. Aber es wird nicht die Zeit sein, die ich mir wünsche.

Da ich Deine ersten Einschätzungen großartig finde, würde mich Deine Meinung zu der ganzen Situation sehr interessieren. Allerdings mag ich hier nicht noch mehr Details auspacken, da einzelne Dinge so einmalig sind, dass der Wiedererkennungswert einfach zu groß wäre. Diese komplexen Einzelheiten sind für eine Gesamteinschätzung aber leider nicht unerheblich. Falls Du also erlaubst, würde ich Dir dieses gerne per PN mitteilen.

Ich danke Dir von ganzem Herzen für Deine aufmunternten Worte, die mir wirklich sehr geholfen haben.
D.
Mystik
Hallo Duda!

Ich wollte dir bereits gestern angeboten haben, dass du mich im persönlichen Zweifel durchaus per PN kontaktieren kannst, da ich mir ganz gut vorstellen kann, dass man unterschiedliche Details nun wirklich nicht der Öffentlichkeit preisgeben möchte.

Bezüglich des Heiratsantrages hätte ich mich dennoch geehrt gefühlt... elch

Da ich mich derzeit passiv, neutral in meiner 4. Beziehungskrise befinde - zwischen meiner Schwester sowie meinem Schwager - möchte ich sagen, dass ich mittlerweile über ein gewisses Quantum an Erfahrungen verfüge; von daher kann ich mich in mir bekannte Situationen recht gut reinversetzen. Und die Situation, die du derzeit erlebst, ähnelt der zwischen eben meiner Schwester und meinem Schwager sehr.

Dass er euch innerhalb eines gewissen Zeitraumes auch dieses Mal vermissen wird, steht absolut felsenfest - solche Gedanken kann man kaum verdrängen. Problematisch wird es nur dann, wenn er begonnen hat, abzuwiegen, was ihm wichtiger erscheint - Freiheit und Ruhe, oder Familie und Stress.

Auf den ersten Blick mag die Entscheidung sicherlich leicht zu fällen sein, jedoch müsste man dann zwangsläufig wirklich einmal ins Detail gehen, um sehen zu können, welche generelle Problematik zwischen dir und ihm vorliegt.

Ich schätze euch beide so ein, dass ihr beide bzw. jeder für sich vielleicht nicht ganz so einfach zu handhaben ist / seid. Im Gegensatz dazu kann man natürlich auch berücksichtigen, dass lediglich eine Person den ausschlaggebenden Terminus darstellt, wobei es sich dann schon wieder schwierig gestalten dürfte, lediglich im Zuge deiner alleinigen Version neutral zu urteilen.

Da die längste Trennungsphase gerade einmal gut 5 Wochen andauerte, möchte ich sagen, dass dies kein allzu großer Zeitraum ist. Hingegen sind 3 Trennungsphasen innerhalb von knapp 4 1/2 Jahren meines Erachtens schon wieder recht viel.

An deiner Stelle würde ich die Unmissverständlichkeit und Klarheit der letzten Trennung nicht allzu sehr ins Gweicht legen, da es durchaus nachvollziehbar ist, dass diese Phasen von Mal zu Mal immer energischer werden. Du darfst in diesem Punkt nicht vergessen, dass es nicht jedes Mal ein neuer Anlass ist, sondern dass bereits vorangegangene Trennungen dann jeweils auch einen gewissen Faktor ausmachen (können). Vielleicht kompensiert er aktuelle Probleme mit vergangenen, die wiederum auch einen Anlass zur Trennung ausmachten, so dass sein Frust dir gegenüber sowie seine Entschlossenheit stets immer einen "Tacken" heftiger wird.

Fulltimejob - Großfamilie (?) - bedingungslose Überforderung

Eine kurze Frage am Rande: Von wie vielen Kindern sprechen wir denn jetzt überhaupt - ich ging anhand deiner Andeutungen von 3 aus?

Wenn ich mir in Erinnerung zurückrufe, dass er so ziemlich sämtliche Klischees der Männerwelt besitzt, so gehe ich fast blindlings davon aus, dass er den Haushalt und alle damit verbundenen Aufgaben dir überlässt, oder?

Ich schätze also einmal, dass er Vollzeit arbeiten geht, um sich anschließend einer Großfamilie (?) gegenüber behaupten zu müssen. Also wenn es das wirklich sein sollte, dann stelle ich mir ernsthaft die Frage, wie man damit überfordert sein kann, aber dazu später noch mehr - auch aus meiner eigenen Sicht und Situation.

"Stressfreie Monate" - wie sehr die Ähnlichkeit zu meiner Schwester doch Einzug hält. Es ist doch immer wieder verwunderlich, wie schön und effektiv gegenseitige Kompromissbereitschaft und persönliche Abstriche doch sein können. Wie gravierend einem dann die eigentliche, umgangene Problematik, die einen im Verlaufe des Alltags wieder eingeholt hat, erscheint, ist verblüffend wie niederschmetternd. Alle guten Vorsätze, Versprechen und Absichten sind somit schnell wieder nichtig und unbedeutsam - "Willkommen in der Hölle!"

Im Bezug darauf, dass ihr euch bereits an einen Therapeuten gewandt habt, würde mich interessieren, ob ihr dies im Verlaufe eurer festgefahrenen Beziehung, oder aber innerhalb einer Trennungsphase gemacht habt. Ich denke nämlich, dass die Erfolge einer solchen Beratung innerhalb einer Trennungsphase bedeutender sein können, als wenn man sich anschließend am Abend nichts zu sagen hat, oder aber aus Rücksicht und Angst gegenüber dem Partner nichts zu sagen wagt.

Hinsichtlich seiner freizeitlichen Aktivitäten und der erwähnten Überdosierung schätze ich, dass er Ego genug ist, um eigene Bedürfnisse und Hobbies durchaus in den Vordergrund zu stellen. Dies ist ja nicht nur sein gutes Recht, sondern sei ihm ja durchaus auch gegönnt, solange er seine Familie dabei nicht vernachlässigt bzw. diese dann lediglich als Prellbock betrachtet.

Belassen wir es erst einmal bei diesen paar Zeilen, da mein Beitrag momentan eher Fragen aufwirft, als dass er Antworten bzw. Hilfestellungen bietet.

Wenn es dir hier zu sehr ins Detail gehen sollte, als dass man dich anhand deiner Individualität erkennen könnte, schreibe mir ruhig eine PN - das Angebot dazu steht und ist willkommen.

Ich verbleibe somit erst einmal mit

Liebe(n) Grüßen

Apo