jules1
Hallo,
ich habe das Buch "Hexenkind" von Sabine Thiessler gelesen, in dem Buch spannt eine Mutter, die sehr rege fremdgeht, ihrer Tochter den Mann aus.
Die Gefühle der Tochter sind ihr dabei völlig schnurzegal, sie will den Mann - und sie weiss,wie sie ihn bekommt.
Im Buch ...wird sie irgendwann dafür bestraft.
Mich stimmt sowas nachdenklich...denn das ist ja leider nicht nur Fiktion, das passiert tatsächlich und daher frage ich mich wie so oft: Ist das normal? Kann man Gefühle steuern? Kann man sich nicht eine Grenze setzen, selbst wenn es noch so sehr in einem wogt?
Ich bin mir nicht schlüssig, ob der thread nicht besser unter dem Titel Hexenkind ins Buchforum gehört, weil ich irgendwie auch über das Buch reden möchte....aber auch über die Thematik an sich.
Hat jemand hier das Buch schon gelesen? oder kann jemand etwas zum Thema sagen...
jules
trauri
Ich würde sagen, dass wir uns in diesem Forumbereich lediglich über die Thematik unterhalten und das Buch sozusagen Buch sein lassen

Wenn sich Beispiele zufällig mit der Geschichte im Buch ähneln (!), so hätte ich dagegen natürlich auch nichts einzuwenden, allerdings sollte alles was darüber hinausgeht in der Leseecke diskutiert werden.
Jedenfalls finde ich es sehr schwierig etwas allgemein dazu zu sagen, klar könnte man pauschalisieren und gleich sagen, dass es unnormal und sogar verachtenswert ist usw., aber viel interessanter fände ich eine spezielle Situation, denn es würden mir durchaus Situationen einfallen, in denen ich es keinesfalls als nicht normal empfinden würde. Soweit ich dich verstanden habe, geht es aber scheinbar um das bewusste und absichtliche Ausspannen des Freundes der eigenen Tochter. Nur spielen da zwei Personen eine Rolle, schließlich entscheidet er sich letztendlich gegen seine Freundin.
| Zitat: |
| Ist das normal? Kann man Gefühle steuern? Kann man sich nicht eine Grenze setzen, selbst wenn es noch so sehr in einem wogt? |
|
Normal in welcher Hinsicht? Normal sich in "irgendjemand" zu verlieben, warum nicht, schließlich ändern sich Gefühle nicht, nur weil derjenige mit irgendwen, und wenn auch mit der eigenen Tochter, zusammen ist. Gefühle steuern ist schwierig, bestenfalls verdrängen oder gar verarbeiten. Dazu muss ich sagen, dass für mich persönlich Gefühle zu steuern und zu verarbeiten zwei verschiedene Dinge sind, bei dem einem beeinflusse ich die Gefühle direkt, bei dem anderen indirekt, was in gewisser Weise auch zeitweises Verdrängen durchaus beinhalten kann (aber nicht nur).
Hm, eigentlich würde ich schon sagen, dass man sich Grenzen setzen kann und vorallem auch sollte, so sehr es auch einen erwischt hat. Nur da wären wir schon wieder bei dem Thema verbotene Liebe (kann Liebe verboten sein?), die letztendlich in eine moralische Frage endet. Ohne die eigenen Gefühle in irgendeine Weise beeinflussen zu können (wenn auch nur indirekt), dürfte es schwer sein auch eigene Grenzen zu halten, aber sie sich zu setzen, ist meiner Ansicht jedem möglich. Nur was ist mit denjenigen, die sich keine Grenzen setzen, womöglich erst garnicht auf die Idee kommen? Da wären wir wieder bei dem normal. Rücksichtslosigkeit und Unbedachtheit anderen gegenüber, insbesonderen der eigenen Tochter, empfinde ich z.B. nicht als normal...
Interssannt fände ich auch, was in solchen Menschen vorgeht? Wahre Liebe? Die Sehnsucht sich jung zufühlen, gleich der Tochter zu sein? Reiner Egoismus und Machthunger? Desinteresse (sich einfach keine Gedanken darum machen, nur im hier und jetzt zu leben)?
Aber auch wie es bei demjenigen aussieht, der sich sozusagen von der Mutter seiner Freundin einnehmen lässt?
jules1
Im Falle des Buches...hatte die Mutter insofern ein Problem mit Männern, dass sie sich haben musste...ob sie frei waren oder nicht. Sie musste sie haben...
Geliebt hat sie ihn nicht...diesen Mann, sie fand ihn interessant und erotisch anziehend.
...und genau das - finde ich frevelhaft. Erotische Anziehung...ist keine Entschuldigung...Liebe - vielleicht, aber Sex? Nein...
Erotische Gelüste sind zwar normal, aber moralisch-ethische Aspekte sollte man nicht ausser Acht lassen.
Eine Mutter...ist doch meist am Wohle ihres Kindes interessiert...sie freut sich mit über die erste oder zweite Liebe, leidet mit bei einer Trennung, hört zu...gibt Rat...
aber das sie sich präperiert und der unerfahrenen Tochter den Mann stiehlt (kann man das?) ...das finde ich abnorm.
jules
Mystik
Hallo jules!
Erlaube mir bitte eine Frage...
Welcher Aspekt wäre für dich denn schlimmer ... ?
- dass die Mutter einer Tochter deren Freund liebt
oder
- dass die Mutter mit dem Freund ihrer Tochter geschlafen hat
oder vielleicht
- dass sich die Mutter in den Freund ihrer Tochter verliebte und mit ihm schlief
oder ganz abstrakt
- dass die Mutter mit dem Freund ihrer Tochter geschlafen hat, ohne ihn zu lieben, sondern nur, um ihr etwas Schlechtes zu wollen
jules1
Letzteres kann ich am wenigsten gutheissen...
In meiner kleinen jules-Welt allerdings ...kommt das alles nicht vor; das lässt sich mit einer Vorstellung von einer Mutter-Tochter- Bindung nicht vereinbaren.
Das heisst nicht, dass ich nicht glaube, dass die Mutter sich vielleicht verlieben könnte...(obwohl ich das für unwahrscheinlich halte...), aber ausleben.....Nein. Absolut nein.
Mystik
Ich muss dir ganz ehrlich sagen, dass ich das Verhalten zur Zeit der Pharaonen in Ägypten bedeutend schlimmer finde...
Mutter heiratet und "liebt" Sohn
Vater ehelicht und "liebt" Tochter
...Bruder-Schwester-Inzest...
Das schien damals ganz normal zu sein, und ich denke, dass dies mitunter deshalb so gehandhabt wurde, um die Reinheit der familiären Blutslinie aufrecht zu erhalten.
Andere Gründe nicht ausgeschlossen...
Innerhalb deines Zusammenhangs denke ich aber, dass derartiges "Vorgehen" (Vergehen) besonders vom sozialen Umfeld abhängt.
Ich denke also, dass ein solches Ereignis bzw. eine solche Ambition in einem antisozialen Umfeld wahrscheinlicher ist, als innerhab normaler bzw. gehobener Kreise.
Ich würde diesen Aspekt nicht ansprechen, wenn ich dies vor gut 18 Jahren nicht selber miterlebt hätte. Besagte Mutter schlief allerdings nicht nur mit dem Freund (den Freunden) ihrer Tochter, sondern trieb auch Unzucht mit ihrem eigenen, erwachsenen Sohn. Von daher denke ich sehr wohl, dass innerhalb eines "solchen" antisozialen Umfelds derartige Dinge vorgehen können.
Andererseits möchte ich nicht ausschließen, dass so etwas in den Kreisen unserer Obrigkeit passieren kann. Kennst du die Filme "Wild at Heart" oder "Wild Things"?
jules1
Hm...asozial waren die Leute in dem Buch nicht...
Die Frau wuchs wohlbehütet aus...hatte allerdings Pech in der Wahl ihres ersten Mannes...die Tochter war ein "Schreikind"...ich denke, sie - die Mutter suchte Zuflucht in Affäiren...aber das erklärt immer noch nicht, dass sie das Glück der Tochter zerstören musste.
Wild things...kenne ich - ich erinnere mich da aber nicht an inzestöses Verhalten, Wild at heart...da brauche ich ein Stichwort, hab ich aber sicher gesehen...
Mystik
Bei "Wild Things" ging es nicht um Inzest, sondern darum, dass die Mutter ein intimes Verhältnis mit dem Lehrer hatte, in welchen sich auch die Tochter verguckt hatte.
Bei "Wild at Herat" geht es mehr oder weniger darum, dass ein Pärchen vor der Mutter des weiblichen Parts flüchtet.
Sinngemäß: Die Mutter konnte "Nicolas Cage" nicht bekommen, dann sollte es die Tochter auch nicht...
jules1
Hm...ich erinner mich nicht...
Wild things...Denise Richards und Neve Campelle umschwirren Matt Dillon...eine Mutter habe ich nicht in Erinnerung.
Vielleicht bin ich ja antiquiert...aber ich finde dieses Verhalten...seiner Tochter - aber auch andersherum seiner Mutter den Partner abspinnstig machen zu wollen ...sehr ungut.
Wenn ich mir vorstelle...dass meine Mutter meinen damaligen Freund angebaggert hätte...oder andersrum...*LACH*...peinlich...und wenn es gelingt...schmerzhaft.