mell
ich weiss nimmer wieter. meine mama ist gestern an krebs gestorben und alle nerven mich. ich soll mich ablenken...ich soll ein beerdigungsunternehmen anrufen usw. sind die alle bescheuert? meine mama ist gestern gestorben. was wollen die alle von mir? kann das niemand nachvollziehen wie ich mich fühle? ich kann nicht schlefen, alles tut so weh. kennt hier jemand dieses gefühl? ich weiss nicht wohin mit mir. ablenken. oh man...wie denn? ich kann garnicht rausgehen. ich fühle mich wie gelähmt. ich geh nicht mehr ans telefon. die sollen mich alle in ruhe lassen. wieso kann man nicht einfach nur mitgefühl haben und die klappe halten? ich soll mich ablenken. verdrängen? man, das ist meine mama......ich bin so traurig. mir tut nur noch alles weh. dieser schmerz zerreisst mir meine seele und mein herz. hat jemand erfahrung mit dieser trauer?
*mell*
jules1
Hallo Mell...
jeder Mensch trauert anders...wenn es Deine Art ist...Dich zurückzuziehen...und zu weinen...dann ist das in Ordnung.
Niemand kann irgendwas von Dir erwarten...und ein Beerdigungsunternehmen nimmt Dir die meisten Dinge, um die Du Dich jetzt wirklich nicht kümmern möchtest ab.
Wenn es Dir hilft...schreib hier bei uns...wann immer Dir danach ist...
Lieben Gruss
jules
Ricke
es stimmt, jeder trauert anders
die einen schreien es hinaus, die anderen reden, die dritten ziehen sich zurück
hast du familienmitglieder, die dir helfen können?
so schlimm es ist, es muss geregelt werden, ein beerdigungsunternehmen muss angerufen werden, die beerdigung muss organisiert werden, vielleicht kann dir jemand dabei helfen oder es dir abnehmen
keiner kann deine trauer verstehn, denn du selber weißt am besten, wie es dir geht
lass dir helfen, dann wird es vielleicht ein kleines bißchen leichter
mein aufrichtiges beileid
sageslaut2002
Mell,
es tut mir schrecklich Leid das du deine Mama nun doch so schnell verloren hast.
Du warst so stark und hast innerlich immer gewusst das der Tag schnell kommen kann, dafür habe ich dich bewundert, dass weißt du.
Ja, jeder will nun etwas von dir, alles muss geregelt werden, dabei möchtest du einfach nur deine Ruhe um trauern zu können.
Mell, aber alles was du nun für deine Mum regelst ist schon ein Teil deiner späteren Trauerbewältigung, denn du hast nun die Ehre den Abschied deiner Mum in ihrem Sinne so schön wie nur möglich zu gestalten.
Mell, du schaffst das, ganz bestimmt, denn du tust es für sie.
Lieber Gruss von sages!
Jasse
hallo mell....
erstmal mein aller herzlichstes beileid.... was du jetzt durchmachst, kann NIEMAND nachvollziehen der es nicht schon selber wirklich durchmachen musste....
ich wünsche dir dafür ganz viel kraft.... die wirst du brauchen....
nimm dir erst mal ein paar tage eine auszeit.... alles andere kannst du dann immer noch regeln....
ganz herzliche liebe grüße u dich ganz lieb knuddel
jasse
mell
hallo ihr lieben,
ersteinmal herzlichen dank für euer mitgefühl und eure anteilnahme.
es ist ganz ganz schrecklich. dieser schmerz ist unbeschreiblich. am liebsten würde ich schreien aber ich bekomme nichts raus. meine kehle ist wie zugeschnürrt....ich fühle nur noch einen riesenfetten kloß im hals und bin wie gelähmt...
heute nacht war sie bei mir......ich habe sie gespürt. ich habe einen kleinen alltar aufgebaut. mit ihrem bild, kerzen und einem gedicht an der wand.
es ist alles ganz ganz schlimm grad und ich habe niemanden, der mir bei den dingen hilft. meine beiden brüder verlassen sich nur auf mich und trauern...ich habe leider noch keine wirkliche zeit dafür...und, sages...ja, du hast recht. ich will einfach nur meine ruhe haben aber es geht nicht. alles rufen mich hier an und wollen helfen..also reden, mich trösten aber das können sie nicht!!!! ist sicherlich blöde für meine freunde so hilflos vor mir zu stehen...da muss ich jetzt ganz alleine durch..ihr seid ja auch noch hier und das hilft mir auch ganz ganz dolle. danke euch allen....
zitat:
Mell, aber alles was du nun für deine Mum regelst ist schon ein Teil deiner späteren Trauerbewältigung, denn du hast nun die Ehre den Abschied deiner Mum in ihrem Sinne so schön wie nur möglich zu gestalten.
Mell, du schaffst das, ganz bestimmt, denn du tust es für sie.
danke sages...das zu lesen gibt mir grad ganz viel kraft. auch danke an euch alle hier....
*mell*
Mystik
Hallo Mell!
Auf Grund der Aktualität denke ich, dass ich derzeit mitunter noch am Besten nachempfinden kann, wie es dir im Augenblick geht - mein Vater ist am 15. Januar diesen Jahres gestorben (vor gut 10 Tagen also).
Seit dem 27. Dezember 2007 konnte ich mich mit dem herannahenden Tod meines Vaters auseinandersetzen, denn die Diagnose "Leberkrebs im Endstadium" erhielten wir an diesem Tag. Am Montag vor seinem Tod war ich noch bei ihm im Krankenhaus. Wir unterhielten uns recht oberflächlich; gut, worüber will man sich noch unterhalten, wenn man weiß, dass der Tod jeden Tag die Tür betreten kann.
Schlimm war für mich an jenem Tag nur ein Satz meines Vaters: "Ich kann nichts mehr tun, du kannst nichts mehr tun, hast du noch etwas zu sagen?"
In dem Augenblick, in dem man so etwas gefragt wird, hat und kann man einfach nichts mehr sagen; es gibt dann einfach nichts mehr zu sagen.
Mein Vater war körperlich sehr angeschlagen und von der Krankheit bereits arg gezeichnet. Geistig war er allerdings noch recht auf der Höhe, und ich wäre im Leben nicht davon ausgegangen, dass es mein letzter Besuch sein würde. Umso erschreckender empfand ich den Anruf der Ärztin am Dienstag Morgen, als sie mir mitteilte, dass sich der Zustand meines Vaters dramatisch verschlechtert hätte - sein Blutdruck war rapide gefallen und er begann Blut zu spucken. Eine knappe halbe Stunde später, ich befand mich kurz vor der Autobahnauffahrt, erhielt ich den nächsten Anruf - mein Vater war gestorben. 30 Minuten später stand ich neben seinem Bett - er war noch warm und sah aus, als würde er lediglich friedlich schlafen.
Für mich war das insofern eine schlimme Erfahrung, dass die erste Leiche, die ich in meinem Leben sah, mein eigener Vater war, mit dem ich weniger als 24 Stunden zuvor noch am gleichen Platz gesprochen hatte.
Ich weiß wie sehr dich dein Verlust schmerzt, gerade dann, wenn es um die eigenen Eltern geht. Man kann viele Menschen im Leben verloren haben, aber dieser Verlust steht in keinem Vergleich zu anderen Verlusten.
Ich kenne die tollen Sprüche, die man im Anschluß erfährt, die Beileidsbekundungen, die Hoffnungmacherei, die Hinweise, wie man nun vorgehen soll und was man nun in die Wege leiten sollte...blablabla. All die Dinge, die man in einem solchen Moment nicht hören möchte. Die Zeit würde für uns besser für einen Moment stillstehen, damit wir uns mit der ganzen Situation auseinandersetzen können. Es ist zwar gut zu wissen, dass all die Menschen um einen herum hinter einem stehen, doch letzten Endes sind wir es ganz alleine, die sich mit dieser Situation abfinden müssen und dabei kann uns absolut niemand helfen - nicht einmal die Geschwister.
Der Verlust eines Menschen bedeutet zwar einen allgemeinen Verlust, aber auch einen ganz individuellen, zumal wir ureigene und persönliche Erfahrungen und Erinnerungen mit dieser Person gemacht haben und besitzen. Niemand kann dies in vollem Maße erkennen und respektieren, dies geht einfach nicht, aber es ist auch nicht die Aufgabe der anderen, unseren Verlust zu teilen.
Es ist schön wenn man jemandem kennt oder hat, mit dem man sich unterhalten kann, wenn einem danach ist, aber im Grunde sind wir vollkommen auf uns alleine gestellt, denn unsere Gedanken können wir weder abstellen, noch kann sie uns einer abnehmen.
Ich würde dir zwar auch sehr gerne viel Kraft wünschen, aber innerlich weiß ich, dass du diese Kraft haben wirst. Du wirst zwar nicht immer wissen, woher du diese Kraft nimmst, aber sie wird dich begleiten, genau wie dich deine Mutter nun begleiten wird - nur dessen kannst du dir absolut sicher sein. Lass sie gehen, wenn ihre Zeit gekommen ist und halte nicht an ihr fest. Sie wird von nun an immer bei dir sein, und wenn du deine Trauer für dich selbst einmal abgeschlossen hast, gehe in dich, höre, ob sie bei dir ist und spreche mit ihr - das geht, vertrau mir an dieser Stelle einfach.
Einen kleinen Tipp möchte ich dir dennoch zukommen lassen...
Das absolut Wichtigste ist nun, dass ihr allesamt zusammenhaltet und euch einig darüber seid, wie was wann geschehen soll. Es werden noch schwierige Zeiten auf dich zukommen, aber auch diese wirst du meistern. Und hebe dir noch einen kleinen Teil deiner Kräfte auf, du wirst sie noch brauchen!
In stillem Gedenken...
Apo
jeanny
Hallo mell,
in so einer Situation kann auch keiner wirklich Trost spenden. Ich denke, du musst dir einfach die Zeit nehmen um richtig zu trauern. Während der Vorbereitungen für die Trauerfeier geht das nicht, da ist man abgelenkt und schiebt das alles von sich weg. Ich denke, diese Phase beginnt erst, wenn die Trauerfeier vorbei ist und man alles realisieren kann.
Ich wünsche dir weiterhin viel viel Kraft und einfach die zeit, um zu trauern, denn die brauchst du auf jeden Fall.
Und vor allem: mein herzliches Beileid!
jeanny
mell
danke an euch alle...
*mell*
sonnenfee
Hallo Mell,
ich kann Dir gut nachfühlen was Du gerade durch machst. Von meiner besten Freundin ist die Mama auch vor 2 Wochen an Krebs verstorben.
Meinen Vater habe ich vor 10 Jahren verloren......und ich kann mich noch gut an diese Zeit danach erinnern. Es schmerzt überall....mir kam damals alles so fremd im aussen vor.......Du leidest so schrecklich und hast das Gefühl das die zeit bei Dir still steht...wie in einem Vakuum. Der Mensch der seit der Geburt immer da war für einem ist plötzlich weg und das endgültig. Es ist eine Leere in einem selbst und ich konnte mir damals nicht vorstellen wie es weitergehen sollte.
Ich zünde für meinem Papa sehr oft eine Kerze an und spreche mit ihm.
Und auch ich habe das Gefühl das er dann da ist bei mir....es tut mir einfach gut.
Ich glaube auch das Deine Mama noch um dich herum ist und versucht Dich zu trösten. Ich glaube auch daran das es ein Leben nach dem Tod gibt und das wir uns alle wiedersehen.
Laß Dir Deine ganz eigene Zeit um Abschied zunehmen und zu Trauern.
Ich wünsche Dir unendlich viel Kraft dafür.
Denke daran Du bist nie alleine.
Drück Dich herzlich.
Möge die Kraft der Liebe und das Licht mit Dir sein. Mögest Du behütet sein.
Das wünsche ich Dir von ganzem Herzem.
Herzliche Grüße sendet Dir
Sonnenfee
mell
hallo sonnenfee,
danke für deine worte...es tut gut sowas zu lesen und gibt mir trost..
es stimmt, ich komme mir vor wie in einem vakuum. alles da draussen geht so an mir vorbei..ich bin irgendwie wie versteinert. vor ein paar tagen gings mir ganz gut aber jetzt ist es wieder da, dieses gefühl.
nächste woche ist die beerdingung und ich ha so angst davor. sehen darf ich sie nicht mehr. die bestatterin meinte es wäre unverantwortlich und ich und meine brüder(und meine tochter) würden diesen anblick unser leben lang nicht vergessen.
ich wollte ihr doch so gerne noch tschüss sagen und sie küssen..es ist mir doch egal wie sie jetzt aussieht..es tut so weh. ich habe das gefühl dass es mich innerlich so sehr zerreisst..
ich habe ihr bild hier aufgestellt, mit kerzen...ich habe ihr den schutzengel, den sie mir noch vor ihrem tod gekauft hat an ihr bild gehängt..ich rufe irgendwie noch bei ihr an. es klingelt aber es geht keiner ran...
mir gehts überhaupt nicht gut und im moment komme ich garnicht da mit klar..wieso kann die welt denn nicht mal für nen moment einfach nur stillstehen?
wir haben das erbe abgelehnt, weil meine mutter noch einen kredit laufen hatte. sie war ja erst 60 jahre alt..und wir können es uns nicht erlauben diesen kredit abzuzahlen. nun bekommt der vermieter alles was in der whg. ist. so wie es ausschaut bekommen wir nichts. nicht einmal die photos. mir wurde gesagt, das der vermieter, die gwg hier in hamburg, sich völlig quer stellen würde. ich muss den hausmeister noch anrufen aber ich mag nicht mehr in die whg. gehen. wir waren mit der polizei da drinnen um die papiere für die beerdigung rauszuholen. die whg. wurde versiegelt nachdem meine mutter darin gestorben ist. die polizei meinte das wäre immer so wenn ein mensch alleine in seiner whg. sterben würde. und die tür ist immer noch versiegelt..bis die erbschaft geklärt ist und da wir alle abgelehnt haben, wird der hausmeister dort reingehen. ein freund von mir ist auch hausmeister und er meinte, dass wenn sowas passiert, sich der hausmeister erstmal die besten sachen selber unter den nagel reisst. ich will doch nur die photos und vielleicht ein oder zwei persönliche dinge von ihr...oh gott, das ist alles so schlimm.
ich bin so traurig.....
*mell*
Shirley
liebe mell,
ich wünsche dir weiterhin viel kraft und sende dir (wenn auch etwas verspätet) mein herzlichstes beileid.
einen menschen zu verlieren, der einem so nah stand, ist niemals einfach. oft fragt man sich, was hätte man noch zu ihm sagen sollen, was hätte man anders machen könne, was hätte man tun können, um die letzten tage für ihn so schön zu gestalten, dass dieser person der abschied einfacher fällt....
jeder mensch bewältigt seine trauer anders.
ich bin ein mensch, der trauer-, aber auch glücksphasen in worte ausdrückt...
vielleicht helfen dir meine worte, welche ich vor ziemlich genau 8 jahren für meine grandma geschrieben habe, auch etwas weiter....
| Zitat: |
Der Tod, nein, das ist kein Ende
Man begibt sich einfach in andere Hände
Der Engel der auf dich hat aufgepasst
Hält dich hier sehr fest umfasst
Der Engel, der trägt dich langsam fort
Hin zu einem wunderbaren Ort
Er begleitet dich in eine andere Welt
Wo man dir keine Fragen stellt
Von Wärme bist du angetan
Hier tut dir keiner Böses an
Die Menschen, von denen du musstest gehen
Eines Tages wirst du sie wiedersehen
Alle, die dich wirklich lieben
Bis zum Tod bei dir geblieben
Der Schmerz vergeht, die Erinnerung bleibt
...bis an alle Ewigkeit!
Ich bin bei dir in meinen Gedanken
Ich stütze dich und werde nicht wanken
Ich fühle den gleichen Schmerz wie du
So vieles lässt dir jetzt keine Ruh
Du hast jetzt Zeit für den eigenen Schmerz
Er ist sehr tief in deinem Herz
Verwundbarer bist du mehr denn je
Wenn ich in deine Seele seh
Die Gedanken solltest du überwinden
Und wieder zu dir selber finden
Wenn du mich brauchst, ich bin dann hier
Nimm meine Hände, ich gebe sie dir
Ich will dir helfen, wo ich nur kann
Sag nur wie, wo und wann
Der Schmerz vergeht, die Erinnerung bleibt
...bis in alle Ewigkeit! |
|
alles liebe, shirley
mell
hallo ihr lieben,
ich möchte mich bei allen von euch für eure tröstenden und mitfühlenden worte bedanken.
es ist sehr schön, zu lesen, dass es hier menschen gibt, die mit einem mitfühlen.
heute ist die beerdigung. genau um 11.30h und ich habe angst. ich bekomme kaum luft, kann nicht richtig atmen....ich habe angs, dass ich da am grab zusammenklappe. ich hoffe, ich stehe das durch. es wird auch langsam zeit abschied zu nehmen, denn damit bin ich die ganze zeit nicht klargekommen. vielleicht wird mir das heute alles ein kleines stück weiterhelfen....
time to say goodbye....
*mell*
Ricke
Die alte Seele (aus Du fehlst mir! Du fehlst mir! (Pohl & Gieth)
Es war einmal eine sehr, sehr alte Seele, die sehr, sehr viele Menschenleben auf der Erde gelebt hatte und deren Dasein als Seele jetzt ebenfalls zu Ende war, ja bald würde sie mit der Ewigkeit verschmelzen und ein Teil davon werden.
Im Augenblick saß die alte Seele in der Leere zwischen ihrem letzten Menschenleben und ihrer künftigen Verschmelzung und fühlte sich ein wenig einsam. Ihre besten Freunde waren auf und davon, die alte Seele konnte sie unten auf der Erde sehen, wie jede von ihnen einen Menschen mit Eifer, Neugier und Staunen und den verschiedensten Gedanken erfüllte.
"Ich will dorthin," sagte die alte Seele. "Ich habe immer noch eine ordentliche Portion Freude übrig. Ich will dorthin und sie ihnen schenken."
"Aber die Zeit, die dir vor der Verschmelzung bleibt, ist kurz," warnte der Wächter. "Natürlich kannst du ihnen Freude schenken, aber wenn du nur so kurze Zeit bei ihnen bleibst, schenkst du ihnen zugleich eine große Trauer, wenn du sie verlässt."
"Ich weiß," sagte die alte Seele. "Aber ich will es trotzdem. Ich will ihnen so viel Freude schenken, dass sie ihnen danach über die Trauer hinweghilft."
"Dann soll es so sein, wie du willst," sagte der Wächter und schickte die sehr, sehr alte Seele los.
Daraufhin bekamen ein Mann und eine Frau auf der Erde ein Kind, das sie sich schon lange gewünscht hatten. Es war ein allerliebstes Kind, das ihnen vom Tag seiner Geburt an Freude bereitete, jene ungetrübte Freude, die die Menschen empfinden, wenn ihre Seelen einander begegnen und sich voller Entzücken aus der Ewigkeit wiedererkennen.
"Aber bleibt dir nicht nur sehr wenig Zeit?" flüsterte die Seele der Mutter der alten Seele in dem kleinen Mädchen zu.
"Die Zeit ist kurz, aber die Freude ist groß," antwortete die sehr alte Seele.
Und obwohl die Mutter dieses Gespräch nicht hörte, weckte das Geflüster eine ahnungsvolle Unruhe in ihr, einen Hauch des Wissens, dass wir nichts auf Erden besitzen, einer den anderen nicht und nicht einmal uns selbst. Alles wird uns schließlich genommen werden, alles, was wir mit uns tragen, alle Lieben um uns herum, schließlich auch unser Leben und unser Körper.
Aber das Mädchen wuchs heran, und die Freude, die es verbreitete, war so groß, das die Mutter diese Gedanken vergaß. Und der Vater freute sich ebenfalls. Ja, die sehr alte Seele durfte ihre letzte Zeit genauso verbringen, wie sie es sich gewünscht hatte.
Aber die Zeit war kurz, auch nach menschlichem Maß war sie kurz, und der Augenblick kam, da die Verschmelzung stattfinden würde. Die sehr, sehr alte Seele erhielt den Ruf, dass sie sich unverzüglich zur Zeremonie einfinden solle und musste gehorchen.
Für die Menschen sah es so aus, als hätte ein plötzlicher Tod das Mädchen ereilt. Ihre Trauer war maßlos, genau wie der Wächter es vorhergesagt hatte.
Aber da alle Erinnerungen an ihr Kind nur Freude und nichts als Freude waren, konnten sie ihre Trauer ertragen, genau wie die sehr alte Seele es vorhergesagt hatte.
Und wo man früher die sehr, sehr alten Seelen ihr letztes Häppchen Zeit einfach in der Leere hatte absitzen lassen, bürgerte sich von nun an in der Ewigkeit die Sitte ein, dass sie alten Seelen zu Menschen, die sie brauchten, geschickt wurden, um ihnen ihre letzte große Freude zu schenken,
Die Freude gibt den Menschen die Kraft, die anschließende Trauer zu ertragen und allmählich in etwas Gutes zu verwandeln.
Jasse
hallo mell....
| Zitat: |
| ..bis die erbschaft geklärt ist und da wir alle abgelehnt haben, wird der hausmeister dort reingehen. ein freund von mir ist auch hausmeister und er meinte, dass wenn sowas passiert, sich der hausmeister erstmal die besten sachen selber unter den nagel reisst. ich will doch nur die photos und vielleicht ein oder zwei persönliche dinge von ihr... |
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das der hausmeister in die wohnung geht u sich das beste unter den nagel reisst.... ist definitiv nicht möglich!!!! er hat keinerlei anspruch darauf nachlass fällt bei einer "Erbausschlagung" an den Staat.... dieser hat keinelei interesse an persönlichen sachen deiner mutter, also wirst du die möglichkeit bekommen dier persönliche sachen und andenken aus der wohnung zu holen.
sollte es der hausmeister trotzdem wagen kannst du ihn anzeigen!!!
lg und alles liebe
jasse
sageslaut2002
Hallo mell,
wie ist es dir in der letzten Zeit ergangen?
Konntest du ein wenig zur Ruhe kommen?
Ein wenig zu dir selber finden?
LG v. sages!
mell
hi sages....
nun ist schon eine kleine zeit vergangen seit dem meine mom eingeschlafen ist....mir gehts schon besser aber der schmerz ist natürlich nach wie vor da..ich habe das gefühl, dass ich mir immer wieder neue komplizierte situationen herbeischaffe, nur um von der trauer abstand zu gewinnen..so kommt es mir vor.
wie auch immer..
es ist alles ganz schlimm gewesen und nun, im nachhinein, weiss ich, dass ich die ersten wochen völlig unter schock stand. ich habe es einfach nicht begreifen wollen dass sie gestorben ist. wie oft habe ich noch nach ihrem tod bei ihr angerufen und wenn ich ehrlich bin, habe ich es vor ein paar tagen wieder versucht...es geht natürlich niemand ran aber das freizeichen ist da....wie auch immer...so langsam begreife ich erst, dass sie wirklich nicht mehr hier auf erden ist...sie wird sicherlich irgendwo in einer seelenwelt sein, wo es ihr nun gut geht..ich hatte erst vor ein paar tagen von ihr geträumt...in diesem traum habe ich mit ihr telefoniert und sie sagte mir, dass es ihr gut gehen würde..
ich hab sie so lieb und ich gehe, sofern es meine zeit und mein gemüt zulassen, an ihr grab....dort habe ich das gefühl, ihr nah zu sein...naja..und hier bei mir steht ihr bild auf dem tisch...ich rede auch mit ihr..stelle ihr fragen und sie antwortet mir....sie ist immer bei mir..egal wo ich bin....
es ist schlimm einen geliebten menschen zu verlieren und ich habe so etwas vorher nie so erfahren müssen...aber irgendwann trifft es jeden von uns...ich habe mir sagen lassen, dass es besonders schlimm ist wenn die mutter stirbt, da man zu dieser eine ganz besondere bindung (bedingt durch die nabelschnur) hat. ich stehe nun mittlerweile nicht mehr unter schock und fange an, die dinge zu realisieren...das ist wohl auch völlig norma...gehört zur trauerarbeit. ich habe sehr viel geweint und ich werde auch wieder weinen..das ist auch okay so. ich liebe sie ja auch und so ist das nun mal wenn man einen geliebten menschen verliert..man ist sehr sehr traurig und sie ist jede träne wert. das bewusstsein, sie nie nie wieder in die arme nehmen zu können, tut sehr sehr weh aber so ist das leben...wir müssen alle irgendwann einmal gehen..die einen früher, die anderen später.
ich habe aber auch etwas schönes daraus gelernt..und das ist, dass nichts auf der welt selbstverständlich ist. ich bin dankbarer geworden. danbar für zeit, die ich mit geliebten menschen verbringe. dankbar, dass ich mit meiner mutter noch dieses halbe jahr vor ihrem tod hatte. dankbar, dass ich ihr nochmal so nah sein durfte. ich habe sie in liebevoller erinnerung und ich weiss, dass es gut so war, wie es war, mit allen schwierigkeiten....sie hätte nur noch gelitten und so, ist sie noch in würde gestorben und vor allem war sie noch bis zum letzten tage bei vollem bewusstsein. ich habe schlimmere geschichten von krbskranken menschen gehört...
sie wird mir den rest meines lebens sehr sehr fehlen..aber ich hole mir die schönen bilder, die ich von ihr habe als ich sie die letzte zeit sah, in erinnerung..wie sie gelacht hat, trotz schwerer krankheit...wie sie gemeckert hat...wie sie scherze gerissen hat über ihre glatze nach der chemo..
und ich ziehe den hut vor meiner mutter. sowas tapferes..sie hat bist zur letzten stunde um ihr leben gekämpft...sie hat es mit würde und mit einer gelassenheit getragen. dafür bewundere ich sie so sehr!
ich bin aber auch sehr traurig darüber, dass ich nicht bei ihr sein konnte als sie eingeschlafen ist. ich hätte sie gerne gehalten..
und ich weiss trotz allem, ich werde sie eines tages wiedersehen;0)
Ich werde die wiedersehen, die ich auf Erden geliebt habe,
und jene erwarten, die mich lieben.
-Antoine de Saint-Exupéry-
*mell*
sageslaut2002
Ja mell,
leider ist das Thema Tod immer noch in der Gesellschaft ein Tabuthema.
Überhaupt nicht zu verstehen, da es, genau wie du schreibst, jeden einmal trifft.
In der Hospizhilfe lernt man, dass es Sterbenden eben gerade so schwer fällt zu gehen, weil sie ihre Angehörigen nicht mit dem Thema Tod belasten möchten, aber eigentlich gerne ihre Gedanken mitteilen möchten.
Du hast deinen Weg gefunden zu verarbeiten ohne deine Mutter aus dem Herzen zu verlieren, dadurch ist sie immer bei dir.
Ich selber habe grosse Angst vor dem Tag an dem ich unweigerlich meinen Vater verliere. Aber ich weiß natürlich, da muss ich durch. Ich hoffe aber für mich, auch wenn das egoistisch klingt, diesen letzten Weg bis zu seinem Tor ins neue Leben, gemeinsam gehen zu können, damit ich ihn dort loslassen kann
Ich habe grosse Angst das ich eines Tages einfach einen Anruf bekomme u. höre das er einfach so auf seinem kleinen Boot mitten auf der Weser o.ä. umgefallen ist.
Und wie es bei dir war, ihn nicht im Arm halten konnte.
Deine Worte sind so voller Wärme u. Liebe deiner Mutter gegenüber, sie wird sie hören.
Liebe mell,
ich möchte noch ein paar Zeilen hinzufügen, eines Sterbenden aus der Hospizhilfe.
Wenn du möchtest das wir diesen Thread schließen in Gedenken an deine Mutter, dann schreib mir bitte eine PN.
Vielleicht aber, haben in ähnlichen Lagen andere User irgendwann einmal schmerzende Fragen an dich u. würden sie hier gerne stellen.
Es bleibt ganz deine Entscheidung.
Herzliche Grüsse v. sages!
Was ein Sterbender seinem Begleiter rät...
Lass mich in den letzten Stunden meines Lebens nicht allein.
Bleibe bei mir, wenn mich Zorn,
Angst, Traurigkeit u. Verzweiflung heimsuchen u. hilf mir,
zum Frieden hindurch zu gelangen.
Denk nicht, wenn du ratlos an meinem Bett sitzt,
dass ich tot sei.
Ich höre alles was du sagst,
auch wenn meine Augen gebrochen scheinen.
Darum sage jetzt nicht irgend etwas,
sondern das Richtige.
Das Richtige wäre, mir etwas zu sagen, was es mir nicht schwerer,
sondern leichter macht, mich zu trennen.
So vieles, fast alles, ist jetzt nicht mehr wichtig.
Ich höre, obwohl ich schweigen muss u. nun auch schweigen will.
Halte meine Hand.
Ich will es mit der Hand sagen.
Wische mir den Schweiß von der Stirn.
Streiche mir die Decke glatt.
Wenn nur noch Zeichen sprechen können, so lass sie sprechen.
Dann wird auch das Wort zum zeichen.
Klage nicht an, es gibt keinen Grund.
Sage Dank.
Du sollst von mir wissen, dass ich der Auferstehung näher bin als du selbst.
Lass mein Sterben dein Gewinn sein.
Lebe dein Leben fortan etwas beswusster.
Es wird schöner, reifer u. tiefer,
inniger u. freudiger sein,
als es zuvor war,
vor meiner letzten Stunde,
die meine erste ist.
Quelle: hospizhilfenordenham
mell
liebe sages,
hui..ich habe gerade eine gänsehaut bekommen als ich die letzten worte des sterbenden las....
dieser thread kann selbstverständlich für alle offen bleiben und falls jemand rat und hilfe sucht, kann er sich natürlich an mich wenden. den schmerz kann ich niemandem nehmen aber zuhören, denn das ist das wichtigste. ich habe die erfahrung gemacht, dass meine freunde dieses schlecht können, weil sie einfach angst haben und mit der situation nicht zurechtkommen. manche von ihnen haben selbst ihren elternteil vor einiger zeit verloren und wollen nicht mit mir drüber reden, weil ihre eigene wunde wieder aufgerissen wird..die ja niemals verheilen wird...
und sages, quäle dich nicht mit dem gedanken wie es sein wird, wenn dein dad nicht mehr da ist. denke bitte nicht daran. er lebt und ist doch noch bei dir. genieße diese zeit und mache sie nicht mit trüben gedanken kaputt. erlebe ihn, wenn du kannst, ganz bewusst. das kann ich nur jedem sagen, dessen eltern noch leben. fahrt zu ihnen, vebringt zeit miteinander..nehme sich in den arm und sagt ihnen wie sehr ihr sie lieb habt. irgendwann geht das nicht mehr.
bei mir kam die krankheit meiner mutter völlig überraschend. lungenkrebs, ihr mutter hat noch ein halbes jahr zu leben. und so war es auch. am 1 august 2007 die diagnose und am 20.01.2008 ist sie eingeschlafen.
ich habe irgendwann mit einer sozialarbeiterin ein sehr schönes gespräch gehabt, weil ich damit nicht klarkam, dass ich nicht bei ihr war als sie einschlief um sie zu halten. diese frau erzählte mir, dass sterbende ganz oft alleine einschlafen. ohne ihre angehörigen. wahrscheinlich weil sie ihnen leid ersparen wollen...die meisten menschen sterben alleine. sie erzählte, dass es viele angehörige gibt, die zb. am krankenbett bei ihren lieben sitzen....aus irgendwelchen gründen kurz rausgehen und genau in diesem moment sterben ihre lieben.....so soll es wohl sein....
ich bin ja noch ganz frisch in der trauerarbeit..die erste hürde habe ich sicherlich überwunden......es dauert alles seine zeit und die muss man sich auch geben...
und ja, das thema tod ist leider immer noch ein tabuthema. deshalb sllten wir diesen thread auch offen lassen.
und du hast recht, die sterbenden möchten uns nicht mit dem tod belasten. ich habe so oft versucht mit meiner mom darber zu reden aber es war kein herannkommen an sie. sie hat das einfch ignoriert oder mir gesagt, sie wolle nicht darüber sprechen. ich meine, wie schwer muss das auch für diese menschen sein? wir können uns da nicht in sie herienversetzten. wir waren nie in solch einer situation und ich weiss auch ehrlich gesagt nicht, wie ich damit umgehen würde, wenn meine tochter an meinem bett stünde und ich die sterbende wäre...aber ich denke, dass ich ähnlich reagieren würde wie der mensch in deinem kleinem beitrag aus dem hospitz....ich weiss es nicht...
mir hat der tod meiner mutter auf jeden fall die augen über das leben geöffnet. der tod ist irgendwie immer da....als ich die todesnachricht bekam, konnte ich ihn richtig spüren...er war so mächtig...so kalt und so dunkel aber auch wieder so erlösend und sanft.
also, denke bitte bitte nicht daran dass dein dad irgendwann nicht mehr da sein wird. nehme dir nicht die lebenslust und das schöne gefühl dass er noch da ist. er lebt!!!! geh zu ihm und lache , weine, scherze und knuddel mit ihm....und sei dankbar dafür, dass es ihn noch hier auf erden gibt..traurig kannst du noch genug sein wenn er nicht mehr da ist..
*mell*