Du musst meinen Hund mögen...

plofre
Dieser Thread könnte vielleicht genauso gut im Haustierforum stehen, aber rein gefühlsmäßig finde ich, dass er hier besser her passt.

Ich hab wieder einmal Zoff mit meiner Frau, diesmal geht es um unseren Hund.

Das Vieh scheint mich irgendwie nicht zu mögen. Jedenfalls hat er mich vor einigen Tagen gebissen. Nicht arg, aber es war eine blutende Verletzung, und damit hat Blacky eine Grenze überschritten.

Ich finde, es ist nachzuvollziehen, dass ich nicht besonders gut auf das Tier zu sprechen bin.
Und meine Frau sagt jetzt: Wenn du den Hund nicht magst, kannst du gleich deine Koffer packen... geschockt

Da kommt Freude auf... unglücklich

Dazu kommt noch, dass sich meine Frau zur Zeit nicht wohl fühlt. Sie ist schwer erkältet und hustet wie eine Lungenkranke.

Das Problem mit Blacky versuchen wir übrigens mit einem professionellen Hundetrainer anzugehen, den meine Frau allerdings vorige Woche wegen ihres Gesundheitszustandes nicht besuchen konnte.
Der Trainer wurde bei einem Hausbesuch bei uns übrigens auch gebissen...

Da brauchts keinen Sturm, damit der Haussegen schief hängt.

Gruß
plofre
ColdestSilence
Ist der Hund dir gegenüber immer so aggressiv?
Was passiert, wenn du ihm mal Leckerli gibst, oder ihn mal fütterst? Ist er dann friedlich oder genauso?
Lass ihn mal aus deiner Hand fressen oder spiel ein wenig mit ihm.
Wielange habt ihr den Hund denn schon??
plofre
Das ist ja das kuriose. verwirrt

Ich kann mit ihm spielen, ihn füttern, mit ihm Gassi gehen, auf ihn aufpassen, wenn meine Frau einkaufen geht, alles problemlos.
Dann ist er ein mustergültiger Hund.
Er gehorcht auch, verträgt sich mit unseren Katzen, ist in der Umgebung und bei anderen Hundehaltern beliebt, kein Problem.

Es gibt nur eine Situation, wo er komplett durchdreht. Dazu muss meine Frau in Gegenwart des Hundes mit einem Mann beisammen sein. In den meisten Fällen bin ich das, das kann aber auch unseren erwachsenen Sohn treffen.
Meistens passiert dann auch nichts, aber wir bemerken dann schon, dass Blacky aufmerksamer ist als sonst.
Dann kann es aus Anlässen, die aus menschlicher Sicht völlig harmlos sind, zu plötzlichen Attacken kommen. Meistens Gebell und Geknurre, manchmal, wie man sieht, aber auch ärger.

Unmittelbar danach kommt Blacky offenbar zu Bewusstsein, was er gerade getan hat und er verkriecht sich winselnd, so auch nach der Bissattacke auf mich. Vielleicht auch, weil er Strafe befürchtet, aber wir würden ihn auch in so einem Fall niemals schlagen.

Dass der Trainer angegriffen wurde, war verständlcih. Da wir nicht wussten, was der Trainer von uns erwartete, blieben wir passiv und liessen den Fremden einfach ins Haus kommen. Blacky war mit der Situation völlig überfordert und wusste sich keinen anderen Rat, als zu beissen. Die Verletzung war aber ebenso relativ harmlos wie meine.

plofre
ColdestSilence
Ist der Hund von einem Tierheim, oder habt ihr ihn schon als Baby bekommen? Vielleicht hatte er mal negative Erfahrungen mit Männern gemacht?!
Versuch mal ihn zu füttern, wenn deine Frau in der Nähe ist. Geht gemeinsam spazieren. Grade in so einer Situation, wo er dich beissen würde. Aber ich empfehle Handschuhe oder ähnliches smile
plofre
Blacky ist aus dem Tierheim. Seine Vorgeschichte ist unbekannt.
Er war ein Jahr, als wir ihn geholt haben, und ist jetzt 2 Jahre alt.

Er reagiert aber nicht grundsätzlich negativ auf Männer. Wenn meine Frau nicht dabei ist, gibt es sehr selten Probleme.
Es gibt auch in der Nachbarschaft ein paar wenige Männer, die er heiß liebt, und die er auch überschwänglich begrüßt, wenn meine Frau ihn ausführt. Ich hab keinen Schimmer, wonach das geht.

Aber es ist natürlich nicht leicht, mit einem Tier zusammen zu leben, von dem man nicht weiß, wie es reagiert... mmh

plofre
ColdestSilence
das ist seltsam. War er denn schon immer so? Hat er dich schon öfter gebissen? Vllt mag er irgendeinen Geruch nicht an dir? zB von der Arbeit?!
plofre
Das ist wahrlich seltsam.

Als wir ihn bekommen haben, war er gegen mich und unseren Sohn ziemlich aggressiv. Es hat ein paar mal verletzungsfreie Schnappaktionen gegeben. Das hat sich im Laufe der Monate gebessert und er hat uns nur mehr angebellt. Im Herbst begann es wieder schlechter zu werden (wir wissen nicht, wieso) und nach der Sylvesterknallerei waren wir wieder dort, wo wir am Anfang waren. Das war auch der Punkt, wo wir uns um professionelle Hilfe umgesehen haben. Bisher haben wir 2 Trainingseinheiten absolviert, aber letzte Woche gings ja nicht, wie schon erwähnt. Ich konnte das leider nicht übernehmen, das das am Vormittag ist und ich momentan nicht von der Arbeit weg komme.

Es scheint übrigens nichts mit der Arbeit zu tun zu haben. Es kann Werktags, aber auch am WE passieren.

plofre
yummi
Hi,

Ich vermute mal dem Hund ist nicht ganz klar wer bei euch das Alphamännchen ist, bzw. welchen Platz er in der Rangfolge hat.

Deine Frau ist für ihn das Alphaweibchen des Rudels und ihr Partner ist natürlich das Alphamännchen. Nur ist für den Hund noch nicht ganz raus ob er das ist, oder vieleicht du oder euer Sohn. Daher reagiert er in der gegenwart deiner Frau so agressiv damit sich keiner von euch anmaßt die Position des Alphmännchens zu beanspruchen.

Ihr müsst dem hund unbedingt klar machen wie die Rangfolge bei Euch zuhause ist. Dem Hund muss klar werden das du und deine Frau die Alphatiere seit, nach euch kommt euer Sohn und dann erst der Hund.

Das heißt ihr müsst alle darauf achten wie ihr mit dem Hund umgeht und es muss ihm auch von allen Seiten klar gemacht weden. auch von deiner Frau, wenn sie den Hund in Schutz nimmt nachdem er agressiv war bestätigt sie ihn in seinem Handeln bzw. in seiner annahme das er das Rudel führt.

Viel Glück
plofre
Yummi, die Theorien, die hündisches Verhalten beschreiben oder erklären sollen, sind Legion. Teils sind sie völlig kontrovers. Die Rangordnungs-Theorie ist nur eine davon. Unser Trainer reitet momentan auf der Stress-Welle. Blacky leide unter einem erhöhten Dauer-Stresspegel und würde gelegentlich aggressiv reagieren, um seinen Stress abzubauen. Wir versuchen jetzt durch verschiedene Massnahmen (Futterumstellung, Änderung des Tagesablaufs, Einsatz von Pheromonen, usw.etc.pipapo) Blackys Stresspegel zu senken.

Aber dieser Thread entwickelt sich in eine falsche Richtung. So wie er jetzt läuft, würde er eher in die Haustier-Abteilung passen. Mir ging es aber bei seiner Erstellung primär um die Reaktion meiner Frau auf die Situation.
Beispiel: als ich kürzlich in einem Moment der Verärgerung halb scherzhaft die Bemerkung fallen lies, Blacky solle zurück ins Tierheim gebracht werden, brach meine Frau in Tränen aus. Sie hängt inzwischen dermassen an dem Hund, dass sie im Konfliktfall eher mich aus dem Haus werfen würde, das ich mit eigenen Händen gebaut und bei dessen Bau ich mir einen Leistenbruch gehoben habe.

Und ich würde das akzeptieren. Obwohl das Haus auf meinen Namen läuft, würde ich sie (und den Hund) nicht auf die Strasse setzen. Mir allerdings ist es auf Dauer unerträglich, in einem Haus zu leben, wo ich auf Schritt und Tritt mit dem Angriff eines mit scharfen Zähnen ausgestatteten Tieres rechnen muss.
Es ist ein Wahnsinn, dass ein Tier im Stande ist, eine Ehe dermassen in Gefahr zu bringen... geschockt

Gruß
plofre
Ricke
viel seltsamer als das verhalten des hundes (was man mit entsprechendem training in den griff kriegen kann), finde ich das verhalten deiner frau, indem sie sagt, du musst meinen hund mögen, sonst musst du gehn

was läuft denn da schief? ihr seid ja wohl definitiv länger verheiratet als es den hund im haus gibt

da wäre ich an deiner stelle auch mehr als geschockt
hast du mal versucht, deine frau zu fragen, ob sie weiß, was sie da redet? einen hund über ihren lebenspartner zu stellen, dazu gehört ja schon was, mal ganz abgesehen von den verletzungen, die mit solchen äußerungen einher gehen
Manuel
Hi Plofre,

ich bin eigentlich überaus geschockt, dass deine Frau den Hund dir vorzieht - ok Tierliebe alles klar, aber ihr seid verheiratet u. habt euch Treue geschworen.

Man wird doch wohl darüber reden können, alternative Leistungen in Anspruch zu nehmen - beispielsweise den Hund an Freunde oder Nachbarn abzugeben oder sonstiges ... es gibt doch viele Möglichkeiten!

Kommen die für deine Frau nicht in Frage?

Lg Manuel
plofre
Tja, meine Frau scheint den Hund als Ersatz für die inzwischen ausgezogenen Kinder aufzufassen.

Aber noch haben wir ja die Hoffnung nicht aufgegeben, aus Blacky einen Hund zu machen, mit dem auch ich konfliktfrei zusammen leben kann.
Wenn meine Frau nicht dabei ist, ist er ja der netteste Hund....

plofre
Ricke
also steht und fällt es damit, dass der hund sich "benimmt"?

sicher, ein hund kann einem sehr ans herz wachsen, ein tier allgemein
aber steht es über dem menschen?

ich verstehe dein dilemma und auch das deiner frau, aber es gilt wohl einmal grundsätzlich zu klären, wer in eurem haus eigentlich am wichtigsten ist
und erst dann kann man mit dem hund arbeiten
wenn er das liebste tier ist, wenn deine frau nicht dabei ist, dann scheint an deren beziehung auch etwas nicht zu stimmen
ich bin kein fachmann, was hundeerziehung angeht, aber so rein vom gesunden menschenverstand her ist das wohl der knackpunkt
ein überaus großer beschützerinstinkt des tieres und eine überaus große bedeutung des tieres durch deine frau

da hast du noch ein paar baustellen zu bearbeiten
ColdestSilence
@plofre: Also ehrlich gesagt, wegen dem was du ganz oben geschrieben hast find ich es aber schon sehr merkwürdig, dass deine Frau quasi sagt, dass ihr der Hund wichtiger ist, als du. Weil sie meinte, du kannst die Koffer packen, wenn dir der Hund nicht passt.. Was ist denn das dann für ne Ehe?

Ich denke du solltest deinen Standpunkt nicht nur beim Hund klar machen, sondern auch bei deiner Frau!
Ich mein, würde sie denn tatsächlich auf die bisherigen und zukünftigen Jahre mit dir verzichten für einen Hund, den ihr erst 1 Jahr habt???

Ersatz hin oder her..
Ricke
hallo plofre
hat sich das problem eigentlich zwischenzeitlich verändert oder gar erledigt?