[Beziehungsstress] Warum kann ich ihn nicht vergessen?

saias
Zitat:
Original von tear76
Was mich daran erschreckt, ist die Tatsache, dass es einem völlig egal ist, was Freunde und Bekannte sagen. Es ist egal, ob du dort angenommen und beliebt bist. Du willst nur noch die Liebe dieses einen Menschen. Alles andere hat irgendwie im Moment keinen Wert.



Ich kann das nachvollziehen, geht es mir doch auch so.
Dann hilft es nur, dir die Zeit zu nehmen und darüber nachzudenken.
Natürlich nicht zuviel, dass es in grübeln ausartet, aber doch so viel, dass Du für dich mit der Sache leben kannst.

Für mich sind solche Momente und Erlebnisse auch Möglichkeiten, ein wenig an sich selbst zu arbeiten. Sei es an den Wünschen, Denkweisen oder was auch immer.

Mir geht es dann sogar gerne mal schlecht, weil ich ab und an gestärkt aus solchen "Nachdenkphasen" heraus komme.

Sei froh, dass deine Freunde für dich da sind, auch wenn Du das Gefühl hast, dass sie dir in dieser Situation nicht unbedingt helfen können bzw ihre Meinung nich an dich heran kommt.


Und wie olemra schon schrieb macht es nicht viel Sinn, wenn Du seine "Therapeutin" wirst.
Seine Probleme liegen da, wo Du sicher nicht unbedingt rangekommen wärst und das hätte auch unfaire Situationen gebracht.
Helfen ist immer schön, auch Nähe geben, aber seine Probleme liegen tiefer.

Dem Beitrag von der suessenHexe kann ich auch nur zustimmen.
Ich denke auch, dass Du eine wertvolle Person bist. Darauf deutet dein Verhalten hin.

Irgendwann kommt jemand, der uns zu schätzen weiß Freude

Viele Grüße,
saias
tear76
Liebe SuesseHexe!

Ist das so, dass es reicht, sich selbst zu schätzen? Definiert man sich nicht eher durch die Reaktionen, die Gefühle der anderen. Mir ist es enorm wichtig angenommen zu sein. Nicht von allen. Das wäre unrealistisch. Trotzdem ist mir die Meinung, die Sympathie, die Liebe mancher Personen extrem wichtig. Was denken sie über mich? Da nützt es wenig, seinen eigenen Wert zu kennen. Früher habe ich auch gedacht: "Mensch du bist was besonderes und jeder der das nicht sehen will hat Pech, weil er wirklich was verpasst!" Aber im Moment fühle ich mich einfach nur wertlos und leer.

Und ich fühle mich schuldig. Was ist, wenn ich durch mein Verhalten dazu betragen habe, dass er noch verschlossener wird? Das er sich noch mehr zurückzieht, tiefer versinkt in seiner Einsamkeit? Das könnte ich mir nie verzeihen!

Tear
saias
Hallo tear.

Ist es denn möglich, dass er sich noch weiter zurückzieht?
Und warum? Weil du einer Freundin erzählt hast, dass ihr euch trefft?

Mach dir keine Gedanken deswegen. Er ist ganz allein Schuld an der Situation, weil er für sich selber entscheidet.


Ich denke, dass es im Moment ganz normal ist, dass du an dir zweifelst.
Es wäre auch unnormal wenn nicht.

Deine Freunde und dein gesamtes Umfeld schätzt dich sicher so, wie Du bist. Und für sie bist du wichtig. Jetzt musst Du dich nur wieder selbst schätzen können.
Aber das braucht eben noch ein bisschen Zeit.

Ich wünsche dir viel Kraft und bald wieder positive Gedanken!

saias
sageslaut2002
Hallo tear,

ich kann es schlecht erklären, aber ich versuche rüberzubringen was ich empfinde wenn ich hier lese.

Du sucht die Schuld bei dir, du machst dir Vorwürfe weil er sich ja evtl. nun noch stärker in seine *selbstgewählte* Isolation flüchten könnte, du hattest gehofft ihn durch eine mögliche Partnerschaft aus seiner *selbstgewählten* Isolation zu retten.

tear, meinst du nicht das dass schon falsche Voraussetzungen für eine glückliche Beziehung gewesen wären?

Wirkliche Liebe sagt ja als allererstes u. wichtigstes Detail aus, den Partner so nehmen zu können wie er nun einmal ist. In seinem Ganzen.

Wenn ich dich lese kommen aber eher so Gedanken in mir hoch wie: Beschützerinstinkt, Muttergefühle, Lebensretterin.

Der Mann um den es hier geht ist ein erwachsener u. reifer Mann. Ihn haben sicherlich viele Facetten des Lebens schon geprägt. In seinem Alter wird er wissen was er will, wie er es will, was er auf keinen Fall will.

Darum frage ich mich immer wieder wenn ich dich lese: Wie kommst du auf den Gedanken das er an seiner Isolation überhaupt etwas ändern möchte?
Das ihm sein Leben nicht genau so gefällt wie er es führt?

Nur weil du es dir nicht vorstellen kannst?

Jeder Mensch tickt anders, da sollte niemand davon ausgehen, dass jeder so leben möchte wie man selber es als einzig richtig empfindet.

tear, wenn aus euch ein Paar geworden wäre, hättest du ihn wirklich so als Partner annehmen können wie er ist? Oder hättest du immer wieder versucht ihn in eine Richtung zu lenken in die er vielleicht gar nicht will?
Einfach, weil du der Meinung bist, wie er lebt kann doch nicht gut für ihn sein?

Er hat seine Konsequenz daraus gezogen aus dem wie es bei euch bisher gelaufen ist. Dafür wird er seine Gründe gehabt haben. Er hat für sich das einzig Richtige getan.

Ich denke nicht das du dir da Vorwürfe machen musst, geschweige denn Gedanken wie es ihm nun mit seiner Entscheidung geht. Er ist ein reifer Mann u. wird überlegt gehandelt haben.

tear, setz dich mit dir auseinander, mit dem was du möchtest, denkst, willst. Du musst dir am wichtigsten sein. Was er denkt, fühlt oder ob ihm das Ganze vielleicht vollkommen am Allerwertesten vorbeigeht, abgehakt, erledigt....wirst du nie erfahren. Von daher vergeudest du deine Energie vollkommen umsonst an solche Gedanken.

Denk an dich! Er wollte keine Rolle mehr in deinem Leben spielen. Mach dir das bitte bewusst. Denk nun an dich u. deine Verarbeitung des Ganzen daumenhoch

LG v. sages!
tear76
Hallo sageslaut!

Okay, ich versuche auch zu erklären, worum es mir geht. Ich bin sicher nicht Mutter Teresa und ich wollte auch nicht seine Therapeutin werden. Bei mir ist es nur so, dass die Leute, die mir wichtig sind, die ich liebe absolut im Mittelpunkt stehen. Ich bin immer für meine Familie, Freunde und Bekannten da, mache und tue und kümmere mich. Das ist eben so meine Art und manchmal bemuttere ich sicher auch. Freude Aber ich hätte schon versucht, ihn so anzunehmen wie er ist. Ob es funktioniert hätte? Ich habe keine Ahnung. Sicher nicht. Weil er so ist wie er ist und ich so bin wie ich bin. Und das sicher immer wieder zu Mißverständnissen und gegenseitigen Verletzungen geführt hätte. Mir wird langsam klar, dass ich nicht für sein Leben verantwortlich bin. Sicher habe ich ihn durch mein Verhalten beeinflusst. So wie er auch mich verändert hat. Die Konsequenzen müssen wir beide für uns allein tragen und sehen, wie wir mit den Erfahrungen umgehen.

Du hast recht, er hat sich bewußt gegen mich und meine Liebe entschieden. Und vielleicht hat er mir sogar einen Gefallen getan, wer weiß das schon. Damit muß er leben und ich muß es auch.

Wo ich dir nicht ganz zustimmen kann, ist die Frage, ob ihm sein Leben so gefällt. Nein. Immer wenn er mir so seinen Tagesablauf geschildert hat, hab ich mich gefragt, ob sein Tag wohl mehr als 24 Stunden hat. Der war so vollgepackt. Und warum? Weil man dann abends todmüde ins Bett fällt, man hat nicht die Zeit darüber nachzudenken, wie einsam man ist. Immer in der Hoffnung, das nach einem anstregenden Tag die Augen einfach zufallen und man nicht merkt, dass der Platz im Bett neben einem leer ist. So hat er sich gefühlt und so fühle ich mich jetzt auch. Aber ändern kann ich es nicht mehr. Das hätte nur er gekönnt, aber dazu war ich wohl nicht die Richtige!

Gruß tear