Hallo Tiffy,
ich denke mal was du ansprichst ist das typische Generationsproblem welches es schon immer gab u. immer geben wird. Ein komplexes Thema. Darüber könnten wir hier diskutieren u. beraten ohne Ende, es wird keine Lösung geben.
Ich bin Beides ja nun, Tochter meiner Eltern u. Mutter meiner beiden erwachsenen Söhne. Wobei ich ehrlich bin u. heute noch Stossseufzer der Dankbarkeit ausstosse, dass ich Söhne habe u. keine Töchter.
Mit Söhnen ist wesentlich einfach u. kompakter umzugehen als wie mit Töchter.
Einfach schon, weil man direkter mit ihnen sprechen kann, ohne das sie gleich maulen oder sich angegriffen fühlen o.ä.
Ich selber habe mit 18, als ich auszog u. auch gleich mein erstes Kind bekam, ständig die Augen verdreht weil meine Mutter meiner Meinung nach nun ja wirklich nicht täglich bei mir auftauchen musste.
Allerdings war für mich wiederrum selbstverständlich das sie meinen Sohn nahm wenn ich ausgehen wollte oder mit dem Auto vor der Tür stand wenn ich mit ihm Arzttermine hatte.
Und ich denke das ist der springende Punkt auf beiden Seiten.
Was man selber will u. für sich als selbstverstädnlich ansieht, egal ob als Kind oder Elternteil, hat auch die Gegenseite als solches zu akzeptieren u. respektieren.
Das die Gegenseite aber nicht nur Mutter, sondern auch Frau ist, nämlich genau wie die erwachsene Tochter eigene Vorstellungen von den Dingen hat, der Vater auch Mann ist, eigene Vorstellungen hat, der Sohn auch Mann ist, eigene Vorstellungen hat, wird gar nicht bis kaum gesehen.
Und genau wie erwachsene Kinder angeblich, so wird es zumindest von ihnen aufgefasst, viel verkehrt machen, sich falsch benehmen o.ä., geht es den Eltern nicht anders. Glaub mir, sie fühlen sich genauso oft nicht verstanden.
Manche Eltern können ihre Kinder nur schwer loslassen, das stimmt.
Aber mit Sicherheit nicht um sie zu trietzen, sondern weil sie das Beschützen nicht von heute auf morgen lassen können. Wobei es meistens ja auch tatsächlich so ist, dass die meisten Menschen wohl volljährig sind aber kaum als erwachsen eingestuft werden können, was Lebenstauglichkeit angeht.
Und wo tauchen denn Kinder auf, egal welchen Alters, wenn gar nichts mehr geht?
Bei ihren Eltern. Voraussetzung natürlich, es war u. ist ein ganz normales, wie es sein sol, Familienverhältnis.
Ich bin selber ein Mensch der sich komplett aus den Angelegenheiten seiner Kinder heraushält, sage nur meine Meinung, die aber ehrlich u. direkt, wenn meine Söhne nach meiner Meinung fragen.
Und glaub mir, ich war schon oft stinksauer als Mutter.
Brauche nur meinen Ältesten nehmen, der sich vor Jahren in einer Partnerschaft ein Haus kaufte, obwohl er schon mindestens 3 Jahre lang zu mir sagte: Ich weiß nicht wie, aber ich möchte mich wohl trennen.
Dann kam die Idee mit dem Hauskauf u. ich habe ihn gefragt ob er das richtig findet, ein Haus zu kaufen in einer Partnerschaft wo es schon so kriselt.
Antwort: Jaja!
Ende vom Lied. Gleich zu Anfang seiner Umschulung ging die Beziehung in die Brüche. Er stand da mit seinem wenigen Umschulungsgeld, musste noch lange die Hälfte des Kredites des Hauses mit abbezahlen. Er musste ja erst aus dem Grundbuch raus, musste klagen.
Wo zog er nach 8 Jahren wieder ein? Klar, bei mir.
Ich wohnte damals das allererste Mal in meinem ganzen Leben gerade 1 Jahr alleine, hatte mir mein Leben u. meine Wohnung eingerichtet wie ich es immer schon erträumte, ja, auch Mütter haben Träume

, und trotzdem gab es für mich kein überlegen.....nun war ich zwar unglücklich, aber Hauptsache Kind bekommt alles in den Griff u. braucht die Schule nicht abbrechen.
Er hätte sich den ganzen Ärger ersparen können wenn er das Haus in einer kriselnden Beziehung erst gar nicht gekauft hätte. Wusste es aber besser.....das traurige Ende aber dürfen Mütter oder Eltern dann wie selbstverständlich mittragen.
Tiffy, damit will ich sagen, von emotionalen Verpflichtungen oder Rechte zu schreiben, passt schon nicht in ein normales Eltern / Kind / Verhältnis.
Entweder man gibt u. nimmt auf beiden Seiten oder einer fühlt sich immer bevormundet oder eben verletzt oder allein gelassen.
Das Wichtigste ist einfach, gerade durch Gespräche, beidseitig zu erfahren was in dem anderen vorgeht. Für Eltern ist das selbstverständlich, zumindest für mich, für Kinder sollte es genauso sein.
Dein Beispiel mit der Abtreibung. Würde ich nun schwanger werden mit 47, ich würde das Kind nicht austragen, darüber müßte ich auch mit niemandem sprechen, ich wüßte es so.
Würde ich aber nicht genau wissen wie ich mich entscheiden sollte, würde ich mich auch mit meinen Söhnen zum beraten zusammensetzen, denn es wäre von vornherein klar das ich dieses Kind absichern müßte falls ich es nicht mehr gross bekomme oder zumindest später Unterstützung dazu bräuchte....und das ginge nur wenn mein Jüngster sagen würde: Wenn etwas sein sollte, nehmen M. u. ich das Kind zu unserem Kind dazu.
Die Eltern meiner zukünftigen Schwiegertocher u. ich haben uns doch auch zusammen mit unseren Kindern hingesetzt damals, um zu planen wie wir es alle gemeinsam schaffen, mit Enkelkind, das Schwiegertochter weiterhin mitarbeiten kann. Wir hätten auch sagen können: Ne, du wolltest Mutter werden, nun sie zu wie du das gewuppt bekommst u. unserer Meinung nach gehörst du eh nach Hause zu deinem Kind.
Warum soll man mit seinen erwachsenen Kindern nicht über solche oder überhaupt jedes Thema reden??? Sie sind doch erwachsene Menschen u. haben eine Meinung.
Meine Kinder kommen doch auch zu mir mit den unmöglichsten Themen, wo ich mich oft frage, ob ich das Alles wirklich so genau wissen möchte
Und genau das fehlt z.B. meiner Mutter. Sie wirft mir immer wieder vor das sie so gar nichts über meine Gedanken, mein Leben, erfährt.
Tiffy, wenn man wie ein Erwachener seitens der Eltern angesehen werde will, sollte man sie auch als Erwachsene ansehen, nicht nur auf Eltern reduzieren.
Hinter jedem Verhalten stehen Wünsche, Träume, Erfahrungen ob negativ oder positiv, auch beidseitig. Man sollte immer versuchen beide Seiten zu verstehen.
LG v. sages!