Was ist Liebe? Was braucht eine Beziehung?

Tiffy
Hallo Leute,

in letzter Zeit bin ich stark verunsichert, was die Definition von "Liebe" angeht. Ich wollte mal wissen, wie ihr die Sache sehen würdet. Ich bin in einer Beziehung. Allerdings habe ich nicht das Gefühl von "Stabilität" und "Sicherheit", das ich mir erträume. Sicher, wenn ich meinen Freund sehe, bin ich manchmal schier sprachlos vor Glück, dass er da ist, dass es ihn gibt. Ich halte ihn für einen wunderbaren Menschen, ich habe Respekt vor ihm, und ich finde ihn sexuell mehr als anziehend. Trotzdem kann ich mich nicht komplett darauf einlassen. Ich habe Angst, ihm zu vertrauen. Um ehrlich zu sein, vertraue ich nur einem Menschen. Das ist mein Exfreund.

Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll. Zunächst vorweg: Ich kann mir nicht vorstellen, mit meinem Exfreund jemals wieder im Bett zu landen. Aber: Ich brauche meinen Exfreund sehr. Wir sehen uns alle zwei bis drei Tage, zur Zeit etwas öfter, weil ich mich kümmern möchte, da seine Bezeihung vor kurzem zerbrach. Ich bin häufig emotional so aufgeladen, dass ich einfach ne Umarmung brauche, dann heule ich ein wenig, und es wird besser. Er ist mein zu Hause. Ich weiß, dass es ihm bei mir ähnlich geht. Wir brauchen uns einfach immer noch, auch wenn die Trennung über 2,5 Jahre her ist. Oft gucken wir abends gemeinsam Fernsehen, kuscheln, er läd mich zum Essen ein oder wir frühstücken. Meist treffen wir beide uns allein, da sein Freundeskreis und meine Freunde nicht zusammenpassen und auch die Interessen sehr gegensätzlich sind.

Mein Problem ist, dass ich mich häufig mit Problemen nicht an meinen Freund wenden will. Mit meinem Ex drüber zu reden, ist allerdings kein Thema für mich. Und so gelange ich immer wieder dahin, dass ich meinen Freund mit meinem Ex vergleiche, obwohl sie sich in keinster Weise ähnlich sind. Meine Mutter meint, ich würde keinem Neuen auch nur die Chance geben, so an mich heranzukommen, wie mein Ex. Hat sie Recht damit? Ich meine, ich kann mir nicht vorstellen, wieder eine Partnerschaft mit ihm zu leben. Dazu ging zu viel kaputt - aber er hat mich menschlich nie enttäuscht und ich brauche ihn. Und ich bereue sehr, dass ich damals nichts dagegen unternommen habe, als sich die Dinge so schlecht entwickelt haben. Dass ich damals nicht das weiß, was ich heute weiß.

Was ist denn das? Liebe? Ohne jeglichen sexuellen Reiz? Nach meinem Freund verzehre ich mich, aber ich kann mich nicht auf ihn verlassen. Muss ich was an meiner Bezeihung zu meinem Ex ändern? Er ist Familie für mich - aber ich merke, wie andere sich über unser Verhältnis wundern. Ich bin verwirrt.
sageslaut2002
Hallo Tiffy,

zuerst einmal das Allerwichtigste: Es ist egal was Freunde, Bekannte oder Familie über dich u. deinen besten Freund denken. Lasst euch eure tiefe Freundschaft nicht durch Verunsicherungen von Aussen zerstören. Meistens ist es doch so, dass vieles, egal um welches Probem es geht, durch Gesabbel von Aussen erst so richtig problematisch wird.

Nun zu deiner Frage, da du hier öffentlich um Meinung fragst, gehe ich davon aus das ich auch ehrlich meine Meinung kundtun darf, auch wenn du sie vielleicht sooo nicht hören möchtest.

Das was dich u. deinen besten Freund nach all den Jahren heute noch intensiv verbindet ist sicherlich eine Art von Liebe. Es kann aber auch eine Art Liebe wie zu einem Bruder sein, eben zu einem Familienmitglied.

Klar ist auch, dass jeder neue Partner erst einmal die Jahre aufholen muss die ihr zusammen verbracht habt. Natürlich geht das nicht von heute auf morgen, weder mit dem Vertrauen, noch mit dem blinden gegenseitigen Verständnis, noch mit den Daheim fühlen.

Unabhängig aber nun von deinem besten Freund, in jedem neuen Thread den du startest geht es irgendwo darum das du arg vieles vermißt in der Beziehung zu deinem Partner. Du stellst vieles in Frage. Du kannst bist heute kein Vertrauen fassen. Du fühlst dich nicht verstanden, fühlst dich alleine gelassen wenn du Probleme hast.

Du vermißt eigentlich Sachen die sehr, sehr wichtig in einer Beziehung sind, eigentlich diese ausmachen.

Sorry, aber ich glaube, wenn du ganz tief in dich hineinhörst wirst du darauf kommen, dass er nicht die Liebe für dich ist. Vielleicht noch Verliebtsein, vielleicht aber auch nur das Verlangen nach erfülltem Sex, dahingehend reizt er dich ja sehr...aber Liebe? Ich denke nein.

All das was du in deinem besten Freund findest u. brauchst, gepaart mit dem Reiz des körperlichen, so sollte oder müßte wohl der Mann sein in den du wirklich lieben könntest.

Und irgendwo gibt es auch genau den, mit Sicherheit Freude

LG v. sages!

Ach so, ja, deine Frage was ist Liebe, was braucht der Mensch?
Ich denke, dass ist bei jedem Menschen verschieden. Jeder Mensch braucht etwas anderes, ersehnt etwas anderes, versteht etwas ganz anderes unter Liebe.
Bei mir sind am allerwichtigsten ständig vorhande Schmetterlinge im Bauch, dürfen auch gerne Düsenjets sein, Sehnsucht haben, nichts was Routine nahekommt.
Routine ist u. war immer tödlich meinerseits was Beziehungen anging.
Und ganz wichtig, Liebe ist, den Partner genauso nehmen zu können wie er ist, als Ganzes, mit all seinen Ecken u. Kanten.
Will ich ihn ändern damit er in mein Schema passt, geht es nicht um Liebe dem Partner gegenüber, sondern um Eigenliebe.

Nach dem Motto: Willst du das ich glücklich bin, sei so wie ich dich haben will.
Tiffy
Hallo sages,

wie immer trifft vieles von dem, was du sagst zu, anderes auch nicht.

Also: Grundsätzlich stelle ich mir die Frage, ob Liebe "Schmetterlinge" ist, oder eher "Heimat".

Wo meine Zuflucht, meine Heimat ist, da gibt es keine Schmetterlinge (und gab es noch nie so richtig). Wo es die Schmetterlinge gibt (mein Freund), da komm ich innerlich nicht zur Ruhe. Weißt du, was ich sagen will?

Eigentlich läuft in der Beziehung gerade alles gut, bis auf die Tatsache, dass ich halt immer so nen Hintergedanken hab "nicht drauf verlassen - kann morgen wieder weg sein"

Ich frage mich auch, wann ich aufhören sollte, mich bei meinem besten Freund zu Hause zu fühlen. Aber ich glaube, das kann ich auch in 100 Jahren nicht. Er ist meine Familie.

Du hast mir sehr geholfen, indem du mir wieder gesagt hast, dass ich mich nicht von der Gesellschaft vorschreiben lassen soll, wie ich sein soll. Hmm. Das tat gut zu hören. Ich habe oft Angst, den Ansrpüchen nicht zu genügen. Aus der Rolle zu fallen - falsch zu liegen. Und nachdem meine Mitbewohner fragten, weil mein bester Freund häufig da ist, oder ich bei ihm, und weil sie uns sehr liebevoll miteinander umgehen sehen, da hb ich mich auch irgendwie gefühlt, als würde ich meinen Freund betrügen. Weil eben andere da was vermuten, was da nicht ist.

Naja, ich freu mich am besten einfach mal, dass es diese zwei Männer für mich gibt, und hoffe einfach, dass ich mit der Zeit auch meinen Freund als "Heimat" ansehen kann. Denn ich denke "Gewohnheit und Geborgenheit" stellen sich leichter über die Zeit hinweg ein, als beispielsweise Schmetterlinge, oder? Die brauch ich nämlich ebenfalls.

Ps. zum Ändern: Mein Freund sagt mir, dass er mich dafür liebt, dass ich so stark an mir arbeite und dass er weiß, dass ich es auch für ihn tue. Wenn es nach deiner Definition geht, sages, dann liebt er mich nicht wirklich. Aber: Muss man wirklich alles akzeptieren? Ich meine, ich hab am Anfang der Beziehung Panikattacken gehabt, die sich auch körperlich auswirkten. Ich wär wohl kaum irgendwie bezeihungsfähig geworden, wenn ich nichts gemacht hätte. Gut, den entschluss, dass ich Hilfe brauche, um das "männertrauma" zu verdauen, die fiel bevor wir wirklich zusammen kamen, und doch tue ich es auch für ihn.
sageslaut2002
Hallo Tiffy,

ist immer schade das man sich schriftlich so schlecht ausdrücken u. rüberbringen kann.

Meine Definition ist: Wenn man dem Richtigen, der wirklichen Liebe begegnet ist kann man den Partner nehmen wie er ist, ohne überhaupt den Gedanken zu haben an ihm etwas ändern zu wollen. Dann will ich ihn so wie er ist!

Muss ich mich für einen Partner ändern oder er für mich, ist es noch nicht der / das einzig Wahre.

Dieser Hochzeitsspruch sagt aus was ich meine:
Wer den anderen liebt, lässt ihn gelten, so wie er ist, wie er gewesen ist und wie er sein wird.

Verfasser Michael Quoist

Dein bester Freund bekommt das anscheinend hin. Vielleicht erst jetzt als Freund, aber das sagt schon einiges.

Es ist eben so, dass man Liebe oftmals mit Verliebtsein verwechselt.

Für mein Empfinden stellst du in deiner Partnerschaft einfach zuviel in Frage, als das man wirklich das Gefühl bekommen kann, da ist eine glückliche junge Frau. Gerade aber das solltest du sein.

Das Menschen einem durch ihr Gerede verunsichern können kenne ich aus dem Effeff. Ich habe leider meine grosse Liebe vor Jahren gehen lassen weil ich dieses ständige Gelaber leid war, keinen Nerv mehr hatte, gegenanzugehen. Mich für etwas zu rechtfertigen ( auch innerhalb der eigenen Familie ) was niemand anderen angeht u. um ihn u. meine, damals schon erwachsenen Söhne, aus dem Schussfeld zu nehmen u. zu schützen. Ich war der Meinung meine Söhne müßten genervt sein, denn auch sie wurden oft blöde, in Bezug auf mich oder ihn, von der Seite angemacht.

Irgendwann kam mal das Thema darauf u. sie sagten zu mir: Wir hatten kein Problem damit. Von uns aus hättet ihr auch öffentlich als Paar gehen können. u. wer da nicht mir klar gekommen wäre hätte fern bleiben müssen. Punktaus.

Zudem dachte ich das sie sich für mich schämen weil uns ein sehr grosser Altersunterschied trennte, aber auch dazu sagten sie: Wir hätten schon was gesagt wenn uns etwas gegen den Strich gegangen wäre.

Tja, ich habe es versemmelt, würde mir nie wieder passieren, weil ich in einem ähnlichen Fall garantiert an damals denken werde, die Wut auf mich selber u. all den schlauen labernden Menschen dann heute noch in mir hochkochen würde u. ich erst Recht aufdrehen würde. Und im Vorfeld mit meinen Söhnen reden würde Augen rollen

Tiffy, lass dir nichts einreden!!

LG v. sages!
Tiffy
Hallo sages,


ja, andere Menschen oder das, was man für ihre Meinung hält, können einem schon zusetzen, nicht?

Deine Söhne sind übrigens richtig klasse, manchmal muss man anderen einfach mehr zutrauen.

Auch ich habe mich mal wieder nicht klar genug ausdrücken können. Als ich mit meinem jetzigen Freund zusammen kam, da habe ich ihm etwas ähnliches gesagt. "Wer mich wirklich liebt, der sieht nicht meine Fehler und toleriert sie, er liebt mich meiner Fehler willen." Aber später komm ich drauf zurück.

Mein bester Freund hat mich damals in der Bezeihung schon irgendwie eingeengt, mir kleine Macken immer wieder vorgehalten. Er hat die "Verrückte", die Ausgeflippte total begraben, wenn auch unbewusst. ABER: Ich war mir immer sicher, dass er mich als Menschen liebt. Dass er, wenn alles den Bach runter gehen würde, da wäre. Und ich habe Recht behalten. Die Trennung hat nicht viel geändert, außer dass wir ohne den "Druck" und die "Ansprüche" einer Beziehung leben. Ich persönlich nehme ihn jetzt wieder viel mehr wahr, als ich es tat. Damals war ich durch zwei Jobs an der Uni + Studium viel zu eingespannt, als dass ich ihn noch "gesehen" hätte. Und wir lebten zusammen, wie ich mal erwähnte.

Mit dem "in Frage stellen": Ich denke, dass bin zu großen Teilen ICH. DAS ist mein Fehler. Ich habe große Angst vor dem "Urknall". Davor, glücklich zu sein, und dann aus hoher Höhe abzustürzen. Ich erlaube mir selber nicht, ganz gelassen und glücklich zu sein. Mich auf etwas einzulassen und den Moment zu erleben und genießen. Ich habe Angst davor, Falsch zu liegen. Deshalb muss ich auch solche kleinen "Gedankensplitter" ganz genau analysieren. Um alles Kalkulierbarer zu machen, die Kontrolle nicht ganz zu verlieren. Aber "Liebe" ist nicht konroliierbar. Ich kann nur für mich selber leben. Weißt du, mein Ex und ich haben unser Leben umeinander arrangiert. Und es hielt nicht. Aber er ist noch bei mir - als bester Freund. Ich kann mir nicht vorstellen, ihn ganz zu verlieren. Danach kamen und gingen bei mir einige Männer. Und jedesmal hab ich angefangen, emotional zu hyperventilieren, wenn sich bei mir Gefühle einstellten. Mein Freund hat mich erst aus diesem "Schneckenhaus" gelockt, wenn auch unter großen Anstrengungen. Allerdings ist es so, dass ich mich manchmal "schutzlos und nackt" fühle. Was, wenn er geht?

Ich versuche, diese Angst zu bekämpfen. Ich bin eigentlich intelligent, smart, niedlich, ein liebevoller Mensch - mir ist nur nicht klar, warum mich irgendwer lieben sollte. Weil ich mich selber schlecht lieben kann. Nur kann ich als Kompensation dafür nicht andere heranziehen.

An meinem Freund gibt es sicher Dinge, die ich störend finde. Unpünktlichkeit, eine gewissen "Wankelmut", der Drang öfter Mal allein zu sein. Nicht, dass ich nicht auch meine Zeit für mich brauche - wenn er sie braucht, dann schrillen bei mir die Alarmglocken. Zudem hat er in der Vergangenheit einige Male nicht erkannt, wann bei mir wirklich Endzeitstimmung war - andererseits: Mein bester Freund kennt mich seit mehr als 6 Jahren, ihn habe ich vor einem Jahr kennengelernt, und unsere Bezeihung war von Anfang an "distanzierter", eben aus meiner Angst heraus und seiner einzelkämpferischen Art. Wer weiß, wäre er immer auf meine Bedürfnisse eingegangen, vielleicht wäre er mir langweilig geworden?

Aber ich wollte hier im Thread eigentlich nicht auf meine Bezeihung kommen, sondern eher wirklich die Klärung, wie andere Almacaner Liebe definieren, ob es eben auch Schmetterlinge sein können, ob die sein müssen? Ob das Gefühl von "zu Hause" da sein muss? Ob man tiefe platonische Liebe empfinden kann und darf?

Ich bin voller Fragen, Unsicherheiten - und da meine beste Freundin ein Einzelgänger ist und Freunde und Hobbies der Liebe vorzieht, bespreche ich sowas nicht mit ihr.
sageslaut2002
Guten Morgen Tiffy,

ja, ich bin auch so ein Mensch der alles u. jedes, einschließlich sich selber ständig hinterfragen muss. Eben, um nicht überrascht zu werden von irgenetwas Unvorhersehbaren, was einem selber dann umhauen könnte. Damit sind aber nur unberechenbare Emotionen gemeint, denn gerade die geben mir das Gefühl der Hilflosigkeit u. genau das, nämlich Hilflosigkeit, kann ich gar nicht ertragen.

Sämtliche Eventualitäten, welche einem so im Leben den Nerv rauben können, da jammer ich vielleicht erst oder motze rum, setze meinen Verstand dann aber ein u. bekomme irgendwie im Endeffekt doch alles geregelt.

Die lieben Emotionen, tja Augen rollen

Das Thema: Was ist Liebe?....habe wir hier schon so oft versucht auseinanderzutüfteln.

Lies z.B. mal hier:

Liebe???

Die Frage stellt sich wohl so lange es die Menschheit gibt.

Und ja, man kann tiefe platonische Liebe empfinden.

LG v. sages!