Die Meinung anderer verletzt mich..

RiOt-masahaka
Hallo,
also, ich versuche mal, mein Problem zu definieren.
Und zwar bin ich mir nicht sicher, wie selbstbewusst ich bin und habe zudem keine ahnung, wie ich das zum Positiven verbessern kann.
Ich habe in letzter Zeit festgestellt, dass es mich verletzt, wenn andere mir sagen, dass ich etwas nicht gut kann oder nicht gut aussehe. Ich weiß nicht, waum mich das stört, denn eigentlich ineressiert es mich nicht, was die Leute von mir denken. Früher tat es das, aber ich bin durch einige Konflikte gegangen und habe daran gearbeitet, klarzukommen, wenn ich mich auffällig kleide und mich alle angucken oder so. Sagen wir mal so: Solange die Leute nur schlecht über mich denken, ist mir das total egal. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Aber sobald ich sehe, dass sie mich weswegen auch immer auslachen oder so, geht es mir nah. Ich tu mir dann irgendwie selbst Leid, und komm mir blöd dabei vor - denn Selbstmitleid ist doch eigentlich total erbärmlich. Doch ich fühle mich, als ob jemand z.B. einen Menschen, den ich mag, beleidigt hat und es mich verletzt - so empfinde ich es, wenn Menschen mir irgendwelche Sachen an den Kopf werfen.
Eigentlich sollte es mir egal sein, denn meist kenn ich die Leute nicht einmal. Ich weiß sehr wohl, dass ich gut aussehe, aber trotzdem wurmt es mich, wenn andere das Gegenteil behaupten - auch wenn ich mir gefalle. Im Übrigen ist Aussehen für mich nicht so wichtig, es gibt viel wichtigere Dinge auf die ich mich fokussiere - z.B. mit sich selbst im Reinen zu sein. Und das bin ich. Eigentlich bin ich total selbstverliebt. Ich habe auch kein Problem, meien Meinung zu sagen, aber ich habe Angst vor Konflikten, glaube ich. Sich mit jemandem anzulegen, der total selbstbewusst und aufbrausend ist, ist nicht gerade meine Stärke - ich bin auch total temperamentvoll, aber ich streite ungern oder rede über meine Gefühle, wenn mir was nicht passt, das tue ich selten, weil ich Angst habe, mir wichtige Menschen zu verlieren. Früher war ich der Einsicht, dass ich gut über Gefühle sprechen kann, aber mittlerweile komme ich mir fast dämlich vor dabei, als wäre das kitschig oder so. Früher viel mir das leichter, aber in letzter Zeit ist es anders.
Ich bin eine Person, die eigentlich keien Angst vor Menschen hat und gerne im Rampenlicht steht, sich auffällig kleidet und weiß, dass sie gut aussieht. Ich rede gerne und viel. Aber warum verletzt mich die Meinung mancher Leute? Bin ich einfach nur total schwach und kann mir das nicht eingestehen?
Ich weiß nicht einmal genau, wie ich mein Problem definieren soll; es fällt mir sowieso schwer, einzugestehen, dass ich ein solches Problem habe, denn ich schätze mich eigentlich relativ selbstbewusst und extrovertiert ein, ein Partymensch eben. Aber in letzter Zeit geht mir das doch an die Nieren, wie früher, bevor ich mich darin übte, stark zu sein und auf alle Kommentare, von denen es viele gab, zu scheißen. Das klappte auch ganz gut, nur jetzt bin ich verwirrt.
Was zur Hölle ist mein verdammtes Problem? Falls mir jemand hier irgendeinen Rat geben könnte wäre ich mehr als dankbar.
Vor allem, was ich gegen diesen Mangel an Selbstbewusstsein oder was es ist tun kann, wie ich's verbessern kann, üben kann. Es gibt bestimmt Methoden - und ich wäre gerne ein Mensch, dem die Meinung anderer am Arsch vorbeigeht und der nur müde dabei lächelt, wenn er blöde Sprüche zu hören kriegt.
Ich glaubte ich sei so ein Mensch, aber im Moment fühle ich mich nicht so.
trauri
Ich denke es liegt daran, dass du dich viel zu abhängig von den anderen Menschen machst, auch wenn du meinst, dass dich deren Meinung nicht interessieren würde. Mir fällt es gerade etwas schwer das rüber zu bringen, was ich denke, deswegen übertreibe ich jetzt deine Situation bewusst: Es ist so, als wenn man gerade in seiner eigenen Welt ist, wo alles super ist und man vollkommen mit sich im Reinen ist und dann kommt plötzlich irgendjemand, reißt diese ganze Welt zusammen. Dabei reicht irgendeine Kleinigkeit aus, die zerstört wird, aber gerade dies zeigt einem, dass diese eigene Welt nicht unantastbar ist und plötzlich bricht alles in sich zusammen. Auswirkung sind Unsicherheit, Selbstzweifel bis hin zur Wut und gerade dies versucht man zu vermeiden, indem man sich in diese eigene Welt hinein flüchtet.

Womöglich möchtest du einfach mit dir im Reinen sein, und du gehst Konflikten nur aus dem Weg, um diese Vorstellung nicht zu zerstören. Gerade dieses gern im Rampenlicht stehen, "Selbstverliebtheit", Meinung anderer egal sein, solange du sie nicht hörst usw. deutet meiner persönlichen Meinung nach darauf hin. Woran es liegt? Meistens liegt es an Unzufriedenheit, bzw. verdrängter Unzufriedenheit. Einer guten Freundin von mir ging es relativ ähnlich zu dir, allerdings gipfelt dies zeitweise in reine Verdrängung und dann wieder in kurze Phasen des Selbsthasses. Ich kann bei ihr leider auch nur vermuten woran es lag, allerdings kannte ich sie zu dem Zeitpunkt sehr gut. Sie hat einfach Fehler gemacht, manche Sachen zu sehr vernachlässigt, Gründe gefunden, warum sie keine Zeit dafür hatte (die allerdings zu einem gewissen Teil auch stimmten), um dann ab und zu in diesen Hass auf sich selbst zu verfallen, weil sie eben Fehler gemacht hatte, die sie nicht mehr rückgängig machen konnte.

Davon unabhängig sollte es weniger das Ziel sein über andere Meinungen hinwegsehen zu können, sondern vielmehr diese entgegennehmen zu können. Was du dann mit den Meinungen anfängst, bleibt natürlich deiner Entscheidung überlassen. Das über andere Meinungen lächeln können, ist nicht selten auch einfach Selbstschutz, um die entsprechenden Meinungen abzuwerten und sich selbst somit aus ihrer "Reichweite" zu bringen.

Gib dir einfach etwas Zeit und überlege in Ruhe, ob vielleicht etwas so läuft, wie du es nicht willst oder ob du mit etwas nicht zufrieden bist oder Probleme/Schwierigkeiten hast. Man kann sich z.B. auch gut hinter Selbstbewusstsein verstecken, um gerade die eigene Schüchternheit und Verletzbarkeit zu verdecken. Man kann sich auch hinter sein Äußeres verstecken (indem man seine äußerlichen Reize voll ausspielt usw.) aus Angst, die anderen würden die eigenen inneren Werte nicht so schätzen, wie man selbst bzw. sie nicht als wertvoll genug erachten.