Lebenshilfe / Verschiedene Charaktere und der Umgang mit ihnen

sageslaut2002
So, ich hoffe meine Ausarbeitung hilft einigen von euch in manchen Lebenslagen weiter. Vielleicht um eher zu erkennen was da nicht passt, dass da etwas auch nie passsen wird. Wie ihr etwas passend machen könnt, mit welchem Eingehen / Zugehen auf den Anderen.

Vielleicht erkennt ihr euch auch selber irgendwo. Seit in der Lage euch selber zu reflektieren u. Ahaaa - Effekte daraus zu erzielen.

Wie auch immer, mein persönliches Resümee aus sämtlichen Charakteren ist:

Für mich am interessantesten ist der Introvertierte. Er macht mich einfach neugierig, sorgt für Spannung.
Am einfachsten ist für mich der Umgang mit dem Verläßlichen, dem Dominanten, dem Kontakmenschen, dem Darstellungsbedürftigen u. dem Robusten.
Gar nicht klar komme ich mit dem Labilen, dem Machtmenschen, dem Geltungsbedürftigen, dem Radikalen u. dem Nögler. Auf sie verzichte ich dankend von vornherein.
Mit Vorsicht u. Samthandschuhen gehe ich in den Umgang mit meinesgleichen, den Individualisten, schließlich weiß ich wie ich ticke.
Alle anderen Charaktere werden genommen wie sie sind, passt etwas nicht kann man ihnen ja aus dem Weg gehen.

Einen schönen Wochenstart wünscht sages!
Manuel
Ich bin Kontaktstreber und Darstellungsbedürftiger!

Darin erkenne ich mich voll und ganz wieder smile

Lg Manuel
Endara82
Hallo sages!,
ist das nicht alles sehr "schubladengedacht"?

Tue mich schwer, Menschen in Pauschal-Charaktere einzuteilen... Auch wenn es sicher Mischformen gibt... Und eine Persönlichkeit immer aus einer bestimmten Struktur besteht... Ich habe in meinem Psychologie-Unterricht gelernt, dass eine Persönlichkeit immer ein gedankliches Gefüge ist, über dass sich zwar Grundannahmen machen lassen, das aber aus einem charakteristischen Wahrnehmungsfeld besteht, dass eine individuelle Realität hat, die nie vollständig von anderen verstanden werden kann... und die zwar relativ stabil und länger andauernd ist... sich aber trotzdem ständig verändert...

Ich bin ich, mal intro-, mal extrovertiert, mal Cäsar, mal Nörgler... usw. und so fort.

Solche Theorien über bestimmte Charaktere werden von der Wissenschaft immer wieder hart kritisiert und muten nach meiner Ansicht eher einer "Cosmopolitan"-Hobby-Psychologie an.

Mit lieben Grüßen von Endara.
sageslaut2002
Ja Endara, ich schrieb ja das ich es sehr verkürzt habe, auf der Arbeit setzen wir uns natürlich, viel mehr das Beschäftigungspersonal, noch mit Familienangehörigen, Ärzten usw. in Verbindung um ein möglichst individuelles Charakterbild des Betroffenen zu erhalten. Dazu gehören natürlich noch Krankheitsbilder, bisheriger Lebensverlauf, Hobbies, Familie ja oder nein und und und....

...um möglichst individuell auf jeden Bewohner eingehen zu können.

Auch gebe ich dir Recht damit, dass jeder Mensch auch viele Charakterzüge der anderen Kategorien aufweist oder aufweisen kann.

So entsteht natürlich schnell das Bild von Schubladendenken.

Aber da wir gerade das ja nicht wollen, es gibt ja z.B. auch Seniorenheime die nicht nach Krohwinkel arbeiten, sondern z.B. gruppenorientiert, müßen wir schon die stärksten Charakterbilder hervorsuchen um individuell arbeiten zu können.

Und wenn du dich mit Persönlichkeitspsychologie ein wenig beschäftigt hast, wirst du tatsächlich feststellen das jeder Mensch ein paar auffällig entwickelte Charaktereigenschaften aufweist, die ihm weiterhelfen oder stillstehen lassen, nicht in der Gesellschaft klarkommen lassen oder oder oder.

Und um die stark ausgeprägten Charaktereigenschaften geht es hier. Und ich kann dir sagen, mit 100% Bestimmtheit mmh , starke Charatereigenschaften werden im Alter noch ausgeprägter sein als in mittleren oder jungen Jahren.

Wer zum Beispiel sein Leben lang die Lästertante am Gartenzaun war, glaub mir, hört damit im Seniorenheim nicht auf, im Gegenteil, kann sogar soviel Unheil unter den Bewohnern anrichten das andere wiederrum so unter dieser Lästertante leiden das sie weinen.
Oder der Geltungsbedürftige, er will auch im Alter von jeden beachtet werden, ist schon beleidigt wenn man sich nach der Spätschicht nicht persönlich von ihm verabschiedet. Das man dann so fair sein müßte u. in jedes Zimmer gehen müßte um sich von jedem Bewohner ( auf meiner Station 24 ) zu verabschieden u. einfach die Zeit dafür fehlt, ist ihm egal. Verabschiedet man sich nicht macht er einem den nächsten Tag zur Hölle u. war Morgens schon im Personalbüro u. hat sich über die Unhöflichkeit der Pflegekraft beschwert.
Was machen wir also? Wer Spätschicht hat rennt zumindest an der Tür vorbei u. ruft: Tschüß bis morgen, Heidi...muss jetzt los.
Schon ist sie zufrieden.

Das vereinfacht doch auch uns den Umgang mit ihr.

Im Heim aber ja müßen alle miteinander leben, ob sie wollen oder nicht, und daher liegt es am Pflegepersonal auf jeden so eingehen zu können das wir niemanden bevorzugen oder benachteiligen u. dafür brauchen wir tatsächlich unsere *Schubladen*.
Z.B. schon dafür um herauszufinden wer mit wem am Besten im Speisesaal zusammen an einem Tisch sitzen kann.

Jeder Mensch will u. muss anders behandelt werden u. um das *wie* herauszufinden braucht man schon ein Charakterbild.
Schon gar nicht können wir alle Menschen so behandeln wie wir behandelt werden wollen, was für uns zählt, denn das wäre reines Ich - Denken.

Und manchen mag meine Kürzung ja wirklich weiterhelfen. Es geht ja im Grunde um die Unterschiede zwischen jeden von uns. Und ich z.B. weiß, wenn es hart auf hart kommt, ich das Charakterbild eines Individualisten in mir trage. Natürlich auch viele andere, aber das ist dass ausgeprägteste.

Und für Menschen die mich mögen u. mit mir auskommen wollen, ich lebe ja noch nicht in einem Heim, so dass man mit mir auskommen *muss* großes Grinsen , kann es doch nicht schaden zu wissen wie sie am Besten mit mir umgehen. Im Gegenteil, es vereinfacht doch alles.

Hier an Board soll es ja nur ein wenig zum Nachdenken anregen u. wer will kann sich ja outen in die eine oder andere Richtung, kann interessant sein oder auch lustig werden.

Und ich habe bisher ja mit meinem persönlichen Resümee richitg gelegen, auch mit Manuel komme ich gut aus, mit Schlumpf sowieso daumenhoch
Wobei ich das mit Schlumpf natürlich sehr viel besser einschätzen kann, da ich sie persönlich kenne.

LG v. sages!
Ava
Da stimme ich dir zu Endara82
Schubladendenken ist soetwas. Einen Menschen kurz angeschaut/kennengelernt und dann "schwups" in diese oder jene schublade gesteckt.

Oberflächigkeit könnte man wohl auch dazu sagen.

Ist nicht jeder Mensch und sein Verhalten auch von einer Situation abhängig?
Ist das verhalten in bestimmten situationen nicht auch ein gewisser erfahrungswert?

Ich bin mal so und mal so, es kommt auf die Umgebung darauf an, wie mit mir umgegangen wird etc.

Wer ernsthaft so ein "schubladendenken" hat, mit dem möchte ich privat nichts zu tun haben, weil er nicht bereit ist, mich ernsthaft kennenzulernen.