[Familie] Angst um meine Mutter

sageslaut2002
Ihr Lieben,

ich weiß das ihr mir nicht helfen könnt, es sei denn es ist eine HNO - u. Orthopädie - Fakultät an Board großes Grinsen
Aber ich muss es einfach mal niederschreiben um mich zu entlasten.

Es langt ja nicht das ich mir Montag meine praktischen Prüfungsaufgaben abholen muss, als wenn ich nicht deswegen schon Magenschmerzen genug hätte, um 4 Tage Zeit zu haben alles auszuarbeiten, von Planung bis Ablauf der Prüfungsstunde am Freitag, nein, meine Mutter ( fast 66 ) macht mir gesundheitlich solch grosse Sorgen das ich schon richtiggehend Angst um sie habe.

Am liebsten würde ich jede Stunde einmal bei ihr anrufen, aber das verkneife ich mir, da ich weiß das sie daran merken würde wie gross meine Sorgen um sie sind u. sich selber dadurch noch mehr verrückt machen würde.

Meine Mutter hat Probleme mit der HWS. Vergangenen Juni lag sie im Krankenhaus weil sie sich nicht mehr bewegen konnte. Die Ärzte bekamen *noch* ohne Eingriff alles in den Griff, drei Monate später aber bekam sie seltsame Ohrgeräusche. Sie sagt, es hört sich ständig an als wenn riesen Werbefahnen immer u. ewig vor sich hinwehen....immer wie ein Flap Flap Flap. Ihr behandelnder Orthopäde sagte: Ist Ihnen klar das dass mit ihrer HWS zusammenhängen kann?

Ihr HNO - Arzt bekam einen Lachkrampf, so etwas hätte er noch nie gehört, das wäre Blödsinn.

Ältester, beschäftigt Klinikum Nord sagt: Wohl kann das sein, wir haben solche Patientenfälle dort.

Sie bekam irgendwelche Tropfen u. die Geräusche verschwanden. Massagen u. Bäder bekam sie ja eh wegen ihrem degenerierten Halswirbel.

Nun waren meine Eltern drei Wochen in der Türkei in Urlaub und Ende vom Lied, meine Mutter lag die letzte Woche dort im Krankenhaus weil erstens die Geräusche wieder losgingen, dieses Mal wie das ständige Rauschen u. Brodeln eines Wasserfalls. Sie zum Hotelarzt, er ihr ein Medikament aufgeschrieben, was ja auch so eine Sache ist, da sie natürlich den Beipackzettel nicht lesen konnte, u. als wenn das nicht schon genug wäre stand sie eines Morgens auf u. war auf dem linken Ohr komplett taub, zusätzlich hatte sie das Gefühl als ob über dem Ohr auch alles taub wäre, wie nach einer Zahnarztspritze.

Sie also wieder zum Hotelarzt, er sie sofort ins Krankenhaus überwiesen. Dort wurde festgestellt das sich eine grosse Wasserblase hinter dem Trommelfell bis hin zur Nase gebildet hatte. Sie bekam Infusionen, aus der Hoffnung, die Blase bildet sich zurück, damit sie überhaupt zurückfliegen darf. Mit Blase hätte sie nicht fliegen dürfen wegen dem Druck im Flieger.

Blase nicht zurückgegangen, Mutter in OP, durchs Trommelfell die Blase geöffnet, anderntags vom Krankenhaus direkt zum Flieger.

Hier natürlich weiter zum Arzt. Sie sich einen neuen HNO - Arzt gesucht weil sie sauer auf den alten war, denn die Ärzte in der Türkei waren der Meinung, solch eine Blase bildet sich nicht innerhalb weniger Tage, sie hätte schon gar nicht in den Flieger hin zur Türkei steigen dürfen.

Neuer HNO - Arzt sagt: Och, das Ohr ist okay, das taube sind die Folgen des Eingriffs. Es wird einige Zeit dauern, aber es wird wieder.

Ende vom Lied, weder der HNO - Arzt, noch der Hausart nehmen meine Mutter für voll. Sie hat nun drauf bestanden das ein MRT gemacht wird u. sie eine Überweisung zum Neurologen bekommt, Ältester u. ich haben darauf gedrängt.

Das Schlimmste aber ist, das meine Mutter, immer wenn die Geräusche einsetzen, das Gefühl bekommt verrückt zu werden, nicht mehr sie selber zu sein.

Letztens war sie bei Lidl einkaufen, mitten während des Einkaufs gingen die Ohrgeräusche wieder los. Als sie wieder denken konnte, hatte sie eine Arbeitskollegin von früher am Arm u. hat meiner Mutter erklärt das sie ziellos durch den Laden lief u. auf kein Ansprechen reagiert hat.

Oder: Mittwoch will sie ihr Treppenhaus reinigen, denkst sich, Handy mitnehmen, Tochter wollte noch anrufen, während des Reinigens gehen die Geräusche wieder los....und sie findet ihr Handy nicht wieder. So gross aber ist ihr Treppenhaus nicht Augen rollen
Nach dem Abendbrot sagt sie zu meinem Vater: Lass uns mein Handy suchen, irgendwo muss es doch sein. Ich war doch nur damit im Treppenhaus.

Gefunden haben sie es Draussen *hinter* den Mülltonnen, ausgestellt.

Sie hat geweint, weil sie nicht einmal weiß das sie überhaupt draussen war.

Donnerstag hatte ich ja nun Geb. u. bin nach der Schule zu ihr gefahren weil sie so fertig ist das sie sich nirgends hintraut.

Meine Mutter ist nur noch am zittern vor Angst verrückt zu werden. Aber Hausarzt sagt immer noch: Die Heilung nimmt eben eine lange Zeit in Anspruch.

Wir fragen uns nun: Welche Heilung wenn nicht einmal jemand eine Diagnose stellt?

LG v. sages!
Thylia
Hallo Sages,

ich lese gerade ein wenig im Netz herum, weil mein Vater manchmal ähnliche Symptome hat. Beim Netdoktor findet sich dazu folgendes:

Zitat:
Erkrankungen außerhalb des Hörsystems sind ebenfalls an der Entstehung der Ohrgeräusche beteiligt: Stoffwechselerkrankungen (z.B. hoher Cholesterinspiegel), Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen der Kopf- und Wirbelsäulengefäße (Arteriosklerose), Erkrankungen der Halswirbelsäule (z.B. Schleudertrauma nach Autounfall) oder Gebissfehlstellungen.


Insofern könnte der Orthopäde wirklich Recht haben. Nach dem, was ich bei Google so gefunden habe, spricht allerdings auch einiges dafür, dass es sich auch um Durchblutungsstörungen handeln kann - bei diesen kann es sowohl zu den Ohrgeräuschen als auch zu Orientierungslosigkeit und Konzentrationsstörungen kommen.

Bei meiner Mutter gab es vor einiger Zeit auch so ein Hin und Her. Sie hatte ständig Schwindelgefühle, wenn sie unterwegs war. Zunächst ging man davon aus, dass es ein psychosomatisches Symptom sei. Später hat man dann aber festgestellt, dass sie ein wenig "verkalkt" war - also auch diese Durchblutungsstörungen hatte. Das erklärte auch, warum sie diese Ausfälle nur hatte, wenn sie unterwegs war. Bei Bewegung gerät das Blut eben mehr in Wallung, als wenn man zu Hause auf dem Sofa sitzt. Wenn das Gehirn bei der Anstrengung dann unterversorgt war, kam es zum Schwindel. Sie war ganz schön erleichtert, als sie hörte, dass sie doch nicht verrückt wird.

Deine Mom soll sich bloss nicht einreden lassen, dass sie spinnt - lieber nochmal den Arzt wechseln oder evtl. sofort nochmal in ein Krankenhaus und einen Durchblutungscheck machen.

Aufmunternde Grüße von Thylia, die mit ihren Eltern auch ständig so was durchmacht...
sageslaut2002
Danke dir Thylia Freude

Ja, auch ich habe mich durch Kinds ausführliche Fachliteratur gründlich durchgelesen und auch meinen Lehrstoff bezüglich Arteriosklerose noch einmal durchgelesen.

Unsere Meinung ist, sie hat einen Tinnitus gepaart mit einem Hörsturz, zurückzuführen auf ihre degenerierte HWS. Bei bestimmten Bewegungen wird ihre Durchblutung unterbrochen u. die Geräusche treten ein, zudem kommen eben dann neuerdings noch die Verwirrtheitszustände hinzu von denen sie selber in dem Moment nichts merkt.

Sie sagt ja selber, wenn sie den Kopf hängen läßt, werden die Geräusche leiser.

Auch weiß ich das ein HNO - Arzt so etwas gar nicht feststellen könnte, dafür langt eine normale Gerätschaft in einer Praxis gar nicht.

Mir geht es aber im Moment darum, wie ihr helfen?

Warum tun die Ärzte es mit Nachwehen der Wasserblase ab?
Das stimmt ja nicht, sie ist ja wegen der Geräusche u. der Taubheit dort überhaupt erst in die Klinik gegangen. Aus Langeweile hat sie es bestimmt nicht gemacht.

Ich kann nicht verstehen das sie sie so einfach mit ein paar lapidaren Worten stehenlassen.

Vor allen Dingen weiß jeder Laie das bei Durchblutungsstörungen im Kopfbereich sehr schnell Gehirnzellen absterben, gut, es können unwichtige, brachliegende sein, genausogut aber auch wichtige.
Und Durchblutungsstörungen, egal ob durch Arteriosklerose oder sonst was, können sehr schnell einen Schlaganfall hervorrufen, gerade im Schläfenbereich, der ja nun einmal über den Ohren sitzt und dort hat sie ja das Taubheitsgefühl wie nach einer Zahnarztspritze.

Sie ist am verzweifeln u. schläft nun auf Grund der Geräusche schon fast die dritte Woche nicht u. ständig mit hängendem Kopf kann sie wohl auch kaum rumlaufen.

Gestern Nachmittag war mein Jüngster mit seinen beiden Frauen sowie mein Bruder bei ihr, was es noch nie gab ist eingetreten, denn eigentlich ist sie am glücklichsten wenn sie immer alle um sich hat, sie konnte nicht mehr. Die ganzen Stimmen zu ihren eigenen Geräuschen ließen sie bald austicken.

Mich machen die Ärzte wütend!

Wir warten nun einmal ab was das MRT ergibt, zeigt ja die Durchblutung oder eben Minderdurchblutung an, der Neurologe sagt, wer weiß aber wenn sie dort endlich einmal einen Termin bekommt....und haben beschlossen ansonsten dafür zu sorgen das sie für ein paar Tage in eine HNO - Fachklinik zum Durchchecken kommt.
Weigert ihr Hausarzt sich ihr eine Überweisung auszustellen gehen wir zu ihrer Krankenkassen u. regeln das mit dieser direkt.

Wenn bei mir alle Stricke reißen kann ich so etwas sehr deutlich regeln Supersauer

Aber all das hilft meiner Mutter ja für den Moment nicht weiter.

LG v. sages!
Thylia
Ich kann Dich gut verstehen, Sages. Wenn man danebensteht und sieht, wie es einem, den man lieb hat, so schlecht geht, ist man so schlimm hilflos. Im Moment bleibt da eigentlich nur das Argument: Mama, Du bist nicht verrückt, Du bist "nur" krank.

Dass die Ärzte so reagieren, verstehe ich auch nicht. Schließlich hat das Abrechnungsquartal ja gerade erst angefangen... *Sarkasmus aus*

Schon schlimm, dass die Laien und die Pfleger sich hinsetzen und recherchieren müssen, weil die Studierten es sich einfach machen.

Ich hoffe jedenfalls, dass Ihr bald alle nötigen Termine bekommt und dass es dann eine behandelbare Diagnose gibt. Und ich wünsche Deiner Mom, dass sie noch ein paar Tage aushält. Vielleicht kannst Du ihr erst mal etwas Baldrian zur Beruhigung geben, obwohl ich nicht weiss, ob das ihre Verwirrtheit nicht noch unnötig steigert, wenn man versucht, sie ruhiger zu stellen. Ach, doofe Situation.

Es drückt Euch
Thylia
sageslaut2002
Ihr Lieben,

habe gerade mit meiner Mutter telefoniert, sie war ja heute ihre MRT - Untersuchung. Ohne Befund auch diese. Bedeutet, die Durchblutung ist okay.

Nun soll sie als Nächstes zum Neurologen, dort holt sie sich morgen einen Termin.

Sie sagt, heute waren die Geräusche noch nicht da, da fühlt sie sich schon gleich viel sicherer, aber hören auf dem linken Ohr kann sie immer noch nichts u. das Taubheitsgefühl an der Schläfe über dem Ohr ist auch noch wie gehabt.

Nun habe ich sie noch einmal gefragt ob sie wirklich will das wir Freitagabend wirklich alle gesammelt erscheinen sollen ( ihr Geb. ) oder doch nicht lieber verteilt auf den Tag. Nein, sie will uns alle gesammelt am Abend bei sich haben.
Ich habe ihr nun das Versprechen abgenommen das sie aber auf jeden Fall Bescheid sagt wenn es ihr zuviel ( zu laut ) wird u. wir gehen sollen.

Da ich den Tag auch meine prakt.- Prüfung habe ( man, ist mir jetzt schon übel deswegen Augen rollen ) könnte ich ihr leider erst frühestens ab Nachmittag mit Essensvorbereitungen usw. beistehen....aber, ich habe eine tolle mitdenkende zukünftige Schwiegertochter, die meiner Mutter angeboten hat Gyrossuppe für Alle zu kochen u. mitzubringen. Finde ich wirklich toll daumenhoch

So hoffe ich also, dass Muttern íhren Geburtstag wirklich geniessen kann.

LG v. sages!
sageslaut2002
Hm, ich muss einmal wieder meine Gedanken ( versteckten Ängste ) um meine Mutter ( 66 ) loswerden Augen rollen

Die Ohrgeräusche sind weniger geworden, treten seltenst auf u. dann auch nur leise. Sie hat heute zwei Untersuchungen an einem Klinikum. Ich hoffe, dort werden körperliche Befunde erstellt, ich hoffe nichts mehr.

Denn....ich habe mich nun in Gesprächen, Telefonaten direkt auf sie konzentriert. Sie beobachtet. Einige Stammuser wissen was mein Beruf ist u. das ich mich mit Alterserscheinungen sehr gut auskenne und ich sage euch, ich hoffe das meine Beobachtungen mich trügen, es körperliche Erklärungen für ihre Ausfälle gibt Augen rollen

Ich habe den schrecklichen Verdacht das sie auf dem Weg ist an Alzheimer Demenz zu leiden. Fast von heute auf morgen. Das ihre Beschwerden mit dem Ohr nichts mit ihren Ausfällen zu tun haben. Nur zufällig zusammenfielen.

Es würde den Rahmen sprengen würde ich nun alles berichten, auch kleinste Kleinigkeiten, an Beispielen, die mich darauf kommen lassen.
Aber z.B. ihre anfallartige Unruhe, bis hin zum sinnlosen Hin u. Herlaufen von Jetzt auf Gleich. Sie spielt z.B. ganz in Ruhe Rommee`mit meinem Vater, hält einen Joker in der Hand, wird unruhig u. weiss in dem Moment die Bedeutung des Jokers nicht mehr u. wo sie damit hin soll. Einige Minuten später ist wie wieder ruhig u. spielt normal weiter. Sie kann mir das dann auch selber berichten, sie bekommt es also mit u. das läßt sie verzweifeln.

Der Hammer aber ist, u. das hat meiner leisen Ahnung erst richtig Nahrung gegeben, dass ich sie am vorletzten Dienstag angerufen habe als ich wusste ich habe meine Prüfung bestanden, ihr auch von der einen einzigen nervigen 4 berichtet habe u. das ich mich bis anderntags um 12 Uhr im Büro meiner Schule melden kann falls ich noch freiwillig in die mündliche Prüfung möchte einen Tag später.

Sie hat mir gratuliert u. dreimal anderntags angerufen weil sie immer meinte ich solle doch in die Mündliche gehen. Papa würde mich auch schnell nach Brake fahren.

1, 5 Wochen später sitze ich bei ihnen, mein Bruder kommt auch, beschwert sich das ich mich nicht bei ihm gemeldet habe um von der bestandenen Prüfung zu berichten und meine Mutter sagt: Das höre ich auch zum ersten Mal, sonst hätte ich doch schon längst gratuliert ooh

Sie hat ihren 400 € Job gekündigt aus Angst während der Arbeitszeit an Ausfällen zu leiden. Die Entscheidung ist vernünftig, aber sie weint natürlich, sie hat den Job so gerne gemacht.

Da sie selber aus der Pflege kommt kann man ihr natürlich auch keine märchenhaften Beruhigungen auftischen. Sie sagt immer: Ihr werdet sehen, ich bin schneller auf der 4 ( Station der Dementen ) als ihr schauen könnt. Das sagt mit schon, dass sie meine Ahnungen unwissentlich teilt, aber noch nicht so weit ist über ihre Ängste zu reden.

Gestern hat mein Papa leise zu mir gesagt: Das muss aufhören mit ihrer Vergesslichkeit. Ich kann doch nicht immer hinter ihr herrennen.

Das sagt mir, dass es noch schlimmer sein muss als wie ich mitbekomme. Denn mein Vater ist eigentlich ein Schweiger u. trägt Probleme nicht auf der Zunge herum.

Hoffe ich mal noch auf die Befunde von heute.

sages!
sageslaut2002
Komme gerade von meiner Abschlussfeier u. hoffe die richtigen Tasten zu treffen, aber muss es noch eben los werden.

Meine Mutter hatte heute bei ihrer Neurologin die Besprechung der ganzen Untersuchungen und...tja, ihre Ausfälle rühren daher das sie einen unbemerkten Schlaganfall erlitten hat. Die Neurologin geht davon aus das dieser in der Nacht eingetreten ist wo Muttern im Türkeiurlaub morgens auf einmal taub aufwachte.
Auch ein Augenlid soll etwas herunterhängen, ist mir allerdings noch nicht aufgefallen.

Sie soll sich nun Montag einen Termin bei einem Internisten holen, um die weitere Behandlung u. mögliche Vermeidung eines weiteren Schlaganfalls zu besprechen.

Da bin ich mal gespannt was ihr geraten wird, im Normalfall wird ja striktes Rauchverbot sowie Alkoholverbot u. Gewichtsabnahme durch Ernährungsumstellung nahegelegt. Sie hat allerdings noch nie geraucht, Alkohol vielleicht zweimal im Jahr getrunken u. Übergewicht hat sie auch nicht.

Bleiben meiner Meinung nach nur noch blutverdünnende Medikamente.

Schau ich mal.

sages!