Ich kann mich nicht trennen

Tiffy
Hallo Leute,

ich hab mit Männern ja immer so meine Probleme. Leider habe ich am letzten Freitag festgestellt, dass ich nicht in der Lage bin, mich wirklich zu trennen. Auch wenn beide eigentlich der Meinung sind, dass es vom Verstand her das Beste sei.

Ich beobachte es schon länger an mir, dass mir jegliche Art von Abschieden sehr schwer fällt. Kann man was dagegen machen?
sageslaut2002
Hallo Tiffy,

was ist denn letzten Freitag genau vorgefallen damit du auf diese Feststellung kommen konntest?

Ist keine Liebe mehr bei euch im Spiel oder wieso sagt euch euer beidseitiger Verstand da eine Trennung besser wäre?

Schreib doch bitte mal ein wenig ausführlicher.

Gruss v. sages!
Tiffy
Hi sages!

Bei uns geht es seit Monaten immer hin und her. Wir sind vom Charakter eigentlich nicht so unterschiedlich, gehen aber mit bestimmten Situationen unterschiedlich um.

Wir führen eine Fernbeziehung, die mich total fertig macht. Ich arbeite Freitags bis 17 Uhr, bin Monatgs um 20 vor acht auf der Arbeit. Bleibt alle zwei Wochen ein We an dem man sich sieht. In der Woche hören wir sehr sehr wenig voneinander, weil er gestresst vom Job ist, sich einfach zurückziehen will.

Kurz und gut: Es reicht mir nicht, ich habe meine Erwartungen extrem zurückgeschraubt, was Nähe angeht, was Anteilnahme an meinem Leben angeht. Alle meine Freunde raten mir zur Trennung. Seit sogar mein Exfreund, der mich und meine Zicken gut genug kennt, und eigentlich immer für den Mann plädiert, mir gesagt hat, dass mein Freund sich mir gegnüber scheiße verhält und dass ich mich trennen sollte, mache ich mir ernsthaft Gedanken. Sonst ist es ja immer so, dass Freunde zu einem halten, aber mein Ex ist normal nicht so.

Naja, das Verhalten meines Freundes verletzt mich extrem. Ich ziehe mich gefühlsmäßig zurück, dachte eigentlich, dass eine Trennung diesmal nur Formsache sei. Ich hab ihm erklärt, dass ich nicht weitermachen kann. Er hats eingesehen, hat seine Sicht der Dinge geschildert, wir kamen zu dem Schluss, dass es nicht weitergeht.

Und ich bin eingeknickt, hab drum gebettelt, dass wir es noch versuchen, weil ich diesen Trennungsmoment nicht durchstehe.

Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll - ich bin der Typ, der am Bahnsteig heult. Ich heule in jegleichen "Abschiedsszenen" im FErnsehen. Sei es IceAge oder was auch immer. Ich komm mit dem Gedanken, eine Person aus meinem Leben zu streichen nicht klar. Auch wenn ich mit der Person in meinem Leben auch nicht wirklich glücklich bin.

Edit: In meiner ersten Beziehung habe ich ein jahr gebraucht, um micht zu trennen. Wäre ich vor der Trennung nicht 2,5 Monate außer Landes gewesen hätte ich es nicht geschafft. Und auch hier musste mein Ex den Schritt gehen. Er sagte mir "Ich will euch beide" ich sagte_ nimm sie. Aber wir blieben zusammen wohnen.

Meinem brasilianischen Ex gab ich immer wieder Chancen. Er hat mich fies behandelt, hat mich in Gefahr gebracht durch sein VErhalten - ich schätze ich bin der Typ Frau, der auch geschlagen werden könnte und ich könnte noch nicht gehen.

Ich weiß vermutlich, woran es liegt, ich möchte einfach nur ne Möglichkeit, es zu lernen.
sageslaut2002
Hey Tiffy,

ich muss immer bei Wiedersehensszenen weinen rotes Gesicht

Ich gehe jetzt einmal davon aus, wenn ich nicht alles durcheinanderbringe, dass es sich hier immer noch um den Lehrer handelt.

Das dir in eurer Beziehung schon immer etwas gefehlt hat, auch wenn du immer die Hoffnung hattest, es regelt sich noch alles, darüber müssen wir hier nicht mehr nachdenken, nehme ich an?

Das die Trennung in absehbarer Zeit anfällt scheint auch klar zu sein für euch Beide.

Dir scheint es schwerer zu fallen wie ihm, richtig?

Ja, also, wie sich trennen obwohl man den Anderen ja zumindest noch lieb hat oder sehr mag? Nicht ganz auf ihn verzichten möchte?

Ich selber bin ja nun ein Mensch der die Grundeinstellung hat Reisende soll man nicht aufhalten. Wer nicht freiwillig bleiben will in meinem Leben, den kann ich nicht dazu zwingen.

Allerdings, die paar Menschen die ich wirklich liebe, lieb habe, egal um wen es sich dreht, möchte ich auch immer irgendwo in meinem Leben unterbringen.

Ich selber bin immer gut damit gefahren, erst einmal Abstand einkehren zu lassen, damit sich alles ein wenig beruhigen kann u. habe mich dann langsam angenähert oder denjenigen sich annähern lassen. Irgendwie, mit viel Vorsicht hat sich dann alles immer freundschaftlich eingependelt.

Von daher kann ich auch dir nur den Tipp geben, trennt euch, lasst den viel diskutierten Spruch raus: Lass uns Freunde bleiben. Ich selber halte viel von diesem Spruch den so viele Menschen verteufeln. Lasst ein wenig Ruhe einkehren und dann seht ihr im Laufe der Zeit von alleine wie sich alles einpendelt. Vielleicht gewinnst du so einen wunderbaren Freund, vielleicht aber auch, entfernt ihr euch so nach u. nach immer mehr voneinander, aber eben nach und nach und nicht so abrupt.

Wie gesagt, ich bin immer gut damit gefahren, aber Beide müssen auch wollen.

LG v. sages!
Tiffy
Hey Sages,

zuersteinmal danke für die Antwort. Irgendwie ist mein Problem komplexer, als ich das denke, wenn ich schreibe.

Zum einen ist es so, dass ich generell ein Problem mit "Abschieden" habe. Von meiner Familie, von meiner gewohnten Umgebung, von meinem Haustier, von meinem Partner.

Es gab Zeiten, in denen ich mir nicht gestattet habe, mich irgendwo zu Hause zu fühlen, um leichter Abschied nehmen zu können. Viel von der Welt habe ich so gesehen, aber irgendwann hab ich auf Reisen mich selber verloren. Wenn eine "Trennung" unausweichlich scheint, reduziere ich im Vorfeld den Kontakt und die Gefühle auf ein Minimum. Beispiel: Mein Hund. Ich hatte ihn 15 Jahre, er hat bei meiner Mutter gelebt, als ich ausgezogen bin. Ich habe dann irgendwann, als er immer "altersschwacher" wurde, nicht mehr so viel Zeit verbracht wie früher. Klar, als er eingeschläfert werden musste, bin ich angereist, damit er in meinem Arm einschläft. Aber ich habe mich peux a peux von ihm getrennt, um in dem Moment nicht von dem Schmerz übermannt zu werden. Ich laufe davor weg.

Meistens, wenn ich zu Hause bin, kriegen meine Mutter und ich uns vor dem Abschied in die Haare - wenn man streitet, geht es sich leichter, vermute ich mal....

Das zieht sich bei mir durch alle Lebenssituationen. Ich weiß nicht, ob sich das jemand vorstellen kann.

Ich hab mich ZWischen meinem mir sehr wichtigen Exfreund und dem aktuellen von einer Affaire zur nächsten gehangelt. Immer Typen "aufgegabelt" bei denen ich mir sicher war mich nicht zu verlieben und von denen ich dachte, dass sie sich nichts auch mir machen würden. Einfach aus Angst vor meinen Gefühlen.

Zu meinem Samson: Ja, es ist immer noch der Lehrer. Bei allem anderen, was du schreibst, muss ich sagen: Ich bin nicht sicher.

Ich habe immer noch die Hoffnung, dass wir eine harmonische Beziehung führen könnten - wenn wir denn nur in einer Stadt wohnen würden.

Du siehst ja, ich geh mit Abschieden nicht gut um, und bin derzeit gezwungen, mich alle zwei Wochen aufs Neue zu verabschieden. Ich bin nichtmal sicher, dass wir beide die Trennung wollen, ich weiß nur, dass ich diese be**** Situation nicht aushalte - er hingegen hat nicht so ein Problem damit. Und es kommt dazu, dass, wie du sicher weißt, in Niedersachsen die Zeugnisse näher rücken. Heißt für ihn: Arbeit, Arbeit, Arbeit, Konferenzen etc.

Heißt: Seine Zeit ist noch eingeschränkter. Gleichzeitig bin ich im Praktikum und zeitlich ebenfalls sehr eingeschränkt. Meine Taktik wäre es, die wenigen Zeitfenster, die uns bleiben, gemeinsam zu verbringen. Er wiederum sieht mich derzeit aber auch als Verpflichtung - und fühlt sich überfordert. Ergo: Er sperrt mich aus - weil er ja schlecht der Schule den Rücken kehren kann. So jedenfalls interpetiere ich das mittlerweile.

Was mich erschreckt ist, dass ich innerlich schon sehr viel "kälter" geworden bin. Ich wollt mich wirklich trennen, vielleicht auch, damit er dann mal Zeit hat, nachzudenken, und merkt, was er für Sch*** verzapft, wenn er seine Überforderung an "UNS" auslässt. Und trotz der Distanz, die ich schon genommen habe, kann ich nicht sagen "AUS". Auch als wir uns beide schon gesagt haben, dass es vermutlich besser ist, weil unsere Jobs und unsere Wohnorte noch keine gescheite Beziehung zulassen, ging es nicht. Ich bin zurückgerudert.

Konnte nicht sagen: Weiter nicht. Vielleicht, weil ich noch Hoffnung habe - denn die habe ich, Ende Juli schreibe ich nur noch meien Abschlussarbeit - von wo auch immer. [Er hat angeboten, dass er mir nen Schreibtisch für mich hinstellt, damit ich dan auch länger bei ihm sein kann]

Fakt ist: Ich konnte es nicht aussprechen. Ich hab solche Angst vor dem, was dann sein wird. Diesen Schmerz durchleben, eine Person aus dem Leben streichen - denn das müsste ich. Ich hab noch so viele Gefühle. Wenn auch nicht nur Liebe. Aber wir sind alles - dass wir jemals nur Freunde sein werden, wie mein Ex und ich, dass glaube ich nicht.

Nach meinem Ex habe ich 2,5 Jahre gebraucht, bis ich wieder ne halbwegs gesund Beziehung anfangen konnte. Der Anfang war so dermaßen hart, ich hab auch Angst davor wie ich mit noch ner Trennung umgehen würde.

Ach Mensch, es ist kompliziert. Ich hab eben wieder mal die Tür hinter ihm zu machen müssen. Er war bei mir - und es war eigentlich schön. Kein Streit, gute Gespräche, Rumgealbere, Arbeit und Zusammensein. Vielleicht sieht er ja mal, dass ich ihn entlasten kann, wenn er soviel zu tun hat. Ist ja nicht so, dass es mich stört, den MAnn dann ein wenig zu verwöhnen mit Essen, KOpf und Fußmassage und nem schönen Bier....