[wieder Single] Sie war meine Grosse Liebe

Speedy
Hallo Almac Mamber,

ich habe mir sehr viel zeit gelassen um etwas über mich zu erzählen,da ich ich mir nicht sicher war,ob es hier überhaupt reinpassen würde*kopfkratz*..egal ich schreib´nun Mal drauf los...Ihr könnts immernoch verschieben/löschen what ever..

Okay ich bin 37 Jahre alt und meine Grosse Liebe ist vor 2 Jahren tödlich verunglückt.Wir waren glückliche 8 Jahre zusammen - JA..Sie war meine grosse Liebe.Zuvor hatte ich keine andere vergleichbare Beziehung.Ihr könnt mich nun als total bescheuert deklarieren aber das muss ich wohl in einem öffentlichen Forum in Kauf nehmen und hey ich nehme es in Kauf.

Es hat sich ziemlich Alles verändert seit dem Wegsein meiner Liebe...oreintierungslosigkeit als auch "nichts an mich heranlassen" - total bescheuert...>Ich kann mich nimmer öffnen,warum dies so ist - keine Ahnung.

Mein einzigster Trost ist mein Beruf..habe mit Leuten verschiedensten Nationalitäten zu tun,die mir eine Art Geborgenheit geben oder eben eine Art Rückhalt das Vergangene zu verarbeiten.
Zu meinem Problem ansich:Ich kann keine Gefühle mehr aufbauen.Ich stehe wie eine eigene Mauer vor mir.
Kennt einer von Euch das gefühl...einfach wegzusein ohne das man es wahrnimmt?

Ich schreibe dies weil Ich eben alleine damit bin..

Nun wisst Ihr in etwa welches psychisches Wrack sich hier registriert hat
sageslaut2002
Hallo Speedy,

ein Willkommen hier auf almac.de sonne

Natürlich bist du hier richtig. Ein Hinterbliebener kann genauso an Liebeskummer leiden wie ein Mensch der *nur* verlassen wurde. Zu deinem Liebeskummer kommt noch die Trauer und ich für meine Person finde an deinem Verhalten nichts bescheuert.

Im Gegenteil, wenn ich dich lese wird mir auf einmal wieder bewusst was wirklich Kummer bedeutet.

Bescheuert hört sich nichts an von dem was du schreibst.

Weißt du, mein ehemaliger bester Freund hat in ganz jungen Jahre ( mit 23 u. 25 ) innerhalb von zwei Jahren beide Elterteile an Herzinfarkt sowie Krebs verloren. Bei Letzterem kam noch die lange Leidenszeit von 10 Jahren hinzu. Er hat all das von Jugendalter an miterlebt. Es hat ihn hart gemacht. Er übt heute auch einen helfenden Beruf aus, aber op - technisch, so dass er nicht einmal sieht was für ein Mensch überhaupt vor ihm liegt, geschweige denn erfährt was nach der OP aus ihnen wird. Er würde Sterben erleben nicht ertragen. Einmal ist ihm ein Mensch auf dem OP - Tisch verblutet, ich bekam nur unverständliche SMS `en, total durcheinander und bin nach Feierabend stundenlang mit ihm am Strand spazierengegangen. Er war so blockiert das er nicht reden konnte, erst Stunden später!

Dieser junge Mann hat immer wieder, wenn das Thema irgendwie mal auf Liebe kam, gesagt, nein falsch, laut gerufen: Lass mich mit so einem Sch**** zufrieden, ich will nicht lieben, ich verliere sowieso jeden Menschen den ich liebe. Er wurde richtiggehend sauer.

Speedy, kannst du seine Ängste, seine Mauer, verstehen?
Ich vermute, ja.

Warum ich dir das schreibe?
Weil ich mich frage ob du überhaupt Trauer sowie ihre Verarbeitung zugelassen hast?

Die Phasen der Tränen, der Wut, der Hoffnungslosigkeit, der Ohnmacht?

Er hat es nie!

Du hast einen guten Weg gewählt in dem Moment als du nach einigen Tagen schauens beschlossen hast hier zu schreiben. Ich würde mich freuen wenn du damit fortfährst. Ich zumindest werde nicht auf alles eine Antwort wissen, aber sei dir gewiß, ich lese ständig mit.

Herzlicher Gruss v. sages!
Wildkatzee
Hallo Speedy,

herzlich willkommen auf Almac smile

oft denkt man, man ist alleine mit seinen Problemen - aber Du wirst sehen, hier werden Dir einige dazu schreiben und somit wirst Du erkennen - Du bist nicht alleine.

So ein Verlust ist wirklich schwer zu verarbeiten und viele bauen automatisch eine Blockade auf - aus Angst, sie könnten wieder lieben und wieder jemanden verlieren. Einen geliebten Menschen durch den Tod zu verlieren, ist bestimmt noch schlimmer, als die "Liebe seines Lebens" durch Beendigung der Beziehung.

Hier bedarf es sehr viel Zeit dies zu verarbeiten, es zu betrauern, wütend zu sein, den Verlust zu akzeptieren und auch wieder neue Lebenswege zu finden.

Irgendwie geht das Leben weiter und man sucht Ablenkung oder Trost wie Du dann z.B. im Beruf - alles andere hat keine Wichtigkeit mehr.

Hier wird nicht niemand für bescheuert halten - also schreib Dir Deinen Kummer von der Seele - das hilft.

Lieben Gruß
Speedy
Vielen lieben Dank Euch Beiden.

An sageslaut

Ja ich kann es sehr gut nachvollziehen bzw. verstehen was Du mir damit "sagen" möchtest.Es ist halt nicht gerade einfach über Dinge zu schreiben die der Vergangenheit angehören und doch gibt es Momente die einen stets dahin zurückführen und einem die Bilder des Schreckens vor Augen zu halten.
Vielleicht trage ich sogar eine Art Teilschuld,da ich begeisterter Motorradfahrer war.Unsere damaligen Wochenendausfahrten haben Uns noch mehr verbunden und hätte ich gewusst das an jenem Tag ein betrunkener Autofahrer meine grosse Liebe für immer aus deren Leben verbannen würde,hätte ich wohl niemals meiner Frau das Biken schmackhaft gemacht.

Dieses stetige Kopfkino "hätte,wäre,wenn" lässt einem keine Ruhe.

Ich bedanke mich für Eure freundliche Aufnahme
Werde zu gegebener Zeit mehr schreiben

Lieben Gruss
sageslaut2002
Genau Speedy unglücklich

Und hätte ich nicht vor vielen Jahren den BMW meines Jüngsten als Zweitwagen angemeldet damit er sich den Unterhalt von jenem leisten kann hätte er 2002 nach einem Höllencrash nicht stundenlang um sein Leben kämpfen müssen.

Mindestens 3 Jahre lang habe ich mir diesen Vorwurf gemacht u. mir selber nicht verziehen. Unbemerkt in dem Moment, war ich damit erst durch als er mir meine Enkeltochter in den Arm legte.

Speedy, ihr hat das Biken sicherlich viel Spass bereitet u. sie war sich sicherlich der Gefahr bewusst, genau als wenn sie in einen Flieger in den Urlaub gestiegen wäre.

sages!
belina01
die frage nach dem wenn und warum...

man stell sich diese frage immer wieder, wenn man so etwas schlimmes durchleben muß...

dennoch gibt es keine antwort auf diese fragen... und dennoch kann man es nicht lassen...

wann ein leben zu ende geht, haben nicht wir in der hand. wir wissen nicht wann es soweit sein wird oder durch was es pasieren wird...

es steht meiner meinung nach, alles in unserem lebensplan... so wie dieser vorgegeben ist, so werden die dinge auch passieren... und wenn die zeit gekommen ist, haben wir leider keine chance, denn unsere aufgabe auf erden ist für uns dann abgeschlossen...

und ja es ist für die, die zurückbleiben immer traurig und immer ein grosser zustand des schockes...
leider ist es so, daß der tot zum leben gehört... wahrscheinlich ist es für den der von uns geht, eine erfahrung von unermässlichem wert, ein gefühl so unbeschreiblich schön, daß wir es noch nicht verstehen können... doch sind da noch die menschen die auf dieser erde weiterleben müssen, ohne die person, die einen auf irdische weise verlassen hat.

und es ist schwer für uns zu verstehen zu akzeptieren und loszulassen... hat man das dann einigermassen geschafft, kommt man zu dem punkt, wo man sich anderen wieder öffnen sollte. wann dieser zeitpunkt ist, kann keiner sagen. da jeder mensch mit diesem schmerz anders umgeht...

du hast einen wichtigen schritt für dich selber getan...
und du hast erkannt, daß du in gewisser weiße problem hast, dich anderen zu öffnen.
klingt jetzt blöd, aber gut, daß du dies erkannt hast. so kannst du daran arbeiten und irgendwann auch erfolge erleben..

deine situation ist schwer und sicher etwas von schlimmsten, was einem passieren kann... dennoch macht einen diese erfahrung reicher und stärker...

du bist sehr stark und ich bewundere dich dafür...
Speedy
Vielen lieben Dank Wildkatze als auch ein Dankeschön an bellina01^^

Mich brauchst Du nicht bewundern bellina01..da es nichts zu bewundern gibt.Meine Stärken habe ich wahrscheinlich noch nie selbst erkannt aber dafür meine Schwächen.In ein öffentliches Forum zu schreiben um sein Leid zu dokumentieren bedarf es zwar Überwindung aber keinesfalls an Stärke.
Haben andere erst die Schwächen erkannt ist man antastbar und genau das lasse ich nicht zu.Klingt sicherlich sehr arrogant und unnahbar aber das bin ich auf keinenfall.Mein Prob ist,daß ich eben keine Nähe mehr möchte/zulassen möchte...unterbewusst sicherlich ein fataler Fehler gegenüber anderen und doch eine Art Schutzmechanismus den man(n) Frau nicht zumuten möchte..

Das Unscheinbare stets vor Augen zu haben ohne sich selbst im Spiegel zu betrachten..sich nicht sehn zu wollen wenn es einem dreckig geht - dreckig inform von Selbstdarstellung...sich selbst nicht mehr leiden zu können.

Vorwürfe hin/her...es ändert nichts an der Tatsache dass meine Frau tot ist - ach´man es ist alles so sinnlos.

Das Schicksal zu treffen ist schwerer als es zu verlieren..

Wieoft habe ich dran gedacht mein eigen Schicksal zu manipulieren indem ich mein ICH verliere um zu gewinnen was ich verloren habe..klingt ziemlich wirr aber das sind meine Gedanken..


Schön das es Euch gibt
belina01
weißt du, ich verstehe dich und deine gedanken schon recht gut...


aber vielleicht solltest du nicht so hart zu dir selber sein...

jeder von uns ist in seinem innersten angreifbar und schwach... aber schwächen sind menschlich... und man muß anderen gegenüber nicht immer den supercoolen spielen...

seine gefühle manchmal auszuleben, zu schreien, oder zu weinen wenn es an der zeit ist, ist menschlich...

ich mag auch viel lieber die menschlichen typen, als die schauspieler, bei denen alles super ist... und dennoch gehöre auch wir alle oft genug zu denen, die anderen nur etwas vorspielen, damit niemand merkt, daß auch wir nur menschen mit gefühlen sind... die man verletzten kann...