[Fragen] Schmerz, den Du anderen Menschen zufügst, fällt irgendwann auf Dich zurück....

sageslaut2002
....so in etwa drückt Manuel sich schon immer aus. Natürlich muss es nicht nur um Schmerz gehen, kann genausogut auch um Unrecht gehen welches man irgendwann einem Anderen angetan hat oder durch Falschheit geblendet hat, eben Leidvolles angetan hat.

Wer mich hier an Board kennt weiß das ich vor Jahren lange Zeit sehr gelitten habe wegen, ich habe ihn immer meinen dritten Sohn genannt, meinen jungen besten Freund. Innerhalb von 1 Jahr ging er zweimal aus meiner Tür, so wie jeden Tag und kam nicht wieder. Reagierte auf nichts. Ich bin fast verzweifelt, auch fühlte ich mich hintergangen, verraten, vera*****, fußmattenabtrittsmäßig u. dazu kam die Angst das mit ihm etwas nicht stimmt, das er krank ist oder verzweifelt oder was auch immer. Ich hatte eine bestimmte Ahnung, aber Vermutungen habe ich damals so viele angestellt, dass mein Kopf schon nicht mehr klar denken konnte.

Nach dem ersten Mal wortlos gehen, ohne jeden ersichtlichen Grund näherte er sich nach einem halben Jahr durch meinen Ältesten langsam wieder an. Ich bat natürlich um Erklärungen, die ich nie bekam. Nur in etwa: Manchmal müssen Menschen tun was sie tun müssen, auch wenn sie genau wissen das sie andere Menschen damit sehr weh tun u. er wüßte er hätte den größten Fehler seines Lebens gemacht u. es würde nie wieder vorkommen.

Um ein halbes Jahr später wieder aus der Tür zu gehen u. nie wieder von sich hören zu lassen.

Ehrlich, ich bin fast verreckt. Ich habe ihn geliebt wie meine leiblichen Söhne. Hätte, genau wie ihnen, auch ihm in jeder Lebenslage beigestanden u. zu ihm gehalten.

Nun ja, all die Jahre dachte ich nun, nachdem ich kaum Gedanken an ihm verschwendet habe, wenn er Hilfe braucht u. zu mir kommen würde, würde ich, doof wie ich nun einmal bin, ihm natürlich beistehen. Ohne gross zu fragen.

Tja, im Frühsommer habe ich dann von Ältestem gehört das Problemfall erschreckend schlecht aussieht. Da Ältester aber sehr auf`s Aussehen achtet u. selber sehr gepflegt herumläuft dachte ich: Jaja, er übertreibt wohl wieder einmal masslos. Vielleicht gefällt ihm einfach P. Frisur nicht oder ähnliches.

Vor einigen Wochen aber nun kam Jüngster an ( ehemaliger bester Freund von P. ) u. sagte: Mama, ich habe P. getroffen, er sieht schrecklich heruntergekommen aus. Abgemagert ( er hat eh schon nie mehr wie 72 kg gewogen, war immer äußerst schlank ), eingefallene Wangen, einfach alt.

Hm....dachte ich nur.

Gestern aber kam mein Bruder an u. sagte: Mensch, ich habe P. gesehen. Ist der krank? Der sieht ja schrecklich aus.

Ich habe nur mit den Schultern gezuckt, was soll ich dazu auch sagen.

Was aber mich nun erschreckt, ist die Tatsache, das es mir egal ist. Nein, falsch ausgedrückt. Das mir immer wieder die in etwa so gemeinte Aussage von Manuel einfällt: Wer einem Anderen Leid antut, auf dem fällt es irgendwann im Leben zurück.

Und ganz erschreckend ist das ich denke: Egal was mit dir los ist, mein Junge, du hast es nicht anders verdient. Ich weiß zwar nicht was mit dir los ist, aber endlich merkst du vielleicht was es bedeutet Schmerz zu haben oder zu leiden.

Nichts von einem Gedanken wie Mitleid, Hilfsbereitschaft meinerseits oder ähnliches.

Sondern ein knallhartes: Schadet dir gar nichts, mein Freund. Lieg ruhig auf dem Boden.

Leute, ist das nicht erschreckend???

Mich erschreckt es masslos. Ich kenne mich so überhaupt nicht. Mich wühlt das auf.

Habt ihr ähnliche Gedanken/Erfahrungen auch schon einmal gehabt/durchlebt?

sageslaut2002!
alondra
Guten morgen sages,
auch ich habe sehr schlechte erfahrungen in meinen jugendjahren erleben müssen.

Ich habe damals meine erste große liebe kennengelernt u. war ca. ein halbes jahr mit diesem mann zusammen. Er wohnte in einem kleinen dorf ca. 300 km entfernt und so konnten wir uns nur über das wochenende sehen. Wir haben täglich telefoniert, uns innige liebesbriefe geschrieben.

Plötzlich merkte ich daß sich sein verhalten mir gegenüber sehr verändert hat. Es bedrückte ihn was, er wollte mit mir darüber leider nicht sprechen. Und dann hat er plötzlich mit mir schluß gemacht. Ich bin in ein tiefes schwarzes loch gefallen und wollte mich umbringen. Meine eltern haben den schlaftablettenvorrat gefunden den ich gesammelt habe und weggeworfen. Sie haben mich mit ihrer liebe aufgefangen. Trotzdem habe ich 5 jahre um diesen mann getrauert.

Schuld daran war V., eine verheiratete frau mit 2 kindern, um einiges älter wie ich. Sie wollte ihn unbedingt haben und hat gegen mich die ärgsten intrigen rausgesteckt die man sich nur vorstellen kann. Sie hat in dem dorf meinen ruf zerstört. Wäre ich älter gewesen hätte ich sie wegen verleumdung verklagt. Sie hat auch intensiven telefonterror bei mir veranstaltet.

Mein vater hat danach mit ihr gesprochen und sie meinte nur, daß ich kein recht hätte, die männer aus "ihrem" dorf zu verführen!!!

Ich habe danach mit V. den kontakt abgebrochen und ihr die pest an den hals gewünscht.

Einige jahre später habe ich erfahren, daß der mann von V. sich eine freundin zugelegt hat und auch ausgezogen ist. Sie konnte den verlust nie verkraften.

Dann bekam sie krebs und ist gestorben. Sie hat sich selbst aufgegeben.

Wie ich erfahren habe, daß ihr mann ausgezogen ist habe ich es ihr gegönnt. Zunge raus

Wie ich ihre todesnachricht gehört habe, weißt du was ich mir gedacht habe? Gott sei dank ist sie hin diese ratte. Ein a****loch weniger auf der welt.

Ich hätte nie geglaubt, daß ich so etwas jemals denken würde. Ich toleriere ohnehin viel zu viel. Aber wenn mich jemand so tief verletzt und zerstört, dann habe ich für diese person kein mitleid, dann kann sie vor meinen augen verrecken.
Das ist mir bis jetzt nur bei V. passiert, daß ich solche gedanken hatte.

Auch ich kannte mich damals so nicht. Hätte mir auch niemals gedacht, daß ich so eiskalt sein kann.

Sages, es braucht dich nicht aufzuwühlen. Er hat dich mit seinem verhalten zutiefst verletzt und enttäuscht. Ich kann dich sehr gut verstehen, daß du so denkst.

Auch ich glaube, daß man, wenn man einem anderen menschen starke schmerzen oder unrecht zufügt, diese auf die jeweilige person zurückfallen. Der sog. "bumerangeffekt".

Denn wie heißt es so schön: "Wer anderen eine grube gräbt fällt selbst hinein". Und da ist was wahres dran.

Lg,
alondra
Tiffy
Hallo Sages,

ich glaube, jeder kennt das, was du und auch Alondra beschreibt. Ich hab einige Anmerkungen dazu.

Liebe und Hass liegen sehr dicht beieinander. Wen wir lieben, der berührt uns tief drinnen. Wir geben der Person die Chance, uns tief zu verletzen. Wenn wir dann wirklich von jemandem, den wir lieben, verletzt werden, kommt das einer Apokaylpse gleich. Unsere Welt steht Kopf, unsere Gefühle oftmals ebenfalls. So wird aus Liebe dann vielleicht sogar Hass.

Wird es aber wirklich Hass? Das hab ich mich schon oft gefragt. Ich könnte meinen Exsamson dafür hassen, dass er auf die Art und Weise gegangen ist, von der er wusste, dass sie mir am meisten weh tun würde. Aber ich hasse ihn nicht. Wäre er krank, fände ich es traurig und schlimm. Zugegeben, dass sein PC den Geist aufgegeben hatte, fand ich amüsant - vor allem, weil ich kurz zuvor alle seine Daten bei mir gelöscht hatte... Aber:

Meine Gefühle für ihn gehen nicht soweit, dass ich ihn hassenswert finde. Sages, du hast gesagt, er sei dir egal.

Dass du hier drüber schreibst, zeigt meiner Meinung nach, dass doch noch ein wenig an Gefühl da ist. Zumindest beschäftigt dich dein Verhalten in Bezug auf ihn.

Ich halte es mit Torsti Lehtinen, der sagt "Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Angst."

Das kann man einmal so verstehen, dass Furcht der Liebe entgegensteht, aber auch so, dass das, was wir gemeinhin für "Hass" halten, nichts weiter ist, als die "Gestalt unserer Angst."

Ich bin ein gutes Beispiel, wie ich finde. Jahrelang habe ich meinen Vater gehasst. Habe, als per Anwalt ne Mitteilung kam, dass er ja auch gesundheitlich schwr angeschlagen sei gedacht: "Na und? Soll er doch. Mir egal." Ich habe ihn abgelehnt, versucht, negative Gefühle für ihn zu haben.

Warum? Aus ANGST vor Ablehnung. Jetzt, da er Schritte auf mich zugeht, merke ich, dass ich ihn nicht hasse und vermutlich nie gehasst habe. Ich hatte Angst und hab versucht, mich durch Hass und Gedanken wie "Soll er sterben, mir wär´s egal" selber zu schützen.

Wenn man an den Punkt kommt, dass man nicht mehr hassen muss, erst dann ist man meiner Meinung nach frei und so stark, dass die andere Person nicht mehr vermag, Schmerz zuzufügen.

Gruß,

Tiffy
sageslaut2002
Mahlzeit, ihr beiden Lieben smile

Eines kann ich ganz klar sagen, ich hasse ihn nicht, gehasst habe ich noch nie auch nur einen Menschen in meinem Leben.

Ich war einfach felsenfest der Meinung, er ist mir mittlerweile so was von egal geworden.....nur wäre es so, warum wühlt es mich auf das ich so schreckliche Gedanken habe?

Mich interessiert auch nicht ob er vielleicht krank ist o.ä., noch vor wenigen Jahren wäre ich ohne Rücksicht auf Verluste losgefahren u. hätte mich schlau gemacht um ihm irgendwie beizustehen.

Ich kann schwer beschreiben was ich empfinde. Eine Art Gleichgültigkeit mit erleben wollen das er leidet. Ich möchte es sehen! Was immer auch mit ihm nicht okay ist, ich will erleben das er leidet wie ich gelitten habe.

Vielleicht kann man es Revanche nennen?

Ich habe damals immer gesagt: Sollte er die Frechheit besitzen u. irgendwann einfach in der Tür stehen als wäre nichts geschehen ( er hat immer noch einen Haustürschlüssel, wenn er ihn nicht im Laufe der Jahre weggeschmissen hat ) kriegt er eine geschallert das die Wände wackeln, dann schubse ich ihn die Treppe runter.....lasse ihn verarzten u. wenn ich ganz lieb bin pflege ich ihn dann wieder gesund.

Das war immer halb ernst, halb spaßig gemeint.....aber es muss wohl unmerklich extremer geworden sein im Laufe der Zeit Augen rollen

Hört sich hart an, aber ich denke tatsächlich: Leide nur, vielleicht lernst du nur so das man mit Menschen die dich lieben nicht umgeht wie mit Schachfiguren.

Letzteres hat Ältester nämlich oft gesagt, auch zu P. selber: Du schiebst die Menschen wie Schachfiguren hin u. her, so wie du sie gerade brauchst.
Daraufhin ist P. total entsetzt gewesen u. hat es abgestritten.


Aber wir kommen von meinem Einstiegstitel ab Freude

Was meint ihr, bekommen Menschen die andere tief verletzen, auf welche Art auch immer, es irgendwann im Laufe ihres Lebens zurück? Sei es durch Krankheit, durch Unglück? Oder ist das nur Zufall oder Wunschdenken um sich selber hoch zu halten?

LG v. sages!
Tiffy
Hallo Sages,

ich denke nicht, dass es wirklich eine Kausalität ist. Ich denke nicht, dass das Leben ein Nullsummenspiel ist, in dem du das, was du investierst (negativ oder positiv) zwagsweise zurückempfängst und das schlechte Taten bestraft werden.

Viele schlechte Menschen führen gute Leben, viele gute Menschen führen ein schlechtes Leben.

Krankheit, Unglück, Leid und Schmerz ereilen aber aller Wahrscheinlichkeit jeden von uns in einem größeren oder geringeren Umfang.

Was ich aber glaube, ist folgendes: Je nachdem, wie du dein Leben lebst, wirst du in den Momenten, in denen es dir schlecht geht, vermutlich Menschen haben, die dir beistehen, so dass du Krisen meistern kannst.

Ich denke, es handelt sich um eine Art Wunschdenken. Wir geben die Verantwortung ab, und hoffen auf eine höhere Macht, die "uns" Gerechtigkeit widerfahren lässt.

Wobei ich selber schon erstaunliche Dinge erlebt habe. Mein erster "Freund" (hielt ne Woche, er hat mit seiner angeblichen Ex nie Schluss gemacht, uns beide mit einer anderen betrogen), hat sich (ich hatte gerade einen Hassbrief geschrieben - "Die kleinen Sünden bestraft der liebe Gott zuerst, du wirst noch etwas warten müssen") bei der Arbeit zwei Finger abgeschnitten.

Ich denke, dass viele Menschen ihre bösen Taten in der ein oder anderen Situation bereuen werden. Aber ich bin genauso sicher, dass auch sie unglaublich schöne Momente des Glücks erleben. So traurig es ist, Leid und Elend gehören zum Leben dazu.

Nur gönnen wir es einigen mehr als anderen.

Ps.: Ich hasse diesen Infekt, der umgeht, und bin nicht der Meinung, verdient zu haben, dass er mich erwischt hat. unglücklich
alondra
Guten morgen sages,

ich denke schon daß menschen, die einem viel leid und kummer bereitet haben, es eines tages zurückbekommen. Habe das schon mal auch bei einer kollegin erlebt, es war fast mysteriös.

Klar, man wünscht sich, daß leute die einem tiefen kummer zugefügt haben es auch irgendwann selbst erleiden müssen und größtenteils werden sie es auch. Es muß nicht gleich sein, kann auch in zig jahren sein so wie du sagst.

Das ist zumindest meine erfahrung.

Entweder durch ihre verhaltensweise, oder es gibt wirklich sowas wie göttliche gerechtigkeit. Und auf zweiteres würde ich schon eher tippen.

Lg,
alondra
Manuel
Hi sages,

uiiiiiiii schon beim ersten Blick des Topics war ich in diesen Thread verliebt elch

Meine Ausführung zu dem Thema hat sich bisher ja sehr in Grenzen gehalten ... es gibt im I-Net leider zu viele Menschen, die gedankenlos Floskeln auf ihren privaten Seiten verbreiten - das tat meine Ex beispielsweise auch gerne - warum denn auch nicht - klingt ja alles so toll. Die hatte beispielsweise, auch wenn`s nicht zum Thema gehört (Wer jeden Sonnenstrahl genießt, versteht auch im Schatten zu leben ... so oder ähnlich smile ) und hat ihr Leben nicht einmal über sowas nachgedacht, deshalb fühle ich mich natürlich schon fast verpflichtet kund zu tun aus welcher Perspektive ich "Gerchtigkeit" betrachte.

Ich habe mich mit dem Thema sehr ausgiebig beschäftigt - von religiöser Seite, von logischer Seite, von menschlicher Seite - alle Themenschwerpunkte gehören auf eine gewisse Art und Weise zusammen und ergänzen sich auch teilweise.Anlass dafür war die Trennung von meiner Ex - da sind Dinge vorgefallen, die einfach alles andere als in Ordnung waren und mich hat die Frage beschäftigt inwiefern Gerechtigkeit nun bezügl. Erlebnisse verschiedener Menschen gewichtet werden kann.

Im Großen und Ganzen bezieht sich alles auf einen REALTIVEN Rahmen - ich bin zwar nach wie vor der Überzeugung, dass jeder Mensch bekommt was er verdient, aber das "Auge um Auge - Zahn um Zahn" Schema habe ich mittlerweile abgelegt - so auch schlechtes Karma. Ich lebe im Hier und Jetzt und ich entscheide mich in jedem Moment zu sein (danach kommt das TUN) wer ich bin.

Um jetzt aber den Faden nicht zu verlieren - RELATIVER RAHMEN:
Sex ist eine schöne Sache zwischen zwei Menschen (ich setze jetzt Gerechtigkeit in den Kontext einer Beziehung) - da hat das PARADOXON für mich schon begonnen - wie kann etwas so wundervolles, wie Sex zwischen zwei Menschen, jemals Anlass dazu sein, zu büßen.

Hierzu habe ich ein äußerst interessantes Gedankenkonstrukt eines deutschen Studenten im I-Net kennengelernt, das mich sehr fasziniert hat. Es ist einfach erklärt und bietet wirklich in jeder Hinsicht Verständnis ohne dabei die Gerechtigkeit aus dem Auge zu verlieren ... (Konstrukt folgt!)

Es spielen sehr viele Faktoren eine Rolle:

- verletze ich mit Absicht jemanden
- inwiefern weiß ich, dass ich überhaupt verletzend bin
- das Ziel meiner Verletzung

Man darf nicht vergessen, dass das Leben kein Sonnengarten ist und sich das Blatt oftmals schneller zu wenden beginnt als man denken würde. Es gibt keine Garantie dafür, dass das was noch heute perfekt gelaufen ist, auch morgen noch perfekt läuft - ganz im Gegenteil - Annahmen zerbröseln innerhalb kürzester Zeit, umso länger dauert es dafür, zu erkennen, wie sehr man sich seine eigene Realität verzerrt hat.
Manuel
Zu viele Menschen versteifen sich aber genau darauf:

Mir doch egal wenn`s dem heute schlecht geht, hauptsache mir geht es gut und das wird auch so bleiben. Ups und schon hat man Schulden, wird krank oder sieht sich in sonst einem Schlammassel verwickelt. Im Hier und Jetzt ist es wichtig, sich zu entscheiden wer man ist - darauf zu vertrauen, dass man sich schon eines Tages von selbst bessern wird, oder darüber schon ein anderes mal nachdenken wird, ob das, was man gerade "geleistet" hat, nicht sonderlich mitfühlend war, nützt einem nichts.

Ich habe Ex so oft gesagt, dass sie darauf achten soll - schon auch meinetwegen, weil ich einfach verletzt war, aber auch ihretwegen - ich weiß, dass sie jetzt mit Menschen Kontakt hat, die ihre Mitmenschen äußerst dreckig behandelt haben. Einer hat ein Kind, hat sich verstschüss, hat seine Ex geschlagen. So sehr ich ihr auch gegönnt habe, mal richtig einzufahren, habe ich es ihr gesagt, weil ich mit seiner Ex Kontakt hatte. Ich habe mich zuerst dafür gehasst, weil ich dachte "jetzt hast du wieder reingepfuscht", aber sie hat sich davon nicht beeinflussen lassen. Sie hat zwar mit diesem besagten Herren keine Beziehung, aber auch "freundschaftlicher" Kontakt, kann alles andere als Gutes heißen.

@ sages

Was du empfindest ist absolut natürlich - ich erwische mich immer und immer weniger dabei, wissen zu wollen wie sie gerade fühlt oder in welcher gesellschaftlichen Lage sie sich gerade befindet. Es werden noch Monate in`s Land ziehen bis ich sagen kann, dass es mir völlig egal ist, aber ich habe daraus gelernt, auch wenn ich sehr verletzt wurde und die Gerechtigkeit wird erst dann eintreten, ohne Einfluss von mir, wenn ich darüber hinweg bin. Wenn es mir nichts mehr bedeuten wird ... genau wie bei dir ...

Vielleicht wird sie mich eines Tages um Hilfe bitten, ich weiß es nicht ... aber eines ist gewiss - ich werde nicht mehr da sein ... mein Gedanke wird jemand anders gehören ...

Lg Manuel
Tiffy
Hmmm.

Manuel hat was interessantes gesagt: "Inwiefern weiß ich, dass ich andere verletze".

Ich bin mir sicher, dass schon der ein oder andere über mich gedacht hat: "Blöde Kuh, Miststück, Teufelsbraten."

In wenigen Situationen habe ich bewusst unrecht getan, und bewusst gehandelt, wie ich gehandelt habe, um jemanden zu verletzen. Aber: ich habe es getan.

Unser aller Handeln ist aber nicht denkbar ohne die Interaktion mit unseren Mitmenschen. Henne oder Ei? Meine Verletzung, deine Verletzung? Wer hat angefangen, wem geschieht es recht?

Ist es nicht auch irgendwo sinnlos, darüber nachzudenken?

Für mich ist wichtig, so zu leben, dass ich vor mir selber bestehen kann. Dazu gehört auch, niemandem die Pest an den Hals zu wünschen. Soviel MACHT gestehe ich niemandem über mich zu.

Ich weiß, was Jahrzehnte von innerlich gehegtem Hass anrichten können und ich weiß, dass ich mit so etwas nur mir selber schaden würde. (Meine Mutter ist heute nicht unglücklich, weil mein Vater/Bruder sie unglücklich macht, sondern weil sie zulässt, dass sie unglücklich ist und alte Verletzungen nach 22 Jahren noch präsent hat, wie das letzte Früstück.)

Ich bin leider ziemlich emotionsgeladen, aber solche Gefühle wie Hass gestehe ich mir nicht mehr zu. (Auch, wenn ich manchmal wirklich wütend bin. Ich versuche immer, zu verzeihen. Ob es gelingt, ist ne andere Frage.)

@Manuel: "Auge um Auge - Zahn um Zahn" geht in die gleiche Richtung wie das von mir angedeutete Nullsummenspiel. Mein Gewinn ist dein Verlust, dein Verlust ist mein Gewinn.
Manuel
Zitat:
Für mich ist wichtig, so zu leben, dass ich vor mir selber bestehen kann. Dazu gehört auch, niemandem die Pest an den Hals zu wünschen. Soviel MACHT gestehe ich niemandem über mich zu.


Hi Tiffy,

genau aus diesem Grund denke ich, dass es sehr schwer ist, aus menschlicher Sicht "gerecht" zu sein - unter Gerechtigkeit versteht jeder was anderes. Der eine wünscht dem anderen die Pest an den Hals und der andere wünscht sich vielleicht nur ein kleines Zeichen der Reue - so wie das bei mir der Fall ist.

Als Gerechtigkeit sehen andere ausgleichende Gerechtigkeit - ganz nach dem Motto "wie du mir, so ich dir", wiederum andere sehen darin den Anstoss zu verstehen, dass man jemand anders einfach verletzt hat und das nicht in Ordnung war.

Zitat:
@Manuel: "Auge um Auge - Zahn um Zahn" geht in die gleiche Richtung wie das von mir angedeutete Nullsummenspiel. Mein Gewinn ist dein Verlust, dein Verlust ist mein Gewinn.


Da hast du absolut Recht - auf lange Sicht würde ein solches "Nullsummenspiel" kein Ergebnis bringen. Jeder würde einfahren und gelernt hätte man dabei auch nicht großartig, denn wie kann ich jemand anders immer wünschen was mir widerfährt.

Zitat:
Ich weiß, was Jahrzehnte von innerlich gehegtem Hass anrichten können und ich weiß, dass ich mit so etwas nur mir selber schaden würde. (Meine Mutter ist heute nicht unglücklich, weil mein Vater/Bruder sie unglücklich macht, sondern weil sie zulässt, dass sie unglücklich ist und alte Verletzungen nach 22 Jahren noch präsent hat, wie das letzte Früstück.)


Ausgesprochen gut - es kommt auch darauf an wie gut man selbst gelernt hat, den Hass zu verarbeiten bzw. inwiefern man dem Hass eine Chance gibt, sich zerstören zu lassen, denn wo es keinen Hass gibt, gibt es auch keine ausgleichende Gerechtigkeit, somit trägt auch der Verletzte dazu bei, Gerechtigkeit auszuführen bzw. der Gerechtigkeit einen Sinn zu geben - es gibt also kein ultimatives Gerechtigkeitsprogramm. So gerne man sich das auch wünschen würde ...

Ich glaube, es kommt oft auch einfach darauf an, zu lernen ... beide Personen werden geprüft und darauf hingewiesen, in ihrem Leben auf gewisse Dinge zu achten und am eigenen Denken etwas zu ändern.

Ich für meinen Teil weiß, dass ich meine Ex-Freundin über alles geliebt habe, sie noch immer liebe und nicht gutheiße was sie getan hat, aber ich weiß auch, dass ich mich dafür entschieden habe diesen Weg zu gehen und kein armseliges Häufchen Elend in einem "grausamen" Spiel gewesen bin.

Lg Manuel
Pilar
ich habe ähnliches erfahren.

Als mich mein Ex-Mann vor vielen Jahren verließ, passierte das von einer Minute auf die andere.

Ich holte ihn nach Arbeit ab und plauderte fröhlich über Wetter, Alltag , allgemein.

Als wir dann zu Hause waren meinte er, ich soll mich mal hinsetzten. Fragte ich lachend, was hast du feierliches zu berichten?

Er meinte nur: setzt dich hin.

Dann erzählte er mir, dass er findet, wir haben uns auseinandergelebt und er mich verlässt.
Ich fragte, wie, was, dann musste ich mich wirklich hinsetzen.
Er meinte heute.

Er fragte, soll ich heute abend noch bei dir bleiben und ich habe gesagt, wenn du gehen willst, gehe sofort. Hat er dann auch gemacht.

Im nachhinein habe ich dann erfahren, dass er sich eine Kollegin verliebt hat.

Mir wurde an diesem Tag der Boden unter den Füssen weggezogen. Mein Mann, mein Heim, mein Freunde. Einfach so. Weil hat einfach jemand entschieden.

Na ja, ich ging am Folgetag arbeiten, weil ich dachte, ich muss nur einen Tag überstehen, da hatte ich dann eine Woche Urlaub.

Ich wurde verlassen, musste mein komplettes Leben ganz schnell neu gestalten.

Aber die Wunde ist da.

Damals habe ich zwar Alltag versucht aufrecht zu erhalten (Arbeit) und sie fanden das ganz taff, wie ich damit umging, aber als ich dann nach Arbeit nachhause fuhr, habe ich geheult, geheult, geheult.

Ich empfinde heute keinen Hass auf meinen Ex, aber ich will ihm auch nicht mehr begenen.

Ich finde, er hätte vorher mal mit mir darüber reden können ? Mich nicht einfach vor vollendete Tatsachen stellen.

Was ich dann doch noch ziemlich schlimm fand, wir sahen uns dann noch mal zum Scheidungstermin und er meinte, unsere Ehe war doch nicht schlecht.
Ich bin dann einfach aufgestanden und gegangen.

Hassen tue ich ihn nicht, aber ich denke, er ist sich auch nciht bewusst, was er damals zerstört hat.

Ich habe so lange gebraucht, mich überhaupt wieder wie ein Mensch zu fühlen.
Ich war wie ein Zombie. Aufstehen, Katze versorgen, Arbeiten gehen (das einzige was mir geblieben ist), heimzukommen, Katze wieder zu versorgen.

Nicht essen, nicht schlafen.

Ich habe mir dann mal wieder, also ich heulend auf dem Nachhauseweg gedacht, eigentlich wäre mir ein körperlicher Schmerz lieber.

Seelischer Schmerz ist unendlich schlimmer al körperlicher. Also für mich war es so, ich habe das für mich so empfunden.

Aber hassen tue ich nicht. Er hat sich halt verknallt und was er heute treibt, weiß ich nicht. Er hat sich so verhalten, wie es ihm von seiner Art her möglich war.

Bei dieser Aktion habe ich viele, viele Federn gelassen.

Aber letztendlich gehört niemand niemanden.

Jeder hat das Recht sich frei zu entscheiden.

Aber ich hasse niemanden.

Schlechte Erfahrungen gehören zum Leben dazu. Wer sagt, dass ein Leben immer nur positiv ist. Sicherlich wünscht sich das jeder. Aber ist ledier nicht so. Es sind Erfahrungen, die man macht und machmal sind das ganz schlimme Dinge, die einem passieren.

Aber ich hasse nicht. Diese ganze Geschichte, die mir wiederfahren ist, habe einfach abgehakt, weil ich auch keine andere Wahl hatte.

Aber hat sicherlich Spuren bei mir hinterlassen. Seit dem kann ich mich auf Menschen besser einlassen und habe meine Introvertiertheit verloren.

Jetzt bin ich immer neugierig, was andere Menschen erzählen.

LG
Pilar
Pilar
Ja um aufs Thema überhaupt wieder zurückzukommen.

Ich glaube, dass man alles Schlechtes, was man einem andere wünscht, auch auf einen zurückkommt.

Sorry, habe mich wieder verplaudert.

Das Thema ist eigentlich, dass wenn man jemanden was schlechtes wünscht, es auf einen zurückfällt.

Ja, glaube ich.

Aber ich bin auch nicht fähig, irgendwem was sclechtes zu wünschen.

Hinter jedem posting, hinter jeder Geschichte, hinter jedem Menschen steht eine Geschichte und da hat keiner Einblick, nur der, der schreibt

Ich denke nicht schlecht über Menschen, ich hasse niemanden, Ja gut Mobbing kann ich nicht leiden, da funz ich dann schon mal rein.

Aber ich möchte, dass mir jeder so begenet, wie ich es selbst auch umsetze.

Wenn das nicht möglich ist, ziehe ich zurück.

LG
Pilar
Tiffy
Nocheinmal ein Einwurf von mir:

Sages, du meintest, es sei dir egal, wie es ihm geht, musstest dann aber feststellen, dass dich deine Reaktion auf ihn sehr wundert.

Mir ist vorgestern noch eine Geschichte eingefallen.: Vor etwas mehr als einem Jahr - ich war frisch in den heutigen Ex-Samson verliebt.

Es meldete sich der Mann, von dem ich nichts erwartet hatte, für den ich aber bereit gewesen wäre, alles zu geben. Ich hatte mich dummerweise während eines Auslandsaufenthaltes in Brasilien in einen psychisch gestörten Mann verliebt. Wie gestört er war, merkte ich erst nach und nach. Mein Studium in Spanien über hab ich geliten wie ein Hund. Danach war ich wieder in Brasilien bei Freunden, hab die Sache mit ihm abgeschlossen. Zurück in Deutschland kam der Ex-Samson um die Ecke und ich war erstmals mal wieder richtig glücklich mit einem Mann.

Irgendwann meldete sich der Brasilianer und eröffnete mir, dass er gedenke sich an jenem tag umzubringen. Ich habe damals gesagt - und gemeint: "Für diese Art von Diskussionen habe ich in meinem Leben keine Zeit mehr. Du musst das machen, was du für richtig hältst."

Er hat sich nicht umgebracht, ich hab mich nicht verrückt gemacht. Ich habe ihm nichts schlechtes gewünscht, nur kann ich nicht für alle Menschen die Verantwortung übernehmen.

Und es hat gut getan, meine Grenze zu ziehen.
Manuel
Hi Martina,

ich finde es absolut erstaunlich wie sehr sich deine Erlebnisse mit den meinen ähneln ...

Die Art und Weise eine Beziehung in den Sand zu setzen ist erschreckend und wenn ich mir das so durchlese dann läuft es mir kalt den Rücken runter, denn was man in solchen Momenten mitmacht, kann man nur nachempfinden wenn man es selbst durchlebt hat.

Ich wünsche niemandem was schlechtes, aber in mir schlummert schon noch der Wunsch, dass sie diesen Schmerz auch irgendwann erfährt - damit sie vielleicht irgendwann eines Tages auf unsere Beziehung zurückblickt und sich eingesteht, dass es alles andere als in Ordnung war, was sie da abgezogen hat.

Ob das nun mit Gerechtigkeit zu tun hat möchte ich bezweifeln - es geht dabei eher um Verständnis. Mir hat besonders weh getan, dass es sie kalt gelassen hat, dass Arbeitskollege von mir verstorben ist und mein Leben zu diesem Zeitpunkt alles andere als rosig war.

Ich werde es nie verstehen ...

Lg Manuel
sageslaut2002
Ihr Lieben,

es ist äußerst interessant zu erfahren was für Gedanken ihr mitteilt. So viele verschiedene Gedanken die im Grunde aus einer einzigen Frage resultieren.

Manuel, sicherlich fügt man Menschen unwissentlich häufig im Laufe des Lebens Schmerzen zu. Gar keine Frage. Schon allein aus dem Grund, weil man die Gedanken des Gegenübers nicht erraten kann, weil man nicht dasselbe fühlt, weil man eine Situation mit ganz anderen Augen sieht.

Nehme ich das Beispiel von deiner Ex in Bezug auf deinen verstorbenen Arbeitskollegen kann ich mir vorstellen das sie sich nicht in dich hineinversetzen konnte weil sie eben keinerlei Bezug zu ihm hatte, vielleicht sogar zu keinem ihrer Kollegen u. somit deinen Schmerz nicht nachvollziehen kann.
Eine andere junge Frau, die ganz anders tickt als deine Ex, hätte vielleicht diese Erfahrung als Anlass genommen zusammen mit dir darüber nachzudenken was Leben eigentlich bedeutet, wie schnell es vorbei sein kann, dass ein Leben eigentlich sinnvoller gelebt werden sollte oder fröhlicher verbracht werden sollte oder oder oder, da es schon morgen vorbei sein kann.

Ich denke, genau was du vermutest, deine Ex ist sich in keinster Weise bewusst wie sehr sie dich mit ihrer Reaktion, oder eher Nicht - Reaktion verletzt hat.
Für sie ist da einfach ein Fremder verstorben.

Als von obigen erwähnten Problemfall nach 10 Jahren Krebsleiden u. zum Schluss 10 tägigen qualvollem Sterben in einer Klinik, in der P. Tag u. Nacht bei seiner Mum verbrachte, ich nur zum arbeiten in unsere Stadt fuhr u. gleich danach wieder zurück nach O. in die Klinik, weil P. nicht alleine sein wollte, wir in den 10 Tagen abwechelnd im Auto geschlafen haben, damit immer einer von uns bei ihr ist, sie es endlich geschafft hatte gehen zu können, die Beerdigung vorbei war, da war die einzige Reaktion meines Bruders: Na, habt ihr endlich ausgetrauert?

Er konnte nicht verstehen das ich P. so zur Seite gestanden habe. Er fand es albern.
Ich selber denke, er war erstens eifersüchtig auf die intime Zeit die P. u. ich teilen durften miteinander, in die kein Dritter Zugang hatte u. zudem denke ich, er hat sich reflektiert u. ist darauf gekommen das er keine Freunde hat die so für ihn handeln würden.
Anders kann ich mir seine dumme Bemerkung bist heute nicht erklären. War es aber wirklich eine dumme Bemerkung oder resultierte sie aus Hilflosigkeit? Aus der Hilflosigkeit heraus nicht zu wissen wie er reagieren soll?

Ich denke, wir fügen anderen Menschen sehr sehr häufig Schmerz zu ohne es auch nur im geringsten zu erahnen. Einfach, wie oben erwähnt, weil wir gar nicht ihre Gedanken haben.

Pilar, hammerhart, wie dein Exmann die Trennung rüber gebracht hat. Aber weißt du, ich denke, er hat dir mit seiner direkten u. dadurch ehrlichen Art auch viel zusätzlichen Kummer erspart.
Nehme ich meinen Problemfall nämlich als Vergleich, hat mich ja nicht verletzt, dass er meinte gehen zu müssen, sondern das er mir nicht gesagt hat das er gehen muss, warum auch immer. Ich bin ein Mensch für klare Fakten, damit kann ich leben, kann versuchen zu verstehen u. nachzuvollziehen. Ich wäre die Letzte die nicht verstehen könnte wenn ein Mensch das Gefühl hat sein Leben ändern zu müssen, warum auch immer.
Aber ich denke, wenn ein Teenie in meine Familie kommt u. als volles Familienmitglied im Laufe der Jahre in diese integriert wird ( sogar auch von meinem damaligen Noch - Ehemann ), dann als Mann geht, dann habe ich klare Worte verdient, nicht aber, mich damit herumzuquälen was wohl ihn quält. Nichts ist schlimmer für eine Mutter als nicht zu wissen was mit ihrem Kind nicht stimmt. Und für mich war es nun einmal Fakt, dass ich drei Söhne habe.

So, ich muss wohl erst einmal senden um dann weiterschreiben zu können....ich sage ja, ansteckendes Thema daumenhoch
sageslaut2002
Tiffy, Grenzen ziehen ist immer wichtig. da gebe ich dir vollkommen Recht u. ich finde, dass deine Reaktion die einzig Richtige war, denn das Verhalten des Mannes grenzte ja schon an emotionale Erpressung.

Wie ich aber schon im vorherigen Post schrieb, ich habe eben immer noch das Gefühl es fehlt ein Kind. Nicht so unbedingt vielleicht in Person von P., aber da ist einfach eine Lücke.

Ich denke kaum an ihn, habe mich nun auch wieder in Bezug auf sein kränkliches Aussehen eingekriegt, denke nicht mehr darüber nach wie u. ob er leidet, aber in Momenten wie z.B. die Planung meines Jüngsten in Bezug auf seine Hochzeit im nächsten Jahr im August kommen eben unweigerlich solche Gedanken wie: Eigentlich fehlt P. ja noch zum Planen oder: Schade, dass ein Platz am Brautpaartisch leer bleibt oder eben Weihnachten: Was schenke ich P? Ach ne, er ist ja nicht mehr da.

In solchen Familiensituationen eben Augen rollen

Weißt du, er hat ja, drücke ich es mal blöd aus, nicht nur mich verlassen, sondern seine ganze Familie. Mich, meinen Exmann, meine Söhne, Jüngster war wie gesagt, sein bester Freund.

Und auch von ihnen hat keiner eine Erklärung bekommen, auch bei ihnen ist er einfach von heute auf morgen weggeblieben u. hat auf nichts reagiert.

Jüngster war so dermassen verletzt, hat auch gemerkt wie sehr ich leide, dass er sagte: Läßt P. sich noch einmal sehen weiß ich nicht was geschieht. Nimmst du ihn noch ein einziges Mal auf siehst du mich bei dir nicht wieder.

Und bevor Jüngster als Schweiger so etwas von sich gibt, muss er sich schon arg verletzt fühlen.

Jüngster hat immer gesagt, wenn ich mal heirate wird P. mein Trauzeuge, werde ich mal Vater wird P. Patenonkel, besser kann ich mein Kind nicht aufgehoben wissen falls mir einmal etwas passiert.
Tja.......ich denke, genau wie mir ergeht es auch Jüngstem. Bei der Geburt seiner Tochter wird er an P. gedacht haben. Und nun in Bezug auf die Hochzeit, ja, mein schweigendes Kind wird da schon Gedanken haben die schmerzen.

Grenzen ziehen ist vollkommen okay u. richtig, nur manchmal haben Grenzen die fatale Eigenschaft sich zu öffnen u. man muss den Grenzbaum erst wieder unter Kraftanstrengung herunterdrücken.


Und nun hätte ich trotz der Ausuferung in diesem Thread gerne noch Antworten auf meinen Eröffnungstitel. Bin schon gespannt was wohl noch alles so dabei herauskommt daumenhoch

LG v. sages!
Pilar
ja sagt mal, Ihr habt ja auch einiges hinter euch.

Meine Geschichte habe ich erzählt, also diese, weil mir wichtig war, aufzuzeigen, dass jedes einzelne Leben viele Wunden und Erfahrungen bereithält.

Und wer sagt, dass ein Leben immer glücklich ist. Sicherlich wünscht sich das jeder, aber niemand hat eine Lobby auf Glück, Gesundheit, Reichtum.

Sondern wir taumeln einfach durchs Leben und sind froh, also ich jedenfalls, wenn man Leute trifft, mit denen man darüber reden kann.

LG und nur das Beste
Pilar
Hallo Sageslaut2002,

um auf dein Thema noch mal zurückzukommen.

Ich persönlich glaube tatsächlich, dass alles schlechte, was man jemanden anderen wünscht, auf einen selbst zurückfällt.

Daher habe ich mir zur Gwohnheit gemacht, niemanden zu verurteilen und Hass-Gefühle kenne ich rein gar nicht.

Sicherlich bin ich auch mal zornig auf den einen oder anderen, aber keinen Hass oder Pest an Hals wünschen.

Man hat eine freie Entscheidung und ich kann mich so oder so entscheiden und wie ich damit umgehe. Ich habe entschieden, dass ich niemanden hasse,.

Jeder reagiert, aus irgendwelchen Gründen und wie es ihm zusagt und niemand hat Einblick in die Psyche eines anderen Menschen, kann also folglich
ich nicht beurteilen, warum wer wie reagiert.

Man kann das Thema auch weiterführen. Warum wird jemand zu einem Verbrecher?

Ich kann aber nicht von mir behaupten, dass wenn mir eine Ungerechtigkeit wiederfährt, dass ich mich da soverän verhalte, aber für mich persönlich ist wichtig, dass ich was abschließe und Hassgefühle nicht habe, weil ich versuche alles auch aus anderer Sichtweise heraus zu betrachten.